mini|Löningen, Blick auf die St.-Vitus-Kirche

Löningen ist eine Stadt im Landkreis Cloppenburg im Oldenburger Münsterland in Niedersachsen.

Geografie Geografische Lage Löningen liegt im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg zwischen Oldenburg und Osnabrück am Rande des Oldenburger Münsterlandes, eingebettet in das Urstromtal der Hase, zwischen dem Lastruper Geestrücken im Norden und dem Hahnenmoor im Süden. In altsächsischer Zeit war Löningen an der Hansestraße, der sogenannten Vlämischen Heerstraße (der heutigen Bundesstraße 213) gelegen, dem Mittelpunkt des Hasegaus.

Löningen grenzt im Südwesten an den Landkreis Emsland und im Südosten an den Landkreis Osnabrück.

Stadtgliederung Die Stadt Löningen besteht aus dem Ortskern Löningen sowie 30 kleineren Ortschaften. Dies sind

Löningen ist unterteilt in fünf Viertel und ein Wiek (Ortskern). Dies sind Wiek (Ortskern) Bunner Viertel Glübbiger Viertel Lodberger Viertel Überhäsiges Viertel Wachtumer Viertel

Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete Das Stadtgebiet von Löningen gehört hydrologisch zum Einzugsgebiet der Hase und damit zum Flusssystem der Ems. Das Stadtgebiet wird von mehreren Fließgewässern, Altarmen der Hase sowie stehenden Gewässern geprägt.

Die Hase ist das zentrale Fließgewässer. Sie durchquert die Stadt in ost-westlicher Richtung und prägt wesentlich den Wasserhaushalt, die Landschaft sowie den Hochwasserschutz. Im Stadtgebiet existieren mehrere Altarme der Hase, die als ökologisch wertvolle Feuchtlebensräume fungieren und fischereilich genutzt werden.

Die Südradde ist ein rechter Nebenfluss der Hase und verläuft nördlich von Löningen. Sie mündet rund 4–5 km nordwestlich des Stadtzentrums in die Hase.

Die Mittelradde ist ein weiterer Nebenfluss der Hase und bildet gemeinsam mit der Südradde die natürliche Abgrenzung des Ortsteils Wachtum.

Kleinere Fließgewässer im Stadtgebiet oder in der Nähe sind der Löninger Mühlenbach und der Haselünner Bach. Diese spielen vor allem für Entwässerung, Hochwasserschutz und lokale Ökosysteme eine Rolle.

Der Elberger See ist ein künstlich angelegter See im Stadtgebiet von Löningen. Er dient heute unter anderem der Naherholung und Fischerei und weist eine maximale Tiefe von über 9 Metern auf.

Das Moorgebiet im Tal der Südradde ist eines der größten zusammenhängenden Moorareale im südlichen Landkreis Cloppenburg. Es erstreckt sich über Teile der Gemeinden Lindern, Lastrup und Löningen. Das Gebiet besteht überwiegend aus Niedermoorflächen und wird heute vor allem landwirtschaftlich genutzt. Große Flächen sind als FFH-Gebiet und Landschaftsschutzgebiet (LSG CLP 050) ausgewiesen.

Das Moorgebiet im Bäke-Tal liegt teilweise im Stadtgebiet von Löningen und umfasst überwiegend Niedermoorstandorte mit Feuchtgrünlandnutzung. Es besitzt eine hohe Bedeutung für den regionalen Wasserhaushalt, den Klimaschutz und die Biodiversität.

Das Naturschutzgebiet Hahnenmoor (NSG WE 054) ist südlich des Stadtgebietes gelegen. Es gehört zu den landschaftsprägenden Moorgebieten im Hase-Urstromtal. Es stellt einen wichtigen Bestandteil des regionalen Feuchtgebietsverbundes dar.

Das Naturschutzgebiet Bunner Masuren (NSG WE 229) liegt im östlichen Stadtgebiet von Löningen und umfasst rund 89 Hektar. Es handelt sich um ein Niederungs-Feuchtgebiet im Hase-Tal mit Erlenbruchwäldern, Feuchtgrünland, Sümpfen und offenen Wasserflächen. Das Gebiet steht seit 1998 unter Naturschutz und dient dem Erhalt artenreicher Feuchtbiotope.

