mini|hochkant=1.4|Blick über den Thielenburger See auf die beiden Wahrzeichen der Stadt, St. Johannis Kirche und den Waldemarturm Dannenberg (Elbe) () ist eine Stadt im Landkreis Lüchow-Dannenberg im äußersten Osten Niedersachsens. Die Stadt Dannenberg ist Mitgliedsgemeinde und Sitz der Samtgemeinde Elbtalaue.dannenberg.de

Geographie Geographische Lage mini|Thielenburger See Dannenberg liegt an der Jeetzel nahe deren Mündung in die Elbe, im Schnittpunkt der Naturräume Wendland und Altmark, Elbtalniederung und Lüneburger Heide. Um Dannenberg befinden sich das UNESCO-Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue und der Naturpark Wendland.Elbe. Obwohl die Stadt bis zur Gebietsreform von 1972 nicht direkt an der Elbe lag, trägt sie den Namenszusatz Elbe zur Unterscheidung von anderen gleichnamigen Orten.

Landschaft Der Hauptteil des Stadtgebietes liegt am Rand der Dannenberger Marsch, einer größerenteils eingedeichten und landwirtschaftlich genutzten Auenlandschaft der Elbe, die aber noch von zahlreichen Altarmen wie der „Tauben Elbe“, dem „Gümser See“ und dem unter Naturschutz stehenden „Penkefitzer See“ durchzogen ist. Hier sind viele seltene Tier- und Pflanzenarten wie beispielsweise die Rotbauchunke heimisch. Nordöstlich der Kernstadt und z. T. im Weichbild selbst (Ostsiedlung) befinden sich viele Bracks. Der Thielenburger See nahe am Stadtzentrum ist ein über 11 Hektar großer, in den 1980er-Jahren künstlich entstandener See.

In den im Westen gelegenen Ortsteilen (z. B. Riskau, Schmarsau, Neu Tramm) hat die Stadt darüber hinaus Anteil an den östlichen Ausläufern der Geestlandschaft des Drawehns. mini|hochkant|Der Waldemarturm

Jeetzel Die Stadt wird in Süd-Nord-Richtung von der Jeetzel durchflossen. Der Hauptteil der Wassermenge des Flusses fließt heute durch einen im Rahmen der Jeetzelmelioration entstandenen eingedeichten Flussarm (auch „Jeetzelkanal“), der ungefähr zwei Kilometer westlich des Stadtzentrums direkt an der Grenze zum Ortsteil Prisser verläuft. Der durch das Zentrum selbst verlaufende, den Amtsberg östlich umfließende ehemalige Hauptarm des Flusses trägt heute die Bezeichnung Alte Jeetzel. Er wird ungefähr zwei Kilometer nördlich der Innenstadt durch ein Schöpfwerk dem Jeetzelkanal zugeführt. Die beiden ehemaligen künstlichen Flussarme Mühlenjeetzel und Kleine Jeetzel, die ebenfalls das Zentrum durchflossen, wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verrohrt, der diese beiden verbindende Wallgraben zuvor zugeschüttet.

Zentralörtliche Funktion Dannenberg wird im Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises als Grundzentrum definiert, dem als Einzugsbereich das Gebiet der ehemaligen Samtgemeinde Dannenberg zugeordnet wird.Regionales Raumordnungsprogramm Landkreis Lüchow-Dannenberg. Die Stadt verfügt allerdings über Einrichtungen, die über das Angebot eines Grundzentrums hinausgehen, ein wesentlich größeres Gebiet bedienen und somit außerhalb des eigentlichen Einzugsbereiches liegende Orte mit den entsprechenden zentralen Gütern versorgen. Dieser Bereich erstreckt sich teilweise auf die ganze Samtgemeinde Elbtalaue (z. B. Gymnasium), den gesamten Landkreis (z. B. Amtsgericht) oder schließt – beispielsweise mit der Gegend um die mecklenburgische Stadt Dömitz – auch Gebiete außerhalb des Kreises (z. B. Fachärzte, Einzelhandel oder Krankenhaus) mit ein.

Nachbargemeinden Die Stadt Dannenberg grenzt an sechs Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Elbtalaue. Dies sind im Uhrzeigersinn gesehen die Gemeinden Damnatz (Nordost), Gusborn (Ost), Jameln (Süd), Karwitz (West), Göhrde und die Stadt Hitzacker (beide Nordwest). Lediglich zu den drei Mitgliedsgemeinden Langendorf, Neu Darchau und Zernien besteht keine gemeinsame Grenze. Im Bereich des Ortsteils Penkefitz im Norden der Stadt bildet die Elbe auf einer Strecke von etwa 2 km die Grenze zu der Gemeinde Amt Neuhaus des Landkreises Lüneburg.

