Dies ist eine Teilliste von Luftfahrt-Zwischenfällen der Jahre 1950 bis 1959 beim Betrieb von Verkehrsluftfahrzeugen. Für übrige Zeitspannen siehe Listen von Luftfahrt-Zwischenfällen.
Für militärische Zwischenfälle siehe Liste von Zwischenfällen (Militärluftfahrt) bis 1980.
Für Zwischenfälle von Luftfahrzeugen der Allgemeinen Luftfahrt siehe Liste von Zwischenfällen (Allgemeine Luftfahrt).
In diese Liste sollen nur Unfälle eingetragen werden, die den Relevanzkriterien für Zwischenfälle genügen.
Einträge mit eigenem Artikel in Wikipedia sind mit (A) gekennzeichnet.
Auflistung nach Jahr 1950 1951 1952 1953 1954 1955 1956 1957 1958 1959
Liste 1950 5. Januar – An einer Curtiss C-46A60-CK Commando der brasilianischen Companhia Itaú de Transportes Aéreos (Luftfahrzeugkennzeichen PP-XBW) traten während des Reisefluges Triebwerksprobleme auf. Der Kapitän entschied, zum Flughafen São Paulo–Congonhas (Brasilien) zurückzukehren. Die Besatzung schaffte es jedoch nicht mehr ganz dorthin, sondern musste eine Notlandung etwa 36 Kilometer vor dem Zielflughafen durchführen. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Alle drei Besatzungsmitglieder, die einzigen Insassen auf dem Frachtflug, überlebten den Unfall.
10. Januar – Eine Douglas DC-3/C-47B-1-DK der französischen Air Nolis (F-BEFQ) verunglückte am Flughafen von Zinder (Französisch-Westafrika, heute Niger). Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Über Personenschäden ist nichts bekannt.Jennifer M. Gradidge: The Douglas DC-1/DC-2/DC-3: The First Seventy Years, Volumes One and Two. Tonbridge, Kent, UK: Air-Britain (Historians), 2006, ISBN 0-85130-332-3, S. 537.
21. Januar – Eine Douglas DC-3/C-47 der TAM – Transporte Aéreo Militar (zivile Fluggesellschaft der bolivianischen Luftwaffe) (TAM-10) verunglückte bei schlechtem Wetter nahe Vacas (Bolivien), 60 Kilometer ostsüdöstlich des Zielflughafens Cochabamba. Alle 32 Insassen, vier Besatzungsmitglieder und 28 Passagiere, wurden getötet, ebenso wie eine Frau am Boden.
22. Januar – Eine Douglas DC-4-1009 der französischen Air France (F-BBDB) brannte auf dem Flughafen Paris-Orly (Frankreich) aus. Eine herunter gefallene, zerbrochene Glühbirne entzündete ein Sammelgefäß für Treibstoff und Öl, wodurch zunächst die linke Tragfläche Feuer fing. Personen kamen nicht zu Schaden. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt.
24. Januar – Eine Douglas DC-3/C-47A-50-DL der französischen Société Transatlantique Aérienne (STA) (F-BFGD) wurde gegen einen 4600 Fuß (1400 Meter) hohen Berg geflogen, 48 Kilometer westlich vom Flughafen Tamatave. Die Maschine kam vom Flughafen Antananarivo-Arivonimano (Madagaskar). Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 14 Insassen getötet, drei Besatzungsmitglieder und 11 Passagiere.
24. Januar – Eine Douglas DC-3/C-47A-15-DK der Philippine Airlines (PI-C22) verschwand auf einem Flug zwischen Iloilo City und Manila (Philippinen). Alle 4 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und der einzige Passagier, kamen ums Leben.
25. Januar – Eine Douglas DC-3/C-47A-25-DK der indischen Airways (India) (VT-CPQ) verunglückte beim Start vom Shella Airstrip (Indien). Die Maschine sollte mit einer Ladung Orangen aus Assam nach Kalkutta fliegen. Beim Start kam sie zunächst ins Schleudern und stürzte dann ab. Zwei der drei Besatzungsmitglieder des Frachtfluges wurden getötet.
30. Januar – Eine Douglas DC-3/C-47B-15-DK der französischen Air Nolis (F-BEIH) verunglückte bei Le Treport (Département Seine-Maritime). Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Über Personenschäden ist nichts bekannt.
2. Februar – Eine Douglas DC-3 der niederländischen KLM Royal Dutch Airlines (PH-TEU) stürzte auf einem Frachtflug nach London 65 Kilometer vor der niederländischen Küste in die Nordsee. Die drei regulären Besatzungsmitglieder sowie alle vier Auszubildenden kamen ums Leben.Air-Britain Archive: Casualty compendium part 50 (englisch), September 1993, S. 81.Unfallbericht DC-3 PH-TEU, Aviation Safety Network (englisch) abgerufen am 23. November 2017.