Entlang der Hase befinden sich mehrere Auenbereiche mit Feuchtwiesen, Altarmen und Bruchwäldern, die als wichtige Lebensräume für wassergebundene Tier- und Pflanzenarten gelten und eine zentrale Rolle im natürlichen Hochwasserschutz spielen. Wasserwirtschaft

Die Große Hase trat auf dem Gebiet der heutigen Stadt Löningen im 20. und im 21. Jahrhundert immer wieder bei spektakulären Hochwasserereignissen über die Ufer. Außerordentliche Hochwasserereignisse gab es auf der Hase nach 1950 am 15. März 1981, am 3. Januar 1987, am 2. November 1998 und am 26. Dezember 2023.

Die größten Schäden auf dem Gebiet Löningens richtete das Märzhochwasser 1981 an. Rund 5000 Hektar des Löninger Gemeindegebiets – rund ein Drittel der Fläche Löningens – wurden durch rund 50 Millionen Kubikmeter Wasser überflutet. Das Wasser floss mit rund 110 Kubikmetern pro Sekunde durch die Hase und sorgte für hohe Schäden. Während des Weihnachtshochwassers 2023/2024 kam es am 26. Dezember 2023 bei der Düenkamper Brücke in Ehren zu einem Deichbruch, infolge dessen überwiegend landwirtschaftliche Nutzflächen überschwemmt wurden.

Als Hauptursachen der besonderen Gefährdung des Umlands der Hase bei Löningen wurden von Wissenschaftlern erkannt: Der Staueffekt als Folge der hohen Geschwindigkeit heranfließender Wassermassen durch den Kanalcharakter der Neuen Hase (des Essener Kanals) und der Lager Hase, denen auf diesem Abschnitt kaum Retentionsflächen zur Reduzierung des Pegelstandes zur Verfügung standen bzw. noch stehen. Eine lange Dauer des Einwirkens des Hochwasser führenden Flusses führt zu Staueffekten im Grundwasser, denen der Weg auf das zeitweilig höher gelegene Niveau des Flussbettes versperrt ist – mit der Folge eines Anstiegs des Grundwasserspiegels und der Gefahr der Einwirkung des Grundwassers auf Bauwerke von der Seite und von unten, und zwar bei Deichen und anderen Bauwerken aller Art. Ein anhaltend hoher Grundwasserspiegel behindert zudem das Durchsickern von Wasser auf auch durch den Regen selbst durchnässten Böden und fördert in ungünstigen Lagen lange Perioden mit Staunässe. Die unzureichende Beschaffenheit von Deichen und der Flussbetten der Hase und ihrer Nebenflüsse. Die Hase versandet bei Löningen besonders schnell.

Die (Wieder-)Herstellung von Auen ist eine der Hauptaufgaben des Haseauenvereins. Im Hinblick auf die Entlastung Löningens von sehr hohen Pegelständen bei Hochwasser ist die Anlage einer 46 ha großen Retentionsfläche in Rüsfort bis 2022 von großer Bedeutung. Auch die Anlage einer 2 ha großen Sekundärauenlandschaft auf 400 Metern neben dem Gewässerverlauf der Großen Mühlenhase soll u. a. dazu dienen, den Druck auf den Essener Kanal und die Große Hase bei Hochwasserereignissen zu verringern. Demselben Zweck dient eine Vielzahl von Renaturierungsmaßnahmen des Haseauenvereins in deren „Region Essen-Löningen-Vechta“.

Holger Schüttrumpf, Inhaber des Instituts für Wasserbau und Wasserwirtschaft an der RWTH Aachen, kritisiert, dass Deiche an kleineren Flüssen in Deutschland generell keine Drei-Zonen-Deiche seien. „Wenn das Wasser am Deich steht, dann sickert es in den Deichkörper rein. Dadurch verändert sich die Festigkeit des Deichs, der Deich weicht auf und es kann zu Verformungen kommen.“ Der Wasserbau-Ingenieur hält die Binnenlanddeiche im Allgemeinen für hoch genug, plädiert aber für eine Grundsanierung der gefährdetsten Deiche. Insbesondere helfen gegen Aufweichungseffekte durch lang anhaltende Wassereinwirkungen auf Deiche Schüttrumpf zufolge nur Drei-Zonen-Deiche. Den Ansatz des Haseauenvereins bewertet Schüttrumpf als im Prinzip richtig: „Ein Deich muss vor Städten, Kommunen, Dörfern gebaut werden. Da schützt er die Werte. Im ländlichen Gebiet muss man dem Fluss Raum geben, mit Auen oder Polderflächen.“

Besonders im Bereich Löningen ist der Prozess der Versandung der Hase stark ausgeprägt. Sandablagerungen behindern den Abfluss des Hasewassers. Mit dem Einbau von Buhnen im Hasebett soll der Versandungsprozess verlangsamt werden.

