Ransbach-Baumbach ist eine Stadt im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Ransbach-Baumbach ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach, der sie angehört. Die Stadt ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen. mini|Luftaufnahme von Ransbach-Baumbach (Stadtteil Ransbach) 2015 mini|Luftaufnahme von Ransbach-Baumbach (Stadtteil Baumbach) 2015

Geographie Das Stadtgebiet von Ransbach-Baumbach liegt im Zentrum des Kannenbäckerlandes, das in dem an das Mittelrheintal angrenzenden Teil des Westerwaldes liegt, etwa 15 Kilometer nordöstlich von Koblenz. Mit dem südlich der Autobahn gelegenen Teil der Waldgemarkung hat Ransbach-Baumbach Anteil am Naturpark Nassau. Die Stadtteile Ransbach im Norden und Baumbach im Süden sind baulich zusammengewachsen. Beide Ortskerne sind etwa eineinhalb Kilometer voneinander entfernt. Die Gemeinde liegt am Masselbach.

Geschichte Im Jahr 1330 wird das Kirchspiel Ransbach erstmals urkundlich erwähnt.

Bereits im Jahr 959 jedoch wird in der Montabaurer Zehntbeschreibung von dem ausgegangenen Ort Desper (Dedinsburg) bei Ransbach gesprochen.

1373 taucht der Ortsname Babenbach für Baumbach auf.

Am 7. Juni 1969 wurde aus den bis dahin eigenständigen Gemeinden Ransbach (Westerwald) und Baumbach die neue Gemeinde Ransbach-Baumbach gebildet.

Seit 1971 ist Ransbach-Baumbach Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Am 10. Mai 1975 erhielt die Gemeinde die Stadtrechte.

Einwohnerstatistik Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Ransbach-Baumbach bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 1.373 1835 1.908 1871 1.806 1905 2.625 1939 3.365 1950 3.956 Jahr Einwohner 1961 4.694 1970 5.433 1987 6.316 1997 7.069 2005 7.333 Konfessionsstatistik Mit Stand 30. Juni 2005 waren von den Einwohnern 53,0 % katholisch, 15,2 % evangelisch und 31,8 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik Stadt Ransbach-Baumbach Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Mit Stand September 2025 liegt der Anteil der katholischen Bürger bei 31,9 %, der evangelischen bei 13,2 %; 54,9 % gehörten einer anderen oder keinen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik Stadt Ransbach-Baumbach, abgerufen am 27. Oktober 2025

Politik Stadtrat

Der Stadtrat in Ransbach-Baumbach besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem. Bis zur Wahl 2019 waren es 22 Ratsmitglieder.

Die Sitzverteilung im Stadtrat: Wahl SPD CDU AfD FDP RaBaB FWG Gesamt 2024 3 9 3 1 6 2 24 Sitze 2019 4 9 1 2 6 2 24 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2014 4 10 – – 5 3 22 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2009 3 10 – – 5 4 22 Sitze 2004 5 17 – – – – 22 Sitze RaBaB = Ransbach-Baumbacher Bürgervertretung e. V. FWG = Freie Wählergruppe der Stadt Ransbach-Baumbach

Bürgermeister mini|Rathaus der Stadt Ransbach-Baumbach Stadtbürgermeister von Ransbach-Baumbach ist Michael Merz. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 70,42 % in seinem Amt bestätigt. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 konnte er sein Amt mit 68,5 % der Stimmen ohne Gegenkandidat erneut verteidigen. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,1 %.

Partnerschaften Partnerstädte von Ransbach-Baumbach sind Pleurtuit (Bretagne) (seit 1985) sowie Rukoma (Ruanda) (seit 2005).

