Die S-Bahn St. Gallen ist ein als S-Bahn ausgestaltetes Eisenbahnnetz in der Ostschweiz mit zentralem Knotenpunkt im Bahnhof St. Gallen. Die S-Bahn St. Gallen wurde im Jahr 2001 eingeführt und ist Teil des Ostwind Tarifverbunds (OTV), worin alle Ostschweizer Bus- und Bahngesellschaften zusammengeschlossen sind. Bis Dezember 2013 wurde unter dem Projektnamen S-Bahn St. Gallen 2013 das Angebot erheblich ausgebaut. Hierbei war das Ziel die Verwirklichung des 30-Minuten-Takts an allen grösseren Bahnhöfen im Kanton St. Gallen sowie des 15-Minuten-Takts in der Agglomeration St. Gallen. Analog zur S-Bahn Zürich wurde das Angebot in kleineren Schritten, sogenannten Teilergänzungen, erweitert. Die meisten Linien der S-Bahn St. Gallen sind zumindest teilweise auch Teil der S-Bahn Bodensee. Angrenzende S-Bahnnetze sind die S-Bahnen Chur, Vorarlberg, Zürich und Schaffhausen.

Liniennetz mini|Stadler FLIRT der SOB bei Buchs mini|Bahnhof St. Gallen mit damaliger S8 nach Schaffhausen und der S1 nach Wil mini|S7 in Rorschach mini|Thurbo-GTW als S7 in Bregenz. Links das Hauptpostamt, rechts die Seeanlagen Die 18 Linien in den sieben Ostschweizer Kantonen verbinden die regionalen Zentren mehrheitlich im Halbstundentakt und stellen Anschlüsse auf Linienbusse und Fernverkehr her.«S-Bahn Kanton St.Gallen.» Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 26. März 2021 Der Ausbau der Infrastruktur ermöglichte eine Erhöhung um rund 30 Prozent des Zugangebots im Kanton St. Gallen. Allerdings konnte ab St. Gallen in Richtung Sargans der exakte Viertelstundentakt mit drei S-Bahnen stündlich bis St. Margrethen und deren zwei bis Altstätten nicht vollständig verwirklicht werden. Auch auf der Achse Herisau – St. Gallen – Wittenbach ist der exakte Viertelstundentakt nur in den Hauptverkehrszeiten mit vier S-Bahnen je Stunde umgesetzt worden. Ausserhalb der Hauptverkehrszeiten verkehren in Richtung Herisau stündlich drei und in Richtung Wittenbach zwei S-Bahnen.Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons St. Gallen, , abgerufen am 6. November 2011. Auch zwischen St. Gallen und Gossau wird der fehlende 15-Minuten-Takt kritisiert. Zwar verkehren vier S-Bahn-Züge pro Stunde, doch die S1 Schaffhausen – St. Gallen – Wil und die S5 St. Margrethen – St. Gallen – Weinfelden folgen sich hintereinander. Ein Viertelstundentakt würde ein drittes Gleis zwischen St. Gallen Winkeln und Gossau benötigen, dessen Kosten-Nutzen-Verhältnis der Bund als negativ beurteilt.David Gadze: In St.Gallen bleibt die S-Bahn eine Sorgenbahn. In: St. Galler Tagblatt (online), 1. März 2019. Im Süden des Kantons konnte im Bereich Altstätten – Uznach der Stundentakt durch einen Halbstundentakt abgelöst werden, was einer Verdoppelung des Angebots entspricht.

Während die meisten Bahnhöfe deutlich besser bedient werden, bedeutet der allgemeine Ausbau für einige kleinere, schlecht frequentierte Bahnhöfe eine Angebotsreduktion. Dies betrifft insbesondere Trübbach, Weite und Räfis-Burgerau zwischen Buchs und Sargans sowie Algetshausen-Henau und Schwarzenbach. Diese Reduktion im Bahnverkehr, die fehlenden Kapazitäten für zusätzliche Züge geschuldet ist, wurde durch eine gezielte Verbesserung im Busverkehr ausgeglichen.

