Der Teutoburger Wald ist ein bis hohes Mittelgebirge im Niedersächsischen Bergland. Es liegt heute in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen und erstreckt sich vom Tecklenburger Land vorbei an Osnabrück und durch Bielefeld bis nach Horn-Bad Meinberg im Südosten. Bis ins 17. Jahrhundert trug der Gebirgszug mit dem südöstlich anschließenden Eggegebirge den Namen Osning und wird manchmal auch heute noch so genannt.Willy Lippert: Das Eggegebirge und sein Vorland. Eggegebirgsverein, Bad Driburg, S. 13.

Überregional bekannt ist der Teutoburger Wald vor allem, weil man lange angenommen hat, dort habe die Varusschlacht (auch Hermannsschlacht oder Schlacht im Teutoburger Wald) zwischen Römern und Germanen im Jahr 9 n. Chr. stattgefunden. Heute gilt dies als eine von mehreren Möglichkeiten (siehe auch Theorien und Spekulationen zum Ort der Varusschlacht). Zu den touristischen Anziehungspunkten gehören das Hermannsdenkmal sowie die Externsteine und die Dörenther Klippen. Höchster Berg ist der Barnacken.

Name mini|Beschreibung und Zuschreibung des Osning als den taciteischen Saltus Teutoburgiensis durch Ferdinand von Fürstenberg (2. Ausgabe von 1672) Im Jahr 1616 wurde der „Osning“ durch den Geografen und Historiker Philipp Clüver in „Teutoburger Wald“ umbenanntPhilipp Clüver: Germaniae antiquae libri tres. Leiden 1616. – eine Übersetzung des Namens Teutoburgiensis saltus des Gebietes, wo dem römischen Schriftsteller Tacitus zufolge die Varusschlacht (clades Variana – die „Varusniederlage“) stattfand, in der ein römisches durch ein germanisches Heer unter Führung des Cheruskerfürsten Arminius besiegt wurde. Clüver gründete seine Annahme auf den dort vorhandenen Teutberg. Als Erster schloss sich der Blomberger Pastor Johannes Piderit 1627 dieser Meinung an.Johannes Piderit: Chronicon comitatus Lippiae. Rinteln 1627. Eingang in den Sprachgebrauch fand der neue Name seit dem 18. Jahrhundert maßgeblich durch Ferdinand von Fürstenberg, Fürstbischof von Paderborn und Münster, der ihn 1669 in seine „Monumenta Paderbornensia“ übernahm und auch auf von ihm herausgegebenen Landkarten druckte.Ferdinand von Fürstenberg: Monumenta Paderbornensia, ex historia Romana, Francica, Saxonica eruta, novis inscriptionibus, figuris, tabulis geographicis ac notis … illustrata … Compendium vitae … Ferdinadaei, & Panegyricus Paderbornensis … Paderborn 1669.

Noch heute Osning genannt wird der im Südosten von Bielefeld rund um den Ebberg () befindliche Teil des Teutoburger Waldes. Umgangssprachlich wird der Name Teutoburger Wald in der Region oft als Teuto abgekürzt.Bestandteil vieler Firmennamen wie teuto.net, Teuto-Türen, Teutoglas, Teuto-Immobilien, oder von Veranstaltungen wie „Teuto ohne Auto“ Ein Abschnitt des Gebirges bei Bad Iburg heißt Iburger Wald und der Teil zwischen Oerlinghausen und Horn-Bad Meinberg Lippischer Wald.DTK 100 Historisierend wurde der Teutoburger Wald auch als Teutgebirg bezeichnet, so bei Ludwig Altenbernd.

Geographie mini|Blick vom Hermannsdenkmal in Richtung Nordwesten mini|Riesenrad-Blick über die südlichen Vororte Osnabrücks

Lage Der Teutoburger Wald liegt im Niedersächsischen Bergland als Teil des Unteren Weserberglands. Bis auf den Abschnitt im Landkreis Osnabrück in Niedersachsen gehört er zu Nordrhein-Westfalen. Er erstreckt sich auf rund 105 km Länge vom Tecklenburger Land durch Ostwestfalen bis Horn-Bad Meinberg im Südosten. Dort liegt die Nahtstelle zum südwärts gerichteten Eggegebirge im Bereich des Kniebergs (). Südwestlich des Teutoburger Waldes liegt die Senne als sandiges Vorland.

Der Teutoburger Wald ragt zusammen mit dem nördlich gelegenen Wiehengebirge weit in die Norddeutsche Tiefebene hinein. Südwestlich des Mittelgebirges liegt die Westfälische Bucht, östlich das Lipper Bergland. Der südöstliche Teil des Teutoburger Waldes wurde historisch auch Lippischer Wald (Lippescher Wald) oder Lipper Wald (Lipperwald) genannt.

