Der Landkreis Bernburg war ein Landkreis in der südlichen Mitte des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Am 1. Juli 2007 ging er im Rahmen der Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt im neuen Salzlandkreis auf.

Geographie Das Gebiet des ehemaligen Landkreises, benannt nach seiner Kreisstadt Bernburg, lag am südlichen Rand der Magdeburger Börde an der Saale, ziemlich genau in der Mitte zwischen Halle (Saale) und Magdeburg. Er grenzte im Norden an den Landkreis Schönebeck, im Osten an den Landkreis Köthen, im Süden an den Saalkreis und im Westen an die Landkreise Mansfelder Land und Aschersleben-Staßfurt.

Geschichte Im Herzogtum Anhalt wurde 1863 aus dem Landesteil Anhalt-Bernburg der Kreis Bernburg gebildet. Nachdem 1918 aus dem Herzogtum Anhalt der Freistaat Anhalt geworden war, wurde der Kreis am 15. April 1933 in den Stadtkreis Bernburg und den Landkreis Bernburg aufgespalten.Gesetz zur Neubildung der Kreise vom 13. April 1933, in: Gesetzsammlung für Anhalt 1933, Nr. 11 vom 15. April 1933, S. 31 Am 1. April 1942 wurde zur Grenzbegradigung zwischen Preußen und Anhalt die Gemeinde Unterwiederstedt aus dem Landkreis Bernburg in den Mansfelder Gebirgskreis umgegliedert.

Nach 1945 gehörte der Landkreis zunächst zur neugebildeten Provinz Sachsen-Anhalt, aus der 1947 das Land Sachsen-Anhalt wurde. Im Rahmen der ersten Kreisgebietsreform in der DDR im Jahre 1950 wurden die folgenden Städte und Gemeinden in den Landkreis Bernburg eingegliedert: die beiden kreisfreien Städte Aschersleben und Bernburg die Stadt Staßfurt und die Gemeinde Neugattersleben aus dem aufgelösten Landkreis Calbe die Stadt Alsleben sowie die Gemeinde Belleben und Friedeburgerhütte aus dem aufgelösten Mansfelder Seekreis die Gemeinde Westdorf aus dem Landkreis Quedlinburg die Stadt Könnern sowie die Gemeinden Beesenlaublingen, Edlau, Garsena, Golbitz, Kustrena, Lebendorf, Mukrena, Trebitz b. Könnern, Trebnitz und Unterpeißen aus dem Saalkreis Gleichzeitig wechselten die Gemeinden Großmühlingen und Kleinmühlingen aus dem Landkreis Bernburg in den Landkreis Schönebeck.

1952 kam es in der DDR zu einer umfassenden Kreisreform, bei der unter anderem die Länder de facto aufgelöst wurden und durch Bezirke ersetzt wurden. Der Umfang des Kreises wurde hierbei erneut verändert:Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaues und der Arbeitsweise der staatlichen Organe im Lande Sachsen-Anhalt vom 25. Juli 1952. In: Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 28 vom 26. Juli 1952, Digitalisat (Wikimedia Commons) Die Stadt Aschersleben sowie die Gemeinden Drohndorf, Giersleben, Mehringen, Schackenthal, Schierstedt und Westdorf kamen zum neuen Kreis Aschersleben. Die Stadt Sandersleben und die Gemeinde Freckleben kamen zum neuen Kreis Hettstedt. Die Städte Amesdorf, Güsten, Hecklingen und Staßfurt sowie die Gemeinden Hohenerxleben, Neundorf und Rathmannsdorf kamen zum neuen Kreis Staßfurt. Das übrige Kreisgebiet bildete seitdem zusammen mit der Gemeinde Gnölbzig aus dem Landkreis Eisleben, der Gemeinde Gramsdorf aus dem Landkreis Schönebeck sowie den Gemeinden Biendorf, Cörmigk, Gerlebogk, Preußlitz, Wiendorf und Wohlsdorf aus dem Landkreis Köthen den Kreis Bernburg, der dem neugebildeten Bezirk Halle zugeordnet wurde.

Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Kreis Bernburg 1990 im wiedergegründeten Land Sachsen-Anhalt zum Landkreis Bernburg. Mit der Kreisreform Sachsen-Anhalt 1994 wurde die Stadt Güsten aus dem Kreis Staßfurt dem Landkreis Bernburg angegliedert.

Bei der Kreisgebietsreform 2007 in Sachsen-Anhalt wurde der Landkreis Bernburg mit dem Landkreis Schönebeck und dem Landkreis Aschersleben-Staßfurt zum neuen Salzlandkreis fusioniert. Kreisstadt des neuen Landkreises wurde Bernburg. Als Landrat für den neuen Landkreis wurde in der Stichwahl am 6. Mai 2007 der Landrat des bisherigen Landkreises Bernburg, Ulrich Gerstner (SPD), mit knappem Vorsprung vor der Landrätin des bisherigen Landkreises Aschersleben-Staßfurt, Heike Brehmer (CDU), gewählt.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle 1871 53.940 Volkszählung 1871 1890 82.444 1900 93.386 1910 90.736 1925 59.310 1933 57.595 1939 58.114 1946 64.567 Volkszählung 1946 1955 99.700 Statistisches Jahrbuch der DDR 1955 1961 93.526 Statistisches Jahrbuch der DDR 1962 1971 91.002 Statistisches Jahrbuch der DDR 1972 1981 80.458 Statistisches Jahrbuch der DDR 1982 1989 75.754 Statistisches Jahrbuch der DDR 1990 2000 70.300 Statistisches Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland 2002 2007 63.936 Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Monatsheft 11/2007