Im überregionalen Verkehr wurde durch den Ausbau des Rheintal-Express St. Gallen – Chur um elf Minuten beschleunigt, da verschiedene kleinere Orte nur noch durch das ausgebaute S-Bahn-Angebot bedient werden. Hierdurch können zusätzlich deutlich bessere Anschlusszeiten an den Fernverkehr in Sargans, Landquart und St. Gallen erzielt werden. Darüber hinaus wurde der Rheintal-Express 2013 bis zur Auflösung 2018 bis nach Wil verlängert, um den überregionalen Verkehr auch auf dieser Strecke auszubauen. Durch eingesparte Halte erfuhr auch der Voralpenexpress St. Gallen – Luzern eine geringe Beschleunigung. Da hier jedoch keine infrastrukturseitige Beschleunigung verwirklicht wurde bleibt der Fahrzeitgewinn mit drei Minuten bescheiden.

Es war geplant, die S3 stündlich bis nach Bregenz zu verlängern. Somit wäre erstmals eine durchgehende Bahnverbindung zwischen St. Gallen und der Vorarlberger Landeshauptstadt entstanden, vom nur im Zweistundentakt fahrenden Eurocity Zürich – München abgesehen.ORF, Bahnfahren in Nachbarstaaten wird erleichtert, abgerufen am 3. Mai 2012. Praktisch konnte mit dem Fahrplan 2014 aber nur ein schlanker Anschluss in St. Margrethen ermöglicht werden. Die tatsächliche Durchbindung sollte mit der Erstellung des Doppelspurabschnitts Goldach – Rorschach Stadt 2018 eingeführt werden,Kanton St. Gallen, Kantonsratsbeschluss über das Programm zur Förderung des öffentlichen Verkehrs in den Jahren 2014 bis 2018 (PDF) abgerufen am 7. Dezember 2014. scheiterte jedoch an der fehlenden Zulassung der Thurbo-Züge in Österreich.Christoph Zweili: Bahnausbau 2035: Die lange Fahrt zur S-Bahn ohne Grenzen im Bodenseeraum. In: St. Galler Tagblatt (online), 21. Mai 2019 2019 signalisierte der Freistaat Bayern, die Kosten der Verlängerung der S-Bahn-Linie S7 Weinfelden – Rorschach über Bregenz nach Lindau zu übernehmen. Die S7 soll zweistündlich zwischen Rorschach und Lindau im Wechsel mit dem Eurocity Zürich – München verkehren.Christoph Zweili: Dank der Kostenzusage aus Bayern wird die Bodensee-S-Bahn konkret: Thurbo verhandelt bereits mit den ÖBB. In St. Galler Tagblatt (online), 23. August 2019 Seit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2021 werden an Wochenenden im Zweistundentakt acht Zugpaare der Linie S7 über St. Margrethen und Bregenz bis Lindau-Reutin durchgebunden. Die Planungen sehen vor, ab 2023 dieses Angebot auf einen täglichen Betrieb auszuweiten.

Zum Fahrplanjahr 2022 wurde die S1 Wil – St. Gallen mit der früheren S8 nach Schaffhausen durchgebunden. Gleichzeitig entstand die Durchmesserlinie S5 mit der Durchbindung der S5 Weinfelden – St. Gallen und der S3 St. Gallen – St. Margrethen.

Liniennetzplan seit Fahrplanwechsel 2013 S-Bahn-Linien 2024S-Bahn-St.-Gallen 2023, Liniennetzplan S-Bahn St.Gallen. Fahrplanjahr 2023. 2013–2018: Nesslau-Neu St. Johann – St. Gallen war Teil der S8 Ausgebautes Bahnangebot am Obersee zum Fahrplanwechsel. In: Nau, abgerufen am 10. Dezember 2023bis 2022/23 Ringlinie St. Gallen – Sargans – Uznach (Richtungswechsel) – St. Gallen bis Fahrplanjahr 2018 nur Wil – Weinfelden, seither nach Romanshorn verlängert seit Fahrplanjahr 2024 S21 bediente bis zum Fahrplanwechsel 2018/19 die Strecke St. Gallen – Trogen, S22 die Strecke St. Gallen – Gais – Appenzell S-Bahnlinien vor 2022S-Bahn-St.-Gallen 2015, Liniennetzplan (PDF; 2 MB) Fahrplanjahr 2015. RegioExpress im S-Bahn-Netz Neu eingeführt auf 2015; auf 2018 von St. Gallen aus nach Herisau verlängert. historisch: Sonstige Bahnlinien im S-Bahnnetz (Winterthur –) Weinfelden – Konstanz SBB (Winterthur –) Weinfelden – Romanshorn SBB historisch:bis Dezember 2018(Winterthur –) Wil – St. Gallen – St. Margrethen (–Bregenz) SBB (Winterthur –) Wil – St. Gallen – St. Margrethen – ChurSeit Fahrplanwechsel 2018/19 SBB (Zürich –) Ziegelbrücke – Sargans – Chur/Buchs SG (– Feldkirch) SBBÖBB SBB March-Shuttle, während den Hauptverkehrszeiten; eingeführt im Sommer 2014 aufgrund Wegfall der Halte der S2 (S-Bahn Zürich); gehört weder zur S-Bahn Zürich, noch zur S-Bahn St. Gallen; seit Fahrplanjahr 2018 nur noch zur HVZ SOB Anmerkungen

Rollmaterial mini|Auf dem Normalspurnetz der S-Bahn St. Gallen kommen Thurbo-GTW und Flirt der Südostbahn zum Einsatz. mini|Stadler GTW von Thurbo zwischen Schwarzenbach und Algetshausen-Henau Das Wachstum des Bahnangebots von rund 30 Prozent wurde durch einen effizienteren Rollmaterialeinsatz mit einem signifikant tieferen Wachstum des Rollmaterialbestandes getragen. Beispielsweise wurde aufgrund der Fahrzeitverkürzung die Verlängerung des Rheintal-Express nach Wil lediglich zu Lasten von Standzeiten, also ohne zusätzliches Rollmaterial, umgesetzt. Auch die Verkürzung des Voralpen-Express, der seither in St. Gallen statt in Romanshorn endet, ermöglicht einen effizienteren Einsatz des Rollmaterials. Diese Strecke wird seit Fahrplanwechsel 2015 durch Regioexpressverbindung St. Gallen – Romanshorn – Konstanz bedient.

Neues Rollmaterial wurde insbesondere für die damals neue Ringlinie S4 benötigt, die mit Stadler Flirt der SOB befahren wird, sowie für den Rheintal-Express, für den Stadler Dosto eingesetzt werden. Da auch bei der Neubeschaffung auf grösstmögliche Effizienz geachtet wird, wurde mit der S-Bahn Zürich, die bereits seit Ende 2011 Stadler Dosto einsetzt, für diesen Typ eine gemeinsame Fahrzeugreserve eingeführt. Durch die Maximierung des Zugangebots bei möglichst geringen Infrastrukturinvestitionen kombiniert mit der grösstmöglichen Effizienz konnten die Kosten je Zugkilometer von rund Fr. 16.50 auf rund Fr. 13.50 gesenkt werden.

