mini|Luftaufnahme von Braubach mit Marksburg Mai 2005 mini|Die Marksburg zu Braubach mini|hochkant|Das Obertor, das östlichste Tor der Stadtmauer mini|hochkant|Kriegerdenkmal und St.-Barbara-Kirche (Hintergrund) mini|Braubach mit Marksburg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655 mini|Kupferstich um 1623 aus Daniel Meisners Thesaurus philopoliticus. Die Stadt Braubach liegt im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Die Stadt gehört der Verbandsgemeinde Loreley an, deren größte Kommune sie mit über 3000 Einwohnern ist. Sie liegt im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Besonders bekannt geworden ist sie durch die Lage unterhalb der Marksburg, der einzigen unzerstörten Höhenburg am Mittelrhein. Braubach ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten

Geographie Geographische Lage Braubach liegt am rechten Ufer des Rheins etwa zehn Kilometer südlich von Koblenz, dort wo der Mühlbach als rechter Zufluss des Rheins zwei tiefe Täler in das Rheinische Schiefergebirge eingeschnitten hat. Diese Täler sorgen zum einen dafür, dass hier Straßen vom Rhein zu den umliegenden Ortschaften im Taunus gebaut werden konnten, zum anderen umschließt eines dieser Täler fast von allen Seiten mit Steilhängen einen einzeln stehenden Berg südöstlich von Braubach, der somit für die Anlage einer Burg ideale Voraussetzungen bietet. Hier wurde die Marksburg errichtet.

Stadtgliederung Zur Stadt Braubach gehört auch der Stadtteil Hinterwald mit dem Wohnplatz Zippenhainermühle, zur Kernstadt Braubach selbst die Wohnplätze Dinkholder, Hof Bissingen, Im Mühltal, Marksburg, Hof Molkenborn, Hof Königstiel und Rhein-Taunus-Krematorium.

Geschichte Die Kelten besiedelten den Marksburgberg bereits in der La-Tène-Zeit (ca. 400 bis 100 v. Chr.).

Die wahrscheinlich erste urkundliche Erwähnung des Dorfes „Briubach super fluvium Reni“ erfolgte am 28. Juli 692, als ein Helingarius (oder Helmgar) dem Abt Giso der Bonner „Basilika St. Cassius und Florentius“ (Vorgänger der heutigen Münsterkirche) zu seinem Seelenheil einen Weinberg schenkte.J. Norrenberg: Zur Geschichte des Bonner Cassiusstiftes. In: Rheinische Geschichtsblätter, 2. Jahrgang 1895–1896, S. 365, 369 (692 Online-Ausgabe bei dilibri Rheinland-Pfalz) Dies ist zugleich eines der ältesten schriftlichen Zeugnisse zum rechtsrheinischen Weinbau.

Vermutlich entstand mit dem Bau der Marksburg (erstmals 1231 urkundlich erwähnt) eine städtische Ansiedlung unterhalb der Burg im Bereich der heutigen Altstadt.

König Rudolf von Habsburg erteilte am 1. Dezember 1276 Gottfried von Eppstein für dessen Stadt Braubach am Rhein die gleichen Rechte wie die anderer Städte des Reiches und genehmigte die Führung des Namens einer Freistadt.Die Originalurkunde befindet sich im Landesarchiv Sachsen-Anhalt unter der Signatur H 9-2, 15 Fach 1-2 Nr. 3 Die Eppsteiner besaßen Burg und Stadt als kurpfälzisches Lehen. 1283 wurden die Grafen von Katzenelnbogen mit Eberhard I. Landesherren; 1479 unter Heinrich III. die Landgrafen von Hessen, die 1527 die Reformation einführten. Bei der hessischen Erbteilung des Jahres 1567 kam mit der gesamten Niedergrafschaft Katzenelnbogen auch das Amt Braubach an den Landgrafen Philipp II. von Hessen-Rheinfels. Braubach wurde zur fürstlichen Nebenresidenz ausgebaut: Zu diesem Zweck ließ Philipp II. von Hessen-Rheinfels zwischen 1567 und 1570 am südlichen Ende der Stadt unterhalb der Marksburg das Schloss Philippsburg erbauen.

