Dies ist eine Teilliste von Luftfahrt-Zwischenfällen der Jahre 2000 bis 2009 beim Betrieb von Verkehrsluftfahrzeugen. Für übrige Zeitspannen siehe Listen von Luftfahrt-Zwischenfällen.
Für militärische Flugunfälle siehe Liste von Zwischenfällen (Militärluftfahrt) ab 1981.
Für Zwischenfälle von Luftfahrzeugen der Allgemeinen Luftfahrt siehe Liste von Zwischenfällen (Allgemeine Luftfahrt).
In diese Liste sollen nur Unfälle eingetragen werden, die den Relevanzkriterien für Zwischenfälle genügen.
Einträge mit eigenem Artikel in Wikipedia sind mit (A) gekennzeichnet.
Auflistung nach Jahr 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Liste 2000 Im Jahr 2000 (genaues Datum unbekannt, nach Juli) wurde eine auf dem Flughafen Malabo (Äquatorialguinea) geparkte Jakowlew Jak-40 der Ecuato Guineana de Aviación (EGA) (betrieben von der russischen NovgorodAvia) (Luftfahrzeugkennzeichen RA-87847) irreparabel beschädigt, als ihr Heck von einer Swissair MD-11 gerammt wurde, die an der Yak-40 vorbeirollte. Über Personenschäden ist nichts bekannt.Unfallbericht Jak-40 RA-87847, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 25. Januar 2025.
(A) 10. Januar – Eine Saab 340 der schweizerischen Crossair (HB-AKK) auf dem Flug von Zürich nach Dresden stürzte kurz nach dem Start auf ein Feld bei Nassenwil, Schweiz. Alle 10 Menschen an Bord starben (siehe auch Crossair-Flug 498).
(A) 13. Januar – Eine Short 360-300 der schweizerischen Fluggesellschaft Avisto (HB-AAM) musste 5 Kilometer vom Flughafen Brega entfernt vor der libyschen Küste notgewassert werden. Dabei ertranken 22 der 41 Insassen. Schwimmwesten waren nicht an Bord. Die Maschine kam im Auftrag der US-amerikanischen Sirte Oil Company aus Tripolis. Die Piloten hatten versäumt, die Enteisungsanlage der Triebwerke einzuschalten, da sie ununterbrochen ein sachfremdes Thema diskutiert hatten (siehe auch Flugunfall einer Shorts 360 bei Brega).Unfallbericht Short 360 HB-AAM, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. Dezember 2018.
(A) 30. Januar – Ein Airbus A310 der Kenya Airways (5Y-BEN) stürzte nach dem Start in Abidjan (Elfenbeinküste) ins Meer. Von 179 Menschen an Bord wurden 169 getötet (siehe auch Kenya-Airways-Flug 431).
(A) 31. Januar – Eine McDonnell Douglas DC-9-83 (MD-83) der US-amerikanischen Alaska Airlines (N963AS) stürzte nahe Los Angeles, USA in den Pazifischen Ozean nahe Point Mugu bei Oxnard (Kalifornien). Die Maschine befand sich auf dem Flug vom mexikanischen Puerto Vallarta nach San Francisco. Alle 88 Personen an Bord starben. Grund war ein aus Kostengründen verlängertes Wartungsintervall der Mechanik der Höhenrudertrimmung, welche bei der DC-9-83 nicht ausfallsicher ausgeführt ist (siehe auch Alaska-Airlines-Flug 261).Unfallbericht DC-9-83 N963AS, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 6. August 2019.
(A) 2. Februar – Ein Airbus A300B2-203 der Iran Air (EP-IBR) wurde zerstört, als die Crew einer Lockheed C-130 Hercules der Iranischen Luftwaffe während des Starts in Teheran-Mehrabad die Kontrolle verlor und ihre Maschine mit dem Airbus kollidierte, der gerade zu einem Hangar geschleppt wurde. Die acht Insassen der Hercules kamen dabei ums Leben (siehe auch Flugzeugkollision auf dem Flughafen Teheran-Mehrabad 2000).Unfallbericht A300 EP-IBR, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 9. Mai 2020.Unfallbericht Hercules Kennz. unbekannt, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 9. Mai 2020.
(A) 16. Februar – Eine Douglas DC-8-71F der Frachtfluggesellschaft Emery Worldwide (N8079U) stürzte kurz nach dem Start vom Sacramento Mather Airport (Kalifornien) auf einen Autoschrottplatz. Als Unfallursache wurde eine unzureichende Wartung festgestellt. Diese hatte dazu geführt, dass sich beim Start die Betätigungsstange des rechten Flettner-Ruders löste, dadurch die Höhensteuerung verloren ging und es zum Kontrollverlust kam (siehe auch Emery-Worldwide-Flug 17).Unfallbericht DC-8-71 N8079U, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 28. April 2020.
