Die Fulda ist der 220,4 km lange linke Quellfluss der Weser. Sie entspringt im hessischen Teil der Rhön an der Wasserkuppe und endet zwischen Kaufunger Wald und Reinhardswald in der Dreiflüssestadt Hann. Münden (Niedersachsen), wo sie sich mit der von rechts kommenden Werra zur Weser vereinigt.

Die 6.947 km² Einzugsgebiet entwässernde Fulda ist zwar der kürzere der beiden Weser-Quellflüsse, führt am Zusammenfluss aber etwas mehr Wasser. Davon entstammt wiederum etwa die Hälfte der Eder, die ihr erst im Unterlauf zufließt.

Die Fulda ist innerhalb Hessens der Fluss mit der größten Fließlänge.

Flusslauf Quellen Die beiden Quellen der Fulda, die auf dem Südhang der Wasserkuppe () auf jeweils rund liegen, befinden sich zwischen Poppenhausen-Abtsroda und Gersfeld-Obernhausen.

Die Geo-Koordinaten der Fuldaquellen: Die südöstliche Fuldaquelle () liegt etwa 1.400 m südöstlich des Berggipfels; auf diese gefasste Quelle bezieht sich die Flusskilometrierung. Die nordwestliche Fuldaquelle () liegt etwa 700 m südöstlich des Berggipfels.

Zu erreichen sind die Fulda-Quellen über die Landesstraße 3068, die bei Hilders-Dietges die Bundesstraße 458 kreuzt und als Teil des Hochrhönrings in Richtung Süden über Abtsroda vorbei an den Fuldaquellen nach Obernhausen zur B 284 führt.

Auf der Tafel an der Wasserkuppe steht folgendes Gedicht:

Hier halte Rast! Dich labt die Quelle der Fulda, die mit klarer Welle den Berggruß rauschend trägt einher, sie wächst zur Werra hingezogen, zum Deutschen Strom und senkt die Wogen als Weser schiffbelebt ins Meer.

Oberlauf Von der Wasserkuppe fließt die Fulda zuerst in südlicher Richtung vorbei am Feldberg nach Gersfeld und hat bis dorthin nach nur etwa 6 km Flusslänge schon 368 m Höhenunterschied überwunden. Von dort aus fließt sie einige Kilometer in westlicher Richtung nach Eichenzell, knickt dort nach Norden ab und erreicht danach auf Höhe die Stadt Fulda.

Mittellauf Linker Hand der Fulda liegt hier der Vogelsberg und rechter Hand die Kuppenrhön. Etwas weiter nördlich erreicht sie den kleinen Ort Lüdermünd (Stadtteil von Fulda), wo die Lüder einmündet, dann die Stadt Schlitz, wo ihr die Schlitz zufließt, danach den Ort Niederaula (Ortsteil Niederjossa), wo die Jossa einmündet und noch weiter nördlich Bad Hersfeld, wo ihr die Haune, der Geisbach und die Solz zufließen.

Nachdem die Fulda zwischen Knüllgebirge und Seulingswald durchgeflossen ist, mündet von links der Rohrbach. Danach erreicht die Fulda über Bebra und Rotenburg a.d. Fulda die Ortschaft Malsfeld, wo ihr die Beise zufließt. Bei Obermelsungen mündet die Pfieffe, in Melsungen der Kehrenbach. Danach fließt ihr die Mülmisch leicht südlich von Körle zu.

Das Fuldaknie ist eine Biegung des Flusses in der Nähe der Stadt Bebra. Zwischen dem Knüllgebirge und dem Seulingswald in nordöstliche Richtung fließend, macht der Fluss vor dem Stölzinger Gebirge eine Biegung in nordwestliche Richtung.

Unterlauf Nach zwei Flussschleifen bei Guxhagen mündet bei Grifte, einem Ortsteil von Edermünde, von Südwesten her kommend die Eder, der größte und die Fulda an Wasserführung übertreffende Nebenfluss ein, der hier 0,75 km länger ist als die Fulda in ihrem bisherigen Lauf und der beim Zusammenfluss im Gegensatz zur Fulda seine Richtung nicht ändert. Noch etwas weiter nördlich fließen in Kassel unter anderen Drusel (Kleine Fulda), Ahne, Wahle, Losse und Nieste ein.

Von Kassel fließt die Fulda, abgesehen von einer Flussschleife, zwischen Reinhardswald im Nordwesten und Kaufunger Wald im Südosten als Grenzfluss zu Süd-Niedersachsen durch ein oftmals enges und recht stark gewundenes Durchbruchstal, in dem ihr bei Fuldatal-Simmershausen die Espe zufließt.

Mündung Rund 32 km unterhalb bzw. nordöstlich von Kassel erreicht das Wasser der Fulda schließlich das in Südniedersachsen gelegene Hann. Münden, wo sie sich auf Höhe mit der Werra zur Weser vereinigt.