Die höchsten Erhebungen des Teutoburger Waldes befinden sich mit dem Barnacken () in seinem Südostteil. In Richtung Nordwesten nehmen die Höhen des Gebirges kontinuierlich ab, bis es südsüdöstlich von Hörstel am Huckberg () seine niedrigste Stelle erreicht.

Berge

Der Teutoburger Wald geht im Südosten in das Eggegebirge über, so dass auf den ersten Blick nicht eindeutig ersichtlich ist, welcher Berg der höchste ist bzw. welcher Berg zu welchem Gebirge gehört. Diesbezüglich werden teils auch noch die Lippische und Preußische Velmerstot erwähnt, die aber, wie oben beschrieben, geologisch gesehen zum Eggegebirge gehören.

Der Barnacken () im äußersten Südosten des Teutoburger Waldes nordwestlich des Silberbachtals ist der höchste Berg des gesamten Gebirges. Die höchste Erhebung in seinem Mittelteil ist der Dörenberg () bei Georgsmarienhütte südlich von Osnabrück. Die nordwestlichste Kuppe (im Osning) über 200 m ist der Leedener Berg () bei Leeden nördlich von Lengerich und östlich von Tecklenburg, rund 450 m östlich der Bundesautobahn 1.

Der Gebirgspass, auf dem die Bundesautobahn 2 das Gebirge zwischen dem Eisgrundsberg () und dem Berg Auf dem Polle () sowie zwischen den Anschlussstellen Bielefeld-Süd und Bielefeld-Ost auf maximal etwa Höhe überquert, wird Bielefelder Berg genannt.

Zu den Bergen und Bergausläufern (teils lediglich Anhöhen des Teuto-Hauptkamms), im Teutoburger Wald und seinen Ausläufern gehören – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN; wenn nicht anders angeben in der Regel laut ) und mit nahen Ortschaften: mini|Hermannsberg (Teutoburger Wald) Barnacken (446,4 m), Horn-Bad Meinberg-Holzhausen Hohlestein (433,2 m), Schlangen-Kohlstädt; mit Hohlsteinhöhle Oberer Langenberg (418,8 m), Horn-Bad Meinberg-Holzhausen Stemberg (401,9 m), Horn-Bad Meinberg-Holzhausen, mit naher Ruine Falkenburg Bielstein (393,6 m), Detmold-Hiddesen, mit Sendeanlage Grotenburg (oder Teutberg; 386 m), Detmold-Hiddesen, mit Hermannsdenkmal und Ringwall Stapelager Berg (365,2 m) Knieberg (365,1 m), Horn-Bad Meinberg, südöstlicher Endpunkt des Teutoburger Waldes Hermannsberg (363,7 m) Großer Ehberg (339,6 m), Detmold-Pivitsheide V. L. Tönsberg (336,9 m), Oerlinghausen, mit Hünenkapelle, Sachsenlager, Löns-Denkmal, Ehrenmal für Gefallene des 1. Weltkriegs, Windmühlenstumpf Kumsttonne Dörenberg (331,2 m), Georgsmarienhütte, mit Hermannsturm (Aussichtsturm) Hünenburg (312,5 m), Bielefeld, ehemalige Fliehburg mit Fernmeldeturm und Aussichtsturm Ebberg (309,5 m), Bielefeld-Senne, mit Eisernem Anton (Aussichtsturm) Hankenüll (307,1 m), Dissen und Borgholzhausen Hollandskopf (306,6 m), Borgholzhausen Johannisegge (293 m), Borgholzhausen, mit Luisenturm (Aussichtsturm) Großer Freeden (269 m), Hilter, Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien-Schutzgebiet Steinegge (266 m), Dissen am Teutoburger Wald Hohnsberg (242 m), Bad Iburg Westerbecker Berg (235 m), Lienen Beutling (ca. 220 m), Melle-Wellingholzhausen, Naturschutzgebiet, Aussichtsturm Urberg (218,1 m), Bad Iburg Leedener Berg (202,4 m), Tecklenburg-Leeden Johannisberg (197 m), Bielefeld Kupferberg (197 m), Detmold-Heidenoldendorf Limberg (194,3 m), Bad Iburg, Absturzort von Zeppelin LZ 7, 1910 Lammersbrink (191,9 m), Georgsmarienhütte, mit Varusturm Dörenther Klippen (159 m), Ibbenbüren Klotenberg (159 m), Brochterbeck Hagenberg (139,2 m), Bad Iburg Birgter Berg (131,8 m), Hörstel-Birgte Lagerberg (128,2 m) Hörstel-Riesenbeck Riesenbecker Berg (134 m), Hörstel-Riesenbeck Bergeshöveder Berg (118,2 m), Hörstel-Riesenbeck Huckberg (95,2 m), Hörstel-Bevergern, nordwestlicher Endpunkt des Teutoburger Waldes