5. Februar – Eine Douglas DC-4 (C-54A) der israelischen El Al (4X-ACD) rutschte während des Starts auf dem Flughafen Tel Aviv-Lod von der Startbahn und fing Feuer. Alle 50 Insassen überlebten den Vorfall.Unfallbericht DC-4 4X-ACD, Aviation Safety Network (englisch) abgerufen am 21. Dezember 2019.
16. Februar – Eine Douglas DC-3A der Air France (F-BAOD) kam bei der Landung auf dem Flughafen Cotonou (Dahomey) von der Landebahn ab und wurde irreparabel beschädigt. Die drei Besatzungsmitglieder und alle Passagiere überlebten den Unfall.
27. Februar – Eine Douglas DC-3/C-47A-15-DK der tschechoslowakischen CSA (OK-WDY) verunglückte am Berg Praděd (Altvater) (Tschechoslowakei). Von den 25 Insassen wurden 6 getötet, drei Besatzungsmitglieder und 3 Passagiere.
1. März – Eine Douglas DC-3/C-47-DL der kolumbianischen SAM Colombia (Sociedad Aeronautica Medellin) (HK-507) stürzte im Anflug auf den Flughafen Medellin-Olaya Herrera (Kolumbien) ab. Die Maschine war dort zu einem Testflug nach Reparaturen am Triebwerk Nr. 1 (links) gestartet, geriet bei der Rückkehr in Starkregen mit starken Fallböen und schlug im Gelände auf. Von den 4 Insassen kamen 2 ums Leben, der Erste Offizier und einer der beiden Mechaniker.
(A) 7. März – Eine Martin 2-0-2 der US-amerikanischen Northwest Airlines (N93050) wurde im Anflug auf die Landebahn 35 des Flughafens Minneapolis-Saint Paul (USA) in den Boden geflogen. In schlechtem Wetter flogen die Piloten das Flugzeug beim Versuch eines Sichtanflugs unter den Gleitpfad des Instrumentenlandesystems und weit weg vom Signal des Landekurssenders, woraufhin es in einer Höhe von nur 21 Metern rund 1,3 Kilometer vor der Landebahn und 200 Meter westlich der Anfluglinie mit einer Fahnenstange kollidierte. Die beschädigte Maschine flog dann noch 6,1 Kilometer nach Westen weiter von Kurs weg, bis die linke Tragfläche abbrach und es zum Absturz auf ein Haus kam. Das ausgebrochene Feuer zerstörte auch das Wohnhaus. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 13 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 10 Passagiere, getötet, ebenso wie die zwei Bewohner des brennenden Hauses (siehe auch Northwest-Airlines-Flug 307).
10. März – Eine Bristol 170 Mk.21 der französischen Société Indochinoise de Transport Aériens (SITA) (F-BECR) verunglückte in Südvietnam auf einem Frachtflug vom Flughafen Phu Bai in Huế zum Flughafen Da Nang. Alle 3 Besatzungsmitglieder und der einzige Passagier wurden getötet.Unfallbericht Bristol 170 F-BECR, Aviation Safety Network (englisch) abgerufen am 4. August 2019.
(A) 12. März – Bei einer Avro Tudor V der britischen Fairflight (G-AKBY) kam es im Landeanflug auf Llandow, Wales, Großbritannien zum Strömungsabriss und Absturz. Dabei kamen 75 der 78 Passagiere und alle 5 Besatzungsmitglieder ums Leben. Die Piloten hatten die Kontrolle über die völlig überladene Maschine verloren, bei der zudem der Schwerpunkt weit hinter der zulässigen Grenze lag. Es war bis zu diesem Zeitpunkt der Flugunfall mit den meisten Todesopfern (siehe auch Flugunfall von Llandow).Air-Britain Archive: Casualty compendium part 50 (englisch), September 1993, S. 81/82.Unfallbericht Tudor G-AGRE, Aviation Safety Network (englisch) abgerufen am 21. Januar 2016.
21. März – Eine Bristol 170 Mk.21 des Herstellers Bristol Aeroplane Company (G-AHJJ) geriet auf einem Testflug ins Trudeln und stürzte etwa 60 Kilometer westlich des Werksflugplatzes Bristol Filton in der Nähe von Cowbridge ab. Die Maschine befand sich auf dem zweiten Testflug nach ihrem Umbau von der Version Mk.IIA zur Mk.21. Alle 4 Insassen kamen um.Unfallbericht Bristol 170 G-AHJJ, Aviation Safety Network (englisch) abgerufen am 4. August 2019.
