Französisch (Eigenbezeichnung: , ) gehört zu der romanischen Gruppe des italischen Zweigs der indogermanischen Sprachen. Damit ist diese Sprache unter anderem mit dem Italienischen, Spanischen, Okzitanischen, Katalanischen, Portugiesischen und Rumänischen näher verwandt.

Französisch wird von etwa 235 Millionen Menschen täglich verwendet und gilt als Weltsprache, da es von rund 321 Millionen Sprechern auf allen Kontinenten in über 50 Ländern gesprochen wird.La langue française dans le monde 2010. La Francophonie, abgerufen am 24. Januar 2013 (französisch).

Französisch ist unter anderem Amtssprache in Frankreich und seinen Überseegebieten, in Kanada, Belgien, der Schweiz, in Luxemburg, im Aostatal, in Monaco, zahlreichen Ländern West- und Zentralafrikas sowie in Haiti, während es im arabischsprachigen Nordafrika und in Südostasien als Nebensprache weit verbreitet ist. Zudem ist es Amtssprache der Afrikanischen Union und der Organisation Amerikanischer Staaten, eine der Amtssprachen der Europäischen Union und eine der sechs Amtssprachen sowie neben Englisch Arbeitssprache der Vereinten Nationen, weiterhin Amtssprache des Weltpostvereins.

Französisch ist die fünftmeistgesprochene Sprache der Welt, im Internet wird sie am vierthäufigsten verwendet, außerdem wird sie weltweit am zweithäufigsten als Fremdsprache erlernt. Im Jahr 2050 werden nach Angaben der OIF weltweit rund 700 Millionen Gesamtsprecher leben.

Auf die französische Sprache wirken normierend ein die Académie française, die sogenannte Loi Toubon (ein Gesetz zum Schutz der französischen Sprache in Frankreich), das Office québécois de la langue française (eine Behörde in Québec), der Service de la langue française (eine belgische Institution zur Pflege der französischen Sprache) sowie die Délégation générale à la langue française et aux langues de France.

Verbreitung Französisch in Europa mini|Französisch in Frankreich und in angrenzenden Gebieten Französisch wird in Europa vor allem in Frankreich selbst, aber auch in Teilen Belgiens (Belgisches Französisch), der Westschweiz (Schweizer Französisch), in Luxemburg, im Aostatal (Italien) und in Monaco gesprochen. In all diesen Ländern bzw. Regionen ist Französisch (ko-)offizielle Amtssprache; in den englischen Kanalinseln sowie in Andorra ist die Sprache auch verbreitet, jedoch ohne offiziellen Status als Amtssprache. Im (von der EU unabhängigen) Europarat ist Französisch Arbeitssprache.

Nach der Eurostat-Studie „Die Europäer und ihre Sprachen“Europäische Union: , (PDF-Datei, auf Englisch, Zugriff am 6. Sep. 2006; 148 kB). im Jahr 2005 in den damaligen 25 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, sprachen 11 % der EU-Bürger Französisch als Fremdsprache. Dieser Wert hat sich auch in Folgeumfragen in den Jahren 2012 und 2023 nicht geändert, wohingegen der Anteil des Deutschen als Fremdsprache leicht absank auf 10 %. Somit verdrängte Französisch das Deutsche zwar knapp als zweitmeist gesprochene Fremdsprache der EU, doch bleiben beide Sprachen weit hinter dem Englischen (47 %). In Bezug auf die Gesamtsprecherzahl, also unter Einbeziehung der Muttersprachler (15 % Französisch, 19 % Deutsch), liegt Französisch weiterhin auf Platz 3 (siehe untenstehende Tabelle).

+ Prozentanteil der drei meistgesprochenen Sprachen in der Europäischen Union 2023(einschließlich Differenz zu EU27 ohne UK im Jahr 2012) Sprache als Muttersprache als Fremdsprache Gesamt Englisch 2 % (±0) 47 % (+5) 49 % (+5) Deutsch 19 % (+3) 10 % (−2) 29 % (+1) Französisch 15 % (+3) 11 % (±0) 26 % (+3)

