Weiz ist eine Stadt mit Einwohnern (Stand: ) in der Oststeiermark und die Hauptstadt des gleichnamigen Bezirkes in Österreich. Sie ist die einwohnermäßig größte Stadt der Region Oststeiermark bzw. die achtgrößte Stadt der Steiermark (Stand ) und gilt auf Grund mehrerer Industrieunternehmen als Industriestadt. Die Stadtregion Weiz mit den wirtschaftlich, sozial, geographisch und verkehrstechnisch verbundenen Gemeinden Mitterdorf an der Raab, Mortantsch, Naas und Thannhausen umfasst Ew. (Stand ).
Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark wurde 2015 die Gemeinde Krottendorf eingemeindet.Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
Geografie Geografische Lage Weiz liegt am Weizbach, einem Nebenfluss der Raab, wenige Kilometer südlich der Weizklamm und etwa 25 Kilometer nordöstlich von Graz, der Landeshauptstadt der Steiermark. Weiz liegt am Fuße des Zetz und des Patschaberg im Grazer Bergland.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften und gleichnamigen Katastralgemeinden (Einwohnerzahl Stand ; Fläche Stand ): Büchl ( Ew.), KG Büchel () Farcha ( Ew., ) Krottendorf ( Ew., ) Nöstl ( Ew., ) Preding ( Ew., ) Regerstätten ( Ew.), KG Reggerstätten () Weiz ( Ew., ) Die Stadtgemeinde umfasst damit eine Fläche von km² (Stand ).
Nachbargemeinden
Klima Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 9,0 °C und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 799,0 Millimeter. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 19,1 °C und der kälteste der Januar mit −1,3 °C im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Monat Juni mit 120,4 Millimeter im Durchschnitt, der wenigste im Januar mit 25,4 Millimeter im Mittel. Die tiefste je gemessene Temperatur liegt bei −20,7 °C im Januar und die höchste bei 35,9 °C im August.
Geschichte mini|Hauptplatz mit Mariensäule, 1898 mini|Das Rathaus von Weiz am Hauptplatz Die Gründung der Ortschaft Weiz erfolgte bereits vor dem Jahr 1188; damals wurden der Ort und die Taborkirche erstmals urkundlich als „Vides“ erwähnt. Die Namenforschung stellt den Namen meist zu altslawisch *viděti und übersetzt ihn mit Aussicht, Ausblick oder Warte.
Auszug aus Meyers Konversations-Lexikon von 1888:
1892 gründete der ortsansässige Franz Pichler das Elektromaschinenunternehmen „F. Pichler Werke“, der späteren VA Tech Elin, die 2005 vom Siemens-Konzern übernommen wurde. Im Jahre 2006 wurde die Generatorenfertigung aufgrund von kartellrechtlichen Bedenken an die Andritz AG weiterverkauft; die Fertigung von Groß- und Verteiltransformatoren ist nach wie vor Teil der Siemens AG Österreich. Während des Ersten Weltkriegs erhielt die Ortschaft einen eigenen Bahnhof, um den Transport der Rüstungsmaterialien, welche aufgrund des Krieges damals hauptsächlich produziert wurden, zu erleichtern.
Im Jahr 1919 gründete Josef Fallosch das elektrotechnische Unternehmen PRIMAX, das sich u. a. auf die Produktion von Herdplatten und Tauchsiedern spezialisierte. Im Jahr 1929 hatte dieses Unternehmen bereits mehr als 30 Arbeitnehmer.
Seit 1932 besitzt Weiz das Stadtrecht.
2019 erhielt Weiz den „IMPULS Award“ als innovativste Gemeinde Österreichs.Weiz ist Österreichs innovativste Gemeinde. In: kommunal.at, 27. Juni 2019.
Bevölkerungsentwicklung
Religionen Religion Personen Prozentsatz Römisch-katholische Kirche 7191 81,6 % Evangelische Kirche 290 3,3 % Islam 193 2,2 % Orthodoxe Kirche 123 1,4 % kein religiöses Bekenntnis 872 9,9 % Mit über 80 % ist eine deutliche Mehrheit der Weizer katholisch. Alle anderen Religionsbekenntnisse machen zusammen knapp 20 % aus.
