Der Landkreis Köthen war ein Landkreis in der östlichen Mitte des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Nachbarkreise waren im Norden der Landkreis Schönebeck und der Landkreis Anhalt-Zerbst sowie die kreisfreie Stadt Dessau, im Osten der Landkreis Bitterfeld, im Süden der Saalkreis und im Westen der Landkreis Bernburg. Der Landkreis ging am 1. Juli 2007 auf Grund einer Kreisreform in Sachsen-Anhalt in den neu gebildeten Landkreis Anhalt-Bitterfeld auf.
Geographie Der Landkreis Köthen lag in der Magdeburger Börde im Zentrum des Dreiecks Magdeburg – Dessau – Halle (Saale). Im Norden grenzte er an die Elbe. Nahe der Elbe liegt der Wulfener Bruch, ein Feuchtwiesengebiet mit zahlreichen bedrohten Vogelarten.
Geschichte Das Fürstentum Anhalt-Köthen bestand seit 1603. Johann Sebastian Bach diente hier eine Zeit lang als Kapellmeister. 1665 wurde es mit Anhalt-Plötzkau vereinigt und wurde 1806 Herzogtum. 1847 wurde es zwischen Anhalt-Dessau und Anhalt-Bernburg aufgeteilt, 1863 kam Anhalt-Köthen vollständig zum Herzogtum Anhalt. Gleichzeitig wurde aus ihm der Kreis Köthen gebildet. Nachdem 1918 aus dem Herzogtum Anhalt der Freistaat Anhalt geworden war, wurde am 1. Januar 1932 aus dem Zusammenschluss der Kreise Köthen und Dessau der Kreis Dessau-Köthen gebildet.Verordnung über den Zusammenschluß der Kreise Dessau und Köthen vom 17. November 1931, in: Gesetzsammlung für Anhalt 1931, Nr. 20, S. 77 Am 1. August 1934 wurde die Stadt Köthen kreisfrei und bildete einen Stadtkreis.
Nach 1945 gehörte der Landkreis Dessau-Köthen zunächst zur neugebildeten Provinz Sachsen-Anhalt, aus der 1947 das Land Sachsen-Anhalt wurde. Bei der ersten Kreisgebietsreform in der DDR im Jahre 1950 wurde der größte Teil des Landkreises Dessau-Köthen mit dem Stadtkreis Köthen, den Gemeinden Aken a./E., Chörau und Micheln des Landkreises Calbe sowie der Gemeinde Wieskau des Saalkreises zum neuen Landkreis Köthen vereinigt.
1952 kam es in der DDR zu einer umfassenden Verwaltungsreform, bei der unter anderem die Länder aufgelöst wurden und durch Bezirke ersetzt wurden sowie eine neue Kreisgliederung geschaffen wurde:Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaues und der Arbeitsweise der staatlichen Organe im Lande Sachsen-Anhalt vom 25. Juli 1952. In: Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 28 vom 26. Juli 1952, Digitalisat (Wikimedia Commons) Die Gemeinde Mosigkau wurde in den Stadtkreis Dessau eingegliedert. Die Gemeinden Biendorf, Cörmigk, Gerlebogk, Preußlitz, Wiendorf und Wohlsdorf des Landkreises Köthen kamen zum Kreis Bernburg. Die Gemeinden Hoyersdorf, Lingenau, Marke, Möst bei Schierau, Niesau, Priorau, Retzau, Schierau, Thurland und Tornau vor der Heide des Landkreises Köthen kamen zum Kreis Bitterfeld. Die Städte Oranienbaum und Wörlitz sowie die Gemeinden Brandhorst, Gohrau, Goltewitz, Griesen, Horstdorf, Kakau, Kleutsch, Rehsen, Riesigk, Schönitz, Sollnitz und Vockerode des Landkreises Köthen kamen zum Kreis Gräfenhainichen. Die übrigen Städte und Gemeinden des Landkreises Köthen bildeten zusammen mit der Gemeinde Dornbock des Landkreises Schönebeck den Kreis Köthen. Die Kreise Bernburg, Bitterfeld, Gräfenhainichen und Köthen wurden dem neugebildeten Bezirk Halle zugeordnet.
Bereits vor der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Kreis Köthen 1990 zum Landkreis Köthen. Ab dem 3. Oktober 1990 gehörte er zum wiedergegründeten Land Sachsen-Anhalt. Von der Kreisreform in Sachsen-Anhalt 1994 war der Landkreis nicht betroffen. Bis 2007 lautete die amtliche Bezeichnung Landkreis Köthen, obwohl die Kreisstadt den Namen Köthen (Anhalt) trug.
Bei der Kreisgebietsreform 2007 in Sachsen-Anhalt wurde der Landkreis Köthen mit dem Landkreis Bitterfeld und Teilen des Landkreises Anhalt-Zerbst zum neuen Landkreis Anhalt-Bitterfeld fusioniert.
Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner Quelle 1871 42.361 Volkszählung 1871 1890 47.931 1900 53.691 1910 55.043 1925 57.587 1955 102.500 Statistisches Jahrbuch der DDR 1955 1961 95.755 Statistisches Jahrbuch der DDR 1962 1971 89.913 Statistisches Jahrbuch der DDR 1972 1981 82.122 Statistisches Jahrbuch der DDR 1982 1989 77.898 Statistisches Jahrbuch der DDR 1990 2000 70.600 Statistisches Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland 2002 2007 64.269 Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Monatsheft 11/2007, Seite 36
Städte und Gemeinden Stand 2007 (Einwohner am 31. Dezember 2006) Einheitsgemeinden 1. Aken (Elbe), Stadt (8.917) 2. Köthen (Anhalt), Stadt (29.667) Verwaltungsgemeinschaften mit ihren Mitgliedsgemeinden bis zum 30. Juni 2007
Sitz der Verwaltungsgemeinschaft * 1. Verwaltungsgemeinschaft Osternienburg Chörau (247) Diebzig (276) Dornbock (372) Drosa (615) Elsnigk (719) Großpaschleben (869) Kleinpaschleben (949) Libbesdorf (401) Micheln (770) Osternienburg * (2.130) Reppichau (481) Trinum (412) Wulfen (1.171) Zabitz (518)2. Verwaltungsgemeinschaft Südliches Anhalt Edderitz (1.229) Fraßdorf (242) Glauzig (469) Görzig (1.262) Großbadegast (683) Gröbzig, Stadt (3.161) Hinsdorf (522) Libehna (271) Maasdorf (378) Meilendorf (250) Piethen (264) Prosigk (752) Quellendorf (1.027) Radegast, Stadt (1.221) Reupzig (328) Riesdorf (135) Scheuder (347) Schortewitz (696) Trebbichau an der Fuhne (368) Weißandt-Gölzau * (1.868) Wieskau (314) Zehbitz (374)
Ehemalige Gemeinden Arensdorf, am 1. Januar 2004 zu Köthen Baasdorf, am 1. Januar 2004 zu Köthen Bobbe, am 1. Oktober 1961 zu Dornbock Cattau, am 20. Juli 1950 zu Wieskau Cosa, am 1. Januar 2005 zu Prosigk Cösitz, am 1. Januar 2005 zu Zörbig Crüchern, am 20. Juli 1950 zu Wohlsdorf Diesdorf, am 1. Januar 1957 zu Quellendorf Dohndorf, am 1. Januar 2004 zu Köthen Elsdorf, am 1. Oktober 1961 zu Köthen Fernsdorf, am 20. Juli 1950 zu Prosigk Frenz, am 1. Mai 1974 zu Großpaschleben Friedrichsdorf, am 20. Juli 1950 zu Storkau Geuz, 1923 zu Köthen Gnetsch, am 1. Januar 2005 zu Weißandt-Gölzau Großwülknitz, am 20. Juli 1950 zu Wülknitz Hohnsdorf, am 20. Juli 1950 zu Trebbichau an der Fuhne Hohsdorf, am 20. Juli 1950 zu Merzien Ilbersdorf, am 20. Juli 1950 zu Wiendorf Kleinbadegast, am 1. Januar 1970 zu Großbadegast Kleinweißandt, am 20. Juli 1950 zu Weißandt-Gölzau Kleinwülknitz, am 20. Juli 1950 zu Wülknitz Kleinzerbst, am 1. Januar 1994 zu Aken Klepzig, 1923 zu Köthen Körnitz, am 20. Juli 1950 zu Meilendorf Lausigk, am 1. Januar 1961 zu Scheuder Lennewitz, am 20. Juli 1950 zu Zehbitz Löbnitz an der Linde, am 1. Januar 2004 zu KöthenLocherau, am 20. Juli 1950 zu Libehna Merzien, am 8. August 1994 zu Köthen Mölz, am 1. Oktober 1961 zu Kleinpaschleben Naundorf vor der Heide, am 20. Juli 1950 zu Lausigk Pfaffendorf, am 20. Juli 1950 zu Edderitz Pfitzdorf, am 20. Juli 1950 zu Wiendorf Pfriemsdorf, am 20. Juli 1950 zu Kleinbadegast Pißdorf, am 20. Juli 1950 zu Osternienburg Plömnitz, am 20. Juli 1950 zu Preußlitz Porst, am 1. Oktober 1961 zu Köthen Pösigk, am 20. Juli 1950 zu Cosa Reinsdorf, am 20. Juli 1950 zu Görzig Repau, am 20. Juli 1950 zu Libehna Rohndorf, am 20. Juli 1950 zu Glauzig Sibbesdorf, am 20. Juli 1950 zu Osternienburg Storkau, am 1. Januar 1957 zu Reupzig Thurau, am 20. Juli 1950 zu Zabitz Trebbichau bei Wulfen, am 20. Juli 1950 zu Micheln Wehlau, am 20. Juli 1950 zu Zehbitz Wenndorf, am 20. Juli 1950 zu Löbnitz Werdershausen, am 20. Juli 1950 zu Gröbzig Wörbzig, am 1. Januar 2004 zu Gröbzig Wülknitz, am 1. April 2004 zu Köthen Würflau, am 1. Oktober 1961 zu Elsnigk Zehmigkau, am 20. Juli 1950 zu Meilendorf Zehmitz, am 20. Juli 1950 zu Zehbitz Zehringen, am 20. Juli 1950 zu Merzien Ziebigk, am 20. Juli 1950 zu Cosa
Wappen Blasonierung: „Gespalten von Schwarz und Silber, vorne ein halber silberner Flug, hinten eine auf rotem Schildfuß stehende Palme in natürlichen Farben (Kokospalme).“
Verkehr Durch das Gebiet des ehemaligen Kreises verläuft die Eisenbahnhauptstrecke Magdeburg–Halle (Saale).
Kfz-Kennzeichen Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen KÖT. Es wurde bis zum 30. Juni 2007 ausgegeben. Seit dem 27. November 2012 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung im Landkreis Anhalt-Bitterfeld erhältlich.
Weblinks Archäologie und Museumspädagogik in Sachsen-Anhalt Museumspädagogik in Sachsen-Anhalt
Einzelnachweise
Kothen Kothen Kothen Kothen Kategorie:Geographie (Köthen (Anhalt)) Kothen Kategorie:Aufgelöst 1932 Kothen Kategorie:Aufgelöst 2007 Kategorie:Geschichte (Köthen (Anhalt))