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Stadthalle der Stadt Ransbach-Baumbach mini|Schwimmbad der Stadt Ransbach-Baumbach mini|Erlenhofsee in Ransbach-Baumbach mini|Sportanlage in Ransbach-Baumbach Das Stadtzentrum von Ransbach-Baumbach wird von zwei Kirchen geprägt: Der evangelischen Stadtkirche mit dem denkmalgeschützten Kirchturm aus dem 12. Jahrhundert und der katholischen Pfarrkirche St. Markus aus dem Jahr 1950. Im Stadtteil Baumbach befindet sich die katholische Pfarrkirche St. Antonius. Sehenswert ist hier der Kreuzweg mit Plastiken der Künstlerin Gudrun Müsse-Florin, die in den Jahren 1969–1971 aus Aluminiumguss entstanden sind.

Das im September 2016 eröffnete Skulpturen und Miniaturen Museum mit einer weltweit einzigartigen Sammlung von Skulpturen aus Terrakotta, Steingut, Porzellan, Marmor und Bronze.

Das Naherholungsgebiet Erlenhofsee liegt ca. 800 Meter vom Stadtzentrum entfernt und wurde in den 1970er Jahren angelegt. Der See ist 14 Meter tief. Um den See führt ein Rundweg, der auch einen Rosenpark passiert. Die kleine Erlenhofkapelle gehört zu der früheren Hofanlage und stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Am Südrand des Stadtgebietes kommt man ins Quellgebiet des Brexbachs, der sich hier aus dem Vordersten und Hintersten Bach bildet. Diese Gewässer speisen seit 1666 die im Auftrag des Kurfürsten zu Trier angelegten Landshuber Weiher. Die Teiche sollten den Fischbedarf der Katholiken am Freitag decken. Die vier Weiher sind sehr unterschiedlich. Speziell der zweite (von Norden kommend) ist wegen seines Seerosen-Bewuchses ein beliebtes Ausflugsziel.Ransbach-Baumbach im Wanderatlas Deutschland

Wirtschaft und Infrastruktur Keramikindustrie Ransbach-Baumbach nennt sich selbst „Zentrum der Keramik“ aufgrund der zahlreichen Betriebe, die Gebrauchs- und Zierkeramik, Industrie- und Baukeramik herstellen.

Schon seit dem 17. Jahrhundert ist Ransbach-Baumbach Sitz von Unternehmen, die den Westerwälder Ton weiterverarbeiten. Im 18. und 19. Jahrhundert waren fast zwei Drittel der Einwohner als Landgänger unterwegs, um die Keramikprodukte in Süddeutschland, den Niederlanden und anderen Ländern zu verkaufen. Noch heute findet in Ransbach-Baumbach ein Töpfermarkt statt, der jährlich am ersten Oktoberwochenende bis zu 30.000 Besucher anzieht. Über 130 Händler aus dem In- und Ausland stellen ihre Produkte an Verkaufsständen aus.

Schulen und Kindergärten Astrid-Lindgren-Schule (Grundschule/Ganztagsschule) Erich-Kästner-Schule (Realschule plus) Katholischer Kindergarten St. Markus Katholischer Kindergarten St. Antonius Städtischer Kindergarten St. Martin Städtischer Kindergarten Haus der kleine Füße

Medien Lange Zeit hatte der regionale Fernsehsender wwtv seinen Sitz in Ransbach-Baumbach. 2010 wurde der Sitz der Gesellschaft von Ransbach-Baumbach in das rechtsrheinisch gelegene und somit geographisch noch zum Westerwald gehörende Urbar verlegt, da seit 2009 aus einem gemeinsamen Medienhaus mit TV Mittelrhein gesendet wird.

