Pommersfelden (fränkisch: Bummerschfelln) ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg und zählt zur Metropolregion Nürnberg.

Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt am Rande des Naturparks Steigerwald. Die Reiche Ebrach durchfließt die Gemeinde in Nordwestrichtung.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Burgebrach, Frensdorf (beide Landkreis Bamberg), Höchstadt an der Aisch und Mühlhausen (beide Landkreis Erlangen-Höchstadt, Mittelfranken). Durch zwei Exklaven hat die Gemeinde außerdem eine gemeinsame Grenze mit der Gemeinde Adelsdorf (ebenfalls Landkreis Erlangen-Höchstadt).

Gemeindegliederung Es gibt elf Gemeindeteile (in Klammern sind der Siedlungstyp und die Einwohnerzahlen, Stand September 2021, angegeben):pommersfelden.de

Außerdem gibt es die Einöden Weichhaus und Ziegelhütte. Südöstlich des Gemeindegebiets liegen zwei dicht beieinanderliegende Exklaven am Limbacher Weiher und Steinersee innerhalb des Gemeindegebietes von Adelsdorf.

Es gibt die Gemarkungen Oberndorf, Pommersfelden, Sambach und Steppach. Die Gemarkung Pommersfelden hat eine Fläche von 10,723 km². Sie ist in 1420 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7551,44 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Limbach und Schloss Weißenstein.

mini|Pommersfelden, Luftaufnahme (2015)

Geschichte mini|Wappen der Familie Truchseß von Pommersfelden Bis zur Gemeindegründung Der Ort wurde 1297 als „Wumarsuelden“ erstmals urkundlich erwähnt. Benannt wurde der Ort nach dem Personennamen des Gründers Uuinimar, Wonamar. 1319/1320 wurde es erstmals „Pomersvelden“ genannt.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. S. 178. Pommersfelden war seit dem 14. Jahrhundert im Besitz der Truchsesse von Pommersfelden. 1349 stiftete Heinrich Truchseß die Kirche St. Maria und Johannes und erhielt das zugehörige Patronat. Der vormals zur Pfarrei Seußling gehörende Ort wurde zeitgleich kirchenrechtlich eigenständig.

Mit dem Tod von Friedrich Ernst Truchseß von Pommersfelden am 21. April 1710 starb dieses Adelsgeschlecht aus. In seinem Testament setzte Friedrich Ernst den Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn (Erzbischof von Mainz und Fürstbischof von Bamberg) als Universalerben ein.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Pommersfelden aus 81 Anwesen. Das Hochgericht übte die Schönborn’sche Herrschaft Pommersfelden aus. Sie hatte ggf. an das bambergische Centamt Bechhofen auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die Herrschaft Pommersfelden. Grundherren waren die Herrschaft Pommersfelden (Schloss, Mühle, Brauhaus, Schäferei, 3 Schenkstätten, 1 Badstube, 1 Schmiede, 2 Höfe, 1 Drittelhof, 2 Güter, 2 Gütlein, 32 Sölden, 20 Tropfhäuser, 8 Häuser) und die Pfarrei Pommersfelden (Pfarrhof, 1 Tropfhaus). Zwei Häuser und ein Hirtenhaus waren gemeindlich genutzte Gebäude.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach. S. 78.

Die Herrschaft der Grafen von Schönborn, die auch Mitglied im Fränkischen Ritterkreis waren, kam mit der Rheinbundakte 1806 zu Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Steuerdistrikt Pommersfelden gebildet, zu dem Limbach und Schloss Weißenstein gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Pommersfelden, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Höchstadt zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Höchstadt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand die ganze Gemeinde dem Patrimonialgericht Pommersfelden (bis 1848).H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach. S. 134. Ab 1862 gehörte Pommersfelden zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch, 1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt und weiterhin zum Rentamt Höchstadt, 1919 in Finanzamt Höchstadt umbenannt, 1929–1972: Finanzamt Forchheim, seit 1972: Finanzamt Bamberg. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Höchstadt, 1879 in Amtsgericht Höchstadt an der Aisch umbenannt, von 1959 bis 1973 war das Amtsgericht Forchheim zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Bamberg. Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 10,777 km².

Kreiszugehörigkeit Bis zum 30. Juni 1972 gehörte Pommersfelden zum aufgelösten Landkreis Höchstadt an der Aisch.

Eingemeindungen Die heutige Gemeinde Pommersfelden entstand im Rahmen der Gebietsreform in Bayern am 1. Mai 1978 aus den Gemeinden Oberndorf, Pommersfelden, Sambach und Steppach.

Verwaltungsgemeinschaft Pommersfelden gehörte von Mai 1978 bis Dezember 1979 zur Verwaltungsgemeinschaft Frensdorf.Entlassung durch Gesetz vom 10. August 1979 (GVBl S. 223) Diese Verwaltungsgemeinschaft mit den weiteren Mitgliedsgemeinden Frensdorf und Pettstadt wurde zum 1. Januar 2002 aufgelöst.Sechstes Gesetz zur Änderung der Gliederung von Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften vom 23. November 2001 (GVBl S. 738)

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum von 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 2270 auf 3063 um 793 Einwohner bzw. um 34,9 %. Gemeinde Pommersfelden Jahr 1819 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 Einwohner 669 760 783 730 723 724 725 733 722 690 650 624 605 650 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden sie als Wohngebäude bezeichnet. 135 126 128 131 Quelle Für die Gemeinde Pommersfelden inklusive der Einwohner von Limbach (S. 71). Jahr 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 1995 2005 2010 2017 Einwohner 633 650 654 614 981 943 658 608 2253 2561 2920 2946 2988 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden sie als Wohngebäude bezeichnet. 120 129 128 576 861 Quelle

