Klagenfurt am Wörthersee (amtlicher Name; bis 2008 und weiter kurz nur Klagenfurt, ) ist eine Großstadt im Süden Österreichs sowie die Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslandes Kärnten. Mit Einwohnern (Stand: ) ist sie die größte Stadt Kärntens und die sechstgrößte Stadt der Republik Österreich. Das Stadtgebiet liegt im Zentrum des Klagenfurter Beckens und hat derzeit eine Fläche von  km².

Klagenfurt wurde 1192/1199 erstmals urkundlich erwähnt und war bis zur Schenkung der Stadt durch Maximilian I. an die Kärntner Landstände im Jahr 1518 von geringer Relevanz. Diese Schenkung und die darauf folgende protestantische Reformationsbewegung des 16. Jahrhunderts bedeuteten für die Stadt einen steilen Aufstieg: Klagenfurt wurde zur Hauptstadt Kärntens. Zu dieser Zeit wurden zahlreiche, noch heute bedeutende Bauwerke wie das Landhaus und der Dom errichtet.

Heute ist die Statutarstadt Klagenfurt Sitz bzw. Standort vieler Institutionen wie zum Beispiel der Kärntner Landesregierung, der Bezirkshauptmannschaft Klagenfurt-Land, der Diözese Gurk/Klagenfurt, diverser gesetzlicher Interessensvertretungen wie z. B. der Landwirtschaftskammer Kärnten, der Landespolizeidirektion Kärnten, des Bezirksgerichts Klagenfurt, des Landesgerichtes Klagenfurt, des Bundesfinanzgerichtes (Außenstelle Klagenfurt), des Landesverwaltungsgerichts Kärnten, des Arbeitsmarktservice Kärnten, der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, der Gustav-Mahler-Privatuniversität für Musik, der Viktor-Frankl-Hochschule, einer Expositur der Privaten-Pädagogischen-Hochschule-Augustinum Graz, von zwei Standorten der Fachhochschule Kärnten, des internationalen Flughafens Klagenfurt in Annabichl, des Landesstudios des ORF Kärnten und zahlreicher weiterer Unternehmen und Institutionen, insbesondere jene der Volksgruppe der Kärntner Slowenen. Durch seine attraktive Innenstadt mit vielen Plätzen und Altstadtgebäuden, Kulturangeboten und auch durch den Wörthersee ist Klagenfurt auch touristisch bedeutsam.

Geographie Lage Klagenfurt liegt auf dem Klagenfurter Feld im Zentrum des Klagenfurter Beckens und erstreckt sich über jeweils rund 15 km in nordsüdlicher und ostwestlicher Richtung. Die Stadt umfasst das gesamte Ostufer des Wörthersees, die Gebiete nördlich davon sind Teil des Feldkirchen-Moosburger Hügellandes und des Glantaler Berglandes. Teile des nördlichen Gemeindebezirks Wölfnitz zählen bereits zum Zollfeld, der Süden von Klagenfurt liegt am Fuß des Sattnitz-Höhenzugs.

Das Stadtzentrum liegt in etwa 450 m Seehöhe; der höchste Punkt innerhalb des Gemeindegebiets ist der Ulrichsberg mit , der tiefste die Gurkerbrücke (420 m) an der Ostgrenze der Stadt.

Jeweils etwa ein Drittel des gut 120 km² großen Gemeindegebiets ist als landwirtschaftliche Fläche (33,4 %) bzw. Wald (32,9 %) ausgewiesen. 19,3 % der Fläche von Klagenfurt wird als Bauland genutzt, 2,2 % sind Gewässer und 1,3 % Gartenanlagen. Die übrigen 10,9 % fallen unter „sonstige Benützungsarten“, wozu unter anderem Verkehrswege, Abbauflächen und Ödland zählen.

Die Adria ist nur ca. 150 Kilometer von Klagenfurt entfernt. Die Stadt Triest ist über die Autobahn in ca. zwei Stunden erreichbar.

Geologie Das gesamte Klagenfurter Becken wurde in der Eiszeit durch den Draugletscher ausgefüllt. Nach dem Abschmelzen der Eismassen bildeten Schwemmkegel der Glan den aus eiszeitlichen Schottern bestehenden Untergrund des heutigen nördlichen Stadtgebiets und des Zollfeldes. Gleichzeitig entstand auch der Wörthersee, der noch vor rund 4000 Jahren bis in das heutige Stadtzentrum reichte, wo sich durch allmähliche Verlandung ein großes Moorgebiet bildete.Dieter Jandl: Historischer Überblick Klagenfurt. Von der Siedlung an der Furt zur Wissensstadt. 4. Auflage. Heyn, Klagenfurt 2006, ISBN 3-7084-0197-2. Die Hügel im Norden der Stadt bestehen vorwiegend aus altkristallinen Glimmerschiefern und paläozoischen Phylliten, Grünschiefern und Kalken, der Sattnitz-Höhenzug südlich von Klagenfurt aus Konglomeraten.Herbert Paschinger: Kärnten. Eine geographische Landeskunde. Erster Teil: Allgemeine Darstellung. Verlag des Landesmuseums für Kärnten, Klagenfurt 1976, .

Gewässer mini|Vom Lendhafen aus verläuft der Lendkanal bis zum Wörthersee

Im Norden des Stadtgebiets durchfließt die Glan Klagenfurt in west-östlicher Richtung, im Osten streift die Gurk den Stadtbezirk Hörtendorf, kurz bevor sie in Ebenthal die Glan aufnimmt. In der Innenstadt gibt es zwei im 16. Jahrhundert künstlich angelegte Kanäle: den Lendkanal, der heute noch das Zentrum mit dem Wörthersee verbindet, sowie den Feuerbach, der mittlerweile fast vollständig im unterirdischen Kanalisationssystem der Stadt aufgegangen ist. Durch die südlichen Bezirke fließend, entwässert die 8,8 km lange Glanfurt (im Volksmund „Sattnitz“) den Wörthersee in die Glan. Weitere, kleinere Fließgewässer sind der Kerbach, die Raba sowie Struga-, Wölfnitz- und Viktringer Bach.

Das gesamte Ostufer des Wörthersees gehört zum Stadtgebiet Klagenfurts, das den Namen des Sees seit dem Jahr 2007 im eigenen Namen führt. Außerdem gibt es in Klagenfurt eine Vielzahl von Teichen. Die Hallegger Teiche, die in einem Naturschutzgebiet unterhalb des Schlosses Hallegg liegen, zählen darunter zu den größten.

Stadtgliederung mini|Gliederung Klagenfurts mini|Blick über Klagenfurt in Richtung Nordosten (vom Schrottbauer aus) mini|Blick vom Pyramidenkogel Richtung Klagenfurt Klagenfurt ist in 15 Gemeindebezirke bzw. Ortschaften unterteilt.Gemeindebezirke sind gleich Ortschaften, die amtlichen Ortschaftsnamen lauten z. B. Klagenfurt,05.Bez.:St.Veiter Vorstadt oder Klagenfurt,10.Bez.:St. Peter (wie dargestellt zum Teil ohne Leerzeichen)

Bis zum Jahr 1848 umfasste das Stadtgebiet lediglich die heutige Innere Stadt. Durch die Schaffung von sogenannten politischen Gemeinden im Jahr 1850 in Österreich kamen zunächst die unmittelbar angrenzenden vier Vorstädte (St. Veiter, Völkermarkter, Viktringer und Villacher Vorstadt) zur Stadtgemeinde Klagenfurt. Abgesehen von einer kleineren Stadterweiterung im Jahr 1893 erreichte Klagenfurt erst im 20. Jahrhundert durch Eingemeindungen von bis dahin selbständigen Gemeinden in den Jahren 1938 (Bezirke IX bis XII) und 1973 (Bezirke XIII bis XV) seine aktuelle Größe.

Die vier Bezirke der Inneren Stadt bilden grob ein Quadrat aus Quadraten, die links oben (im Nordwesteck) beginnend im Uhrzeigersinn durchnummeriert sind. Die nächsten vier Bezirke (5–8) umschließen das Quadrat etwa kreisförmig, die Nummerierung startet oben, im Norden und geht rechtsherum. Gleiches gilt für die flächenmäßig größeren Bezirke 9 bis 12, die wiederum einen Gürtel aus Sektoren in den Haupthimmelsrichtungen bilden. Die drei jüngsten Bezirke sind wie alle Zonen rechtsherum nummeriert, stehen allerdings diskret flügelartig ab, sind also nicht untereinander verbunden; die Zählung beginnt nun im Süd(südwest)en mit 13, läuft über 14 im Nordwesten zum relativ kleinen 15. Bezirk im Osten. + Gemeindebezirke mit Einwohnerzahlen Stand I Innere Stadt II Innere Stadt III Innere Stadt IV Innere Stadt V St. Veiter Vorstadt VI Völkermarkter Vorstadt VII Viktringer Vorstadt VIII Villacher Vorstadt IX Annabichl X St. Peter XI St. Ruprecht XII St. Martin XIII Viktring XIV Wölfnitz XV Hörtendorf

Die Stadt besteht aus insgesamt 25 Katastralgemeinden, in Klammern die nicht-amtlichen slowenischen Bezeichnungen sowie die Flächen in Hektar (Stand ):

Klima In Klagenfurt herrscht gemäßigt kontinentales Klima mit relativ großen Temperaturschwankungen zwischen den Jahreszeiten. Durch die im Klagenfurter Becken vorherrschende Inversionswetterlage ist eine überdurchschnittlich häufige und oft lang anhaltende Dunst- und Nebelbildung typisch. Im Früh- und Mittelherbst handelt es sich hierbei überwiegend um Bodennebel, während im Spätherbst und Winter häufig Hochnebel auftreten. Kennzeichnend ist auch eine allgemeine Windarmut. Die im Vergleich zum österreichischen Durchschnitt kalten Winter werden manchmal vom Föhn durch die südlich liegenden Karawanken abgemildert.

Die langjährige mittlere Jahrestemperatur (ermittelt in den Jahren 1961 bis 1990) beträgt 7,7 °C. Der Temperaturmittelwert im Jahr 2007 betrug in Klagenfurt 9,7 °C.. (PDF; 11,7 MB) In: klagenfurt.at.

Im Vergleich der WMO-Klimaperioden 1961–1990 und 1991–2020 stieg die Jahresmitteltemperatur an der Station Klagenfurt-Flughafen von 7,6 °C auf 9,2 °C (+1,6 °C), die Sommertemperatur (Juni–August) von 17,5 °C auf 19,5 °C (+2,0 °C). Der Jahresniederschlag erhöhte sich leicht von 901 mm auf 946 mm (+45 mm).

Noch deutlicher wird der Wandel im direkten Vergleich der Anfangsperiode 1952–1975 mit der jüngsten Periode 2015–2025: Die Jahresmitteltemperatur stieg von 7,7 °C auf 10,0 °C (+2,3 °C). Die Sommertage (Tageshöchstwert mindestens 25 °C) nahmen von 45 auf 81 Tage zu (+80 %), die Hitzetage (Tageshöchstwert mindestens 30 °C) vervierfachten sich nahezu von 6 auf 26 Tage (+352 %). Die Schneedeckentage gingen von 77 auf 37 Tage zurück (−52 %), die Eistage von 39 auf 16 Tage (−59 %). Das Jahr 2024 markierte mit 10,9 °C das wärmste Jahr der gesamten 73-jährigen Messreihe.

Der Jahresniederschlag bleibt über die gesamte Messreihe weitgehend stabil bei rund 930 mm und zeigt keinen signifikanten Langzeittrend. Aufgrund der geringen Seehöhe (450 m) liegt die absolute Anzahl an Sommer- und Hitzetagen in Klagenfurt deutlich höher als an den höher gelegenen Mölltalstationen Mallnitz (1.197 m) und Obervellach (688 m), für die vergleichbare langjährige Klimazeitreihen vorliegen.

Geschichte Namensherkunft und Gründungssage Etymologisch hat der Name Klagenfurt einen romanischen Ursprung und ist über Vermittlung des Slowenischen ins Deutsche gelangt. Heinz-Dieter Pohl hat die Bildung des slowenischen Namens Celovec für Klagenfurt, urkundlich erstmals im Jahr 1615 als V Zelovzi belegt, sprachwissenschaftlich rekonstruiert. Ausgangspunkt dafür war ein romanisches l’aquiliu mit der Bedeutung „Platz am Wasser“ – gemeint war aber nicht der Wörthersee, sondern der Fluss Glan. Die romanische Ausgangsform wurde zunächst zu la quiliu umgeformt und ohne Artikel ins Slawische übernommen. Den Lautgesetzen entsprechend ist daraus cvilj- geworden. Dieses ist mit der bei Flur- und Ortsnamen häufigen Endung -ovec erweitert worden, wodurch Cviljovec entstand. Das ähnlich klingende slowenische Wort cvilja bedeutete so viel wie ‚Wehklage‘. Im Slowenischen wurde der Name Cviljovec volksetymologisch zum „Ort der Klagen“ umgedeutet, was sich im Deutschen in der Lehnübersetzung Klagenfurt niederschlägt.Heinz Dieter Pohl: Unsere slowenischen Ortsnamen. Hermagoras/Mohorjeva, Klagenfurt 2010, ISBN 978-3-7086-0521-0, S. 71–72, 182–183.Heinz Dieter Pohl: Kärnten. Deutsche und slowenische Namen/Koroška. Slovenska in nemška imena. In: Österreichische Namenforschung. Jg. 28, 2000, Heft 2–3. Hermagoras/Mohorjeva, Klagenfurt 2000, ISBN 3-85013-802-X, S. 83.Paul Gleirscher: Wie Aquiliu zu Klagenfurt wurde. In: Ders.: Mystisches Kärnten. Sagenhaftes, Verborgenes, Ergrabenes. Carinthia, Klagenfurt 2007, ISBN 978-3-85378-603-1, S. 59–65.Robert Sedlaczek: Wie Cviljovec zu Klagenfurt wurde. In: Wiener Zeitung. 7. Juli 2010, abgerufen am 12. Oktober 2019. Nicht zutreffend sind demnach andere Herleitungen, etwa jene von Eberhard Kranzmayer vertretene von einer Klagefrau cvilja (= Klage), einer der sagenhaften slawischen Furt- und Wasserfrauen, die an Bächen und Quellen ihre Wäsche waschen und Todesfälle beklagen,Eberhard Kranzmayer: Ortsnamenbuch von Kärnten. II. Teil. Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten, Klagenfurt 1958, S. 119. oder von der Glan, wonach ein Glanfurt der Ursprung des Namens wäre. Dabei wird übersehen, dass es einen Fluss namens Glanfurt tatsächlich gibt, der jedoch bis ins 16. Jahrhundert Lanquart hieß und heute auch Sattnitz (slowenisch: früher: Lank(a)rt, heute: Sotnica, oder gelehrt: Jezernica = Seebach) genannt wird. Er ist der Abfluss des Wörthersees.