Die Stadt Bremervörde ist ein staatlich anerkannter Erholungsort im Norden des Landkreises Rotenburg (Wümme), Niedersachsen. Bremervörde war bis 1977 die Kreisstadt des damaligen Landkreises Bremervörde.

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Geographie

Bremervörde liegt im Zentrum des Elbe-Weser-Dreiecks an der Oste zwischen Bremerhaven und Hamburg. Umschlossen wird Bremervörde von der Samtgemeinde Börde Lamstedt im Nordwesten, der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten im Nordosten, der Samtgemeinde Fredenbeck im Osten, der Samtgemeinde Selsingen im Süden, Gnarrenburg im Südwesten und der Samtgemeinde Geestequelle im Westen.

Stadtgliederung Die Stadt teilt sich in die Kernstadt und die dazugehörenden Ortschaften auf. Zu diesen gehören Bevern, Elm, Hesedorf, Hönau-Lindorf, Nieder Ochtenhausen, Iselersheim, Mehedorf, Minstedt, Ostendorf, Plönjeshausen und Spreckens.Bremervörde und die Ortschaften Zu den Stadtteilen gehören folgende: Das Dänenviertel (alle Straßen haben dänische Namen; geht auf die dänische Herrschaftszeit zurück) ist ein Wohngebiet im Ostteil der Stadt. Engeo ist das südlichste Stadtgebiet und ist von den anderen durch den Oereler Kanal und die Bahngleise getrennt. Dort befinden sich die OsteMed Klinik, das Schwimmbad Delphino sowie zahlreiche Schulen (Gymnasium, Haupt-, Realschule, Berufsbildende Schulen, Grundschule Engeo, Grundschule Bremervörde). Die Fresenburg ist mit dem Fresenburger Moor nördlich des Vörder Sees gelegen und dient als Überschwemmungsgebiet bei Hochwasser. Die Gnattenbergswiesen befinden sich im Nordosten der Stadt an der Bundesstraße 74 Richtung Stade und beherbergen einige Gewerbestandorte sowie die städtische Kläranlage. Der nördlichste Stadtteil Höhne liegt am gleichnamigen Waldgebiet mit dem Plietenberg (33,4 m), der höchsten Erhebung im Stadtgebiet. Das Industrie- bzw. Gewerbegebiet Bremervördes liegt im Westen an der Bundesstraße 71/74. Es unterteilt sich in Nord, Süd, Voßberg und das Wohngebiet Kornbeck. Im Januar 2013 wurde im Industriegebiet Nord die neue Justizvollzugsanstalt Bremervörde eröffnet. Die Innenstadt Nord wird durch die B 71/74 und den Vörder See begrenzt. Dort liegen das Messegelände, der Marktplatz (heute ein Parkplatz), der Hafen, das Haus am See und ein Teil des Natur- und Erlebnisparks sowie das alte Rathaus. Die Innenstadt Süd liegt zwischen den Bahngleisen und der B 71/74. In ihr liegen der Bahnhof, das Mühlencenter, die Schule am Mahlersberg, die katholische Kirche und die OsteMed-Kliniken mit Pflegebereich. Der Stadtteil Neues Feld und Finkenmoor liegt im nördlichen Stadtgebiet. Dort befinden sich der Natur- und Erlebnispark mit der Welt der Sinne und der Bürgerpark sowie das barrierefreie Jugendhotel Ostel. Das Stadtgebiet Schützenpark und Walkmühle erstreckt sich von der Gerichtsherrenbrücke bis zum Mulsumer Weg bei Tinste (Ortsteil von Mulsum), in dem sich der Standort der ehemaligen Walkmühle am Pulvermühlenbach, der Schützenhof sowie die Sportanlagen des Bremervörder SC mit Schützenhofstadion befinden. Die Stadtmitte beherbergt das Rathaus, den Rathausmarkt, die Fußgängerzone mit den Geschäften, die Grundschule Stadtmitte und die St.-Liborius-Kirche. Das Neubaugebiet Vörder Feld liegt im Osten und ist ein reines Wohngebiet, das gegen Ende des 20. Jahrhunderts errichtet wurde. Das Vorwerk, welches sich zum großen Teil am rechten Osteufer befindet, ist überwiegend ein Waldgebiet und besitzt mit dem ehemaligen Burg- und Schlossgelände das historische Grundgelände Bremervördes. Auf dem Burgberg liegen das Kreishaus und das Bachmann-Museum. Außerdem gibt es noch das Wehr am rechten Ostearm, die Straßenmeisterei und das Stuhmer Museum mini|Luftaufnahme des südöstlichen Stadtgebietes vom Vörder See aus

