Dieser Teil der Liste lateinischer Phrasen enthält mit dem Buchstaben F beginnende Phrasen.
150px|ohne|rahmenlos|Initiale F
Fabula/Fabulae Fabula docet. „Die Fabel lehrt.“ – Die Moral der Geschichte ist …
Fabula Nova Crystallis „Neue Geschichte des Kristalles“ – Überbegriff der Final-Fantasy-XIII–Kompilation
Fabula quanta fui. „Zu wie viel Gesprächsstoff bin ich geworden!“ – Horaz, Epoden 11,8
Fabulae! „[Nur] Erzählungen!“ – „Leeres Geschwätz!“ – Zitat aus den Werken des römischen Dichters Terenz.
Fac
Fac simile. „Mach es ähnlich!“
Als Faksimile bezeichnet man eine originalgetreue Kopie beziehungsweise Reproduktion einer Vorlage. Das Wort „Fax“ ist eine Verkürzung von Telefax, welches wiederum eine Verkürzung ist von Telefaksimile, also einer Fernbildabschrift.
Fac totum. „Mach alles!“
Faktotum ist eine im 17. Jahrhundert aufgekommene Bezeichnung für eine Person, die in einem Haushalt oder auch einer Schule eine Vielzahl von Aufgaben wahrnimmt. Eine solche Person wird heute auch „Mädchen für alles“ genannt.
Faciam Faciam eos in gentem unum. „Ich werde sie zu einem Volk machen.“ – Spruch auf britischen Münzen nach der Vereinigung der Kronen unter Jakob I. im Jahr 1603.
Faciam ut mei memineris. „Ich werde machen, dass du dich meiner erinnerst.“ – Plautus, Persa IV.3–24.
Motto russischer Hooligans.
Facie/Facies Facie prima „Auf den ersten Blick“ – nach dem erstmaligen Ansehen; zum Beispiel ein Musikstück prima facie („vom Blatt“) spielen.
Facies Hippocratica „Hippokratisches Gesicht“ – Gesicht eines Sterbenden mit spitzer Nase, eingesunkenen Augen, blasser Haut und kaltem Schweiß auf der Stirn, das von Hippokrates von Kos, dem berühmtesten Arzt des Altertums, ausführlich beschrieben wurde.
Facilis Facilis descencus Averno. „Leicht ist der Abstieg zum Avernus.“ – Nach Vergil, Aeneis 6,126-127.Vergil: Aeneis, 6. Buch (lateinischer Originaltext und deutsche Übersetzung von W.A.B. Hertzberg, bearbeitet von E. Gottwein), Navicula Bacchi (Egon Gottwein). Zur deutschen Übersetzung vergleiche Des P. Virgilius Maro Aeneis, im Versmaß der Urschrift übersetzt […] von Dr. W.A.B. Hertzberg, Stuttgart 1859, S. 133 ().
Der Averner See galt als Tor zur Unterwelt.
[…] facilis descensus Averno: noctes atque dies patet atri ianua Ditis; […] leicht steigst du hinab zum Avernus; Tag und Nacht steht offen das Tor zum finsteren Pluto.
Facio/Facit Facio liberos ex liberis libris libraque. „Ich mache Freie aus Kindern durch Bücher und eine Waage.“ – Motto des St. John’s College in Annapolis (Maryland) und Santa Fe (New Mexico).
Facio ut des. „Ich leiste [etwas], damit du [etwas] gibst.“ – Kontraktsform des römischen Rechts.
Ähnlich ist Do ut des.
Facit. „Es macht.“ – „Es ergibt.“
Ein Fazit ist eine wertende Zusammenfassung, in der meistens ein Ergebnis präsentiert wird und daraus Schlussfolgerungen gezogen werden.
Facit indignatio versum. „Die Entrüstung schmiedet den Vers.“ – Juvenal, Saturae 1,79.
Gemeint ist: Die Zustände, die man beobachten kann, sind so empörend, dass sich die Verse der satirischen Dichtung, „auch wenn die Natur es verweigert“ („si natura negat“), wie von selbst einstellen.
Facit omnia voluntas. „Der Wille vollbringt alles.“
Ähnlich dem deutschen Sprichwort „Der Glaube versetzt Berge.“
Facta/Factum Facta, non verba „Taten, nicht Worte“ – oft gebrauchtes Motto
Factum (est) illud; fieri infectum non potest. „Es ist geschehen und nicht mehr ungeschehen zu machen.“ – Plautus, Aulularia 174.
Faenum/Fenum (Die Form foenum gilt als obsolet.)
Faenum habet in cornu, longe fuge. „Er hat Heu auf dem Horn, fliehe weit weg!“ – Horaz, Satiren 1,4,34
Diese Redensart spielt darauf an, dass man rasenden Rindern Heu auf die Hörner band, wohl damit sie nicht so leicht jemanden aufspießen konnten.
Falsa/Falsus Falsa demonstratio non nocet. „Falsche Bezeichnung schadet nicht.“ – Die unzutreffende Bezeichnung in einer Vereinbarung bleibt folgenlos, wenn die Parteien sich über das Bezeichnungsobjekt tatsächlich einig sind. Es gilt das Gemeinte.