Nach dem frühen Tod des Landgrafen im Jahre 1583 schieden Braubach und Rhens aus dem politischen Verband der Niedergrafschaft Katzenelnbogen aus, denn Philipp hatte seiner Frau Anna Elisabeth, einer Tochter des Kurfürsten Friedrich III. von der Pfalz, diese beiden Städte als Witwengut auf Lebenszeit überschrieben. Aufgrund ihrer Neuvermählung im Jahr 1599 wurde das Wittum Braubach 1602 aufgelöst und fiel damit zunächst zu gleichen Teilen an die verbliebenen drei hessischen Linien Kassel, Marburg und Darmstadt. Da Ludwig IV. von Hessen-Marburg zugunsten seines Neffen Moritz von Hessen-Kassel auf sein Anteil verzichtet hatte, gehörten nunmehr zwei Drittel des Amtes Braubach und der Pfandschaft Rhens zu Hessen-Kassel und ein Drittel zu Hessen-Darmstadt. Weil um 1627 die gesamte Niedergrafschaft an Hessen-Darmstadt fiel, kehrte auch das Amt Braubach – nunmehr endgültig – zur lutherischen Konfession zurück und teilte damit ein letztes Mal die politische Zugehörigkeit der übrigen katzenelnbogischen Ämter.

1643 schied Braubach jedoch erneut und diesmal endgültig aus dem politischen Verband der Niedergrafschaft aus, denn Landgraf Georg II. von Hessen-Darmstadt übergab das Amt an seinen Bruder Johannes, dessen Herrschaft sich fortan Hessen-Braubach nannte. Als sich Hessen-Kassel im Herbst 1647 der Niedergrafschaft bemächtigte, blieb Johann von Hessen-Braubach neutral, weshalb sein Gebiet von der im hessischen Hauptrezess vom 14. April 1648 verfügten Rückgabe der übrigen Niedergrafschaft an Hessen-Kassel ausgenommen blieb. Dieser Vertrag bestätigte die Verpfändung des Amtes Braubach und des Kirchspiels Katzenelnbogen an den Landgrafen Johann und dessen leibliche Erben, räumte jedoch Hessen-Kassel einen anteiligen Erbanspruch ein, falls Landgraf Johann keine leiblichen Erben hinterlassen sollte. Dieser Fall trat 1651 ein, und die Herrschaft Hessen-Braubach fiel zurück an das Haus Hessen-Darmstadt.

Nach dem Wiener Kongress kam Braubach an das Herzogtum Nassau und wurde am 1. Juli 1816 Sitz des herzoglich nassauischen Amtes Braubach.

Nach der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preußen nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg wurde die Stadt im Jahr 1866 preußisch und der Provinz Hessen-Nassau zugeordnet.

Nach dem Ersten Weltkrieg war Braubach bis zum Abzug der Franzosen 1929 besetzt (→ Alliierte Rheinlandbesetzung), nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte es ebenfalls zur französischen Besatzungszone und wurde dem 1946 neugebildeten Land Rheinland-Pfalz zugeschlagen und dem Landkreis St. Goarshausen zugehörig, der 1969 im Rhein-Lahn-Kreis aufging.

1963 wurde die 1723 eröffnete Grube Rosenberg stillgelegt. Am 10. Juni 1979 wurde die Gemeinde Hinterwald nach Braubach eingemeindet.

Von 1972 bis Juni 2012 war Braubach Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Braubach, seitdem ist die Stadt zweiter Verwaltungssitz der neuen Verbandsgemeinde Loreley.

Einwohnerentwicklung

Religion Braubach gehört zum katholischen Bistum Limburg, Bezirk Rhein-Lahn, Pastoraler Raum Braubach/Kamp-Bornhofen, Kirchengemeinde Hl. Geist und zum evangelischen Dekanat Nassauer Land in der Propstei Rheinhessen-Nassauer Land der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).

Konfessionsstatistik Zum Jahresende 2013 hatten 38,7 % die evangelische Konfession und 36,4 % Einwohner die katholische. 25 % gehörten anderen Konfessionen oder Glaubensgemeinschaften an, waren ohne Angabe oder gemeinschaftslos.Gemeindestatistik Stadt Braubach (PDF). Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Ende Mai 2025 hatten 27,8 % der Einwohner die evangelische Konfession und 27,1 % die katholische. 45,1 % gehörten anderen Konfessionen oder Glaubensgemeinschaften an, waren ohne Angabe oder gemeinschaftslos.Gemeindestatistik Stadt Braubach (PDF; 0,3 MB), abgerufen am 27. Juni 2025.