Geschichte Einführung der S-Bahn St. Gallen mini|Grenzüberschreitend: S14 nach Konstanz in Kehlhof (Berg TG) Der Begriff S-Bahn St. Gallen wurde 2001 hauptsächlich zu Marketingzwecken eingeführt und brachte nur wenige Verbesserungen. So wurden das vorhandene Rollmaterial wie auch die Strecken übernommen. Als einzige Infrastrukturmassnahme wurde der neue Halt Rorschach Stadt eingeführt. Fahrplanseitig konnte eine Verdichtung des Angebots im Bereich St. Gallen Haggen – Heerbrugg erreicht werden. Insgesamt wurde so im Bahnverkehr zwischen dem Rheintal und der Stadt St. Gallen ein Wachstum der Passagierzahlen um 40 Prozent erzielt.Kantonsrat St. Gallen, Kantonsratsbeschluss über die S-Bahn St. Gallen 2013 (PDF) abgerufen am 25. September 2011.

Die einzelnen Strecken und deren Betrieb verteilen sich auf die vier Unternehmen Schweizerische Bundesbahnen (SBB), Südostbahn (SOB), Thurbo und Appenzeller Bahnen (AB), wobei Thurbo ein 90-prozentiges Tochterunternehmen der SBB ist. Bei der Gründung der S-Bahn St. Gallen waren mit der Trogenerbahn (TB), die heute Teil der AB ist, fünf Unternehmen beteiligt. Alle vier beteiligten Bahnunternehmen sind mehrheitlich im Eigentum verschiedener staatlicher Institutionen.

Seit 2003 werden auf der S5 moderne Gelenktriebwagen des Typs Stadler GTW eingesetzt. Diese Triebwagen sind nach und nach auch auf den anderen Thurbo-Linien eingeführt worden. Seit Sommer 2007 setzt die SOB auf der S4 die neubeschafften Stadler FLIRT ein.

Im Jahr 2006 wurde die S9 auf der Teilstrecke Wil – Wattwil auf einen Halbstundentakt verdichtet, und im Jahr 2008 erfolgte an der Seelinie mit der Inbetriebnahme der zwei neuen Haltestellen Arbon Seemoosriet und Steinach ein weiterer moderater Ausbau. Mit diesem im Jahr 2008 erreichten Angebotsstand war ein weiterer Ausbau ohne signifikante Investitionen in die Infrastruktur praktisch nicht mehr möglich.

Liniennetzplan bis 2013 Linie Strecke Wil–St. Gallen–Heerbrugg–Altstätten (Thurbo) Herisau–St. Gallen–Heerbrugg (Thurbo) St. Gallen Haggen–St. Gallen–Romanshorn–Kreuzlingen–Schaffhausen (SBB) St. Gallen–Herisau–Wattwil–Uznach (SOB) St. Gallen–Bischofszell–Weinfelden (Thurbo) St. Gallen–St. Gallen Haggen (SOB) Rorschach–Romanshorn–Weinfelden (Thurbo) Linie Strecke Kreuzlingen–Romanshorn–Rorschach,im Fahrplanjahr 2008 nach Schaffhausen verlängert (Thurbo) Wil–Wattwil–Nesslau-Neu St. Johann (Thurbo) St. Gallen–Gais–Appenzell (AB) St. Gallen–Speicher–Trogen (TB)

Die S9 verkehrte auf der Teilstrecke Wil – Wattwil halbstündlich und die S11 und die S12 halbstündlich oder öfter. Alle anderen Linien fuhren im Stundentakt.

Projekt S-Bahn 2013 Am 9. November 2007 unterzeichnete der Kanton St. Gallen mit den Bahnunternehmen SBB, SOB und Thurbo eine Absichtserklärung, die sich als Ziel setzte, die S-Bahn St. Gallen bis 2013 stark zu erweitern. Zwischen 2005 und 2007 wurde unter dem Vorsitz des Kantons St. Gallen ein Plan für die Weiterentwicklung der S-Bahn erstellt. Ziel des Ausbaus war die Verwirklichung des Halbstundentakts im Regionalverkehr für alle grösseren Bahnhöfe im Kanton sowie die Verwirklichung des Viertelstundentakts für die Agglomeration St. Gallen.Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons St. Gallen, , abgerufen am 9. Oktober 2012.