Landschaftsbild Die Fulda verläuft nahezu auf ihrer gesamten Strecke in dem mehr oder weniger tief von ihr ausgewaschenen Fuldatal, in dem sie sich hauptsächlich durch den Buntsandstein kämpft. Dieses Tal, zu dessen beiden Seiten zumeist ausgedehnte Wälder und teils hohe Berge aufragen, öffnet sich eigentlich nur im weitläufigen Kasseler Talkessel.

In ihrem zumeist steil abfallenden Oberlauf beträgt die Talbreite teils nur wenige Meter bis hin zu 250 m und später bis zu 500 m. Bei Eichenzell bzw. Fulda weitet sich das Tal noch etwas, um sich danach wieder zwischen den Berghängen durchzuzwängen.

Um Bad Hersfeld und Bebra ist das Tal maximal 1,3 km breit und bei Guxhagen wieder nur wenige Hundert Meter.

Erst an der Einmündung der Eder, vor allem aber bei Kassel im Bereich der Karls- und Fuldaaue, durchfließt die Fulda in ihrer Flussniederung eine bis zu 3 km breite Ebene. Nach dieser Großstadt zwängt sie sich bis Hann. Münden wieder durch ein enges Tal, das oft nur wenige hundert Meter breit ist.

Wirtschaftliche Nutzung Schifffahrtsweg

mini|Schleuse in Rotenburg aus dem 17. Jahrhundert (außer Betrieb)

Landgraf Moritz von Hessen ließ die Fulda in den Jahren 1601 und 1602 bis Hersfeld schiffbar machen. In Rotenburg existiert noch eine Schleuse aus dieser Zeit. Dazu ließ er im Vorfeld die „Fulda-Stromkarte“ von Joist Moers anfertigen. Landgraf Moritz befuhr selbst als erster im Jahre 1601 den Fluss bis Bebra, anschließend fuldaabwärts bis Rotenburg und weiter bis Kassel. An diese denkwürdige Fahrt erinnert die Tafel am Schloss Rotenburg direkt neben der Rotenburger Schleuse. Die Schiffe hatten damals meist eine Länge von 20 bis 24 Meter und waren nur 1,30 bis 1,50 Meter breit. An Aufbauten gab es ein Vorder- und ein Hinterkastell zum Übernachten der Schiffer. Die Fuldaschiffe konnten 250 bis 350 Zentner laden, waren mit zwei bis drei Mann besetzt und verfügten über Segel und Mast. Flussabwärts wurde gestiefelt, d. h. man ließ das Schiff ohne Antrieb zu Tal fahren. Wo die Strömung nicht stark war, zum Beispiel vor den Durchlässen bzw. Schleusen, mussten die Schiffer staken, das heißt, das Schiff mit langen eisenbeschuhten Stangen (Staken) vom Grunde abstoßen und vorwärtsschieben. Erlaubte es der Wind, so wurde vom Segel Gebrauch gemacht. Wenn die Schiffe auf Sandbänken und sonstigen Untiefen hängen blieben, mussten die Schiffknechte ins Wasser und schieben.

Stromaufwärts wurden die Schiffe von ein oder zwei Paar Pferden an langen Leinen gezogen, getreidelt. Die Gespanne gingen hierbei am Ufer auf dem Treidelpfad. Er war meist befestigt und verlief, je nach Geländeverhältnissen, am rechten oder linken Ufer entlang. Beim Seitenwechsel gingen die Pferde kurzerhand durch das Wasser. Im Winter wurden sie im Schiff auf die andere Seite befördert. Die Gespanne für die landgräflichen Schiffe mussten in der Regel die anliegenden Dörfer stellen.

Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) vernichtete die junge Fuldaschifffahrt fast vollkommen. Erst Landgraf Carl von Hessen-Kassel blieb es dann wiederum vorbehalten, die Schifffahrt neu zu beleben. Warenumschlagplätze (Schlagden) gab es in Melsungen, Rotenburg und Hersfeld.

In Melsungen lebten im Jahr 1805 noch fünfzig Schifferfamilien. Auf dem Bad Hersfelder Stadtfriedhof erinnert noch ein Grabstein einer Schifferfamilie an diese Zeit. Die Fuldaschifffahrt kam aber ab 1849 wieder zum Erliegen, als die Bahnstrecke Bebra–Baunatal-Guntershausen gebaut wurde.

