Die 78. Eishockey-Weltmeisterschaften der Herren der Internationalen Eishockey-Föderation IIHF waren die Eishockey-Weltmeisterschaften des Jahres 2014. Insgesamt nahmen zwischen dem 5. April und dem 25. Mai 2014 46 Nationalmannschaften an den sechs Turnieren der Top-Division sowie der Divisionen I bis III teil.

Das Turnier der Top-Division mit 16 Nationalmannschaften fand vom 9. bis 25. Mai 2014 in der belarussischen Hauptstadt Minsk statt und wurde von Russland gewonnen. Die weiteren Turniere fanden im April in Goyang, Vilnius, Belgrad, Jaca und Kockelscheuer statt.

+ Übersicht Herren-Weltmeisterschaften Turnier Ort Datum Teil-nehmer Zuschauerinsgesamt Spiele ø Top-Division Minsk 9. Mai 2014 – 25. Mai 2014 16 643.434 64 10.053 Division I A Goyang 20. April 2014 – 26. April 2014 6 31.822 15 2.121 Division I B Vilnius 20. April 2014 – 26. April 2014 6 41.224 15 2.748 Division II A Belgrad 9. April 2014 – 15. April 2014 6 7.915 15 527 Division II B Jaca 5. April 2014 – 11. April 2014 6 13.679 15 912 Division III Kockelscheuer 6. April 2014 – 12. April 2014 6 6.050 15 403

Teilnehmer, Austragungsorte und -zeiträume Top-Division: 9. bis 25. Mai 2014 in Minsk, Belarus Teilnehmer: , , , , , (Aufsteiger), , (Aufsteiger), , , , (Titelverteidiger), , , ,

Division I Gruppe A: 20. bis 26. April 2014 in Goyang, Südkorea Teilnehmer: , (Absteiger), (Absteiger), , (Aufsteiger), Gruppe B: 20. bis 26. April 2014 in Vilnius, Litauen Teilnehmer: (Absteiger), (Aufsteiger), , , ,

Division II Gruppe A: 9. bis 15. April 2014 in Belgrad, Serbien Teilnehmer: , , (Absteiger), , (Aufsteiger), Gruppe B: 5. bis 11. April 2014 in Jaca, Spanien Teilnehmer: , , , (Absteiger), (Aufsteiger),

Division III: 6. bis 12. April 2014 in Kockelscheuer, Luxemburg Teilnehmer: (Absteiger), , (erste Teilnahme seit 1987), , ,

Die letztjährigen Division-III-Teilnehmer und sowie die als Teilnehmer am Qualifikationsturnier zur Division III meldeten keine Mannschaft für die diesjährige Weltmeisterschaft.

Modus In der Top-Division qualifizieren sich die vier besten Mannschaften jeder Gruppe direkt für das Viertelfinale. Die Gesamtanzahl der Spiele beträgt 64 Partien.

In den Divisionen I und II werden die jeweils zwölf Mannschaften qualitativ in je zwei Gruppen zu sechs Teams aufgeteilt. Dies geschieht auf Grundlage der Abschlussplatzierungen der Weltmeisterschaften des Jahres 2013. Die Division III wird in einer Gruppe mit fünf Mannschaften spielen.

Aus der Top-Division steigen die beiden Letzten der zwei Vorrundengruppen in die Division I A ab. Aus selbiger steigen die beiden Erstplatzierten zum nächsten Jahr in die Top-Division auf, während der Sechstplatzierte in die Division I B absteigt. Im Gegenzug steigt der Gewinner der Division I B in die Division I A auf. Aus der Division I B steigt ebenfalls der Letzte in die Division II A ab. Die Aufstiegsregelung der Division I B mit einem Auf- und Absteiger gilt genauso für die Divisionen II A und II B.

Top-Division WM 2014 der Herren Anzahl Nationen 16 Weltmeister Silber Bronze Absteiger   Austragungsort Minsk, Belarus Eröffnung 9. Mai 2014 Endspiel 25. Mai 2014 Zuschauer 643.434 (10.053 pro Spiel) Tore 352 (5,50 pro Spiel)  Bester Torhüter Sergei Bobrowski Bester Verteidiger Seth Jones Bester Stürmer Wiktor Tichonow MVP Pekka Rinne Topscorer Wiktor Tichonow (16 Punkte)

Die Weltmeisterschaft der Top-Division wurde vom 9. bis zum 25. Mai 2014 in der belarussischen Hauptstadt Minsk ausgetragen. Gespielt wurde in der Minsk-Arena (15.000 Plätze) sowie der Tschyschouka-Arena mit 9.614 Plätzen.

