mini|Hauptportal des Reutlinger Landratsamtes in der Bismarckstraße 47, Sitz der Landkreisverwaltung und des Kreistags

Der Landkreis Reutlingen ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Tübingen in Baden-Württemberg. Er bildet zusammen mit dem Landkreis Tübingen und dem Zollernalbkreis den Regionalverband Neckar-Alb.

Geographie

Lage Der Landkreis Reutlingen hat Anteil an der Schwäbischen Alb und am Albvorland. Im Südosten reicht das Kreisgebiet fast bis an die Donau. Die Höhenlage erstreckt sich von am Neckar in Mittelstadt bis auf dem Bolberg bei Willmandingen.

Orte Im Landkreis Reutlingen liegen ungefähr 185 Ortschaften (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe, Einzelhäuser und Häusergruppen).

Nachbarkreise Der Landkreis Reutlingen grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Esslingen, Göppingen (mit sehr kurzer Grenze), Alb-Donau-Kreis, Biberach, Sigmaringen, Zollernalbkreis, Tübingen und Böblingen.

Natur

Der Landkreis Reutlingen besitzt die nachfolgenden Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW, Stand: 19. Dezember 2024 stehen 1969,28 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 1,92 Prozent.

Bauenofen-Häulesrain-Tal: 40,0 ha; Gemeinde Hohenstein, Gemarkung Meidelstetten Blasenberg-Ringelesberg: 6,8 ha; Gemeinde Hohenstein, Gemarkung Eglingen Böttental: 44,8 ha; Gemarkung Mehrstetten Buttenhausener Eichhalde: 34,4 ha; Stadt Münsingen, Gemarkung Buttenhausen Digelfeld: 111,5 ha; Gemarkung Hayingen Echazaue: 50,0 ha; Gemarkung Pfullingen Eckenlauh-Weißgerberberg: 41,0 ha; Stadt Münsingen, Gemarkungen Münsingen und Trailfingen Eichholz: 17,0 ha; Gemeinde Hohenstein, Gemarkung Eglingen und Gemeinde Gomadingen, Gemarkung Dapfen Einwinkel: 8,6 ha; Stadt Reutlingen, Gemarkung Gönningen Geißberg: 25,1 ha; Gemeinde Hohenstein, Gemarkung Eglingen Goldland-Klausenberg: 117,3 ha; Gemarkung Dettingen an der Erms Greuthau: 192,0 ha; Gemeinde Lichtenstein, Gemarkung Honau Großer Stöckberg: 13,1 ha; Gemeinde Hohenstein, Gemarkung Oberstetten Halmberg: 10,0 ha; Gemeinde Hohenstein, Gemarkung Oberstetten Hochwiesen-Pfullinger Berg: 68,8 ha; Gemarkung Pfullingen Hohenäcker-Imenberg: 75,0 ha; Gemeinde Lichtenstein, Gemarkung Unterhausen Höhnriß-Neuben: 50,0 ha; Stadt Münsingen, Gemarkungen Dottingen und Rietheim Hüttenstuhlburren: 19,0 ha; Gemeinde Hohenstein, Gemarkung Eglingen Kälberberg-Hochberg: 60,0 ha; Stadt Münsingen, Gemarkungen Dottingen, Rietheim und Münsingen Krähberg-Kapellenberg: 4,0 ha; Gemeinde Hohenstein, Gemarkung Eglingen Kugelberg: 26,7 ha; Gemarkung Pfullingen Listhof: 123,0 ha; Gemarkung Reutlingen Nägelesfelsen: 13,4 ha; Gemarkung Bad Urach Ohnastetter Bühl: 6,3 ha; Gemeinde Sankt Johann, Gemarkung Ohnastetten Ruchberg: 24,3 ha; Gemeinde Sonnenbühl, Gemarkung Willmandingen Rutschen: 226,5 ha; Gemarkungen Dettingen an der Erms und Bad Urach Schaichtal: 467,8 ha, davon 133,2 ha im Landkreis Reutlingen; Gemeinde Walddorfhäslach, Gemarkungen Walddorf und Häslach Schandental: 98,0 ha; Gemarkung Mehrstetten Schopflochberg: 6,0 ha; Stadt Münsingen, Gemarkung Trailfingen Seetalhalde-Galgenberg: 136,5 ha; Stadt Münsingen, Gemarkungen Münsingen und Trailfingen Steinberg-Dürrenfeld: 92,2 ha; Gemeinde Hohenstein, Gemarkung Oberstetten Steinbuckel: 3,97 ha; Gemeinde Hohenstein, Gemarkung Eglingen Sulzeiche: 1,9 ha; Gemeinde Walddorfhäslach, Gemarkung Häslach Tannenhalde: 33,8 ha, davon 16,0 ha im Landkreis Reutlingen; Gemarkung Zwiefalten Taubenäcker: 10,2 ha; Stadt Reutlingen, Gemarkung Gönningen Unter Lauhern: 6,9 ha; Stadt Reutlingen, Gemarkung Gönningen Upfinger Ried: 5,8 ha; Gemeinde Sankt Johann, Gemarkung Upfingen Ursulahochberg: 9,0 ha; Gemarkung Pfullingen Wagenhals: 6,1 ha; Gemarkung Eningen unter Achalm Warmberg: 28,7 ha; Gemeinde Hohenstein, Gemarkung Oberstetten Wendelstein: 9,7 ha; Gemarkung Eningen unter Achalm Wonhalde-Spielberg: 118,1 ha; Gemeinde Lichtenstein, Gemarkung Unterhausen

