mini|hochkant=1.2|Maria Dąbrowska (links), 1955 in Eisenach
Maria Dąbrowska [], geborene Szumska (* 6. Oktober 1889 in Russów bei Kalisz, Russisches Kaiserreich; † 19. Mai 1965 in Warschau), war eine polnische Schriftstellerin.Maria Dąbrowska – Życie i twórczość | Artysta | Culture.pl
Leben Maria Dąbrowska stammte aus dem verarmten polnischen Landadel und war mit dem politischen Aktivisten Marian Dąbrowski verheiratet. Zugleich literarisch wie politisch interessiert, setzte sie sich für Menschen ein, die von den Zeitumständen und der Armut auf dem Lande in negativer Weise betroffen waren.
Sie studierte Naturwissenschaften, Soziologie und Philosophie in Lausanne und Brüssel und wohnte seit 1917 in Warschau. Zeitweilig arbeitete sie im polnischen Ministerium für Landwirtschaft, trat aber auch mit naturwissenschaftlich exakten Zeitungsreportagen an die Öffentlichkeit. Sie war zudem künstlerisch begabt und malte Landschaften und Stillleben. Ab 1927 wandte sie sich immer wieder literarisch gegen Menschenrechtsverletzungen in Polen. Während der deutschen Besetzung Polens blieb sie in Warschau und unterstützte das Kulturleben des polnischen Untergrunds.
In ihren Romanen, Theaterstücken und Zeitungsartikeln analysierte sie die psychischen Folgen des Weltgeschehens für die einfachen Menschen. In Nächte und Tage schildert sie das Absinken des Landadels ins Bürgertum.
Ihre Bücher wurden vor allem in der DDR herausgegeben.In Sinn und Form, der von der Deutschen Akademie der Künste herausgegebenen maßgeblichen Literaturzeitschrift der DDR, erschien in Heft 5/1955 die Erzählung Pfarrer Filip aus dem Band Znaki życia, übersetzt von Eberhard Dieckmann. Ihr Name wurde dort "Maria Dombrowska" geschrieben und ihr Geburtsjahr irrtümlich mit 1892 angegeben.
1955 wurde sie mit dem Polnischen Staatspreis I. Klasse ausgezeichnet.Biographische Notiz in Sinn und Form 5/1955
Zitat „Die Polen neigen als Nation zu einer Ethik, die unter außergewöhnlichen, pathetischen Umständen das Opfer des Lebens und der Habe fordert. Es fehlt ihnen aber fast völlig die soziale, normale Ethik der Forderungen und Verpflichtungen, die von der jahrhundertealten Tradition des Westens gepflegt wurde und zu einem glücklichen, weil redlichen Leben im Alltag führt.“ Maria Dąbrowska: Tagebücher 1914-1965. Aus dem Polnischen von Klaus Staemmler. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1989, S. 268–269.
Werke mini|Powązki-Friedhof Dzieci ojczyzny (Kinder des Vaterlands), 1918 Gałąź czereśni (Kirschzweig), 1922 Uśmiech dzieciństwa (Lächeln der Kindheit), 1923 Ludzie stamtąd (Die Leute von drüben), 1926 deutschsprachige Ausgabe: Die Landlosen. Übersetzt von Paul Breitenkamp. Propyläen Verlag, Berlin 1937. Noce i dnie (Nächte und Tage), 1932–1934 Znaki życia (Lebenszeichen), 1938 Gwiazda zaranna (Der Morgenstern), 1955 Tagebücher (Dziennik): 1914–1965. Frankfurt am Main, 1989, ISBN 3-518-40206-4 Der dritte Herbst. Autorisierte Übertragung aus dem Polnischen und Nachwort von Eberhard Dieckmann. Rütten & Loening, Berlin 1961. Daraus fünf ausgewählte Erzählungen: Nacht über der Erde. Erzählungen (= Roman für alle; Band 232). Aus dem Polnischen übertragen von Erhardt Dieckmann. Verlag der Nation, Berlin 1978.
Verfilmungen 1975: Nächte und Tage (Noce i dnie)
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Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Polnisch) Kategorie:Drama Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Journalist (Polen) Kategorie:Träger des Goldenen Lorbeers der Polnischen Akademie für Literatur Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1889 Kategorie:Gestorben 1965 Kategorie:Frau