Ort Pommersfelden Jahr 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2018 Einwohner 594 522 525 503 424 484 740 531 433 441 682 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden sie als Wohngebäude bezeichnet. 90 92 91 102 101 133 Quelle auf der Website pommersfelden.de

Religion Laut Zensus am 9. Mai 2011 sind 51,6 % der Einwohner römisch-katholisch und 37,3 % evangelisch-lutherisch. 11,1 % haben eine andere Religion oder sind konfessionslos.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat umfasst 16 (vormals 14) Mitglieder, die sich wie folgt auf die einzelnen Wählergemeinschaften verteilen: Wählergemeinschaft Sitze 2002–2008 Sitze 2008–2014 Sitze 2014–2020 Sitze 2020–2026 Wählerblock Sambach (WBS) 5 5 5 4 Freie Wählergemeinschaft Steppach (FWGS) 5 4 5 6 Bürgerblock Pommersfelden (BBP) 3 3 3 3 Einigkeit Limbach (EL) 1 1 1 2 Ortsgemeinschaft Oberndorf – Weiher (OGOW) nicht angetreten nicht angetreten nicht angetreten 1 Gemeinsame Bürgerliste – FDP (GBL – FDP) 0 1 0 nicht angetreten

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Gerd Dallner (FWGS), der bei einer Gegenkandidatin 76,41 % der Stimmen erhielt. Er ist der Nachfolger von Hans Beck vom Wählerblock Sambach, der seit 1996 amtierte und 2008 sowie 2014 mit jeweils 66 Prozent der Stimmen wiedergewählt wurde. Becks Vorgänger war von 1972 bis 1996 Erwin Ruhl.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist gelb-rot.

Wirtschaft Verkehr mini|Zug auf der Bahnstrecke Frensdorf–Schlüsselfeld Die Staatsstraße 2263 verläuft an Limbach vorbei zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 505 (2,8 km südlich) bzw. die Staatsstraße 2260 kreuzend nach Steppach (1,4 km nordwestlich) und weiter nach Unterneuses zur Bundesstraße 22 (7,5 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße BA 24 bei Wind (2,1 km nordöstlich), eine weitere verläuft südöstlich zur Staatsstraße 2254 (3,3 km südöstlich) zwischen Zentbechhofen im Nordosten und Höchstadt im Südwesten.

Durch das Gemeindegebiet führt die Bahnstrecke Frensdorf–Schlüsselfeld, auf der seit Einstellung des Personenverkehrs im Jahr 1977 nur noch Güter transportiert werden.

Freiwillige Feuerwehren In der Gemeinde Pommersfelden gibt es Freiwillige Feuerwehren in Oberndorf/Weiher, Pommersfelden/Limbach, Sambach und Steppach.

Brauereien Die Brauerei Hennemann in Sambach ist die einzige verbliebene Brauerei in der Gemeinde. Bis 1979 braute die Schlossbrauerei Dorn in Pommersfelden, bis 1975 die Brauerei Seubert in Steppach. Die Brauerei Hofmann Grüner Baum in Pommersfelden stellte 1985 den Braubetrieb ein.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke Im Süden der Ortschaft Pommersfelden steht – als eigener Gemeindeteil ausgewiesen – das von Lothar Franz von Schönborn 1711 bis 1716 erbaute Schloss Weißenstein, das sich im Familienbesitz befindet. Das Barockschloss beherbergt ein eindrucksvolles Treppenhaus, eine Gartensaalgrotte und eine sehenswerte Gemäldesammlung.

In der Ortsmitte von Pommersfelden befinden sich die Überreste eines ehemaligen Wasserschlosses und in Sambach steht ein Jesuitenschloss. Beide sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Kirchen stehen in den Ortschaften Limbach, Pommersfelden, Sambach und Steppach.

Parks Zum Schloss Weißenstein gehört ein englischer Landschaftspark aus dem 19. Jahrhundert.

Sonstiges Im Jahr 2013 nisteten und brüteten in Steppach Schwarzstörche in der Nähe eines ebenfalls besetzten Weißstorchhorstes. Dieser Umstand ist bemerkenswert, da die störungsempfindlichen Schwarzstörche für gewöhnlich menschliche Ansiedlungen meiden und in Wäldern brüten.

Söhne und Töchter der Gemeinde Joseph Dorn (* 12. August 1759 in Kratz-Sambach, dem heutigen Sambach; † 6. August 1841 in Bamberg), Maler, Restaurator und Galerieinspektor. Ab 1802 war er Inspektor an der Galerie von Schloss Weißenstein. Konrad Beyer (* 13. Juli 1834; † 17. März 1906 in Mainz), Schriftsteller und Dichter Pater Matthäus Rascher (* 12. November 1868 in Sambach; ermordet am 13. August 1904 in Baining/Papua-Neuguinea) war ein deutscher Missionar und Märtyrer der Katholischen Kirche Robert Sauer (* 16. September 1898; † 22. August 1970 in München), Mathematiker, Rektor der Technischen Hochschule München und Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Literatur

Hanns Hubert Hofmann: Pommersfelden. In: Karl Bosl (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 7: Bayern (= Kröners Taschenausgabe. Band 277). 3. Auflage. Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-27703-4, S. 591 f.

Georg Spath: Die letzten Truchsesse von Pommersfelden. Verlag Oscar Dennhardt, Höchstadt an der Aisch 1936.

Weblinks

(PDF; 1,2 MB)

Einzelnachweise

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