mini|Rheintal bei Bregenz mini|Hinterer Bregenzerwald

Vorarlberg ist ein Bundesland im Westen der Republik Österreich. Auch Ländle genannt, ist es das westlichste und flächen- sowie bevölkerungsmäßig zweitkleinste Bundesland Österreichs. Die Landeshauptstadt ist Bregenz.

In Vorarlberg werden im Alltag überwiegend hoch- und höchstalemannische Dialekte gesprochen (Vorarlbergerisch), welche, abgesehen von kleineren Sprachinseln in Tirol, im restlichen Österreich nicht vorkommen. Geografisch gesehen liegt das Land weitgehend im Einzugsgebiet des Rheins,Das Einzugsgebiet von Mosel und Saar in der Flussgebietseinheit Rhein auf iksms-cipms.org (Internationale Kommissionen zum Schutz der Mosel und der Saar), abgerufen am 21. Oktober 2020. während das Gebiet um Lech sowie das übrige Territorium Österreichs mit kleinen Ausnahmen in die Donau entwässert wird.transboundarywaters (offline) Historisch war Vorarlberg der östlichste Teil Vorderösterreichs, wobei heute Vorarlberg der westlichste Teil Westösterreichs ist.

Der Name Vorarlberg (in Österreich normalerweise auf der zweiten Silbe betont: [], in Deutschland bisweilen auch auf der ersten: [])Vorarlberg in der Deutschen Aussprachedatenbank (DAD) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Abgerufen am 4. Januar 2023. leitet sich vom verkehrstechnisch ehemals wichtigen Arlbergpass ab. Aus Sicht des alten Reiches und der Stammburg der Habsburger im Kanton Aargau liegt das Gebiet „vor“ dem Arlberg. Der Name Vorarlberg wird seit Mitte des 18. Jahrhunderts für die zu einem Land zusammengewachsenen ehemaligen habsburgischen Besitzungen zwischen Alpenrhein und Arlberg verwendet.Landesname, Website der Vorarlberger Landesregierung, abgerufen am 7. Juli 2010.

Geographie Die Fläche Vorarlbergs wird im Allgemeinen mit  km² angegeben. Ohne die Fläche des Hohen Sees des Bodensees, der nach der in Österreich und Deutschland vorherrschenden Kondominiumstheorie völkerrechtlich von allen Anrainerstaaten gemeinsam verwaltet wird, beträgt die Landesfläche allerdings nur 2.596 km².

Das Land liegt zwischen dem Bodensee und dem Alpenrhein im Westen, den Lechtaler Alpen, dem Arlberg und der Verwallgruppe im Osten, den Gebirgszügen des Rätikons und der Silvretta im Süden und dem Allgäu im Norden. Die Gebirge nördlich des Klostertals und des Arlbergs werden zu den Nördlichen Kalkalpen gezählt.

Tektonik Das Land liegt im Einflussbereich mehrerer Bruchzonen, die von der Drift der afrikanischen unter die eurasische Kontinentalplatte verursacht werden. Dadurch kommt es immer wieder zu spürbaren Erdbeben, sowohl mit Epizentren in Vorarlberg als auch vom Ausland her einstrahlend, vor allem aus der Schweiz. Solche Zonen liegen unter dem Rhein- und Klostertal, im Bereich des Spullersees sowie dicht unter der Erdoberfläche bei Lech und setzen sich in der Inntal-Scherzone nach Osten in Tirol fort. Im Durchschnitt aller etwa 30 Jahre gibt es in Vorarlberg ein kräftiges Beben, das zu leichten Gebäudeschäden führt. 1965 gab es ein Beben der Magnitude 4 bei Dalaas, 1992 eins mit Magnitude 4,3 (EMS 6 bis 7 = leichte bis mittlere Gebäudeschäden) mit Epizentrum bei Feldkirch und 1996 zwei ähnlich starke Beben unter Lech sowie 2016 eins mit M = 3,6 unter Klösterle. Erneut stark spürbares Erdbeben in Vorarlberg. Ein Beben mit M = 3,3 am 20. März 1998 mit einem Epizentrum bei Bludesch wurde aufgrund der geringen Herdtiefe als starkes Beben (EMS = 5) wahrgenommen und lag noch unter der Schadensgrenze. Zuletzt erschütterten Anfang 2018 zwei bis nach Innsbruck und Basel wahrgenommene Beben mit einer Magnitude von jeweils 3,9, ausgehend von der Störung am Spullersee, Vorarlberg. Das Land ist in einer für Österreich gültigen Skala von 0 bis 4 zu etwa zwei Drittel in die Erdbebengefährdungszone 1 eingestuft, das westlich einer Linie Brandner Tal – Bludenz – Reuthe – Pfänder gelegene Drittel zählt zur Zone 2 („vereinzelt größere Gebäudeschäden“ möglich).