Stadtgliederung Ortsteile und Wohnplätze der Stadt Dannenberg Die Stadt Dannenberg besteht seit der Gemeindegebietsreform von 1972 aus den nachfolgend aufgelisteten 28 Ortsteilen. Zusätzlich existieren fünf Wohnplätze. mini|Der Kuhmarkt in Dannenberg mit ehemaligem Feuerwehrhaus Breese in der Marsch Bückau Dambeck Dannenberg Groß Heide Gümse Klein Heide Liepehöfen Lüggau Nebenstedt Neu Tramm Niestedt Penkefitz Pisselberg Prabstorf Predöhlsau, bis 16. März 1936 PredöhlStatistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; S. 265. Prisser Riekau Riskau Schaafhausen Schmarsau Seedorf Seybruch Soven Splietau Streetz Tramm Tripkau

Wohnplätze der Stadt Dannenberg Breese Siedlung Neu Lebbien Pörmkehof Hof Riekau II Strachauer Rad

Die Gemeinde Prisser mit den Ortsteilen Niestedt, Schmarsau und Neu Lebbien wurde bereits 1971 eingemeindet. Vor 1972 gehörten Riekau (mit Hof II), Tramm und Neu Tramm zur Gemeinde Schaafhausen; Dambeck, Gümse, Seedorf und Breese Siedlung zu Breese in der Marsch; Seybruch zu Splietau und das Strachauer Rad zu Penkefitz.

Die Kernstadt Dannenberg ist heute mit einigen Ortsteilen zu einer Ortslage zusammengewachsen. Dies gilt für Nebenstedt, Prisser und die Breeser Siedlung sowie zunehmend für Breese in der Marsch, Lüggau, Niestedt und Schmarsau.

Gliederung der Kernstadt Das Gebiet der Kernstadt gliedert sich in vier Siedlungsbereiche, die allerdings keine politische oder verwaltungstechnische Funktion haben. Dies sind die Innenstadt mit der Vorstadt Lauben, die Ostsiedlung, die Westsiedlung und der Develang. Das durchgehende Siedlungsgebiet der Stadt ist sehr langgestreckt und misst in Südwest-Nordost-Ausdehnung mehr als drei Kilometer – wenn man die zum Weichbild der Stadt zählenden Ortsteile Schmarsau und Prisser im Westen sowie Nebenstedt im Osten hinzuzieht sogar knapp sechs Kilometer – bei einer in der Innenstadt gemessenen schmalsten Breite von weniger als 300 m.

Innenstadt und Vorstadt Lauben mini|hochkant|Die Fischerstraße (bis 1748 Judengasse), von der Langen Straße aus gesehen, ist die längste der Seitenstraßen mini|Fachwerkhaus in Dannenberg, Lange Straße 45, Ecke Fischerstraße Die Innenstadt Dannenbergs besteht im Kern aus einem einzigen Straßenzug, der bis zur Eröffnung der Dannenberger Südumgehung 1980 Teil der B 191 war. Er verläuft von Südwest nach Nordost und umfasst – beginnend am südwestlichen Ende – die Straßen und Plätze Prochaskaplatz, Mühlentor, Lange Straße, Am Markt und Marschtorstraße. Während der Markt zum ältesten Teil der Stadt gehört, sind die anderen Straßen Stadterweiterungen des 14. bis 16. Jahrhunderts. Der Markt und die wenigen ihn umgebenden Straßen liegen im Vergleich zum Rest des Straßenzugs etwas erhöht. Sie waren daher vom häufigen Hochwasser der Jeetzel weniger oder gar nicht betroffen. Dies gilt insbesondere für den Amtsberg. Von dem Straßenzug selbst gehen nur sehr wenige Seitenstraßen ab, die allesamt nur wenige Häuserbreiten lang sind: zwei von der Langen Straße (u. a. die Fischerstraße), eine vom Mühlentor und drei von der Marschtorstraße. Die weiter entfernten Gebiete liegen noch tiefer. Sie waren daher vom Hochwasser regelmäßig betroffen und bis zur Kanalisierung des Flusses unbebaubar. Dies hatte zur Folge, dass bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts die Stadt bei einer Länge von etwa 1500 m, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nur eine Breite von etwa 120 m hatte. In der Dannenberger Innenstadt befinden sich Gebäude aus der Zeit vom frühen 17. bis zum 21. Jahrhundert. Nach 1970 wurden südwestlich und nordöstlich jeweils eine Parallelstraße angelegt und die Innenstadt verbreitert. Außerhalb der eigentlichen Innenstadt schließt sich westlich die ehemalige Vorstadt Lauben an, die bei dem Bombenangriff 1945 großteils zerstört wurde.

