Die 77. Eishockey-Weltmeisterschaften der Herren der Internationalen Eishockey-Föderation IIHF waren die Eishockey-Weltmeisterschaften des Jahres 2013. Insgesamt nahmen zwischen dem 14. Oktober 2012 und dem 19. Mai 2013 48 Nationalmannschaften an den sieben Turnieren der Top-Division sowie der Divisionen I bis III teil.

Der Weltmeister wurde zum neunten Mal insgesamt und zum ersten Mal seit sechs Jahren die Mannschaft Schwedens, die im Finale den Außenseiter Schweiz mit 5:1 bezwang. Mit Schweden gewann erstmals seit 1986 wieder die gastgebende Nation das Turnier. Dessen Finalgegner Schweiz gewann erstmals seit 60 Jahren wieder eine Medaille bei einem Weltmeisterschaftsturnier. Die deutsche Nationalmannschaft belegte den neunten Rang und verpasste somit knapp das Erreichen des Viertelfinales. Österreich verpasste durch den 15. Platz den Klassenerhalt in der Top-Division und stieg somit direkt wieder in die Division IA ab.

Die Aufsteiger in den vier Divisionen waren die Mannschaften aus Kasachstan, Italien, der Ukraine, Kroatien, Israel und Südafrika.

+ Übersicht Herren-Weltmeisterschaften Turnier Ort Datum Teil-nehmer Zuschauerinsgesamt Spiele ø Top-Division HelsinkiStockholm 3. Mai 2013 – 19. Mai 2013 16 427.818 64 6.685 Division I A Budapest 14. April 2013 – 20. April 2013 6 52.533 15 3.502 Division I B Donezk 14. April 2013 – 20. April 2013 6 30.141 15 2.009 Division II A Zagreb 14. April 2013 – 20. April 2013 6 13.367 15 891 Division II B İzmit 21. April 2013 – 27. April 2013 6 2.520 15 168 Division III Kapstadt 15. April 2013 – 21. April 2013 6 5.730 15 382 Division III Qualifikation Abu Dhabi 14. Oktober 2012 – 17. Oktober 2012 4 1.162 6 193

Teilnehmer, Austragungsorte und -zeiträume

Top-Division: 3. bis 19. Mai 2013 in Helsinki, Finnland und Stockholm, Schweden Teilnehmer: , , , , , , , , (Aufsteiger), (Titelverteidiger), , , , (Aufsteiger), , Division I Gruppe A: 14. bis 20. April 2013 in Budapest, Ungarn Teilnehmer: , (Absteiger), , (Absteiger), (Aufsteiger), Gruppe B: 14. bis 20. April 2013 in Donezk, Ukraine Teilnehmer: (Aufsteiger), , , , , (Absteiger) Division II Gruppe A: 14. bis 20. April 2013 in Zagreb, Kroatien Teilnehmer: (Absteiger), (Aufsteiger), , , , Gruppe B: 21. bis 27. April 2013 in İzmit, Türkei Teilnehmer: , , , , (Absteiger), (Aufsteiger) Division III: 15. bis 21. April 2013 in Kapstadt, Südafrika Teilnehmer: (Qualifikant), , , , (Absteiger), (Qualifikant) Qualifikation zur Division III: 14. bis 17. Oktober 2012 in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate Teilnehmer: (Neuling), , , (erste Teilnahme seit 2010)

Modus In der Top-Division qualifizieren sich die vier besten Mannschaften jeder Gruppe direkt für das Viertelfinale. Durch den Modus sollen die Teams, die im Verlauf der Vorrunde am konstantesten spielen, bevorzugt werden. Die Qualifikation für die Zwischenrunde kann dadurch nicht mehr von nur einem Spiel abhängig sein. Die Gesamtanzahl der Spiele beträgt 64 Partien.

In den Divisionen I und II werden die jeweils zwölf Mannschaften weiterhin qualitativ in je zwei Gruppen zu sechs Teams aufgeteilt. Dies geschieht auf Grundlage der Abschlussplatzierungen der Weltmeisterschaften des Jahres 2012.

Die Division III wird weiterhin in einer Gruppe mit sechs Mannschaften spielen, wobei je nach Anzahl der gemeldeten Teilnehmer eine optionale Qualifikation veranstaltet wird.

Aus der Top-Division steigen die beiden Letzten der zwei Vorrundengruppen in die Division I A ab. Aus selbiger steigen die beiden Erstplatzierten zum nächsten Jahr in die Top-Division auf, während der Sechstplatzierte in die Division I B absteigt. Im Gegenzug steigt der Gewinner der Division I B in die Division I A auf. Aus der Division I B steigt ebenfalls der Letzte in die Division II A ab. Die Aufstiegsregelung der Division I B mit einem Auf- und Absteiger gilt genauso für die Divisionen II A und II B. Einen direkten Absteiger aus der Division III gibt es nicht. In Abhängigkeit von der Anmeldung neuer Nationalmannschaften müssen die zwei letztplatzierten Teams der Division III des Vorjahres wie auch die neu gemeldeten Nationen in der Qualifikation antreten, um die dann zwei freien Plätze auszuspielen.