In der Stadt befinden sich zwei katholische Kirchen und eine evangelische Kirche.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Der Weizberg mit seinen denkmalgeschützten Objekte wie bspw. die Basilika Schmerzhafte Maria, der Dechanthof, eine Kegelbahn mit Turmbau, das Kriegerdenkmal und die Aufbahrungshalle (Arch.: A. Kremnitzer) mini|Taborkirche mini|Blick auf einen Teil des Hauptplatzes, im Hintergrund die Weizbergkirche mini|Weizbergkirche mini|Kunsthaus Weiz mini|Schloss Radmannsdorf
Taborkirche: Seit 1188 urkundlich belegt. Chor aus dem 14. Jahrhundert, mit barocken Erweiterungen von 1644. Orgel von Ferdinand Schwarz aus dem Jahr 1769. Basilika am Weizberg: An exponierter Stelle nordöstlich der Stadt, diese um etwa 80 m überragend steht diese spätbarocke Wallfahrtskirche. Erstmals erwähnt ist sie bereits 1147; der heutige Bau stammt aus den Jahren 1757/58. Im Dezember 2017 wurde das markante Gebäude vom Vatikan zur Basilica minor erhoben. Evangelische Gustav-Adolf-Kirche: 1954–1957 von Sepp Schuster und Friedl Lauber erbaut. Kunsthaus Weiz: Der moderne Neubau mit riesigen Glasfronten wurde 2005 von Architekt Dietmar Feichtinger errichtet; 2 Säle: Frank Stronach Saal, Prof. Hannes Schwarz Saal. Kulturzentrum Weberhaus Gemini-Haus, ein futuristisches Drehsolarhaus, welches anlässlich der Steirischen Landesausstellung 2001 (Motto: Energie) im Schlosspark errichtet wurde. Schloss Radmannsdorf: erbaut von Otto und Christoph von Radmannsdorf um 1550. Spätrenaissance-Stil. Renaissancefenster über dem Haupteingang. Einrichtung des Rittersaales befindet sich im Landesmuseum Joanneum Graz. Trotz Umbauten für Amts- und Wohnräume wurde die Hauptfront im Wesentlichen bewahrt. Heute Sitz des Bezirksgerichtes. Stadtmuseum WeizStadtmuseum Weiz. In: tourismus-weiz.at, abgerufen am 23. April 2025.
Ausflugsziele Feistritztalbahn: Seit 1911 schnauben Dampfzüge von Weiz durchs enge Feistritztal nach Birkfeld. Auf einer Länge von 25 km fährt die Schmalspurbahn über Viadukte und durch Tunnel vorbei an Feldern, Wäldern und Wiesen. Grasslhöhle zwischen Weiz und Arzberg, größte Schauhöhle Österreichs Katerloch Tropfsteinhöhle mit etwa einem Kilometer Führungsweglänge Raabklamm teilt sich in die kleine (ca. 7 km) und große (ca. 10 km) Raabklamm Weizklamm Hammerwerksmuseum, Museum mit Sicheln und Klingen aus vergangenen Zeiten Kräuteroase, botanischer Schaugarten am Weizberg mit Heilkräutern und Wildpflanzen
Regelmäßige Veranstaltungen Jährlich finden in Weiz das Mulbratlfest sowie das Altstadtfest statt. Weiters gibt es in Weiz noch verschiedene andere Veranstaltungen, wie etwa den Weizer Sommermarkt, den Ostermarkt, den Nikolomarkt oder das Biofest.
Kulinarische Spezialitäten Mulbratl: Ein Schweinskarree, traditionell drei Wochen mit heimischen Gewürzen gebeizt und über Buchenholz kalt geräuchert wird. Weizer Apfeltrüffel: Aus Schlagobers, Honig, Schokolade und Apfelschnaps zubereitete Trüffel (Pralinen) mit einer Apfelfüllung, die von der lokalen Konditorei Schwindhackl produziert werden.
Sport Fußballverein SC Weiz Volleyballverein VBC Weiz Eishockeyverein EC Bulls Weiz Eishockeyverein EC Weiz Eishockeyverein Eisbären Weiz Eishockeyverein Redbacks Weiz Badminton ATUS Weiz Handballverein HC Weiz Basketballverein Weiz Rabbits Schachverein ATUS Weiz Irish Dance O'Kelly Academy
Wirtschaft und Infrastruktur Die Geschichte von Weiz als bedeutender Wirtschaftsstandort der Region begann mit der Grundsteinlegung der F. Pichler Werke im Jahre 1892. In der damaligen Zeit war Weiz als Fabriksstandort eigentlich uninteressant, da größere Gewässer zum Antrieb von Wassermühlen, die zur maschinellen Produktion benötigt wurden, fehlten. Doch der Weizer Franz Pichler ging nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Erfinder und Pionier in der elektrischen Stromerzeugung ein, da er auch Wechselstromkraftwerke – die ersten der Österreichisch-Ungarischen Monarchie – konstruierte. Das rasch wachsende Unternehmen wurde zu einem bedeutenden Hersteller von Elektrotechnik, was den Ort als Industriestandort bekannt machte, und weitere Unternehmen anzog. Im Ersten Weltkrieg musste das Unternehmen für die k.u.k. Armee Rüstungsmaterialien herstellen. Um den Transport zu beschleunigen und vereinfachen, wurde ein Bahnhof in Weiz errichtet. Dieser stellte als Nebeneffekt sicher, dass Weiz auch in Zukunft ein attraktiver Unternehmensstandort blieb. Aus den F. Pichler Werken ging später die ELIN Aktiengesellschaft für elektrische Industrie hervor, welche seit 2005 als Bestandteil der VA Tech Elin zur Siemens AG gehört. Das Werk in Weiz, welches auch heute noch besteht und rund 1000 Personen beschäftigt, gehört jedoch zur Sparte für Wasserkraftwerksbau, welche Siemens aus kartellrechtlichen Gründen weiterverkaufen musste. Besitzer des Werkes in Weiz ist seit 2006 die Andritz AG.