17. März – Eine de Havilland Canada DHC-6-300 Twin Otter der panamaischen Aeroperlas (HP-1267APP) wurde in der Nähe von Carreto (Panama) in einer Höhe von 760 Metern gegen einen 850 Meter hohen Berg geflogen. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 10 Insassen getötet, zwei Besatzungsmitglieder und 8 Passagiere. Das Wrack wurde erst fünf Tage später von einem Suchflugzeug aus gefunden.
11. April – Ein Airbus A320 der Mexicana de Aviación (F-OHMD) wurde auf dem Flughafen Minatitlán (Mexiko) durch einen Brand zerstört. Der Tankwagen fuhr ab, während der Tankschlauch noch mit dem Flugzeug verbunden war. Der Schlauch riss, Treibstoff schoss heraus und ein Feuer brach aus. Es gab keine Todesfälle.
14. April – In einem Lagerhaus auf dem Flughafen Kinshasa-Ndjili (Demokratische Republik Kongo) brach ein Großbrand aus, der auf eine Munitionsladung übergriff und mehrere Explosionen verursachte. Etwa 109 Menschen am Boden sollen getötet worden sein. Mehrere Flugzeuge wurden durch das Feuer beschädigt oder zerstört. Darunter waren zwei Canadair CL-44D4-2 der kongolesischen Africargo Airlines (TN-235 und 3C-ZPO), betrieben für die Luftstreitkräfte der Demokratischen Republik Kongo, die beide irreparabel beschädigt wurden. Über Personenschäden an Bord ist nichts bekannt.
(A) 19. April – Eine Boeing 737-200 der Air Philippines (RP-C3010) wurde in der Nähe von Davao City (Philippinen) während des Landeanflugs rund 6 Kilometer vor der Landebahn ins Gelände geflogen. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 131 Insassen getötet (siehe auch Air-Philippines-Flug 541).
22. April – Eine Avro RJ70 der Turkish Airlines (TC-THL) überrollte bei der Landung auf dem Flughafen Siirt (Türkei) das Landebahnende der 1800 Meter langen, nassen Bahn. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Alle 46 Insassen überlebten den Unfall.Unfallbericht Avro RJ70 TC-THL, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 15. Januar 2025.
(A) 22. Juni – Bei starkem Regen und schlechter Sicht stürzte eine Xian Y-7-100C der chinesischen Wuhan Airlines (B-3479) beim Anflug auf den Flughafen Wuhan (China) infolge von Windscherung ab. Alle 42 Menschen an Bord und 7 Arbeiter am Boden starben (siehe auch Wuhan-Airlines-Flug 343).Unfallbericht Xian Y-7-100 B-3479, Aviation Safety Network, (englisch), abgerufen am 15. August 2016.
26. Juni – Eine Boeing 737-200 der Yemenia (7O-ACQ) verließ bei der Landung auf dem Flughafen Khartum (Sudan) seitlich die Landebahn und wurde irreparabel beschädigt. Alle Insassen überlebten die Bruchlandung.Unfallbericht B-737-200 7O-ACQ, Aviation Safety Network, (englisch), abgerufen am 21. Juni 2016.
9. Juli – Eine Curtiss C-46A-60-CS Commando, betrieben durch den kolumbianischen Geschäftsmann R.M. Marmolejo (HK-851P), verunglückte 3 Kilometer östlich des Flughafens Villavicencio-La Vanguardia (Kolumbien). Die Maschine sollte mit 17 Passagieren zum Flughafen Mitú fliegen. Laut Flugplan befanden sich angeblich nur 4 Passagiere an Bord des für maximal 13 Insassen zugelassenen Flugzeugs. Kurz nach dem Start entstand ein Triebwerksbrand am Motor Nr. 2 (rechts), der nicht gelöscht werden konnte, da beide dafür vorgesehenen Feuerlöscher leer waren. Der Kapitän versuchte, mit einer Rechtskurve (in Richtung des stehenden Triebwerks) zum Startflughafen zurückzukehren. Dabei verlor er die Kontrolle über das Flugzeug; es kam zum Absturz. Von den 19 Insassen wurden die beiden Piloten und 8 der 17 Passagiere getötet. Die Unfalluntersuchung ergab unter anderem, dass die Maschine nicht lufttüchtig war. Beide Piloten hatten keine Nachweise über ihre fliegerische Tätigkeit. Der Kapitän und Besitzer des Flugzeugs hatte kein gültiges Medizinisches Tauglichkeitszeugnis und hätte überhaupt nicht fliegen dürfen.