Top-Division WM 2013 der Herren zentriert|150px|Logo der Weltmeisterschaft Anzahl Nationen 16 Weltmeister Silber Bronze Absteiger   Austragungsort(e) Helsinki, Finnland & Stockholm, Schweden Eröffnung 3. Mai 2013 Endspiel 19. Mai 2013 Zuschauer 427.818 (6.685 pro Spiel) Tore 332 (5,19 pro Spiel)  Bester Torhüter Jhonas Enroth Bester Verteidiger Roman Josi Bester Stürmer Petri Kontiola MVP Roman Josi Topscorer Petri Kontiola (16 Punkte)

Die Weltmeisterschaft der Top-Division wurde vom 3. bis zum 19. Mai 2013 in der finnischen Hauptstadt Helsinki und der schwedischen Hauptstadt Stockholm ausgetragen. Gespielt wurde in der Hartwall Areena (13.349 Plätze) in Helsinki sowie dem Globen in Stockholm mit 13.850 Plätzen.

Mit Schweden gewann erstmals seit 1986 (Russland) wieder die gastgebende Nation das Turnier. Dessen Finalgegner Schweiz gewann erstmals seit 60 Jahren (1953) wieder eine Medaille bei einem Weltmeisterschaftsturnier.

Vergabe Für die Austragung der Weltmeisterschaft des Jahres 2013 bewarben sich zunächst fünf Nationen – Schweden, Belarus, Ungarn, Tschechien und Lettland. Letzteres hatte vor der Abstimmung seine Kandidatur zurückgezogen und unterstützte die schwedische Bewerbung. Bewerber Stimmen Anteil (in %) 70 73 15 16 8 8 3 3 – –

Mit 73 % der Stimmen wurde die Weltmeisterschaft an Schweden vergeben. Bei der IIHF-Jahrestagung 2009 gaben IIHF, Finnland und Schweden bekannt, dass die beiden Länder die Turniere der Jahre 2012, die an Finnland vergeben wurden, und 2013 jeweils gemeinsam veranstalten werden.

Die Spielorte sind die Hauptstädte Helsinki und Stockholm. Helsinki hat bereits sechs WM-Turniere veranstaltet. Stockholm war bereits neunmal Austragungsort der Welttitelkämpfe. Ursprünglich waren für eine rein schwedische Veranstaltung die Austragungsorte Stockholm, mit dem Globen (13.850 Zuschauer), und Malmö mit der 2008 fertiggestellten, multifunktionalen Malmö Arena (12.500 Zuschauer) geplant.

Teilnehmer Am Turnier nahmen die besten 14 Mannschaften der Vorjahres-Weltmeisterschaft sowie die beiden Erstplatzierten des Turniers der Division IA des Vorjahres teil:

14 aus Europa Belarus Dänemark Deutschland Finnland(Gastgeber) Frankreich Lettland Norwegen Österreich(Aufsteiger aus der Division IA) Russland(Titelverteidiger) Schweden(Gastgeber) Schweiz Slowakei Slowenien(Aufsteiger aus der Division IA) Tschechien 2 aus Nordamerika Kanada USA

Gruppeneinteilung mini|hochkant|Icy – das Maskottchen der WM 2013 Die Gruppeneinteilung der Vorrunde wurde auf Basis der nach Abschluss der Weltmeisterschaft 2012 aktuellen IIHF-Weltrangliste festgelegt. Lediglich eine Veränderung gibt es: Russland und Tschechien tauschten ihre Startplätze in verschiedenen Gruppen, um Ansetzungen zu optimieren.

Gruppe S (Stockholm) Gruppe H (Helsinki) Tschechien (3) Russland (1) Schweden (4) Finnland (2) Kanada (5) Slowakei (6) Norwegen (8) USA (7) Schweiz (9) Deutschland (10) Dänemark (12) Lettland (11) Belarus (13) Frankreich (14) Slowenien (18) Österreich (15) * In Klammern ist der jeweilige Weltranglistenplatz angegeben.

Modus Das 17-tägige Weltmeisterschaftsturnier wurde in zwei Phasen – Vorrunde und Finalrunde – gegliedert.