Falsus procurator „falscher Stellvertreter“ – ein nicht bevollmächtigter Stellvertreter
Falsus in uno, falsus in omnibus „falsch in einem, falsch in allem“ – römischer Rechtsgrundsatz
Fama Fama crescit eundo. „Das Gerücht wächst im Gehen.“ – Das Gerücht (als Göttin Fama personalisiert) wächst mit seiner Verbreitung.
Nach Vergil Aeneis 4,173-5:Vergil: Aeneis, 4. Buch (lateinischer Originaltext und deutsche Übersetzung v. W.A.B.Hertzberg), Navicula Bacchi (Egon Gottwein).
Extemplo Libyae magnas it Fama per urbes, Fama, malum qua non aliud velocius ullum; mobilitate viget, viresque adquirit eundo, Fama schreitet sofort durch Libyens mächtige Städte, Fama, ein Übel, das nie von andern im Laufe besiegt ward, Sich der Beweglichkeit freut und an Kraft zunimmt, wie es forteilt.
Fama fert … „Das Gerücht geht um …“
Fama nihil est celerius. „Nichts ist schneller als ein Gerücht.“
Fama post cineres maior venit. „Der Ruhm wird nach der Asche größer“ oderWilhelm Willige (Übersetzer), Niklas Holzberg (Hrsg.): Publius Ovidius Naso – Briefe aus der Verbannung. Artemis Verlag München und Zürich, 1990, ISBN 978-3-05-005426-1. „Wächst doch der Ruhm, wenn wir Asche geworden.“ – Ovid, Epistulae ex Ponto 4,16,3.
Familia Familia supra omnia „die Familie über alles“ – oft gebrauchtes Familienmotto
Fas Fas est et ab hoste doceri. „Auch sich vom Feind belehren zu lassen ist richtig.“ – Ovid, Metamorphosen 4,428.
Favete Favete linguis! „Hütet eure Zungen!“ – „Sorgt für die Gültigkeit der Kulthandlungen, indem ihr still seid!“
Bei religiösen Anlässen gebot ein Herold mit diesem Ruf Schweigen. Der Spruch kommt vor bei Horaz, Cicero und Ovid.
Feci/Fecisti Feci quod potui, faciant meliora potentes. „Ich habe gemacht, was ich konnte, mögen die es besser machen, die dazu imstande sind.“
Fecisti patriam diversis de gentibus unam. „Du hast aus verschiedenen Völkern ein einziges Vaterland gemacht.“ – Rutilius Claudius Namatianus im Lob des Kaisers Augustus.
Fele Fele comprehensa, saltant mures in mensa. „Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.“ – wörtlich: „Nachdem die Katze gefangen worden ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.“
Felicior Felicior Augusto, melior Traiano. „[Sei] glücklicher als Augustus [und] besser als Trajan.“ – Rituelle Akklamation der spätrömischen Kaiser.
Felix Felix Austria „glückliches Österreich“
Die Wendung wird heute verwendet, um auszudrücken, dass Österreicher eine Neigung zu heiterer Lebensart haben. Sie stammt aus einem Hexameter, mit dem man seit dem 17. Jahrhundert die Heiratspolitik der Habsburger charakterisiert: „Bella gerant alii, tu felix Austria nube.“ („Kriege führen mögen andere, du, glückliches Österreich, heirate.“)
Felix culpa „Glückliche Schuld“ – Gedanke, wonach der Sünder sich durch den Tod Jesu und damit durch die Erlösung in einem glücklicheren Zustand befindet als vor der Sünde. Der ganze Satz lautet:
„Felix culpa, quae talem ac tantum meruit habere Redemptorem.“ („Glückliche Schuld, die einen solchen und so großen Erlöser verdient hat.“)
Der Satz stammt aus dem Exsultet, einem Lobgesang in der Osternacht der Kirchen des römischen Ritus.
Felix et faustum sit lumen. „Glück und Heil sei dir das Licht.“
mini|Tod der Dido Felix, heu, nimium felix! „Glücklich, ach überglücklich!“ – Mit diesen Worten beklagt sich Dido in der Aeneis (4,657), sie wäre glücklich gewesen, wäre sie Aeneas nie begegnet.
Felix, qui potuit rerum cognoscere causas. „Glücklich, wer den Dingen auf den Grund sehen konnte.“ – Vergil, Georgica 2,490, dort möglicherweise bezogen auf Lukrez und dessen Werk „De rerum natura“.
Felo Felo de se „Übeltäter gegen sich selbst“ – Selbstmörder
Femina Femina est mas occasionatus. „Die Frau ist ein missglückter Mann.“ – Misogyne Bezeichnung für die Frau.
