mini|Unternehmenssitz in Tokio Sony (jap. , Sonī Kabushiki-gaisha) ist nach Hitachi und Panasonic der drittgrößte japanische Elektronikkonzern, mit Sitz im Tokioter Bezirk Minato. Kerngeschäft sind die PlayStation, CMOS-Bildsensoren, das Musik- und Filmgeschäft sowie die Unterhaltungselektronik.
Geschichte mini|550 Madison Avenue (ehemals Sony Building) in New York City
Das Unternehmen wurde am 7. Mai 1946 von Akio Morita und Masaru Ibuka als Tōkyō Tsūshin Kōgyō K.K. (dt. etwa: Tokioter Kommunikationsindustrieunternehmen), abgekürzt Totsuko, im damals fast vollständig kriegszerstörten Tokio gegründet.
Der Sitz des Unternehmens war zuerst das ausgebrannte Kaufhaus Shirokiya im Stadtteil Nihonbashi. Als die Räumlichkeiten nicht mehr zur Verfügung standen, wechselte es als Übergang nach Kichijōji und 1947 letztlich nach Shinagawa.
Ein oft gehörter Gründungsmythos ist, dass Sonys erstes Produkt ein automatischer Reiskocher gewesen sei. Tatsächlich hatte eine von Masaru Ibuka geleitete Vorgängerfirma Tokyo Tsushin Kenkyusho an einem Reiskocher gearbeitet; es gelang aber nicht, einen funktionstüchtigen Prototyp zu entwickeln, so dass die Arbeiten eingestellt wurden.
Der Schwerpunkt war von Anfang an das Entwickeln und Herstellen von Produkten der Unterhaltungselektronik. Der Durchbruch gelang mit dem Erwerb einer Lizenz zur Herstellung von Transistoren von den US-amerikanischen Bell Laboratories. Das Unternehmen brachte daraufhin sein erstes Transistorradio auf den Markt.
Mit Blick auf die geplante internationale Vermarktung seiner Produkte suchte das Unternehmen einen griffigen Markennamen, der zugleich das Logo darstellen und daher kurz sein sollte. Nach langen Überlegungen stieß man auf das lateinische Wort sonus (Klang). Es erinnerte an das damalige auch in Japan gebräuchliche englische Modewort Sonnyboy (gescheiter Junge) und an sunny (heiter). Allerdings bedeutet die japanische Aussprache von sonny so viel wie Geld verlieren. Letztlich strich man ein N und gelangte zu Sony.
Sony war dabei das erste japanische Unternehmen, das sich einen Namen wählte, der in lateinischen Buchstaben geschrieben wurde (was angesichts des verlorenen Krieges gegen die USA zu großen öffentlichen Diskussionen führte).
Ab 1955 wurde der Name als Marke für Produkte genutzt; 1958 wurde die ganze Firma in Sony umbenannt.
Im Jahr 1975 stieg Sony in einem Joint-Venture zusammen mit der Union Carbide Company in die Batterie-Technik ein.reuters.com vom 27. November 2012, Exclusive: Banks offer to help Sony offload battery unit – sources. (englisch), abgerufen am 7. Oktober 2020.
Im August 1981 stellte Sony-Chef Akio Morita die erste filmlose Magnetkamera unter der Bezeichnung Mavica vor.spiegel.de, 25. März 1985, Drei bleiben. Abgerufen am 14. November 2020.
Ein besonderer Schwerpunkt war die Miniaturisierung der Geräte. In den 1990er Jahren brachte Sony jährlich etwa 500 neue Produkte auf den Markt.
Im Jahr 2007 verlegte das Unternehmen seinen Sitz nach Minato.
Im September 2012 unterstützte Sony Olympus nach einem Bilanzskandal mit etwa einer halben Milliarde Euro und erlangte damit einen Stimmrechtsanteil von 11,46 %.spiegel.de vom 28. September 2012, Sony investiert halbe Milliarde in Olympus. Abgerufen am 22. November 2020.
Anfang Februar 2014 kündigte Sony an, aufgrund der schwachen Umsatzzahlen seine PC-Sparte zusammen mit der Marke VAIO bis März 2014 an das Unternehmen Japan Industrial Partners zu verkaufen. Das Fernsehgeschäft solle in ein neues Unternehmen ausgegliedert werden. Durch diesen Umbau sollten weltweit etwa 5000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Sony wollte sich so in Zukunft auf seine bisherigen umsatzstarken Marken Xperia (Smartphones und Tablets) und PlayStation (Spielkonsolen) konzentrieren. Durch den Verkauf des Geschäfts mit Personal Computern entstand die VAIO Corporation, an der Sony noch mit 5 % beteiligt ist.