Vergabe Die Bewerbung Belarus’ setzte sich auf dem Jahreskongress des Eishockey-Weltverbandes IIHF am 8. Mai 2009 im schweizerischen Bern mit 75 Stimmen gegen die von Ungarn (24 Stimmen), Lettland (3) und der Ukraine (3) durch. Bewerber Stimmen Anteil (in %) 75 71 24 23 3 3 3 3 Belarus hatte sich erfolglos für die Ausrichtung der Weltmeisterschaften 2010 und 2013 beworben. Das Land richtete 2014 erstmals eine Weltmeisterschaft aus, die Spiele fanden in zwei Arenen in der Hauptstadt Minsk statt. Die Hauptspielstätte war die Minsk-Arena, die im Dezember 2009 mit 15.000 Plätzen eröffnet wurde. Die zweite Arena war die Tschyschouka-Arena, deren Bau im Juni 2009 begonnen hatte und die Platz für 9.614 Zuschauer bietet.

Ungarn bewarb sich bereits zum vierten Mal in Folge um die Weltmeisterschafts-Ausrichtung. Die Austragungsorte sollten die Papp László Budapest Sportaréna in der Hauptstadt Budapest mit 12.500 Plätzen sowie die Alba Arena in Székesfehérvár mit 7.500 Plätzen sein.

Nach der Ausrichtung im Jahr 2006 bewarb sich Lettland wieder um eine Weltmeisterschaft. Beide Austragungsorte hätten sich in der Hauptstadt Riga befunden: die Arena Riga (10.300 Plätze) und eine neu zu errichtende Arena mit 9.614 Plätzen, die im Jahr 2011 fertiggestellt werden sollte.

Erstmals um eine WM-Ausrichtung bewarb sich die Ukraine. Auch hier sollten alle Spiele in der Hauptstadt Kiew stattfinden, zum einen in einer Arena mit 12.000 Plätzen, die bis 2012 errichtet werden sollte, zum anderen im Sportpalast Kiew mit 5.500 Plätzen, der 2009 eröffnet wurde.

Die Vergabe der Weltmeisterschaft nach Belarus wurde zeitweise kontrovers diskutiert, insbesondere nachdem im Dezember 2010 viele belarussische Oppositionelle verhaftet worden waren. Unter anderem wandten sich mehrere Mitglieder des Europäischen Parlaments an die Internationale Eishockey-Föderation IIHF und forderten den Verband auf, die Vergabe der WM zurückzuziehen, solange es in Belarus politische Gefangene gibt. Nach der Hinrichtung zweier wegen des Terroranschlags auf die Minsker U-Bahn Verurteilter im März 2012 flammte die Debatte über eine mögliche Verlegung der Weltmeisterschaft erneut auf. Mehrere deutsche Politiker, unter anderem die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag Dagmar Freitag, erklärten im April 2012 ihre Unterstützung für das Vorhaben, die Welttitelkämpfe in ein anderes Land zu vergeben. Demgegenüber erklärte die IIHF, es bleibe bei der Entscheidung, die Weltmeisterschaft in Belarus auszutragen. Da es beim Verbandskongress der IIHF in Helsinki im Mai 2012 keine Diskussion und keine Abstimmung über eine Verlegung des Turniers gab, fand das Turnier wie geplant in Belarus statt.

Teilnehmer Am Turnier nahmen die besten 14 Mannschaften der Vorjahres-Weltmeisterschaft sowie die beiden Erstplatzierten des Turniers der Division IA des Vorjahres teil: 1 aus Asien Kasachstan(Aufsteiger aus der Division IA) 13 aus Europa Belarus(Gastgeber) Dänemark Deutschland Finnland Frankreich Italien(Aufsteiger aus der Division IA) Lettland Norwegen Russland Schweden(Titelverteidiger) Schweiz Slowakei Tschechien 2 aus Nordamerika Kanada USA

Gruppeneinteilung mini|hochkant|Volat – das Maskottchen der WM 2014 Die Gruppeneinteilung der Vorrunde wurde auf Basis der nach Abschluss der Weltmeisterschaft 2013 aktuellen IIHF-Weltrangliste festgelegt. Gruppe A Gruppe B Schweden (1) Finnland (2) Tschechien (4) Russland (3) Kanada (5) USA (6) Slowakei (8) Schweiz (7) Norwegen (9) Deutschland (10) Dänemark (12) Lettland (11) Frankreich (13) Belarus (14) Italien (18) Kasachstan (16) * In Klammern ist der jeweilige Weltranglistenplatz angegeben.

Modus Das 17-tägige Weltmeisterschaftsturnier wird in zwei Phasen – Vorrunde und Finalrunde – gegliedert.

Die 16 Teams spielen nach ihrer Weltranglistenplatzierung zunächst in zwei Gruppen à acht Teams eine Vorrunde (Preliminary Round). Dabei werden für einen Sieg nach regulärer Spielzeit von 60 Minuten drei, für einen Sieg in der maximal fünfminütigen Verlängerung oder im Penaltyschießen zwei und für eine Niederlage in der Verlängerung oder im Penaltyschießen ein Punkt vergeben. Bei Punktgleichheit zwischen zwei Teams entscheidet der direkte Vergleich. Sind mehr als zwei Mannschaften punktgleich, entscheiden folgende Kriterien: Anzahl Punkte aus den Spielen der punktgleichen Mannschaften gegeneinander, bessere Tordifferenz aus den Spielen gegeneinander, Anzahl Tore aus den Spielen gegeneinander Punkte, Tordifferenz und Tore gegen die nächstbessere, nicht punktgleiche Mannschaft (wenn möglich), Ergebnisse gegen die übernächstbessere, nicht punktgleiche Mannschaft (wenn möglich), Platzierung in der IIHF-Weltrangliste des Jahres 2013. Sind nach einem dieser Kriterien nur noch zwei Mannschaften punktgleich, entscheidet wieder der direkte Vergleich.