Talschaften Das gebirgige Vorarlberg wird geographisch vor allem durch die Täler und deren Flüsse strukturiert: Das Vorarlberger Rheintal (Alpenrhein) und der Walgau (Ill) sind die bevölkerungsreichsten Gebiete. Weitere bewohnte Täler und deren Flüsse sind: das Montafon (Ill) das Silbertal (Litz) das Gargellental das Klostertal (Alfenz) das Brandnertal (Alvier) das Große Walsertal (Lutz) das Laternsertal (Frutz) das Ebniter Tal (Dornbirner Ach) das Leiblachtal (Leiblach) der Bregenzerwald (Bregenzer Ach) das Kleinwalsertal (Breitach) das Hochtannberggebiet oder Lechtal (Lech) in der Arlberg-Region Siehe auch:

Liste der Täler in Vorarlberg: Bewohnte und unbewohnte Täler Liste der Schluchten in Vorarlberg: Klammen, Schluchten und felsige Durchbrüche, oft am Ende von Seitentälern

Klima Vorarlberg ist ein niederschlagsreiches Land. Die durchschnittliche Jahresniederschlagshöhe beträgt hier rund 1900 mm und ist somit etwa dreimal so hoch wie im Burgenland. Regional gibt es noch deutliche Schwankungen: In Bregenz beträgt der durchschnittliche Jahresniederschlag 1644 mm, im durch einige Gebirgsketten von der Nordwestanströmung geschützten Montafon weniger (Tschagguns: 1238 mm), am Bödele hingegen 2364 mmLandeswasserbauamt Bregenz: Vorarlberg ist ein wasserreiches Land und in den Gipfellagen von Bregenzerwald und Lechquellengebirge waren es im Beobachtungszeitraum 1961 bis 1990 2700 mm bis 3000 mm.https://vorarlberg.at/documents/302033/472499/Jahressumme+Niederschlag.pdf/61e695fd-79d6-d4f7-a8f6-7d436c3f3d18?t=1616158174917 Die Gebiete um Warth und im Weststau des Arlbergs gelten als „Schneelöcher“, Damüls als das „schneereichste Dorf der Welt“. Hochwasser ist in Vorarlberg das Naturereignis mit dem größten Schadenspotential.

Großraumgebiete Vorarlberg wird in mehrere Großräume eingeteilt, die meistens verkehrstechnisch oder -planerisch zusammenhängen. Den wichtigsten dieser Großräume bildet das von Bregenz bis Feldkirch verlaufende Vorarlberger Rheintal, welches mit knapp 250.000 Einwohnern das größte Ballungszentrum Vorarlbergs darstellt. Damit konzentrieren sich rund zwei Drittel der Vorarlberger Bevölkerung auf dieses Gebiet im äußersten Westen des Landes.

Die zweitgrößte Region ist der Walgau mit rund 48.000 Einwohnern. Weitere Regionen sind der Bregenzerwald, das Montafon, die Bodensee­region inklusive Leiblachtal sowie das Große Walsertal. Eine geografische Besonderheit bildet das Kleinwalsertal, das verkehrsmäßig von Österreich aus nicht erreichbar und nur über Bayern zugänglich ist. Dennoch gehört es als „funktionale Enklave“ zum Bezirk Bregenz.

Ein Teil des Vorarlberger Rheintals und ein kleiner Teil des Walgaus werden auch in der Landesgrünzone zusammengefasst.

Flüsse, Gewässer und Seen Flüsse und Gewässer In Vorarlberg gibt es 3.933 Fließgewässer mit einer Gesamtlänge von 4.117 Flusskilometern. Gewässer- und Feuchtgebiete nehmen rund 3 % der Landesfläche ein, welche folgendermaßen gewichtet ist: Feuchtgebiete 2 %, fließende Gewässer 30 %, Gewässerrandflächen 9 %, stehende Gewässer 59 %.

Als Hauptfluss Vorarlbergs gilt der Alpenrhein, der auf weiter Strecke die Staatsgrenze zur Schweiz bildet. Die Ill ist der zweitwichtigste Fluss und durchfließt das Montafon und den Walgau, bevor sie bei Meiningen in den Rhein fließt. Weitere wichtige Gewässer sind die Bregenzer und die Dornbirner Ach, da sie große Teile der Berge des Bregenzerwaldes entwässern. Aus dem Lechquellengebirge entspringt der Lech, der in nordöstlicher Richtung nach Tirol fließt und aus dem Kleinwalsertal fließt die Breitach zur Iller. Lech und Breitach entwässern somit zur Donau.

Seen Der größte See ist der Bodensee, an dem Vorarlberg mit einer Uferlänge von gut 11 % (28 km) beteiligt ist. Weitere bedeutsame Seen sind der Lünersee und der Kopsspeicher, allerdings sind beides Stauseen der illwerke vkw.