Auch in den Institutionen der EU hat Französisch eine relativ hervorgehobene Rolle. Frankreich, Belgien und Luxemburg sind Gründungsmitglieder der Organisation und mehrere EU-Organe befinden sich in den hauptsächlich französischsprachigen Städten Brüssel, Straßburg und Luxemburg. Französisch ist ebenfalls die traditionelle interne Arbeitssprache des Europäischen Gerichtshofs, des judikativen Organs der EU. Obwohl im Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission offiziell alle 24 Amtssprachen als Arbeitssprachen gelten, wird im internen Verkehr vor allem Englisch, Französisch und Deutsch verwendet. Dies betrifft spezifisch die Publikation von Pressemitteilungen und Volksbefragungen, welche immer zumindest in diesen drei Sprachen vorliegen müssen. Für ihre täglichen Kurznachrichten sowie die Verdolmetschung ihrer mittäglichen Briefings stellt die EU-Kommission zwar offiziell ein Angebot in Englisch und Französisch sicher, tatsächlich sind aber fast alle Mitteilungen ausschließlich auf Englisch mit maschinenübersetzten Versionen auf Französisch und Deutsch.Europäische Kommission – Sprachenregelung der KommissionEuropäische Kommission – Pressraum Bis 2023 wurde als Einstellungskriterium für Mitarbeiter der Europäischen Kommission auch gute Kenntnisse entweder in Englisch, Französisch oder Deutsch vorausgesetzt, was jedoch aufgrund einer von Italien und Spanien geführten Klage vor dem Europäischen Gerichtshof fallen gelassen werden musste.European Civil Society Platform for Multilingualism – English, French or German can no longer be described as EU’s main working languages Generell dominiert auch nach dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs in der internen und externen Kommunikation das Englische bzw. ein simplifiziertes „Euro English“ unter EU-Politikern sowie der gesamten EU-Bevölkerung – ein Umstand, der sowohl von politischen Beobachtern als auch von französisch- bzw. deutschsprachigen Politikern wiederholt kritisiert wurde.Goethe Institut Canada – The European Language Question and the Use of German in the EUEuractiv.com – The Brief – War of the lingua francaPolitico – Ursula von der Leyen’s speech shows English still dominates

Französisch in der Welt mini|hochkant=1.5|links|Französisch als Amtssprache mini|links|hochkant=1.5|Proportionaler Anteil von Sprechern mini|links|Englisch-französisches Stoppschild am Colline du Parlement in Kanadas Hauptstadt Ottawa mini|links|Dreisprachiges Schild der algerischen Stadt Isser (Arabisch, Berberisch und Französisch) mini|links|

Französisch auf internationaler Ebene Die französische Sprache gilt als Weltsprache, sie wird auf allen Kontinenten der Erde verwendet und ist Amtssprache zahlreicher wichtiger internationaler Organisationen. Französisch gilt auch im globalisierten Zeitalter, in dem viele gesellschaftliche Bereiche von der englischen Sprache dominiert werden, immer noch als zweite Sprache der Diplomatie.

Französisch ist Amts- bzw. Verkehrssprache der Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten, des Weltpostvereins (UPU), von Interpol, des Internationalen Olympischen Komitees, der FIFA, der UEFA, der Lateinischen Union, von Reporter ohne Grenzen, von Ärzte ohne Grenzen, der Welthandelsorganisation, der Internationalen Organisation der Frankophonie und von vielen weiteren Institutionen und Organisationen.

Rolle des Französischen in einzelnen Ländern Außer in den Ländern, in denen Französisch als Amtssprache gilt, wie zum Beispiel in den Überseegebieten Frankreichs und Staaten Afrikas, der Antillen und Ozeaniens, wird es in vielen ehemaligen Kolonien Frankreichs und Belgiens als Verkehrs- und Kultursprache gesprochen. In den Staaten des Maghreb ist Französisch als Unterrichts- und Kultursprache erhalten geblieben.

In den Vereinigten Staaten gibt es französischsprachige Minderheiten vor allem in Maine und Louisiana, in geringerem Maße auch in New Hampshire und Vermont. Siehe auch: Französische Sprache in den Vereinigten Staaten.

In der kanadischen Provinz Québec spricht die überwiegende Mehrheit der Menschen Französisch als Muttersprache. Das Quebecer Französisch unterscheidet sich in Bezug auf Grammatik, Aussprache und Vokabular nur in geringem Maße vom Standardfranzösischen. Kleinere französischsprachige Minderheiten gibt es in Ontario, in Alberta, im Süden von Manitoba, im Norden und Südosten von New Brunswick/Nouveau-Brunswick (Neubraunschweig) und im Südwesten Nova Scotias (Neuschottland). Über 20 Prozent der Kanadier sind französische Muttersprachler, und Französisch ist neben dem Englischen gleichberechtigte Amtssprache (siehe auch Frankophone Kanadier, Französisch in Kanada).

mini|Verteilung der muttersprachlichen Französischsprecher weltweit (2026)

In Mauritius,. Mauretanien,. Laos, Kambodscha, Vietnam, dem Libanon,. auf den Kanalinseln und in Andorra wird die französische Sprache in unterschiedlichem Maße als Bildungs- und Verwaltungssprache verwendet.