Politik mini|Siegelmarke Herzoglich Anhaltische Kreisdirection - Bernburg Wappen

Kreiswappen von 1934

Kreiswappen von 1936

Flagge Die Flagge war rot-grün-weiß gestreift. Das Wappen mittig auf die Flagge aufgelegt.

Wirtschaft Im Gebiet des Landkreises Bernburg wurden Zuckerrüben angebaut, in Könnern befand sich die Diamant-Zucker-Fabrik GmbH. Die Rübenanbaufläche betrug 40.000 Hektar, die Verarbeitungskapazität 1,5 Millionen Tonnen pro Kampagne. Pro Tag konnten 16.500 Tonnen Zuckerrüben verarbeitet werden. Die Inbetriebnahme erfolgte 1993. Die Fabrik hatte 230 Beschäftigte, die Investitionssumme betrug rund 240 Millionen Euro.

Verkehr Durch das ehemalige Kreisgebiet verläuft die Bundesautobahn 14.

Städte und Gemeinden (Einwohner am 31. Dezember 2006) Einheitsgemeinden 1. Könnern, Stadt (8.101) Verwaltungsgemeinschaften mit ihren Mitgliedsgemeinden Sitz der Verwaltungsgemeinschaft * 1. Verwaltungsgemeinschaft Bernburg Bernburg (Saale), Stadt * (31.329) Gröna (588) 2. Verwaltungsgemeinschaft Nienburg (Saale) Baalberge (1.405) Biendorf (820) Cörmigk (545) Edlau (497) Gerbitz (652) Gerlebogk (339) Latdorf (760) Neugattersleben (909) Nienburg (Saale), Stadt * (4.332) Peißen (1.244) Pobzig (401) Poley (656) Preußlitz (756) Wedlitz (425) Wiendorf (330) Wohlsdorf (519) 3. Verwaltungsgemeinschaft Saale-Wipper Alsleben (Saale), Stadt (2.722) Güsten, Stadt * (4.037) Ilberstedt (1.191) Plötzkau (1.377) Schackstedt (437)

Gebietsveränderungen Seit 1995 fanden im Landkreis Bernburg viele Gebietsveränderungen statt.

Von den ursprünglich 6 Verwaltungsgemeinschaften bestanden bei der Auflösung des Landkreises noch 3 Verwaltungsgemeinschaften. In der gleichen Zeit verringerte sich die Anzahl der Gemeinden von 33 auf 24.

Änderungen bei Verwaltungsgemeinschaften Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Könnern - Eingliederung der Mitgliedsgemeinden in die Stadt Könnern, die zur Einheitsgemeinde wurde (1. Januar 2003) Neubildung der Verwaltungsgemeinschaft Saale-Wipper aus den Verwaltungsgemeinschaften Wipperaue und Alsleben (1. Januar 2005) Neubildung der Verwaltungsgemeinschaft Nienburg (Saale) aus den Verwaltungsgemeinschaften Bernburg-Land und Nienburg (Saale) (1. Januar 2005)

Änderungen auf Gemeindeebene Auflösung der Gemeinde Gnölbzig - Eingliederung nach Alsleben (2. Januar 1993) Auflösung der Gemeinde Trebnitz - Eingliederung nach Könnern (1. Mai 1997) Auflösung der Gemeinde Aderstedt - Eingliederung nach Bernburg (1. Januar 2003) Auflösung der Gemeinden Beesenlaublingen, Belleben und Strenznaundorf - Eingliederung nach Könnern (1. Januar 2005)

Weitere ehemalige Gemeinden

Altenburg, 1961 zu Nienburg Borgesdorf, 1934 zu Pobzig Bründel, 1935 zu Plötzkau Dröbel, 1926 zu Bernburg Grimschleben, 1935 zu Latdorf Großpoley, 1934 zu Poley Großwirschleben, 1960 zu Plötzkau Kleinpoley, 1934 zu Poley Kleinwirschleben, 1950 zu Baalberge Leau, 1957 zu Preußlitz Leopoldshall, Stadt, 1946 zu Staßfurt Oberpeißen, 1950 zu Peißen Osmarsleben, 1950 zu Güsten Roschwitz, 1927 zu Bernburg Warmsdorf, 1950 zu Amesdorf Weddegast, 1935 zu Poley Wispitz, 1954 zu Wedlitz

Kfz-Kennzeichen Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen BBG. Es wurde bis zum 30. Juni 2007 ausgegeben. Seit dem 27. November 2012 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung im Salzlandkreis wieder erhältlich.

Weblinks

Einzelnachweise

Bernburg Bernburg Bernburg Bernburg Bernburg Kategorie:Aufgelöst 2007