2017 verkaufte Sony seine Akku-Sparte für 153 Mio. Euro an Murata Seisakusho.Markt & Technik vom 16. November 2016, Sony verkauft Lithium-Ionen-Geschäft an Murata. Abgerufen am 6. Oktober 2020.asia.nikkei.com vom 1. September 2017, Murata to pour $450m into Sony battery ops after purchase. (englisch), abgerufen am 6. Oktober 2020. In diesem Bereich hatte Sony (ab dem Jahr 2000) über 1.000 Patente angemeldet und gehörte an der Zahl dieser Patente gemessen zu den ersten zehn.EPA-IEA-Studie vom 22. September 2020: Innovationsschub in der Batterietechnik spielt Schlüsselrolle für die Energiewende. Abgerufen am 6. Oktober 2020.
Im September 2019 verkaufte Sony seinen Olympus-Rest-Anteil von 5 %.wallstreet-online.de vom 9. September 2019, Sony gibt Olympus-Anteil frei. Abgerufen am 22. November 2020. Wegen des Brexit verlagerte Sony im selben Jahr seinen Europasitz von London nach Amsterdam.
Nachdem Sony 2020 ein Konzeptfahrzeug vorgestellt hatte, gab es im Januar 2022 auf der Consumer Electronics Show bekannt, Elektroautos marktreif machen zu wollen.
Im Januar 2026 wurde bekannt, dass Sony mit TCL ein Joint-Venture bildet, an dem TCL die Mehrheit halten wird. Damit wird Sonys TV-Sparte ausgegliedert.
Produkte Audio-Geräte mini|links|Sony Radio-Tuner ST5600 mit Verstärker TA1010 (ab 1970) mini|Sony-Weltempfänger ICF-SW77 mini|links|MiniDisc-Spieler mini|Sony-Kassettendeck, CD-Player und Verstärker (etwa 1992)
In den 1950er Jahren entwickelte Sony als eines der ersten Unternehmen ein Radio mit Transistoren, das Sony TR-55 (1955). Morita kaufte damals in den USA für 1000 US-Dollar die Rechte.
Mit dem TPS-L2 entwickelte Sony 1979 den ersten Walkman – einen kleinen, tragbaren Kassettenspieler. An dem Begriff Walkman hält Sony bis heute das Markenrecht. Eine Ausnahme bildet Österreich, dort wurde Sony dieses Markenrecht im Juni 2002 vom Obersten Gerichtshof entzogen. 2004 räumte Sony ein, dass der Walkman die Erfindung des Deutschen Andreas Pavel war, der schon zwei Jahre vor den Japanern ein dem Walkman sehr ähnliches Gerät namens Stereobelt patentieren ließ.
Im Jahr 1983 brachte Philips (in Zusammenarbeit mit Sony) die Compact Disc (CD) heraus; Sony produziert bis heute auch CD-Spieler. Die mobilen Abspielgeräte wurden zunächst in Anlehnung an den Walkman Discman genannt, seit 1999 werden sie als CD Walkman bezeichnet. (englisch)
Als digitaler Nachfolger der Musikkassette (MC) wurde von Sony in den 1990er Jahren die MiniDisc (MD) entwickelt. Vor allem im asiatischen Raum fand die MiniDisc große Verbreitung. In Deutschland setzte sie sich jedoch wegen teurer Lizenzgebühren und aufwendiger Kopierschutzmechanismen nicht durch. Aufgrund der geringen Größe der Geräte und der Robustheit der Medien waren die MD als mobiler Musikdatenträger zeitweise einigermaßen beliebt. Insbesondere Presse und Rundfunk schätzten sie sehr für Interviews wegen der damit unkompliziert und qualitativ sehr hochwertig möglichen Mikrofonaufnahmen. Auch die langen Akkumulator-Laufzeiten der MD-Geräte halten das Format bis heute am Leben. Sie erreichen bei manchen Modellen bis zu 135 Stunden.
Das von Sony und Philips 1998 entwickelte SACD-Format konnte sich am Markt nicht durchsetzen.
Zum 1. Oktober 2002 wurde der japanische Mitbewerber Aiwa zu 100 % von Sony übernommen.
Video und Fernseher mini|Späterer Betamax-Videorekorder SL-HF100 mini|Action-Camcorder mit Unterwassergehäuse mini|Sony HandyCam Pro CCD-V90E
1960 brachte Sony mit dem TV-8-301 den ersten tragbaren Transistorfernseher auf den Markt.Sony, Product & Technology Milestones 1960, abgerufen am 7. September 2021.