Geschichte Der Landkreis Reutlingen geht zurück auf das württembergische Oberamt Reutlingen, das nach dem Übergang der ehemals freien Reichsstadt Reutlingen an Württemberg 1802 errichtet wurde. Schon vorher bestanden im heutigen Kreisgebiet die württembergischen Ämter Urach, Münsingen und Pfullingen, wobei Pfullingen bereits 1818 aufgelöst wurde. Die verbleibenden drei Oberämter wurden im Laufe der Geschichte mehrmals verändert. Ab 1810 gehörten sie zur Landvogtei auf der Alb, ab 1818 zum Schwarzwaldkreis (Reutlingen und Urach) bzw. Donaukreis (Münsingen). 1924 wurden beide Kreise aufgelöst und 1934 wurden die drei Oberämter in Landkreise umbenannt. 1938 wurde der Landkreis Urach aufgehoben und sein Gebiet auf die Kreise Reutlingen und Münsingen aufgeteilt.

Der Landkreis Reutlingen kam 1945 mit dem südlichen Teil des alten Landes Württemberg zur Französischen Besatzungszone und in der Folge zunächst zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern. Nach der Länderneugliederung 1952 im Südwesten gehörte der Landkreis zum Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern im Land Baden-Württemberg.

Bei der Kreisreform wurde der Landkreis Reutlingen am 1. Januar 1973 vergrößert, indem er die meisten Gemeinden des aufgelösten Landkreises Münsingen (die anderen kamen zum Alb-Donau-Kreis), drei Gemeinden des Landkreises Tübingen, die Gemeinde Upflamör des Landkreises Saulgau, die Gemeinde Steinhilben des Landkreises Sigmaringen, die Gemeinde Hörschwag des Landkreises Hechingen und die Gemeinde Grafenberg des Landkreises Nürtingen hinzugewann. Im Gegenzug gab er die Gemeinde Bronnen an den Landkreis Sigmaringen und die Gemeinde Gomaringen an den Landkreis Tübingen ab.

Vorher wurden die Gemeinden Sirchingen und Wittlingen am 1. April 1971 aus dem Landkreis Münsingen übernommen und in die Stadt Bad Urach eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kam die Stadt Trochtelfingen aus dem Landkreis Sigmaringen hinzu, wobei gleichzeitig das schon zuvor zum Landkreis Reutlingen gehörende Hausen an der Lauchert nach Trochtelfingen eingemeindet wurde. Die Gemeinde Hengen aus dem Landkreis Münsingen folgte zur Vergrößerung der Stadt Bad Urach am 1. Dezember 1972.

Die Gemeinde Hörschwag wechselte am 1. Juli 1974 aufgrund ihrer gleichzeitigen Eingemeindung nach Burladingen in den Zollernalbkreis und verließ somit den Landkreis Reutlingen nach anderthalb Jahren wieder.

Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Reutlingen noch 26 Gemeinden und den gemeindefreien Gutsbezirk Münsingen. Unter den 26 Gemeinden befinden sich sieben Städte und hiervon wiederum zwei Große Kreisstädte (Metzingen und Reutlingen). Größte Stadt des Kreises und jüngste Großstadt von Baden-Württemberg ist Reutlingen, kleinste Gemeinde (ohne Gutsbezirk Münsingen) ist Mehrstetten.