Die Fulda wurde ab 1890 durch den Bau von Staustufen reguliert. Es entstanden zwischen Bebra und Kassel fünf, sowie zwischen Kassel und Hann. Münden acht Staustufen mit Nadelwehren, deren schlechte Bausubstanz und gefährliche Bedienungsweise seit den 1970er Jahren einer Erneuerung bedurfte. Einige wurden restauriert oder komplett neu gebaut, andere hingegen völlig abgerissen, so dass es heute im Fuldaunterlauf ab Kassel nur noch fünf Staustufen gibt: Kassel, Wahnhausen, Wilhelmshausen, Bonaforth und Hann. Münden. Die höchste davon befindet sich unweit von Kassel flussabwärts bei Wahnhausen. Sie weist 8,48 Meter Fallhöhe auf. Das zweifeldrige Walzenwehr in Kassel (1912) wurde von 1991 bis 1993 restauriert. Dadurch kann die Fulda von Kassel bis Hann. Münden als Schifffahrtsweg genutzt werden. In der warmen Jahreszeit verkehren dort Fahrgastschiffe und Sportboote. Die Kasseler Stadtschleuse von 1913 wurde in den Jahren 2021 bis 2023 saniert und ist seit Juni 2023 von April bis Oktober wieder passierbar.

Die 32 Kilometer Flussstrecke vom Zusammenfluss mit der Werra bis oberhalb Kassel zählen zu den nicht klassifizierten Bundeswasserstraßen, die dem allgemeinen Verkehr dienen, die restlichen 77 Kilometer bis Mecklar dienen als sonstige Binnenwasserstraße des Bundes. Zuständig hierfür ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser. Die Kilometrierung der Fulda beginnt am Wehr in Mecklar bei Kilometer 00 und endet am Zusammenfluss mit der Werra bei Kilometer 108,78.

Anfang des 20. Jahrhunderts sollte die Fulda Teil eines gigantischen Kanalsystems werden. So wurde der Bau einer Wasserstraße von der Nord- bzw. Ostsee bis zum Schwarzen Meer (über Weser, Fulda, Kinzig, Main und Donau) geplant. Teilweise waren bis zu acht Kilometer lange Tunnel zur Unterquerung der Mittelgebirgszüge vorgesehen. Bei Bergshausen, etwa Zehn Kilometer südöstlich von Kassel, wurde sogar mit dem Bau einer Talsperre begonnen. Ende der 1920er Jahre wurden jegliche Arbeiten und Planungen eingestellt.

Schleusen (siehe hierzu auch obigen Abschnitt Schifffahrtsweg) Die Schleusen der Fulda sind talwärts: Name der Schleuse Wasser­straßen­kilometer Daten Bau­jahrSchleuse Neumorschen 26,589 L 28 m / B 4,40 m / Fallhöhe 1,30 m 1752Schleuse Melsungen 42,445 L 24 m / B 4,40 m / Fallhöhe 1,10 m 1752Schleuse Guxhagen 61,083 L 24 m / B 4,40 m / Fallhöhe 1,20 m 1752Schleuse Neue Mühle/Kassel 75,770 L 24 m / B 4,60 m / Fallhöhe 1,35 m 1752Stadtschleuse Kassel 81,276 L 85 m / B 10 m / Drempeltiefe 1,50 mEuropäischer Schiffahrts- und Hafenkalender (WESKA) 2012. Herausgeber: Verein für europäische Binnenschiffahrt und Wasserstraßen e. V., Binnenschiffahrts-Verlag GmbH, Duisburg-Ruhrort. S. A484 / Fallhöhe 2,84 m 1913, stillgelegt seit 2016Neue Stadtschleuse Kassel 81,276 L 35 m / B 6,75 m / Drempeltiefe 1,50 m / Fallhöhe 2,84 m 2023Schleuse Wahnhausen 93,48 L 35 m / B 6,75 m / Fallhöhe 8,50 m 1975 bis 1980Schleuse Wilhelmshausen 101,42 L 35 m / B 7,50 m / Fallhöhe 2,44 m 1988Schleuse Bonaforth 105,27 L 35 m / B 7,50 m / Fallhöhe 2,41 m 1990Fuldaschleuse Hannoversch Münden 108,25 L 58 m / B 8,60 m / Fallhöhe 2,86 m 1897

Fuldakraftwerke Aktuelle Wasserkraftanlagen an der Fulda sind unter anderem: Ort Leistung[MW] Betreiber in Betrieb seit Rotenburg a.d. Fulda, Flusskraftwerk 0,32 Kraftwerk Haag GbR 1943 Kassel, Niederzwehren, Kraftwerk Neue Mühle 0,20 Städtische Werke Kassel 1999 Kassel, Wasserkraftanlage „Vogt’sche Mühle“ 0,60 Lange-Spohr 1958 Fuldatal, Laufwasserkraftwerk Wahnhausen 4,00 Statkraft 1980 Hann. Münden, Wasserkraftwerk 0,22 Wasserkraftwerk GmbH Kürschner 1998

Geschichte Namensherkunft