mini|Jennifer Connelly (2019) Jennifer Lynn Connelly (* 12. Dezember 1970 in Cairo, New York) ist eine US-amerikanische Schauspielerin. Sie war zunächst Kindermodel und begann ihre Kinokarriere 1984 mit dem Gangster-Epos Es war einmal in Amerika. Es folgten Filme wie Die Reise ins Labyrinth (1986) und Rocketeer (1991), bis sie sich in den späten 1990er Jahren als ernsthafte Schauspielerin etablierte. Sie hatte ihren Durchbruch als Marion Silver in Darren Aronofskys Drama Requiem for a Dream (2000) und gewann für die Rolle der Alicia Nash in Ron Howards Beautiful Mind (2001) den Golden Globe und den Oscar als beste Nebendarstellerin. Neben ihrer Kinokarriere war sie Aushängeschild für Kampagnen der Kosmetikunternehmen Revlon und Shiseido sowie des Pariser Modehauses Balenciaga.
Leben und Karriere Kindheit und Arbeit als Kindermodel Jennifer Connelly wurde am 12. Dezember 1970 als Tochter des Bekleidungsherstellers Gerard Connelly und der Antiquitätenhändlerin Ilene Connelly in den USA, in den Catskill Mountains im Bundesstaat New York geboren. Ihre Familie väterlicherseits ist irischer und norwegischer Herkunft. Die Ahnen ihrer Mutter waren russisch-polnische Juden. Sie wuchs auf im Brooklyner Stadtteil Brooklyn Heights, wo sie die kunstorientierte Privatschule Saint Ann’s besuchte. 1976 zog die Familie nach Woodstock. Vier Jahre später kehrten die Connellys nach Brooklyn zurück und Jennifer ging an ihre alte Schule zurück.
Ein Werbefachmann, der mit ihrem Vater befreundet war, schlug ihren Eltern vor, dass sie als Kindermodel arbeiten könne. Kurz danach trat sie der Modelagentur Ford Models bei. Sie sammelte ihre ersten beruflichen Erfahrungen bereits im Alter von zehn Jahren mit einigen Bildern in Modezeitschriften und dann Auftritten in Werbespots. In einem Interview der Tageszeitung The Guardian erklärte sie, dass sie nach einiger Zeit als Kindermodel keine Ambitionen hatte, Schauspielerin zu werden.
Frühe Karriere Ihren ersten Filmauftritt hatte Connelly 1984 in dem Film Es war einmal in Amerika. Der italienische Regisseur Sergio Leone gab ihr die Rolle der jungen, aufstrebenden Balletttänzerin und Schauspielerin Deborah Gelly, weil sie beim Vorsprechen die Ballettbewegungen für die Rolle imitierte. Sie beschrieb den Film als „einen unglaublich idyllischen Einstieg in die Schauspielerei“. Während der Dreharbeiten zu Es war einmal in Amerika sah man sie in der Folge Stranger in Town der britischen Serie Die unglaublichen Geschichten von Roald Dahl.
Bereits in ihrem zweiten Film Phenomena von 1985 erhielt sie die Hauptrolle der Jennifer Corvino, eines jungen Mädchens, das durch seine übersinnlichen Fähigkeiten versucht, einen Serienmörder zu jagen, der Schülerinnen eines Mädcheninternates tötete. Der wenig beachtete Film Ticket zum Himmel (TV-Titel Sieben Minuten im Himmel) erschien 1986.
Es folgte Jim Hensons Fantasyfilm Die Reise ins Labyrinth (1986), in dem sie als Teenager Sarah ihren kleinen Bruder Toby aus den Fängen des Koboldkönigs Jareth (gespielt von David Bowie) befreien muss. Obwohl der Film an den Kassen nicht erfolgreich war, bekam er eine große Fangemeinde. Im Dezember desselben Jahres spielte sie in phonetischem Japanisch die Pop-Lieder Monologue of Love und Message of Love für den japanischen Markt ein. 1988 war sie als junge Ballett-Studentin im italienischen Film Étoile und als College-Studentin in Some Girls zu sehen. Sie erschien mehrfach auf der Titelseite des US-amerikanischen Teenager-Magazins Seventeen.
Über ihre frühe Karriere sagte sie: „Bevor es mir bewusst wurde, wurde die Schauspielerei mein Lebensinhalt. Es war ein sonderbarer Weg zum Erwachsenwerden, gepaart mit meiner Persönlichkeit.“ Sie beschrieb sich, als würde sie sich während der Zeit ihrer Adoleszenz in etwa wie eine „laufende Puppe“ fühlen, ohne sich jemals über ihre Karriere Gedanken machen zu müssen.