Im Rahmen der Arbeitsstättenzählung der Landesstatistik Steiermark im Jahre 2022 waren in den Weizer Unternehmen 12.235 Personen beschäftigt. Dies ist im Vergleich zur in etwa gleich hohen Einwohnerzahl der Kleinstadt eine beträchtliche Anzahl, was die Bedeutung von Weiz als Wirtschaftsstandort unterstreicht.
Ansässige Unternehmen mini|Zwei Skulpturen von Wilhelm Gösser (geschätzt um 1910), am Verwaltungsgebäude des ehemaligen ELIN-Transformatorenwerks (heute Siemens Energy) Andritz Hydro: (Werk-Nord u. Werk Süd): Energieanwendungen, Energieversorgung, Generatoren und Motoren, aus den hier gegründeten „F. Pichler Werken“ hervorgegangen. SIEMENS Transformers Austria (ehem. VA TECH): Energieanwendungen, Energieversorgung, Transformatoren, aus den hier gegründeten „F. Pichler Werken“ hervorgegangen. ELIN Motoren diverse Unternehmen aus Maschinen- und Stahlbau Weitzer Parkett: Holzverarbeitung, insbesondere für Bodenbelag Lieb Unternehmensgruppe: Baumarkt, Sport 2000, Hochbau, Innenausbau, Holzbau, Keramikbau, Generalunternehmmungen Magna Auteca, Magna Presstec; Erzeugung diverser Fahrzeugkomponenten Blau Automobiltechnik, Fuel-Systems Institut für Systempädagogik (Weiz-Gleisdorf) KAPAS Steuerberatung Feinkost Bleykolm Knill-Gruppe: Energie und Technologie Gruppe Pichler Werke: Elektrotechnik Unternehmensgruppe Eibisberger: Baugewerbe Strobl-Bau: Bauunternehmen Teko-Plastik: Kunststoffwerk
Energie Weiz gehört zu den 24 Gemeinden in Österreich (Stand März 2019), die mit der höchsten Auszeichnung des e5-Gemeinden Energieprojekts ausgezeichnet wurden. Das e5-Gemeinde-Projekt soll die Umsetzung einer modernen Energie- und Klimapolitik auf Gemeindeebene fördern.e5-Gemeinden in Österreich. In: e5-gemeinden.at. Stand März 2019.
Fernwärme 2024 wurden von der Fernwärme Weiz alte Heizölkessel durch einen modernen, schnell regelbaren zur Verfeuerung von Biodieselöl (FAME) aus Altspeiseöl ersetzt – erstmals in Österreich. Mit Investitionskosten von 3 Mio. Euro wurde dadurch der Biomasseanteil der Wärmeaufbringung von 97 auf 100 % erhöht, 10 Megawatt Leistung stellen 10 % der insgesamt installierten Wärmeleistung dar. Münzer Bioindustrie soll jährlich etwa 70 m³ Biodiesel liefern. Die Hauptlast wird weiterhin mit der Verfeuerung von Holzhackschnitzel aufgebracht.
Verkehr Durch Weiz verlaufen die Rechberg Straße B 64 von Gleisdorf über Weiz nach Frohnleiten und die Weizer Straße B 72 von Graz über Weiz nach Krieglach. mini|Das Aufnahmsgebäude des Weizer Bahnhofs (2011) mit Fahrgastbereich und Büroräumen der Landesbahnen Gleisdorf – Weiz und Peggau-Deutschfeistritz – Übelbach Die Personenzüge der normalspurigen Landesbahn Gleisdorf–Weiz () hielten in Weiz zwischenzeitlich an drei Stationen: An den Haltestellen Preding bei Weiz und Weiz Interspar, sowie an der Station Weiz Bahnhof. Die vormalige nördlich des Bahnhofs Weiz an der Birkfelder Straße gelegene Endhaltestelle Weiz (bis 2010 Weiz Stadt) wurde im Juli 2016 aufgelassen. Im Zuge der Bauarbeiten für die neue Ortsdurchfahrt Weiz wurde die normalspurige Anschlussbahn in das Werk der ehemaligen ELIN (heute Siemens Transformers Austria und Andritz Hydro) in neuer Gleislage durch die Kapruner-Generator-Straße geführt. Die bisherige Bushaltestelle dient nun als Bahnhaltestelle Weiz Zentrum. Ab der Dr.-Karl-Widdmann-Straße wurde der Gleiskörper nach Norden bis zur Roseggergasse verlängert, wo (gegenüber dem Fußball-Stadion Weiz) die neue Bahnhaltestelle Weiz Nord errichtet wurde.