25. März – Eine aus Istanbul kommende Douglas DC-3/C-47A-75-DL der türkischen Türkiye Devlet Hava Yollari (DHY) TC-BAL (der heutigen Turkish Airlines) verunglückte bei der Landung auf dem Militärflugplatz Ankara-Etimesgut und fing Feuer. Dabei wurden alle 15 Insassen getötet, 4 Besatzungsmitglieder und 11 Passagiere.Unfallbericht DC-3 TC-BAL, Aviation Safety Network (englisch) abgerufen am 10. August 2019.
28. März – Eine Douglas DC-3/C-47A-40-DL der polnischen Polskie Linie Lotnicze LOT (SP-LCC) wurde an einem unbekannten Ort zum Totalschaden. Über Personenschäden ist nichts bekannt.
15. April – Eine Douglas DC-3/C-47 der kolumbianischen Limitada Nacional de Servicio Aéreo (LANSA) (HK-309) flog in der Nähe von San Marcos (Kolumbien) in einer Höhe von rund 2700 Metern gegen einen Berg. Die Maschine war auf dem Weg vom Flughafen Medellin-Olaya Herrera zum Flughafen Barranquilla. Die beiden Piloten, die einzigen Insassen des Frachtfluges, kamen ums Leben.
24. April – Eine Curtiss C-46 Commando der bolivianischen Lloyd Aéreo Boliviano (CB-51) wurde am Flughafen Cochabamba (Bolivien) irreparabel beschädigt. Die beiden Besatzungsmitglieder, die einzigen Insassen auf dem Flug, überlebten den Unfall.
1. Mai – Eine Douglas DC-3/C-47A-85-DL des Französischen Hochkommissars für Kamerun (F-OAFP) wurde auf einem Flug von Kano (Nigeria) nach Gao (Französisch-Westafrika, heute Mali) bei Tenkodogo (Französisch-Westafrika, später Obervolta, zur Zeit Burkina Faso) irreparabel beschädigt. Alle Insassen überlebten den Unfall.
2. Mai – Eine Douglas DC-3/C-47-DL der kolumbianischen Avianca (HK-120) wurde knapp nördlich des Vulkans Chimborazo in gebirgiges Gelände geflogen, 3,3 Kilometer von Simiatug (Ecuador) entfernt. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 15 Insassen getötet, drei Besatzungsmitglieder und 12 Passagiere.
15. Mai – Eine Short Sandringham der Scandinavian Airlines (LN-IAU) stürzte kurz nach dem Start am damaligen Seeflughafen Harstad/Narvik auf dem Weg zum Flughafen Tromsø ins Meer zurück und sank eine Stunde später. Alle 33 Insassen (7 Besatzungsmitglieder und 26 Passagiere) überlebten.Unfallbericht Sandringham LN-IAU, Aviation Safety Network (englisch) abgerufen am 25. November 2018.
17. Mai – Mit einer Douglas DC-3/C-47A-20-DK der indischen Airways (India) (VT-CHB) kam es bei der Landung auf dem Flughafen von Balurghat (Indien) zu einem Totalschaden. Das Frachtflugzeug hatte eine Ladung von Sandblechen an Bord, die zum Bau einer allwettertauglichen Landebahn in Balurghat benötigt wurden. Die Besatzung, einzige Insassen des Frachtfluges, überlebte den Unfall.
24. Mai – Eine Douglas DC-3/C-47A-55-DL der kolumbianischen Limitada Nacional de Servicio Aéreo (LANSA) (HK-307) wurde 6 Kilometer westlich von Pasto (Kolumbien) in den Vulkan Galeras geflogen. Die Maschine befand sich auf dem Flug von Popayán nach Ipiales. Durch diesen CFIT (Controlled flight into terrain) wurden 26 der 27 Insassen getötet; nur ein Passagier, ein zehnjähriges Mädchen, überlebte.Air-Britain Archive: Casualty compendium part 50 (englisch), Oktober 1993, S. 93/82.
27. Mai – An einer Curtiss C-46F-1-CU Commando der US-amerikanischen Regina Cargo Airlines (N9406H), gemietet von der United States Air Force (USAF), kam es am Triebwerk Nr. 1 (links) unmittelbar nach dem Abheben vom Flughafen Teterboro (New Jersey, USA) zu Fehlzündungen. Das Triebwerk wurde abgestellt. In einer Höhe von etwa 140 Metern wurde für die Rückkehr nach links gekurvt. Die Maschine sank immer weiter, bis sie 800 Meter vom Flugplatz entfernt im Gelände aufschlug und noch rund 200 Meter weiter rutschte, bis sie mit großen Bäumen kollidierte. Unfallursachen waren die Überladung des Flugzeugs um 5076 pounds (2304 Kilogramm) und mangelhafte Wartung der Triebwerke. Einer der beiden Piloten, der einzigen Insassen auf dem Frachtflug, wurde getötet.