Die vier besten Mannschaften jeder Vorrundengruppe qualifizieren sich für das Viertelfinale und spielten im K.-o.-System mit folgendem Halbfinale und Finale die Medaillengewinner aus (Playoff Round). Die Nationen auf dem letzten Rang der jeweiligen Gruppe steigen in die Division IA ab. Da Tschechien als Gastgeber für die WM 2015 gesetzt ist, würde bei einem sportlichen Abstieg Tschechiens die vorletzte Nation der beiden Gruppen mit der schlechteren Bilanz absteigen.

Austragungsorte Minsk Minsk-ArenaKapazität: 15.000 Tschyschouka-ArenaKapazität: 9.614 x150px|Minsk-Arena x150px|Tschyschouka-Arena

Vorrunde Die Vorrunde der Weltmeisterschaft startete am 9. Mai parallel mit zwei Partien zwischen Frankreich und Olympiasieger Kanada in der Gruppe A sowie Vize-Weltmeister Schweiz und Russland in der Gruppe B. Am Eröffnungstag folgten noch zwei weitere Spiele. Beendet wurde die Vorrunde am 20. Mai mit den Begegnungen zwischen Russland und Gastgeber Belarus sowie Tschechien und Frankreich. Am Schlusstag der Vorrunde wurden insgesamt sechs Partien ausgetragen. Dazwischen wurden an jedem Turniertag vier oder sechs Partien ausgetragen.

Gruppe A

Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. 7 5 1 1 0 28:13 18 2. 7 5 1 1 0 21:10 18 3. 7 2 2 2 1 20:18 12 4. 7 2 2 1 2 25:20 11 5. 7 3 0 1 3 20:21 10 6. 7 2 0 1 4 16:19 7 7. 7 1 1 0 5 17:27 5 8. 7 1 0 0 6 6:25 3 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen: ,

Gruppe B

Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. 7 7 0 0 0 31:7 21 2. 7 4 1 0 2 27:23 14 3. 7 4 0 0 3 18:17 12 4. 7 3 1 0 3 18:15 11 5. 7 3 0 1 3 19:21 10 6. 7 3 0 0 4 20:24 9 7. 7 1 1 0 5 13:23 5 8. 7 0 0 2 5 16:32 2 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen: ,

Finalrunde Die Finalrunde begann nach Abschluss der Vorrunde am 22. Mai 2014, so dass alle Teams mindestens einen Ruhetag hatten. Zwei der Viertelfinalpartien wurden in der Minsk-Arena, die anderen beiden in der Tschyschouka-Arena ausgetragen. Die Partien fanden im Gegensatz zum Vorjahr im Kreuzvergleich der beiden Vorrundengruppen statt. Ab dem Halbfinale am 24. Mai wurden sämtliche Begegnungen in der Minsk-Arena abgehalten. Das Finale sowie das Spiel um Bronze waren auf den 25. Mai terminiert.

Viertelfinale

Halbfinale

Spiel um Platz 3

Finale

Statistik Beste Scorer Abkürzungen: Sp = Spiele, T = Tore, V = Assists, Pkt = Punkte, +/− = Plus/Minus, SM = Strafminuten; Fett: Turnierbestwert Spieler Mannschaft Sp T V Pkt +/− SM Wiktor Tichonow 10 8 8 16 +10 10 Danis Saripow 10 3 10 13 +7 6 Sergei Plotnikow 10 6 6 12 +7 12 Jori Lehterä 10 3 9 12 +4 10 Antoine Roussel 8 6 5 11 +6 16 Joakim Lindström 9 5 6 11 +4 4 Michel Miklík 7 4 7 11 +5 0 Alexander Owetschkin 9 4 7 11 +6 8 Seth Jones 8 2 9 11 +8 6 Johnny Gaudreau 8 2 8 10 +4 2

Beste Torhüter Abkürzungen: Sp = Spiele, Min = Eiszeit (in Minuten), GT = Gegentore, SO = Shutouts, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GTS = Gegentorschnitt; Fett: Turnierbestwert Spieler Mannschaft Sp Min GT SO Sv% GTS Sergei Bobrowski 8 480:00 9 2 95,03 1,13 Steffen Søberg 3 175:45 6 0 94,83 2,05 Kevin Lalande 5 240:37 5 0 93,75 1,25 Anders Nilsson 9 545:11 14 2 93,75 1,54 Ben Scrivens 4 241:07 7 0 93,75 1,74

Abschlussplatzierungen Die Platzierungen ergaben sich nach folgenden Kriterien: