Innsbruck (im lokalen bairisch-österreichischen Dialekt Innschbrugg ausgesprochen) ist eine Großstadt im Westen Österreichs und Hauptstadt des Bundeslandes Tirol. Wahrzeichen der alten Hauptstadt der Gefürsteten Grafschaft Tirol ist das Goldene Dachl.

Mit Einwohnern (Stand ) ist Innsbruck die bevölkerungsreichste Stadt Tirols und zugleich fünftgrößte Stadt Österreichs (nach Wien, Graz, Linz und Salzburg). In ihrem Ballungsraum leben rund 300.000 Menschen.Eurostat Urban Audit: Metropolregionen (Larger Urban Zone), abgerufen am 8. August 2017 Zusätzlich haben etwa 30.000 Studenten der Innsbrucker Universität, der Medizinischen Universität Innsbruck und sonstige Personen hier einen Nebenwohnsitz. Der Tourismus spielt mit 1,87 Millionen Nächtigungen pro Jahr (Stand 2023/24)Stadt Innsbruck: Zahlen und Fakten 2025 eine wichtige Rolle.

Name Der transparente Ortsname verweist auf die Siedlungsentstehung an einer Brücke über den Inn. Aufgrund ihrer Rolle als ehemalige Hauptstadt der dreisprachigen Gefürsteten Grafschaft Tirol bestehen ein ladinisches (Dispruch) sowie ein veraltetes italienisches Exonym (Isprucco).

Geografie Geografische Lage mini|hochkant=1.3|Innsbruck, Zentrum und Osten, von Nordwesten

Innsbruck liegt zentral im Nordtiroler Inntal, wo das Wipptal südwärts Richtung Brennerpass abzweigt, und dementsprechend auch am Aufeinandertreffen von Inn und Sill. Wenige Kilometer westlich von Innsbruck stellt die Einmündung der Melach in den Inn zwischen den Orten Unterperfuss und Kematen in Tirol die Trennlinie zwischen dem westlichen Oberinntal und dem östlichen Unterinntal dar.

Die Stadt wird im Norden eingegrenzt von der Nordkette, der südlichsten der vier großen Gebirgsketten im Karwendel, und im Süden von den Vorbergen der alpinen Zentralkette (Patscherkofel).

Panorama

Stadtgliederung und Ausdehnung des Stadtgebiets Die Statutarstadt Innsbruck gliedert sich in neun Katastralgemeinden und Ortschaften, die aus ehemals selbständigen Gemeinden oder Gemeindeteilen gebildet wurden. Diese Katastralgemeinden bilden auch die Stadtteile Innsbrucks ( (2) Stadtrecht Innsbruck).

Die Katastralgemeinden sind noch in 20 Statistische Stadtteile (seitens der Stadtverwaltung), 42 statistische Bezirke und 178 statistische Zählsprengel (für die österreichweite amtliche Statistik) unterteilt. Diese Bezeichnungen werden zum Teil auch im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet, die Zählsprengel sind schlicht nummeriert., Referat Statistik und Berichtswesen, innsbruck.gv.at → Amt|Verwaltung → Statistiken|Zahlen Ausnahmen stellen die Stadtteile Hungerburg, Gewerbegebiet Mühlau/Arzl und Olympisches Dorf dar, welche auf zwei Katastralgemeinden aufgeteilt sind.

Folgend sind die Katastralgemeinden und Ortschaften mit einer Unterteilung in weitere Stadtteile angegeben (Fläche Stand ; Einwohner Stand ):

KG / Ortschaft Fläche Einw. Stadtteile Amras Roßau Arzl Neuarzl, Olympisches Dorf Hötting Höttinger Au, Hötting West, Hungerburg (Hoch-Innsbruck), Sadrach, Allerheiligen, Kranebitten Igls Innsbruck Dreiheiligen-Schlachthof, Innenstadt, Mariahilf-St. Nikolaus, Saggen Mühlau Hungerburg (Hoch-Innsbruck) Pradl Pradl, Reichenau Vill Wilten Mentlberg, Sieglanger, Wilten West mini|hochkant=1.5|Videoimpressionen von Innsbruck aus dem Jahr 2026 Das Gebiet der Stadt Innsbruck von West nach Ost erstreckt sich über einen großen Teil des Inntals, neben dem bebauten Talboden auch über viel Bergraum.

Im Süden dehnt sich das Stadtgebiet über einen Teil des südöstlichen Mittelgebirges bis zum Abhang des Patscherkofels () aus, der jedoch nicht innerhalb der Gemeindegrenzen liegt.

Zum Stadtgebiet gehören auch noch ein Teil der Nordkette vom Kleinen Solstein () bis zur Rumer Spitze (). Vom Hafelekarhaus (), das mit der Nordkettenbahn erreichbar ist, führt ein Weg in etwa zehn Minuten zur hohen Hafelekarspitze.

Außerdem gehören heute fastdas oberste Kar ab der Pfeishütte gehört zu Thaur das ganze obere Gleirschtal, ein Nebental des Hinterautals östlich von Scharnitz, sowie das vom Gleirschbach durchflossene Samertal und das Kleinkristental, die beide nördlich der Nordkette liegen, zum Gemeindegebiet der Stadt. Dieses umfasst die Möslalm () sowie einen Teil der Gleirsch-Halltal-Kette vom Hohen Gleirsch () bis zur Sonntagkarspitze (). Die hohe Westliche Praxmarerkarspitze bildet dabei den höchsten Punkt des Stadtgebiets. Dieses Gebiet ist auf Fahrwegen nur von Scharnitz erreichbar, wobei eine Rechtmäßigkeit der Aneignung dieser über der Wasserscheide liegenden Gemeindegebiete durch die Stadt Innsbruck (Gemeindegebiet von Scharnitz) bisher unklar ist. mini|Blick von der Hungerburg auf das nächtliche Innsbruck Dieser Raum umfasst etwa 30 km², also des ganzen Stadtgebiets. Zusammen mit der Südflanke der Nordkette über der Stadt und den Vorbergen im Süden ist über die Hälfte des Stadtgebietes unbesiedeltes Bergland. Etwa 4.000 Hektar (40 km², ) sind Waldfläche.Angabe in Stadt Innsbruck, Bürgerservice und Öffentlichkeitsarbeit/Medienservice: , 30. August 2012.

Im Stadtgebiet liegen – ebenso für eine Großstadt besonders – auch etliche Almen, von denen fünf, Arzler Alm, Bodensteinalm, Höttinger Alm, Umbrüggler Alm und Möslalm, im Besitz der Stadt Innsbruck sind.

+Statistische Stadtteile und Bezirke Nr. KNR OKZ Katastral­gemeinde / Stadtteil Nr. Statistischer Stadtteil Nr. Statistischer Bezirk SonstigeOrtslagen 0 81113 16403 Innsbruck 1 Innenstadt 00 Altstadt 0 81113 16403 Innsbruck 2 Mariahilf-St. Nikolaus 01 Linkes Innufer Mariahilf, St. Nikolaus 0 81113 16403 Innsbruck 1 Innenstadt 02 Innere Stadt-Nord 0 81113 16403 Innsbruck 1 Innenstadt 03 Innere Stadt-West 0 81113 16403 Innsbruck 1 Innenstadt 04 Innere Stadt-Ost 0 81113 16403 Innsbruck 3 Dreiheiligen-Schlachthof 05 Dreiheiligen 0 81113 16403 Innsbruck 4 Saggen 06 Saggen-West 0 81113 16403 Innsbruck 4 Saggen 07 Saggen-Nord 0 81113 16403 Innsbruck 3 Dreiheiligen-Schlachthof 08 Saggen-Ost 1 81136 16407 Wilten 5 Wilten 09 Wilten-Ost 1 81136 16407 Wilten 5 Wilten 10 Wilten-Mitte 1 81136 16407 Wilten 5 Wilten 11 Wilten-Süd 1 81136 16407 Wilten 5 Wilten 12 Wilten-West 1 81136 16407 Wilten 6 Sieglanger-Mentlberg 13 Sieglanger 1 81136 16407 Wilten 6 Sieglanger-Mentlberg 14 Mentlberg 2 81125 16405 Pradl 7 Pradl 15 Pradl-Nord 2 81125 16405 Pradl 7 Pradl 16 Pradl-Mitte-West 2 81125 16405 Pradl 7 Pradl 17 Pradl-Mitte-Ost 2 81125 16405 Pradl 7 Pradl 18 Pradl-Süd 2 81125 16405 Pradl 7 Pradl 19 Pradl-Ost 2 81125 16405 Pradl 8 Reichenau 20 Reichenau-West 2 81125 16405 Pradl 8 Reichenau 21 Reichenau-Ost 3 81111 16401 Hötting 9 Hötting 30 Hötting-Mitte Alpenzoo, Ölberg, Sadrach 3 81111 16401 Hötting 12 Hungerburg 31 Hungerburg-Hötting Höttinger Alm, Möslalm 3 81111 16401 Hötting 10 Höttinger Au 32 Höttinger Au-Ost 3 81111 16401 Hötting 10 Höttinger Au 33 Höttinger Au-West Flughafen Innsbruck, Gießensiedlung, Heilig-Jahr-Siedlung, Universität-Sportcampus 3 81111 16401 Hötting 11 Hötting West 34 Lohbachsiedlung 3 81111 16401 Hötting 11 Hötting West 35 Hörtnaglsiedlung Allerheiligen, Peerhof 3 81111 16401 Hötting 11 Hötting West 36 Hötting-West Kranebitten 4 81121 16404 Mühlau 13 Mühlau 40 Mühlau-Dorf 4 81121 16404 Mühlau 12 Hungerburg 41 Hungerburg-Mühlau 4 81121 16404 Mühlau 14 Gewerbegebiet Mühlau/Arzl 42 Mühlau-Ost 4 81121 16404 Mühlau 16 Olympisches Dorf 43 Mühlau-Schießstand 5 81102 16399 Amras 17 Amras 50 Amras-SüdEgerdach 5 81102 16399 Amras 17 Amras 51 Amras-West 5 81102 16399 Amras 18 Gewerbegebiet Roßau 52 Amras-Nord 6 81103 16400 Arzl 15 Arzl 60 Arzl-Dorf 6 81103 16400 Arzl 15 Arzl 61 Arzl-West 6 81103 16400 Arzl 14 Gewerbegebiet Mühlau/Arzl 62 Arzl-Süd 6 81103 16400 Arzl 16 Olympisches Dorf 63 Arzl-Olympisches Dorf 7 81134 16406 Vill 19 Vill 70 Vill 8 81112 16402 Igls 20 Igls 80 Igls Quellen: Stadt Innsbruck, Referat Statistik und Berichtswesen; Statistik Austria (STAT): Ortsverzeichnis

Nachbargemeinden mini|hochkant=1.4|Katastralgemeinden und statistische Stadtteile von Innsbruck sowie einige Nachbargemeinden

Das Stadtgebiet von Innsbruck grenzt an folgende 14 Gemeinden, die alle im Bezirk Innsbruck-Land liegen:

Eingemeindungen 1904: Pradl (von Amras abgetrennt) und Wilten 1938: Hötting, Mühlau und Amras 1940: Arzl 1942: Vill und Igls

Hydrogeografie Der Inn durchquert das Stadtgebiet von Westen nach Osten in Bögen, seine Wasserführung beträgt im langjährigen Mittel MQ 1971–2009 = 163 m3/s, mit einem Maximum im Juni durch Gletscherschmelze. Sein Gefälle beträgt hier etwa 1 Promille. Er wird nur wenig von Paddlern befahren, ein Einstieg ist von der Rechengasse möglich. Mai–September wurden in vergangenen Jahren Floßfahrten von Silz bis kurz vor die deutsche Grenze mit Landestellen in Innsbruck bei Kranebitten, Löwenhaus und Baggersee angeboten., tiscover.com, abgerufen am 8. April 2019.

Weitere im Gemeindegebiet von Innsbruck verlaufende Gewässer sind: 250px|mini|Der Inn durch Innsbruck Zuflüsse zum Inn: Geroldsbach Lohbach mit Gießenbach Höttinger Bach Fallbach Weiherburgbach Tuffbach (Weißbach) Lanser Bach Mühlauer Bach Sill (MQ = 24,5 m3/s) mit dem in der Sillschlucht einmündenden Viller Bach Arzler BachIm Karwendel zur Isar: Gleirschbach (mündet im Hinterautal in die Isar) Angerbach

Sonstige Gewässer: Baggersee Rossau Großer Weiher Rapoldi-Weiher Kleiner Weiher

Hawaii ist ein Spitzname für einen informell genutzten Badeplatz am linken Ufer des Inns gegenüber Kranebitten.

Klima

Innsbruck hat im Allgemeinen ein gemäßigtes Klima, jedoch mit teils alpinem Charakter. Sehr bekannt ist das Wetterphänomen des Föhns, der durch die Nord-Süd-Ausrichtung des Wipptales begünstigt wird. Dieser Fallwind kann in allen Jahreszeiten auftreten, jedoch häufiger im Herbst. Die Windgeschwindigkeiten können in Innsbruck 120 km/h erreichen und am nahe gelegenen Patscherkofel bis zu 200 km/h. Tritt der Föhn im Winter auf, dann kann die Temperatur durchaus knapp 18 °C erreichen.

Die durchschnittliche Temperatur beträgt 9,7 °C, der jährliche Niederschlag 912,1 mm.

Die wärmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 18,1 bzw. 17,4 °C, die kältesten Dezember und Jänner mit −1,1 bzw. −2,8 °C im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Juli mit durchschnittlich 137,2 mm, der geringste im Feber mit durchschnittlich 41,4 mm.

Dialekt Der in Innsbruck gesprochene Dialekt gehört der südbairischen Dialektgruppe an (siehe Dialekte in Tirol), ist jedoch stärker als andere Tiroler Dialekte vom Standarddeutschen beeinflusst und daher für Auswärtige relativ leicht verständlich. Ein typisches Kennzeichen des Dialektes dieser Region ist das sehr hart ausgesprochene „K“. Wie in allen anderen österreichischen Großstädten ist der Dialekt in Innsbruck im Rückzug; jüngere Innsbrucker sprechen meist nur noch leichten Dialekt oder Standarddeutsch.

Geschichte Besiedlungsspuren auf dem Innsbrucker Stadtgebiet lassen sich bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgen.Cindy Franke: 5000 Jahre alte Siedlungsspuren nahe Innsbruck gefunden, spektrum.de vom 31. Jänner 2008, abgerufen am 21. April 2014. Vorrömische Ortsnamen und Urnengräberfelder in Wilten, Amras, Hötting und Mühlau sowie Funde aus der Latènezeit am Adolf-Pichler-Platz in der Innenstadt zeigen, dass das Innsbrucker Becken seit mehr als 3000 Jahren durchgehend besiedelt ist.

Im Zug der Grenzsicherung im Norden und der Eroberung der Räter und Noriker legten die Römer unter Kaiser Augustus zum Schutz der Reichsstraße Verona – Brenner – Augsburg um 15 v. Chr. die Militärstation Veldidena (Wilten) an, die bis in die Spätantike bestand und erst um 600 zerstört wurde.

Nach dem Zerfall des weströmischen Reichs kam das Gebiet zunächst unter baierische Hoheit, bevor es ab 788 mit der Einverleibung des baierischen Herzogtums im fränkischen Reich Karls des Großen aufging. In den folgenden Jahrhunderten wurde das Gebiet um Innsbruck wieder ein Teil des neu gegründeten Herzogtums Bayern und befand sich in späterer Folge unter der Herrschaft der Grafen von Andechs, ehe es in der Grafschaft Tirol aufging.