Am 1. Januar 2011 wurde der Gutsbezirk Münsingen um seine bewohnten Gebiete verkleinert. Dabei kam der Ort Breithülen zur Gemeinde Heroldstatt im Alb-Donau-Kreis.

Einwohnerstatistik rechts|mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Reutlingen (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Reutlingen, Alter und Geschlecht.)

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze). Datum Einwohner 31. Dezember 1973 236.383 31. Dezember 1975 234.648 31. Dezember 1980 237.679 31. Dezember 1985 240.939 25. Mai 1987 ¹ 244.246 31. Dezember 1990 258.927 Datum Einwohner 31. Dezember 1995 272.057 31. Dezember 2000 277.995 31. Dezember 2005 282.049 31. Dezember 2010 280.931 31. Dezember 2015 282.113 31. Dezember 2020 287.497 Konfessionsstatistik Der Anteil der evangelische und katholische Kirchenmitglieder im Kreis sinkt jährlich um einen Prozentpunkt. Gemäß dem Zensus 2022 waren am 25. Mai 2022 36,9 % der Einwohner evangelisch, 19,7 % (56.946) katholisch, und 43,5 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 15. August 2024

Laut kirchliche Statistik gab es am 31. Dezember 2021 55.185 Katholiken (zirka 19 % der Gesamtbevölkerung).Kirchliche Statistik 2021 Am 31. Dezember 2022 gab es 53.620 Katholiken (zirka 18,5 % der Gesamtbevölkerung).Kirchliche Statistik 2022 Am 1. Dezember 2023 gab es 52.305 Katholiken (zirka 18,0 % der Gesamtbevölkerung).Kirchliche Statistik 2023 Am 1. Dezember 2024 gab es 51.067 Katholiken.Diozese Rottenburg Stuttgart Kirchliche Statistik 2024, abgerufen am 2. Mai 2025

Politik Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet.

Kreistag Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt.

Ergebnisse früherer Kreistagswahlen Parteien und Wählergemeinschaften%2024Sitze2024%2019Sitze2019 %2014 Sitze2014 %2009 Sitze2009 %2004 Sitze2004 %1999 Sitze1999 %1994 Sitze1994 %1989 Sitze1989CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands23,61621,51528,482026,01929,32135,62333,42337,425FWFreie Wähler19,31820,21931,422232,024————————GRÜNEBündnis 90/Die Grünen16,8920,01210,92811,6812,079,9613,3811,57SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands12,9815,71018,291318,41320,11221,11321,31523,816AfDAlternative für Deutschland12,487,24————————————FDPFreie Demokratische Partei6,146,645,0838,166,355,544,635,23WiRWir in Reutlingen5,324,211,8911,10————————LINKEDie Linke3,424,523,4522,82————————PiratenPiratenpartei————0,4600,00————————WGWählervereinigungen————————31,12525,72224,62122,021REPDie Republikaner——————————2,212,91——Sonst.Sonstige————————1,2———————Gesamt1006710067100691007210070100691007110072Wahlbeteiligung58,5 %55,6 % 45,86 % 48,79 % 50,4 % 52,5 % 66,9 %— WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen.

Landrat Der Kreistag wählt den Landrat für eine Amtszeit von acht Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Die Landräte des früheren Landkreises Münsingen von 1945 bis 1972 sind im Artikel Landkreis Münsingen dargestellt. Die Oberamtmänner des früheren Oberamts Reutlingen ab 1807 sind im Artikel Oberamt Reutlingen dargestellt.

Die Landräte des Landkreises Reutlingen ab 1935: 1931–1936: Robert Barth 1937–1945: Max Knöpfle 1945–1947: Oskar Kalbfell (kommissarisch) 1947–1963: Hans Kern 1964–1985: Gerhard Müller 1985–2005: Edgar Wais (parteilos) 2005–2021: Thomas Reumann (parteilos) seit 2021: Ulrich Fiedler (parteilos)

Wappen Das Wappen wurde am 26. August 1980 durch das Regierungspräsidium Tübingen verliehen.

Blasonierung: „In Grün zwei goldene Schrägbalken, die außen jeweils von zwei kleinen sechsstrahligen goldenen Sternen begleitet sind; zwischen den Schrägbalken drei größere sechsstrahlige goldene Sterne.“

Die Kreisflagge in den Farben Gelb-Grün (Gold-Grün) wurde am 27. Oktober 1988 verliehen.

Der frühere Landkreis Reutlingen hatte kein Wappen. Er verwendete in seinen Siegeln ab 1939 lediglich die drei württembergischen Hirschstangen.