Die 16 Teams spielten nach ihrer Weltranglistenplatzierung zunächst in zwei Gruppen à acht Teams eine Vorrunde (Preliminary Round). Dabei wurden für einen Sieg nach regulärer Spielzeit von 60 Minuten drei, für einen Sieg in der maximal fünfminütigen Verlängerung oder im Penaltyschießen zwei und für eine Niederlage in der Verlängerung oder im Penaltyschießen ein Punkt vergeben. Bei Punktgleichheit zwischen zwei Teams entschied der direkte Vergleich. Wären mehr als zwei Mannschaften punktgleich gewesen, hätten folgende Kriterien entschieden: Anzahl Punkte aus den Spielen der punktgleichen Mannschaften gegeneinander, bessere Tordifferenz aus den Spielen gegeneinander, Anzahl Tore aus den Spielen gegeneinander Punkte, Tordifferenz und Tore gegen die nächstbessere, nicht punktgleiche Mannschaft (wenn möglich), Ergebnisse gegen die übernächstbessere, nicht punktgleiche Mannschaft (wenn möglich), Platzierung in der IIHF-Weltrangliste des Jahres 2012. Wären nach einem dieser Kriterien nur noch zwei Mannschaften punktgleich gewesen, hätte wieder der direkte Vergleich entschieden.

Die vier besten Mannschaften jeder Vorrundengruppe qualifizierten sich für das Viertelfinale und spielten im K.-o.-System mit folgendem Halbfinale und Finale die Medaillengewinner aus (Playoff Round). Die Nationen auf dem letzten Rang der jeweiligen Gruppe stiegen in die Division IA ab. Da Belarus als Gastgeber für die WM 2014 gesetzt war, wäre bei einem sportlichen Abstieg Belarus’ die vorletzte Nation der beiden Gruppen mit der schlechteren Bilanz abgestiegen.

Austragungsorte Helsinki, Finnland Stockholm, Schweden Hartwall AreenaKapazität: 13.665 GlobenKapazität: 14.119 x150px|Hartwall Areena x150px|Globen

Vorrunde Die Vorrunde der Weltmeisterschaft startete am 3. Mai in Helsinki mit der Partie zwischen Frankreich und der Slowakei. Am Eröffnungstag folgten noch drei weitere Spiele. Beendet wurde die Vorrunde am 14. Mai mit der Begegnung zwischen Dänemark und Gastgeber Schweden in Stockholm. Am Schlusstag der Vorrunde wurden insgesamt sechs Partien ausgetragen. Dazwischen wurden an jedem Turniertag vier oder sechs Partien ausgetragen.

Gruppe S

Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. 7 6 1 0 0 29:10 20 2. 7 5 1 1 0 25:10 18 3. 7 5 0 0 2 17:11 15 4. 7 3 1 0 3 19:12 11 5. 7 3 0 0 4 12:26 9 6. 7 1 1 1 4 13:20 6 7. 7 1 0 0 6 10:21 3 8. 7 0 0 2 5 12:27 2 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen: ,

Gruppe H

Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. 7 4 2 0 1 23:14 16 2. 7 5 0 0 2 29:14 15 3. 7 5 0 0 2 24:16 15 4. 7 3 0 1 3 18:17 10 5. 7 2 1 1 3 13:16 9 6. 7 2 0 1 4 14:25 7 7. 7 2 0 1 4 13:21 7 8. 7 1 1 0 5 18:29 5 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen: ,

Finalrunde Die Finalrunde begann nach Abschluss der Vorrunde am 16. Mai 2013, so dass alle Teams mindestens einen Ruhetag hatten. Zwei der Viertelfinalpartien wurden in Helsinki, die anderen beiden in Stockholm ausgetragen. Die Partien fanden innerhalb der Vorrundengruppen statt, so dass es auch in diesem Jahr keinen Kreuzvergleich gab. Ab dem Halbfinale am 18. Mai fanden sämtliche Begegnungen in Stockholm statt. Das Finale sowie das Spiel um Bronze waren auf den 19. Mai terminiert.

Viertelfinale

Halbfinale

Spiel um Platz 3

Finale

Statistik Beste Scorer Abkürzungen: Sp = Spiele, T = Tore, V = Assists, Pkt = Punkte, +/− = Plus/Minus, SM = Strafminuten; Fett: Turnierbestwert Spieler Mannschaft Sp T V Pkt +/− SM Petri Kontiola 10 8 8 16 +6 8 Paul Stastny 10 7 8 15 +7 6 Craig Smith 10 4 10 14 +5 18 Ilja Kowaltschuk 8 8 5 13 +5 29 Steven Stamkos 8 7 5 12 +5 4 Juhamatti Aaltonen 10 4 7 11 +3 4 Alexander Radulow 8 5 5 10 +4 4 Loui Eriksson 10 5 5 10 +4 0 Henrik Sedin 4 4 5 9 +4 2 Roman Josi 10 4 5 9 +2 4

Beste Torhüter Abkürzungen: Sp = Spiele, Min = Eiszeit (in Minuten), SaT = Schüsse aufs Tor, GT = Gegentore, SO = Shutouts, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GTS = Gegentorschnitt; Fett: TurnierbestwertEnthalten sind nur Torhüter, die mindestens 40 % der Eiszeit je Team erhielten, vorsortiert nach Fangquote.stats.iihf.com, Top Division - Goalkeeper Statistics (PDF; 574 kB)