Wasserscheiden und Fließgewässer Der mittlere Abschnitt des Teutoburger Waldes ist ein Bestandteil der Weser-Ems-Wasserscheide. Sein äußerster Südosten, in dem sich der Lippische Wald und der oben erwähnte Barnacken befinden, ist ein Teil der Rhein-Weser-Wasserscheide. Die beiden Wasserscheiden begegnen sich in einem hydrographischen Wasserscheidepunkt, der seit dem Jahr 2009 mit dem Dreiflussstein markiert ist. mini|Hasequelle im Puschkental unweit des Hankenüll Die längsten Fließgewässer, die den Teutoburger Wald entwässern, sind die Ems (ca. 371 km), Lippe (ca. 220 km) und Hase (ca. 170 km). Zudem entspringen in dem im Mittelgebirge oder in seinem Vorland zahlreiche Bäche und mehrere kleine Flüsse (alphabetisch sortiert): Die Bever, vereinigt durch mehrere südwestwärts fließende Bäche, ist ein Ems-Nebenfluss. Die Dreierwalder Aa (Nordseite) fließt durch das Tal zwischen nordwestlichem Teutoburger Wald und dem Schafberg (westliche Fortsetzung des Wiehengebirges) nordwestwärts zur Ems. Die Düte entspringt am Nordosthang des Hohnsberges nordwestlich von Hilter, fließt durch Georgsmarienhütte und mündet unterhalb von Osnabrück in die Hase. Die Ems entspringt wie die Lippe in der Senne, in der weitere Ems-Zuflüsse entstehen: Die Dalke mündet nach Aufnahme des Wapelbaches westlich von Gütersloh in die Ems. Der Sennebach, mündet westlich von Rietberg rechtsseits in die Ems. Der Floethe entspringt nahe Tecklenburg und fließt als Bevergerner Aa an der Gebirgssüdseite entlang nach Rheine, um dort als Hemelter Bach in die Ems zu münden. Glane und Eltingmühlenbach entspringen bei Bad Iburg (Südseite) und münden nach ihrer Vereinigung bei Hembergen in die Ems. Die Hase fließt nordwärts zur Ems. Zehn Kilometer nördlich der Quelle zweigt von ihr die Else ab, um ostwärts in Richtung Weser zu fließen. Die Hessel fließt westwärts zur Ems. Der Johannisbach, größtes Fließgewässer von Bielefeld, heißt ab der Einmündung der Lutter Aa und fließt ostwärts der Werre zu. Der Knochenbach in Detmold mit seinem längeren Zufluss, der Wiembecke, mündet in die Werre. Die Lippe, ein Rhein-Nebenfluss, entspringt bei Bad Lippspringe in der Senne. Die Glenne, im Oberlauf Haustenbach genannt, mündet westlich von Lippstadt in die Lippe. Die Thune, im Oberlauf Strothe genannt, mündet als Lippe-Zufluss in den Lippesee. Die Lutter entspringt im Bielefelder Pass. Ursprünglich floss das gesamte Wasser der Lutterquellen in Richtung Ems, aber schon seit dem Mittelalter wird ein Teil in den Bohnenbach geleitet, der ab der Einleitungsstelle heute Lutter oder Lutterbach genannt wird und sich im Bielefelder Stadtteil Milse mit dem Johannisbach vereinigt. Die Warmenau, Grenze von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen im Raum Melle, entspringt nördlich von Werther im Ravensberger Hügelland und fließt der Else zu. Die Werre entspringt bei Detmold wenige Kilometer östlich des Kammgebirges im Lippischen Bergland, nimmt in Herford die Aa und bei Löhne die Else auf, bevor sie bei Bad Oeynhausen in die Weser mündet. Die Windwehe entspringt in Oerlinghausen am Nordhang des Gebirges, fließt durch Leopoldshöhe und mündet in die Lutter (Lutterbach).

Naturparks Fast der gesamte Teutoburger Wald gehört zwei direkt benachbarten Naturparks an: In seinem Nordwestteil (nordwestlich von Bielefeld) und im nördlich gelegenen Wiehengebirge liegt der 1220 km² große Natur- und Geopark TERRA.vita und im Südostteil (südöstlich von Bielefeld) und im Eggegebirge mit Randgebieten südwärts bis zum Diemeltal der 2711 km² große Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge (besonders früher auch Naturpark Eggegebirge und südlicher Teutoburger Wald genannt).

Städte Die größten Städte am Teutoburger Wald sind:

Bielefeld (NW, 334.002 Einwohner) Osnabrück (NI, 165.034 Einwohner) Detmold (NW, 73.969 Einwohner) Ibbenbüren (NW, 51.888 Einwohner) Georgsmarienhütte (NI, 31.790 Einwohner) Lengerich (NW, 22.234 Einwohner)

Geologie Entstehungsgeschichte