Untergrundverhältnisse Löningen liegt in der Norddeutschen Tiefebene und gehört geologisch zur Cloppenburger Geest. Der Untergrund ist geprägt durch eiszeitliche Lockersedimente des Quartärs, die während der Elster-, Saale- und Weichsel-Kaltzeit abgelagert wurden. Diese bestehen überwiegend aus Sand, Kies, Schluff und Geschiebelehm. Die oberflächennahen Schichten werden meist von feinsandigen bis lehmigen Sedimenten gebildet, die lokal von moorigen Ablagerungen überlagert sein können. Darunter folgen mächtigere sandige und kiesige Schichten, die gute hydraulische Eigenschaften aufweisen und als Grundwasserleiter fungieren. In größerer Tiefe schließen tertiäre Ton- und Mergelschichten an, die als Grundwasserstauer wirken. Hydrogeologisch befindet sich Löningen innerhalb eines ausgedehnten Porengrundwasserleiter-Systems der nordwestdeutschen Geestlandschaft. Die wasserführenden Horizonte sind in mehrere Grundwasserstockwerke gegliedert. Der oberflächennahe, ungespannte Grundwasserleiter liegt in sandigen Sedimenten des Quartärs. Er beginnt in der Regel in einer Tiefe von etwa 2 bis 6 m. Dieser Aquifer wird direkt durch Niederschlagsversickerung gespeist und reagiert entsprechend sensibel auf klimatische Schwankungen. Ein tiefer liegender, ergiebiger Grundwasserleiter befindet sich in regional verbreiteten Sand- und Kiesschichten in etwa 25 bis 30 m Tiefe. Dieser Aquifer ist meist durch bindige Deckschichten hydraulisch vom oberen Stockwerk getrennt und besitzt eine deutlich stabilere Wasserführung. Er wird bevorzugt zur öffentlichen Trinkwasserversorgung genutzt.

Klima Es herrscht durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee beeinflusstes gemäßigtes Seeklima. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Löningen 8,5 bis 9,0 °C und es fallen rund 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20 bis 25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Geschichte Nachdem ab 780 n. Chr. von Karl dem Großen neun Missionssprengel zur Christianisierung der unterworfenen Sachsen errichtet worden waren, wurden von der Missionszelle Visbek aus durch Abt Gerbert Castus – den „Apostel des Oldenburger Münsterlandes“ – die ersten Kirchengemeinden in der Umgebung gegründet.. Abgerufen aus dem Webarchiv am 3. Oktober 2017. Zu diesen zählte im Hasegau die Gaukirche Löningen.. Abgerufen am 11. Oktober 2013.

Geschichtlich trat Löningen 822 namentlich erstmals als Loingo in Erscheinung. Der Name Löningen wurde erstmals 1147 in einem Brief an den Bischof von Hildesheim erwähnt. Zu dieser Zeit gehörte das Gebiet von Löningen zum Kloster Corvey. Ab 1200 unterstand es dem Grafen von Tecklenburg. Das Hochstift Münster herrschte ab dem Friedensvertrag von 1400 mit dem Grafen Nikolaus II. von Tecklenburg über das Gebiet.

Zur Zeit der Reformation war unter Bischof Franz von Waldeck Löningen rund 70 Jahre von 1543 bis 1613 lutherisch geprägt. In jener Zeit wirkte in dieser Region der evangelische Reformator Hermann Bonnus. Im Zuge der Gegenreformation unter Bischof Ferdinand von Bayern wurde die Region rekatholisiert.

Im Jahre 1803 endete die kirchliche Herrschaft und Löningen kam zum Herzogtum Oldenburg. Von 1811 bis 1813 gehörte Löningen zum Arrondissement Quakenbrück. Nach der Völkerschlacht von Leipzig fiel es an Oldenburg zurück.Jansen: Löningen in Vergangenheit und Gegenwart, 1998, S. 35 ff. Im Jahre 1814 wurde das Herzogtum Oldenburg in 25 Ämter unterteilt. Eines davon wurde Löningen. Zu diesem Amt gehörten neben der Stadt Löningen die heutigen Gemeinden Essen (Oldenburg), Lastrup und Lindern (Oldenburg). Das Amt Löningen wurde 1879 aufgelöst und dem Amt Cloppenburg zugeteilt. Löningen behielt aber noch sein Amtsgericht. Beim „Grossen Brand“ von 1875 wurden 36 Häuser im Löninger Zentrum am Gelbbrink zerstört.Töne Kramer: Löninger Chronik in Bildern. Grosser Brand, Seite 70