Thomas von Aquin referiert Aristoteles (Summa theologica Ia 92,1) und stimmt ihm zu:
Femina sexu, ingenio vir. „Eine Frau von Geschlecht, an Geisteskraft ein Mann.“
Feras/Fero Feras, non culpes, quod mutare non potes. „Ertrage, nicht beklage, was du nicht ändern kannst.“ – Zitat aus den Sententiae des Dichters Publilius Syrus.
Fero relatum. „Ich überbringe, was mir überbracht worden ist.“ – Oft verwendet, um die Verantwortung von sich zu weisen.
Vergleiche Relata refero.
Ferro/Ferrum Ferro ignique „Mit Feuer und Eisen“ – Mit Feuer und Schwert.
Ferrum natare doces. „Du lehrst Eisen schwimmen.“
Ferrum tuum in igne est. „Dein Eisen ist im Feuer.“
Fertilior Fertilior seges est alienis semper in agris / vicinumque pecus grandius uber habet. „Ertragreicher steht die Saat stets auf den fremden Äckern / und Nachbars Vieh hat das größere Euter.“ – Ein Distichon aus Ovid, Ars amatoria (1,349 f.).
Festina Festina lente. „Eile mit Weile.“ – Gemäß Sueton Lieblingsausspruch des Kaisers Augustus, der diesen Satz aber vorzugsweise griechisch zitierte: ()
Der ganze Satz lautet folgendermaßen: „“ ( – „Eile langsam! Ein vorsichtiger ist besser als ein waghalsiger Heerführer.“)
Festinare Festinare nocet, nocet et cunctatio saepe; / tempore quaeque suo qui facit, ille sapit. „Eile schadet, auch Zögern schadet oft; / weise ist, wer alles zu seiner Zeit tut.“
Festinare opus est. „Eile tut not.“ – Wörtlich: „Eilen ist notwendig.“
Fiat Fiat iustitia, et pereat mundus „Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe die Welt darüber zugrunde.“
Erster Nachweis aus dem 16. Jahrhundert, Hadrian VI. zugeschrieben, der mit dieser Maxime das Verfahren gegen einen adeligen Mörder weiterzuführen befahl. Die ursprüngliche Bedeutung ist also: Gerechtigkeit muss verwirklicht werden, auch wenn die Welt (im Sinn von: „Große Welt, Hochmut, Überheblichkeit“) zugrunde geht. Das heute übliche Missverständnis des Satzes geht zurück auf die Übersetzung Luthers: „Es geschehe, was recht ist, und sollt die Welt drob vergehen.“Luthers Werke, Weimarer Ausgabe Band 40, S. 138, Zeile 7f.Ähnliche Wiedergabe Ferdinand I. zugeschrieben bei Johann Christoph Beer: Der Durchleuchtigsten Erz-Herzogen zu Oesterreich Leben, Regierung und Groß-Thaten, Nürnberg 1695.
Vergleiche mit dem folgenden Fiat iustitia, ruat caelum.
mini|hochkant|Wappen der englischen Familie Drew (mit der Variante coelum – mit Ligatur œ – statt caelum) Fiat iustitia, ruat caelum „Der Gerechtigkeit soll Genüge geleistet werden und wenn der Himmel einstürzt.“
Die genaue Herkunft des Spruchs ist unklar und wird häufig im englischen Sprachraum mit einem Piso’s justice („Pisos Gerechtigkeit“) genannten Ereignis aus Senecas De IraSeneca, De Ira 1,18. über einen Konsul Piso (üblicherweise Gnaeus Calpurnius Piso, aber auch Lucius Calpurnius Piso Caesoninus) gleichgesetzt, in dem diese Phrase jedoch nicht auftaucht. Fiat iustitia, ruat caelum beschreibt in diesem Kontext eine den Worten nach gerechte, jedoch moralisch verwerfliche Tat:
Piso verurteilte einen Mann in einem Indizienprozess wegen Mordes zum Tode. Kurz vor seiner Hinrichtung tauchte das vermeintliche Opfer jedoch auf und der das Urteil vollstreckende Zenturio brachte beide zur Klärung erneut vor Piso. Dieser verurteilte daraufhin alle drei zum Tode: den vermeintlichen Mörder, weil er ein rechtsgültiges Todesurteil erhielt, den Zenturio, weil dieser nicht seiner Pflicht nachkam, und das vermeintliche Opfer, weil es für den Tod von zwei Unschuldigen verantwortlich war.
Vergleiche mit Fiat iustitia, et pereat mundus.
Fiat lux (et facta est lux) „Es werde Licht! (Und es ward Licht.)“ – Aus dem 1. Buch Mose (Genesis), wird auch als Motto an der UC Berkeley verwendet.
mini|hochkant|Logo der FAO: Fiat panis Fiat panis. „Es werde Brot.“ – Motto der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO)
Fiat voluntas Tua. „Dein Wille geschehe.“ – Bitte aus dem Vaterunser, die ergänzt wird um „sicut in caelo, et in terra“ („wie im Himmel so auf Erden“).
Fide Fide, sed cui, vide. „Trau, aber wem, schau.“ – „Trau, schau, wem.“
Ähnlich: Vide cui fidas.
Fidei/Fides Fidei Defensor