Verkehr

Die Stadt hat in Ransbach einen Bahnhof an der Bahnstrecke Engers–Au (Brexbachtalbahn). mini|Bahnhof Ransbach an der Brexbachtalbahn Für den Abschnitt Grenzau–Siershahn besteht seit März 2019 eine auf 25 Jahre angelegte Betriebsgenehmigung; betrieben wird die Infrastruktur von der Eifelbahn Verkehrsgesellschaft mbH (EVG). Der 2007 in Bendorf gegründete Verein Brexbachtalbahn e. V. setzt sich für den Erhalt und die Reaktivierung der Strecke Engers-Siershahn ein. Eine 2025 veröffentlichte Nutzen-Kosten-Untersuchung des Zweckverbands SPNV-Nord bewertete eine mögliche Reaktivierung des Personenverkehrs zwischen Engers und Siershahn mit einem Kosten-Nutzen-Faktor von 3,89 als volkswirtschaftlich sinnvoll. Die nächstgelegenen Anschlüsse an den regulären SPNV sind die Bahnhöfe Siershahn und Dernbach, Anschluss an den Eisenbahnfernverkehr besteht am Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main sowie am Hauptbahnhof Koblenz.

Für den Abschnitt Grenzau–Ransbach-Siershahn besteht seit März 2019 eine auf 25 Jahre angelegte Betriebsgenehmigung; betrieben wird die Infrastruktur von der Eifelbahn Verkehrsgesellschaft mbH (EVG). Der 2007 in Bendorf gegründete Verein Brexbachtalbahn e. V. setzt sich für den Erhalt und die Reaktivierung der Strecke für den touristischen und regulären Schienenpersonennahverkehr ein. Eine 2025 veröffentlichte Nutzen-Kosten-Untersuchung des Zweckverbands SPNV-Nord bewertete eine mögliche Reaktivierung des Personenverkehrs zwischen Engers und Siershahn mit einem Kosten-Nutzen-Faktor von 3,89 als volkswirtschaftlich sinnvoll. Die nächstgelegenen Anschlüsse an den regulären SPNV sind die Bahnhöfe Siershahn und Dernbach, Anschluss an den Eisenbahnfernverkehr besteht am Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main sowie am Hauptbahnhof Koblenz.

Persönlichkeiten Der Tenor Johannes Kalpers wuchs in Ransbach-Baumbach auf. Außerdem wuchs hier der frühere Generalvikar und jetzige Weihbischof des Erzbischofs von Köln Prälat Dominik Schwaderlapp auf, der am 25. März 2012 im Hohen Dom zu Köln von Joachim Kardinal Meisner zum Bischof geweiht wurde. Schwaderlapp ist nunmehr als Weihbischof im Erzbistum Köln tätig. Ehrenbürger der Stadt sind Yves Bimbard, der die Städtepartnerschaft von Ransbach-Baumbach mit der französischen Gemeinde Pleurtuit in der Bretagne mitbegründete, und der ehemalige Ransbacher Bürgermeister und Regionalhistoriker Franz Baaden. Die Sozialpolitikerin und Landtagsabgeordnete Loni Böhm, der Abgeordnete Lorenz Hastenteufel, der Rennfahrer Dieter Kern und die Bildhauerin Franziska Lenz-Gerharz wurden im Ortsteil Ransbach geboren. Der Gutsbesitzer Joseph Schipfer (1761–1843) war Mitglied der Ersten Kammer der Landstände des Herzogtums Nassau und Plansprachenautor. Karl Heinrich Knödgen (1849–1920) war Mitglied des Provinziallandtages der Provinz Hessen-Nassau.

Sonstiges Seit 1676 gibt es in Ransbach-Baumbach die Fohr-Brauerei. Die Ransbach-Baumbacher Schützengesellschaft wurde 1849 gegründet und ist somit der älteste Verein der Stadt. Zudem gibt es einen, im Jahr 1900 gegründeten Musikverein.

Das Logistikunternehmen Frigosped hat seit 1997 seinen Hauptsitz in Ransbach-Baumbach.

Literatur Horst Theisen: Ortsfamilienbuch Ransbach-Baumbach 1550-1930. 2. Bände. Weißenthurm: Cardamina 2019; ISBN 978-3-86424-469-8.

Weblinks

Website der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Westerwaldkreis Kategorie:Stadt in Rheinland-Pfalz Kategorie:Gemeindegründung 1969 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1975