(A) 12. Juli – Ein Airbus A310-300 der deutschen Hapag-Lloyd Flug (D-AHLB) musste auf dem Weg von Kreta nach Hannover auf dem Flughafen Wien notgelandet werden. Das Fahrwerk ließ sich nach dem Start nicht vollständig einfahren. Der Kapitän entschloss sich trotz des erhöhten Luftwiderstandes zum Weiterflug nach München, wobei aber der Treibstoffverbrauch aufgrund der dadurch verschlechterten Aerodynamik stark anstieg. Nach 2:35 Stunden Flugzeit fielen beide Triebwerke wegen Treibstoffmangels aus. Nur mit viel Glück gelang eine Gleitfluglandung am Flughafen Wien-Schwechat, bei der das Flugzeug irreparabel beschädigt wurde. Von den 142 Insassen wurden 26 verletzt (siehe auch Hapag-Lloyd-Flug 3378).Unfallbericht A310 D-AHLB, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. Dezember 2018.
(A) 17. Juli – Eine Boeing 737-200 der indischen Alliance Air (VT-EGD) stürzte während des Landeanflugs auf den Flughafen Patna (Indien) in der Nähe des Flughafens in bewohntem Gebiet ab. Die Piloten waren zu hoch angeflogen und verloren anschließend durch falsche Bedienung die Kontrolle über die Boeing. Von den 58 Flugzeuginsassen wurden 55 getötet, ebenso wie 5 Anwohner (siehe auch Alliance-Air-Flug 7412).Unfallbericht B-737-200 VT-EGD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. Oktober 2019.
18. Juli – Eine Fokker F28-4000 der Iran Aseman Airlines (EP-PAU) wurde bei der Landung in Ahwaz so schwer beschädigt, dass das Flugzeug abgeschrieben werden musste. In dichtem Nebel war die Maschine nach dem ersten Aufsetzen hochgesprungen, hatte neben der Landebahn wieder aufgesetzt und wurde trotzdem durchgestartet und erneut gelandet. Alle 88 Insassen überlebten.Unfallbericht F28-4000 EP-PAU, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. Februar 2019.
(A) 25. Juli – Beim Absturz einer Concorde der Air France (F-BTSC) kamen bei Paris alle 109 Insassen sowie 4 Menschen am Boden ums Leben (siehe auch Air-France-Flug 4590).
27. Juli – Eine de Havilland Canada DHC-6-300 Twin Otter der Royal Nepal Airlines (9N-ABP) kollidierte am Jarayakhali Hill in der Bergkette Churia mit Bäumen und brannte aus. Die Maschine befand sich auf dem Flug von Bajhang nach Dhangadhi. Alle 25 Insassen, 3 Besatzungsmitglieder und 22 Passagiere, kamen ums Leben.Unfallbericht DHC-6 9N-ABP, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. Oktober 2019.
12. August – Eine Antonow An-26 der kongolesischen STAER Airlines (9Q-CJI) verunglückte rund 64 Kilometer nordwestlich des Zielflughafens Tshikapa (Demokratische Republik Kongo). Keiner der 27 Insassen überlebte.
(A) 23. August – Ein Airbus A320 der Gulf Air aus Bahrain (A4O-EK) wurde nach einem nächtlichen Durchstartmanöver am Flughafen Bahrain durch die räumlich desorientierte Besatzung ins flache Meer gesteuert (CFIT). Dabei kamen alle 143 Insassen, 135 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder, ums Leben (siehe auch Gulf-Air-Flug 072).Unfallbericht A320 A4O-EK, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. Dezember 2018.
27. September – Eine Convair CV-580 der kanadischen Hydro-Quebec (C-GFHH) geriet auf dem La Grande-LG-4 airstrip (Québec, Kanada) trotz gegensätzlichen Bremsens und entgegengesetztem Ausschlag der Bugradsteuerung nach rechts von der Landebahn ab, geriet auf sehr weichen und felsigen Untergrund rund zwei Meter tiefer und wurde irreparabel beschädigt. Als Ursache wurde festgestellt, dass der Lenkventilhebel durch die Techniker nicht gemäß den Spezifikationen und den Zeichnungen im Überholungshandbuch und im Wartungshandbuch wieder zusammengebaut worden war. Alle 22 Insassen, vier Besatzungsmitglieder und 18 Passagiere, überlebten den Unfall.
4. Oktober – Eine Curtiss C-46F Commando der US-amerikanischen Everts Air Fuel (N1822M) kollidierte beim Rollen nach der Landung auf dem Flugplatz Port Alsworth (Alaska, USA) mit einem Baum. Personen kamen nicht zu Schaden. Das Flugzeug wurde stark beschädigt, eventuell irreparabel.Unfallbericht C-46 N1822M, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 5. Juli 2024.