Inzwischen machte sie ihren High-School-Abschluss und besuchte ein College. Von 1988 bis 1989 studierte sie Englisch an der Yale University. 1990 wechselte sie an die Stanford University, um dort Theaterwissenschaften zu studieren. Auf Vorschlag ihrer Eltern entschloss sie sich, ihr Studium aufzugeben, um ihre Kinokarriere zu verfolgen.
1990 spielte sie die erpresste Gloria Harper in Dennis Hoppers The Hot Spot – Spiel mit dem Feuer, der viel weniger Geld einspielte, als er gekostet hatte. Dort hatte sie ihre erste Nacktszene, von der sie sagte „Nacktheit war für mich hart und etwas, worüber ich nachgedacht habe, aber nicht in einem schäbigen Kontext“. Sie wurde anfangs von Garry Marshall für die Hauptrolle in seiner Liebeskomödie Pretty Woman vorgesehen. Er befand jedoch, dass sie zu jung dafür wäre, und gab Julia Roberts die Rolle. 1991 spielte sie in der Komödie Kevins Cousin allein im Supermarkt, die schlechte Kritiken bekam. Es folgte im selben Jahr Disneys Science-Fiction-Abenteuer Rocketeer – Der Raketenmann, in dem sie die Hauptrolle der aufstrebenden Schauspielerin Jenny übernahm, die von dem Spion Neville Sinclair gefangen genommen ist, während ihr Freund Cliff „Rocketeer“ (gespielt von Billy Campbell) versucht, sie zu retten. Die kostspielige Produktion wurde schließlich zum Flop. 1992 spielte sie an der Seite von Jason Priestley in dem Videoclip von Roy Orbison I Drove All Night.
Nach dem Misserfolg ihrer letzten Filme spielte Connelly in einer Reihe von kleineren Filmen wie das Drama Higher Learning – Die Rebellen im Jahr 1995, der Thriller Nach eigenen Regeln von 1996 und das Drama Far Harbor im selben Jahr. Sie etablierte sich in Filmen der späten 1990er Jahre als ernsthafte Schauspielerin. Im Drama Die Abbotts, deren Handlung in den 1950er Jahren spielt, ist sie als die älteste der drei Töchter des Millionärs Lloyd Abbott in der Kleinstadt Haley zu sehen. 1998 übernahm sie eine Nebenrolle in Alex Proyas Science-Fiction-Drama Dark City, in dem Rufus Sewell, William Hurt und Kiefer Sutherland mitspielten. 2000 erschien sie als die junge Geliebte des Malers Jackson Pollock, dessen Stilrichtung der Abstrakte Expressionismus ist, gespielt von Ed Harris, in der Biografie Pollock und als Catherine Miller in der Miniserie The $treet – Wer bietet mehr.
Durchbruch Connelly setzte ihre Karriere in den frühen 2000er Jahren erfolgreich mit Rollen in Waking the Dead, der Hubert-Selby-Verfilmung Requiem for a Dream, A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn und der Bestseller-Verfilmung Haus aus Sand und Nebel fort.
Obwohl Keith Gordon sie anfangs nicht für eine ernsthafte Schauspielerin hielt, besetzte er sie in seinem Drama Waking the Dead, nachdem er auf Empfehlung ihrer Managerin ihre Arbeit in Far Harbor von 1996 gesehen hatte. Sie trat als die Sozialaktivistin Sarah Williams auf, die in einem Auto mit zwei chilenischen Exilpolitikern in Minneapolis stirbt, als auf die Gruppe ein Attentat verübt wird. Von der Rolle sagte Connelly „Waking the Dead war der erste Film, in dem ich meinte, dass ich spielen konnte, wie es mir beliebte. Ich war wirklich bestrebt, dass ich das Beste aus der Rolle heraushole und habe mich dafür sehr engagiert. Die Rolle bedeutete mir viel.“
Noch im Jahr 2000 feierte sie ihren Durchbruch mit Darren Aronofskys Requiem for a Dream. Sie interessierte sich für das Drehbuch wegen seiner Darstellung der Drogensucht und ihrer Auswirkung auf das Leben der Hauptfiguren. In diesem Film spielt sie die junge Frau Marion Silver, die zusammen mit ihrem Freund Harry Goldfarb (gespielt von Jared Leto) einen Modeladen aufmachen will, sich aber letztendlich prostituiert, um ihre Drogensucht zu finanzieren. Connelly bereitete sich für ihre Rolle vor, indem sie sich ein Apartment in ihrem Haus anmietete und darin wohnte. Während dieser Zeit isolierte sie sich sozial. Sie malte, hörte Musik, entwarf Kleidermode und sann über ihre Süchte und deren Ursache – wie die Protagonistin es ihrer Ansicht nach tun würde. Ferner sprach sie mit Suchtkranken und besuchte ein Treffen der Selbsthilfegruppe Narcotics Anonymous gemeinsam mit einem ihrer Freunde, der Teil der Gruppe war.