Die von Sony entwickelten und im Oktober 1968 auf den Markt gebrachten Trinitron-Farbbildröhrensoundandvision.com vom 8. Juli 2012, Sony Trinitron Television (englisch), abgerufen am 7. September 2021. wurden auch im professionellen BereichSony-Katalog professioneller Trinitron-Monitore (PVM-L1-Serie) 2003, (PDF, 188 kB), abgerufen am 7. Juni 2020. und in Computermonitoren eingesetzt. Sie wurden von LCD-, LED- und Plasma-Fernsehern vom Markt verdrängt.
Eine weitere Entwicklung war das Videoaufnahmesystem Betamax, das in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre auf den Markt kam. Betamax verlor den Formatkrieg gegen das konkurrierende VHS-System (JVC), obwohl es bessere Messwerte erzielte.Betamax versus VHS abgerufen am 20. Februar 2010. Sony verkauft Camcorder und Action-Camcorder für den Unterhaltungsmarkt und professionelle Videokameras.sony.de, abgerufen am 12. September 2020. Erst 1988 bot auch Sony VHS-Videorekorder an, deren Technik von Hitachi stammte.HifiVision März 1988, Seite 20, Normale Verhältnisse Im November 2015 kündigte Sony die Einstellung des Verkaufs der Betamax-Videokassetten zum März 2016 an.
Sony vermarktete ab 1997 Fernseher einige Jahre lang auch unter dem Markennamen WEGA. Bis 2003 wurden weltweit über 40 Millionen dieser Fernsehgeräte verkauft. Seit 2005 werden vorrangig LCD-Flachbildfernseher mit der Fernsehnorm HDTV und Projektoren, die Produkteigenentwicklungen sind, unter der Bezeichnung BRAVIA vertrieben. Die nach den Normen HDCAM, XDCAM sowie SRX-4K arbeitenden Projektoren, welche die kinotypische Bildwiederholrate von 24 Bildern pro Sekunde verarbeiten können, werden unter der Bezeichnung Cinealta vermarktet. 2008 stellte Sony auf der Internationalen Funkausstellung Berlin (IFA) die 200-Hertz-Technologie vor.
Seit 2017 verkauft Sony OLED-Fernseher. Im Januar 2017 wurde der A1E mit einem X1 Extreme Prozessor vorgestellt. Der AF8 mit 4K folgte 2018. Auf der IFA 2018 wurde der AF9 vorgestellt, der eine Schallabstrahlung durch den Bildschirm (Acoustic Surface Audio) hatte. 2019 folgte das Modell AG9 mit einem gegenüber dem AF9 verbesserten Acoustic Surface Audio, das nun auch Dolby Atmos unterstützt.digitalfernsehen.de vom 4. Januar 2020, Sony KD-55AG9 – Top OLED-TV im Test, abgerufen am 7. Juni 2020.
Auf der CES 2019 stellte Sony erstmals einen 8K-Fernseher vor (ZG9).
Musik und Film Zusätzlich zur Unterhaltungselektronik machte sich Sony in den letzten Jahren einen Namen im Film- und Musikgeschäft. Für zwei Milliarden britische Pfund kaufte Sony 1988 das Tonträgerunternehmen CBS Records und alle damit verbundenen Rechte, woraus Sony Music Entertainment (SME) entstand, eine Tochter der Sony Corporation of America (SCA). Dieser Unternehmenszweig fusionierte 2004 mit dem Tonträgerunternehmen Bertelsmann Music Group (BMG), einer Tochter des Bertelsmann-Konzerns. Beide agierten unter dem Namen Sony BMG Music Entertainment, bis BMG sich aus dem Musikgeschäft zurückzog.
Sony erwarb 1989 von The Coca-Cola Company deren Unterhaltungsholdings, darunter das Filmstudio Columbia Pictures. Seither besitzt Sony ein erfolgreiches Hollywood-Studio, das seit 1991 den Kern der SCA-Tochter Sony Pictures Entertainment (SPE) bildet.
Ein aus vier Investmentgesellschaften unter der Führung von Sony und dem Kabelnetzkonzern Comcast bestehendes Konsortium kaufte 2005 außerdem das Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer und dessen Tochterunternehmen United Artists.
Digitale Kameras und Bildsensoren mini|Sony Cyber-shot Digitalkameras mini|Sony Alpha A77 mit Zeiss-Objektiv
Im August 1981 hatte Sony-Chef Akio Morita die erste filmlose (aber noch analoge) Magnetkamera unter der Bezeichnung Mavica vorgestellt. Bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1984 konnten Sony und Canon bei Bildübertragungsversuchen mit Zeitungsverlagen ordentliche Ergebnisse vorweisen. Seit den 1990er Jahren stellt Sony Digitalkameras in größerer Zahl her. Fast zeitgleich erschienen die Serien Digital Mavica und Cyber-shot. 2002 stellte Sony die Digital-Mavica-Reihe ein. Weiterhin produziert Sony digitale Camcorder unter der Marke Handycam.