Sprachvarianten der französischen Sprache mini|Französische Dialekte (gelbliche, grüne und blaue Farbtöne) und andere Sprachgruppen in Frankreich Französisch ist eine indogermanische Sprache und gehört zu den galloromanischen Sprachen, die in zwei Gruppen unterteilt werden: die langues d’oïl im nördlichen Frankreich und Belgien und die langues d’oc im Süden Frankreichs.

Hierbei ist der Status, was dabei Dialekt und was eigenständige Sprache ist, umstritten. Meistens spricht man von zwei Sprachen und deren jeweiligen Dialekten (im Französischen oft als Patois bezeichnet). Das Französische wird den langues d’oïl zugeordnet und geht auf eine Mundart aus der Île-de-France zurück, der weiteren Umgebung der Hauptstadt Paris.

Sie grenzen sich von den langues d’oc ab, die südlich des Flusses Loire verbreitet sind und eine eigene Sprache darstellen. Die Unterscheidung bezieht sich auf die Form für „ja“ (oc im Süden, < lat. hoc; oïl im Norden, < lat. hoc ille). Zudem ist bei den langues d’oc, die zusammenfassend auch als Okzitanisch bezeichnet werden, der romanische Charakter stärker, während bei den langues d’oïl der Einfluss des altfränkischen Superstrats zu erkennen ist.

Daneben gibt es das Frankoprovenzalische, das mitunter als selbständig gegenüber den anderen beiden galloromanischen Sprachen eingestuft wird. Da es allerdings keine Hochsprache entwickelt hat, wird es auch als Dialekt der langues d’oc angesehen.

Der Gruppe der Oïl-Sprachen zugerechnet wird in der Regel auch das Jèrriais, eine Varietät auf der Kanalinsel Jersey, die sich durch die isolierte geographische Lage strukturell von den Festlandvarietäten unterscheidet.

In vielen afrikanischen Ländern wird Französisch als Zweitsprache gelernt und auch als Amtssprache verwendet (siehe auch Frankophones Afrika). In diesen Ländern ist die Sprache häufig durch einen Akzent, einen spezifischen Wortschatz und grammatische sowie pragmatische Besonderheiten gekennzeichnet.

Aus dem Französischen haben sich außerdem in den ehemaligen (vor allem karibischen) Kolonialgebieten verschiedene französisch geprägte Kreolsprachen herausgebildet. Diese werden wegen ihrer vom Standardfranzösischen stark abweichenden Struktur jedoch meist als eigene Sprachgruppe und nicht als französische Varietät angesehen, wie zum Beispiel Haitianisch-Kreolisch.

Der Kreis der galloromanischen Sprachen:

Langues d’oïl (französisch) Gallo, Normannisch, Frainc-Comtou, Wallonisch, Picardisch, Lothringisch, Champenois Frankoprovenzalisch (Arpitanisch) Langues d’oc (Okzitanisch) Provenzalisch, Languedokisch, Gaskognisch, Auvergnatisch

Geschichte der französischen Sprache mini|Gallien zur Zeit Gaius Iulius Caesars (58 v. Chr.) In Gallien gab es drei große Völker mit eigenen Sprachen: die Kelten (die von den Römern Gallier genannt wurden), die Aquitanier im Südwesten und die Belger im Norden. Die Romanisierung erfolgte in zwei Schritten. Die lateinische Sprache gelangte mit der Einrichtung der römischen Provinz Gallia Narbonensis nach Südfrankreich, beginnend mit der Gründung der Festung Aquae Sextiae (120 v. Chr., heute Aix-en-Provence) und der Siedlung Colonia Narbo Martius (118 v. Chr., heute Narbonne). Ab 58 v. Chr. eroberte Gaius Iulius Caesar Nordgallien im Gallischen Krieg. Anschließend verbreitete sich das Lateinische im ganzen Land.

Substrateinfluss des Gallischen