Sie wurde zum Vorsprechen für die Rolle der Alicia Nash in Ron Howards 2001 erschienenem A Beautiful Mind eingeladen, nachdem ihre Managerin an den Filmproduzenten einen Clip von dem damals noch unveröffentlichten Requiem for a Dream geschickt hatte. Ihr gutes Verhältnis zum Hauptdarsteller Russell Crowe beeindruckte den Regisseur und die Produzenten. Sie verkörpert die Frau des schizophrenen Mathematik-Genies John Nash, dessen Geschichte der Film erzählt. Auf ihren Wunsch lernte sie die echte Alicia Nash kennen, um mehr über ihr Leben zu erfahren, bevor die Dreharbeiten begannen. Der Film wurde zum Kassenschlager, der 313 Millionen US-Dollar weltweit einspielte. Für ihre Leistung erhielt Connelly 2002 den Golden Globe, den Oscar und den BAFTA Award als beste Nebendarstellerin. Sie sagte von dem Film A Beautiful Mind, er sei „ein Film, auf den ich stolz bin und den ich sehr liebe“.
2003 zeigte sie Interesse an der philosophischen Perspektive des Regisseurs Ang Lee für die Comicverfilmung Hulk. Sie trat in der Rolle der Wissenschaftlerin Betty Ross auf, die die Ex-Freundin des Kernphysikers Bruce Banner ist. Der Film spielte weltweit knapp 245 Millionen US-Dollar ein.
Connelly sagte, dass sie sehr daran interessiert war, Kathy Nicolo aus dem Haus aus Sand und Nebel nach dem gleichnamigen Roman von Andre Dubus III zu porträtieren, nachdem sie das Drehbuch gelesen hatte. „Ich mochte die Tatsache, dass es keinen ‚good guy‘ und keinen ‚bad guy‘ gibt. Ich fand es wirklich zwingend, dass beide Seiten Dinge tun, die moralisch zu hinterfragen sind, weil das Leben oft so ist.“ Connelly spielt eine verlassene Frau, die wegen eines bürokratischen Fehlers aus ihrem Bungalow an der nebligen nordkalifornischen Pazifikküste vertrieben wurde, und dann gegen den neuen Besitzer, den iranischen Einwanderer Massoud Amir Behrani (gespielt von Ben Kingsley), um das Haus kämpft.
Folgende Karriere mini|hochkant|Connelly in New York City (2005) 2005 drehte sie unter der Regie des Brasilianers Walter Salles den Horror-Film Dark Water – Dunkle Wasser, der eine Neuverfilmung von Hideo Nakatas Dark Water aus 2002 ist. Sie spielt die attraktive, psychisch labile junge Mutter Dahlia, die mit ihrer kleinen Tochter Cecilia während der Scheidung in eine heruntergekommene Wohnung in einer Massensiedlung in Roosevelt Island in New York zieht, in der paranormale Ereignisse stattfinden.
2006 war sie in dem Drama Little Children in der Nebenrolle der Autorin und betrogenen Ehefrau Kathy Adamson neben Patrick Wilson und Kate Winslet zu sehen. Im selben Jahr übernahm sie die Hauptrolle neben Leonardo DiCaprio in dem Abenteuerfilm Blood Diamond, der den Handel mit Blutdiamanten thematisiert. Sie spielte die US-amerikanische Journalistin Maddie Bowen, die über den Handel mit Blutdiamanten vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs in Sierra Leone recherchiert.
2007 erschien sie, neben Joaquin Phoenix und Mark Ruffalo, in dem Drama Ein einziger Augenblick. Der Film handelt von einer Familie, die ihren zehnjährigen Sohn bei einem Verkehrsunfall verliert, als er unachtsam eine Straße betritt. Sie beschrieb damals die Rolle der Grace als härter als ihre bisherigen Rollen.
Sie wurde zum Aushängeschild für die Kampagnen 2008 des Kosmetikunternehmens Revlon und des Pariser Modehauses Balenciaga. Sie war zunächst die erste Wahl des Regisseurs Scott Derrickson für die Besetzung der Rolle der Helen Benson in der Neuverfilmung von dem Science-Fiction-Film Der Tag, an dem die Erde stillstand aus dem Jahr 1951. Obwohl sie die Leistung von Patricia Neal in dem originalen Film lobte, in dem Helen Benson eine Sekretärin war, akzeptierte sie die neue Version, in der Helen Benson eine Astrobiologin war. Sie hatte im selben Jahr einen Cameo-Auftritt in dem Fantasyfilm Tintenherz nach dem gleichnamigen Roman der deutschen Autorin Cornelia Funke.