Gebirge Vorarlberg liegt in den Ostalpen. In Vorarlberg liegen ganz oder teilweise folgende Gebirge:

Das Bregenzerwaldgebirge zur Gänze, die Allgäuer Alpen mit den Untergruppen Pfänderstock, Sulzberg, Allgäuer Nagelfluh-Schichtkämme, Nordwestliche Walsertaler Berge und Südöstliche Walsertaler Berge teilweise, das Lechquellengebirge zur Gänze, die Lechtaler Alpen nur gering im Arlberggebiet, die westliche Hälfte des Verwall, der nordwestliche Teil der Silvretta, der nördliche Teils des Rätikon.

Das wohl bekannteste Gebirgsmassiv ist die Silvretta im Südosten des Landes. Hier befinden sich auch Vorarlbergs größte Gletscher. Ein weiterer bedeutender Gebirgszug ist der Rätikon, der sich im Südwesten des Landes an der Grenze zur Schweiz und Liechtenstein befindet.

Die Gebirge steigen von Nordwest nach Südost um fast 3000 m an.

Wichtige Berge mini|alt=Die Rote Wand (2704 m) im Lechquellengebirge in Vorarlberg, winterliche Aufnahme aus dem Hubschrauber, Cinedoku Vorarlberg Titelbild|Das Gebiet um die Rote Wand bildet die geographische Mitte Vorarlbergs. mini|Blick vom Vermuntgletscher in der Silvretta aus gut 3000 m Höhe nach Nordwesten auf die Vorarlberger Bergwelt Der höchste Berg Vorarlbergs ist der Piz Buin mit Höhe. Weitere bekannte Berge sind: die Zimba (Rätikon) die Schesaplana (höchster Berg des Rätikons) die Rote Wand (Lechquellengebirge) die Drei Türme (Montafon) die Drei Schwestern (bei Frastanz/Feldkirch) der Diedamskopf und die Kanisfluh im Bregenzerwald der Große Widderstein (höchster Berg des Kleinen Walsertals) der Karren in Dornbirn der Pfänder in Bregenz Der bekannte Hausberg der Landeshauptstadt, der Pfänder () im Nordwesten des Landes, erhebt sich zwar mehr als 650 m über den Bodensee, ist damit aber dennoch einer der niedrigsten Berge im Landesgebiet.

Pässe

Liste der Pässe und Sättel in Vorarlberg

Vorarlberg wird im Osten durch drei Pässe mit dem übrigen Österreich verbunden, die nicht oder nur bedingt ganzjährig befahrbar sind. Das sind der Arlberg, der Hochtannberg (verbindet eigentlich das Bregenzerachtal mit dem oberen Lechtal) und die Bielerhöhe in der Silvretta (zwischen dem Montafon und dem Paznaun­tal). Der Flexenpass stellt die Verbindung zwischen dem obersten Lechtal, dem Klostertal und dem Arlberg her.

Ein nicht ganzjährig befahrbarer Pass ist das Furkajoch, welches das Rheintal über das Laternsertal mit dem inneren Bregenzerwald (Damüls) verbindet. Zwei weitere wichtige innervorarlbergische Übergänge sind das Bödele (Losenpass, ) zwischen Dornbirn beziehungsweise dem Rheintal und dem Bregenzerwald sowie das Faschinajoch, über das eine Landesstraße vom Bregenzerwald ins Großwalsertal und weiter in den Walgau führt.

Von Hittisau führt eine Passstraße über den deutschen Grenzort Balderschwang nach Oberstdorf und Sonthofen im Allgäu, der Riedbergpass selbst liegt dabei auf deutschem Gebiet.

Natur In Vorarlberg gibt es eine Reihe an Schutzgebieten mit unterschiedlichen Ausprägungen. Solche Gebiete dienen üblicherweise dem Erhaltung und Sicherung von Schönheit, Eigenart und Vielfalt der Natur- und Kulturlandschaft. Die Voraussetzungen und Regelwerke für die Etablierung von Schutzgebieten sind entsprechend hoch. So kann sich eine zu schützende Region durch seine Ursprünglichkeit auszeichnen, schützenswerte Tier- und Pflanzenarten beziehungsweise seltene Mineralien oder Fossilien beherbergen. Auch „besondere landschaftliche Schönheit“ oder die Erholung der Bevölkerung können wichtige Kriterien sein. Eine (traditionelle) Land- und forstwirtschaftliche Nutzung wie zum Beispiel die extensive Bewirtschaftung von Streu- und Magerwiesen sind in manchen Schutzgebieten Voraussetzung für eine Auszeichnung.

Die Gebiete werden per Verordnung der Vorarlberger Landesregierung beschlossen und abhängig von Schutzzweck und Schutzinhalt als Naturschutzgebiet, Europaschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, geschützter Landschaftsteil, Ruhezone, Naturpark oder Biosphärenpark ausgewiesen.

In Vorarlberg gibt es folgende Schutzgebiete 39 Europaschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 24.132 ha (ca. 9,3 % der Landesfläche)