Politik Stadtrat

Der Stadtrat in Braubach besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat: Wahl SPD CDU FBL Gesamt 2024 4 8 8 20 Sitze 2019 6 7 7 20 Sitze 2014 7 7 6 20 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2009 6 7 7 20 Sitze 2004 8 7 5 20 Sitze FBL = Freie Bürgerliste Stadt Braubach e. V.

Bürgermeister und Beigeordnete Günter Goß (CDU) wurde am 10. Juli 2024 Stadtbürgermeister von Braubach. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich bei einer Wahlbeteiligung von 60,5 % mit 57,5 % der Stimmen gegen seinen einzigen Mitbewerber Holger Puttkammer (FBL) durch.

Der Vorgänger von Günter Goß, Joachim Müller (CDU), hatte das Amt 15 Jahre ausgeübt. Bei der Wahl 2024 trat Müller nicht mehr an.

Dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister stehen drei Beigeordnete als ständige Vertreter mit eigenem Geschäftsbereich zur Seite: Claudia Wolf (SPD) zuständig für Soziales, Jugend, Familie und Sport, Markus Fischer (CDU) zuständig für Tourismus, BUGA 2029 und Kultur, sowie Marius Risch (CDU) zuständig für Bauen, Ordnung, Liegenschaften und Verkehr.

Ortsbezirk Hinterwald Der Stadtteil Hinterwald ist der einzige ausgewiesene Ortsbezirk der Stadt Braubach. Auf die Bildung eines Ortsbeirats wurde verzichtet.

Tobias von Tippelskirch (FBL) wurde am 10. Juli 2024 Ortsvorsteher von Hinterwald. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von mit 56,6 % gegen seinen Mitbewerber Sven Relling (parteilos, vorgeschlagen von der CDU) durchgesetzt.

Von Tippelkirchs Vorgänger Ulrich Pleimes (parteilos, unterstützt von der CDU) hatte das Amt seit 2011 ausgeübt. Zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 73,75 % wiedergewählt worden. Bei der Kommunalwahl 2024 trat er nicht erneut als Ortsvorsteherkandidat an.

Wappen

Partnergemeinde 20px|rand Villeneuve-sur-Yonne (Frankreich), seit 1968 Bereits seit 1962 findet zwischen Braubach und Villeneuve-sur-Yonne ununterbrochen ein Schüleraustausch statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Sehenswürdigkeiten Die Altstadt mit ihren engen Gassen ist noch heute geprägt durch zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.

Die Marksburg steht stellvertretend für den Burgenbau am Mittelrhein. Erst der Bau des Schlosses Philippsburg war Anlass, der Marksburg ihren Namen zu geben. Sie ist benannt nach dem Patron der Burgkapelle, dem Evangelisten Markus. Die Marksburg ist die einzige unzerstörte Höhenburg am Mittelrhein. Seit 1900 ist sie Eigentum des Vereins Deutsche Burgenvereinigung, der dort seit 1931 seinen Sitz hat. Schloss Philippsburg, erbaut 1568 bis 1571. Hier befindet sich das Europäische Burgeninstitut mit burgenkundlicher Bibliothek. St. Barbarakirche – ehemalige Pfarrkirche, 1276 unmittelbar an der Stadtmauer errichtet. Der Nordwest-Turm der Stadtbefestigung wurde später zum Glockenturm ausgebaut. Das markante Dach und die Turmhaube mit vier Gauben wurden 1688 aufgesetzt. Mit der Reformation wurde die St. Barbarakirche 1526 evangelisch und als Pfarrkirche bis 1901 genutzt. Im Laufe der Geschichte wurde die Kirche häufig verwüstet. Heute dient sie als evangelisches Gemeindezentrum. Vom ursprünglichen Bau sind noch der Turm und der Chor erhalten. Die Evangelische Markuskirche wurde 1901 vom Kirchenbaumeister Ludwig Hofmann erbaut. Martinskapelle – älteste Kirche in Braubach, Ersterwähnung um 1242 Obertor – östlichstes Tor der Stadtbefestigung Kriegerdenkmal in den Rheinanlagen für die Gefallenen 1870/71 und 1914/18 Grabstätte von Heinrich Schlusnus – Opern- und Konzertsänger Eckfritz – Gasthaus von 1597 Schöne Fachwerkhäuser aus dem 16. bis zum 18. Jahrhundert

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung Burg Lahneck Schloss Stolzenfels Burg Sterrenberg Burg Liebenstein Loreley Schloss Martinsburg

Wirtschaft und Infrastruktur