Ostsiedlung mit Besenberg Am Ende der Marschtorstraße teilt sich der Straßenzug in die Bahnhofstraße (Richtung Ost; ehemals Teil der B 191) und die Gartower Straße (Richtung Südost; L 256), die beiden heutigen Hauptstraßen der Ostsiedlung. Sie ist eine Stadterweiterung, die in zwei Phasen ab der Eröffnung des Ostbahnhofs 1874 (1500 Meter östlich des Stadtzentrums) entwickelt wurde. Mit der Eröffnung des Bahnhofs und der kurz zuvor 1867 erfolgten Gründung des Kreises wurde eine Stadterweiterung notwendig die z. T. aus Nebenstedter Gebiet erfolgte. Der Teil an der Bahnhofsstraße wurde zu dieser Zeit bebaut und ist von Einfamilienhäusern, ehemaligen Verwaltungsbauten des Kreises und Stadtvillen aus der Gründerzeit geprägt. Der zweite Teil weiter südöstlich wurde erst nach 1950 entwickelt, um der auch durch Heimatvertriebene entstandenen Wohnungsknappheit zu begegnen. Dieser Bereich ist von dreigeschossigen Mietshäusern (teilweise in Eigentum einer Genossenschaft) und Einfamilienhäusern geprägt. An die Ostsiedlung schließt sich, nur durch die B 191 getrennt, der Ortsteil Nebenstedt an. In der Nähe, von der Ostsiedlung durch einen Sommerdeich getrennt, befinden sich das in den 1960ern gebaute Schwimmbad, der Campingplatz und ein erst ab 1990 entwickelter dritter Siedlungsteil.

Von der Innenstadt aus gesehen kurz vor der Ostsiedlung befindet sich eine kleine um 1936 als Volkswohnungen errichtete Einfamilienhaussiedlung „Am Besenberg“. Da dieser Bereich höher liegt, war hier die Bebauung schon vor der Jeetzelkanalisation möglich.

Westsiedlung Auch die Westsiedlung beginnt von der Innenstadt aus betrachtet mit einer Straßengabelung. Sie wird vom Prochaskaplatz ausgehend durch die Lüneburger (B 216) und die Lüchower Straße (ehemals B 191) begrenzt. Während die Lüneburger und der Beginn der Lüchower Straße von ein- bis zweigeschossiger Bebauung aus der Zeit um 1900 geprägt ist (teilweise mit kleinen ehemaligen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieben durchmischt), ist die eigentliche Siedlung fast komplett in der Zeit zwischen 1950 und 1975 entstanden. In ihr sind zwei Haustypen vorherrschend: zweigeschossige Einfamilienhäuser mit Satteldach und drei- bis fünfgeschossiger Mietwohnungsbau in Zeilenbauweise (ebenfalls teilweise in Genossenschaftseigentum). Letztere befinden sich insbesondere an der in der Mitte des Gebietes verlaufenden Kochstraße, die direkt auf den ehemaligen Bahnhof Dannenberg West zuführt. Ab der Einmündung der Kochstraße ist die Lüchower Straße wieder Teil der B 191. Am Nordrand der Siedlung steht die größte Grundschule der Samtgemeinde. Die Siedlung wird begrenzt von der Bahnlinie nach Uelzen und der kanalisierten Jeetzel, hinter der die Bebauung des Ortsteils Prisser beginnt.

Develang Der Develang ist nach dem Namen des ehemaligen städtischen Bürgerfelds benannt. Er wird durch die Lüchower Straße von der Westsiedlung getrennt und ist eine Neubausiedlung, die im Wesentlichen zwischen 1970 und 1990 bebaut wurde. Auch sie ist von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern in Zeilenbauweise geprägt, allerdings in wesentlich modernerer Ausführung. Der Develang ist die bevölkerungsreichste Siedlung der Stadt. Sie ist, da sie etwas tiefer liegt als die anderen Siedlungen, besonders stark vom Hochwasser der Jeetzel betroffen. Am Nordrand befinden sich Einrichtungen der Freiwilligen Feuerwehr, des DRK, mehrere Einkaufsstätten und Gewerbebetriebe. Abgesehen davon dienen der Develang wie auch die Westsiedlung von wenigen Ausnahmen abgesehen fast ausschließlich dem Wohnen.

Geschichte mini|Stadtansicht von Matthäus Merian aus der Zeit Dannenbergs als Sitz des Fürstentums, 1645; die ehemalige Burg ist mittlerweile zum Schloss Dannenberg umfunktioniert mini|Hochwassermarke vom 24. März 1888 Durch Ausgrabungen am Markt und am Schlossgraben konnte eine seit dem 9. Jahrhundert n. Chr. kontinuierliche Besiedlung Alt-Dannenbergs durch slawische (wendische) Bewohner nachgewiesen werden.

Die polabischen Namen für Dannenberg waren Weidars und Woikam.