Nächste Städte

Nachbargemeinden An die Stadt Bremervörde grenzen folgende Gemeinden: Gemeinde Gnarrenburg Samtgemeinde Börde Lamstedt mit den Gemeinden Hollnseth und Lamstedt Samtgemeinde Fredenbeck mit der Gemeinde Kutenholz Samtgemeinde Geestequelle mit den Gemeinden Alfstedt, Ebersdorf und Oerel Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten mit den Gemeinden Estorf, Heinbockel und Oldendorf Samtgemeinde Selsingen mit den Gemeinden Deinstedt, Farven und Sandbostel

Gewässer mini|Die Osteinsel mit dem Bremervörder Hafen sowie dem Auesee rechts der Oste Durch Bremervörde fließt die Oste, welche von dort bis zur Mündung eine befahrbare Wasserstraße ist. Dieser als Unteroste gekennzeichnete Abschnitt (nördlich des Bremervörder Wehrs) war bis Juni 2010 eine Bundeswasserstraße. Die Oberoste (südlich des Wehrs) ist lediglich für die Sportschifffahrt zugänglich. Am linken Ostearm befindet sich der Bremervörder Hafen (Flusskilometer 0,2), welcher für die Freizeitschifffahrt sowie vom Oste-Yacht-Club und Vörder-Yacht-Club genutzt wird. Im südlichen Stadtgebiet mündet die Bever in die Oberoste, nordöstlich zweigt der Oste-Schwinge-Kanal ab.

Außerdem befinden sich in Bremervörde einige Seen, von denen der bekannteste der Vörder See ist. Dieser ist ein künstlich angelegter See, der als Naherholungsort dient und Teil des Natur- und Erlebnispark Bremervörde ist. Einziger Zufluss ist der Balbecksbach, der vor der Errichtung des Sees in die Oste mündete. Weitere Seen im Stadtgebiet sind der ehemalige Burggraben, der Gelbe See und der Auesee im Auepark.

Geologie Bremervörde liegt am Schnittpunkt der Zevener mit der Stader Geest und ist somit überwiegend auf Geestboden gelegen. Allerdings befinden sich um die Stadt herum einige Moorflächen (Vörder Moor im Norden, Teufelsmoor im Südwesten), sodass auch der Einfluss dieser zu erkennen ist. Die tiefsten Stellen im Stadtgebiet befinden sich in den Moordörfern im Norden (Hönau-Lindorf, Iselersheim, Mehedorf, Ostendorf), tiefster Punkt sind die Ostendorfer Wiesen (−0,5 m). Die höchsten Erhebungen sind der Plietenberg (33 m) sowie der Steinberg (30 m) im Waldgebiet Höhne, der Rethwiesenberg (25 m) bei Elm, der Sprakelsberg (25 m) bei Hesedorf und der Feldberg (22 m) bei Minstedt.

Klima

Geschichte

Mittelalter mini|Der Gründer der Burg Vörde auf einem späteren Siegel als Kaiser Lothar III. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts ließ Sachsenherzog Lothar von Süpplingenburg, der spätere Kaiser Lothar III., an einer strategisch wichtigen Furt über die Oste die Wasserburg Vörde erbauen. Dieses „castrum vorde“ war in den folgenden Jahrhunderten wegen seiner Größe und Bedeutung im Land zwischen Elbe und Weser oft Gegenstand erbitterter kriegerischer Auseinandersetzungen.

So gelangte die Festung im Streit um das Erbe der Grafen von Stade 1144 zunächst in den Besitz Herzog Heinrichs des Löwen und seiner Söhne, ehe sie 1219 an das Erzbistum Bremen fiel. Wegen ihrer zentralen Lage in diesem geistlichen Fürstentum wurde die Burg Vörde bald zu dessen Hauptburg. Im späten Mittelalter wurde sie zum Sitz der Zentralverwaltung des Erzstifts sowie der Lokalverwaltung der Vogtei oder des Amtes Bremervörde. Mehrere Bremer Erzbischöfe haben als weltliche und geistliche Oberhäupter des Erzstiftes von Bremervörde aus regiert, da sie sich wegen der häufigen Auseinandersetzungen mit dem Rat der Stadt Bremen und den dortigen Kaufleuten nur selten in Bremen aufhielten.

Frühe Neuzeit mini|Merian-Kupferstich, 1653 mini|Die Beschießung Bremervördes durch die Dänen, 1657 Im Laufe des Dreißigjährigen Kriegs wurde Bremervörde mehrmals von Kaiserlichen, Dänen und Schweden belagert, so 1627 und 1646. Im Frieden von Osnabrück wurde der Ort 1648 dem neugeschaffenen Herzogtum Bremen-Verden zugeschlagen, das der Königin von Schweden als Reichsfürst unterstand. Da Bremervörde im Krieg größtenteils zerstört worden war, verlegten die Schweden den Regierungssitz des Herzogtums nach Stade.

Während des Ersten Nordischen Kriegs zwischen Dänemark und Schweden wurde der Ort 1657 erneut belagert, und im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg von 1675 bis 1676 unternahmen mehrere Staaten des Heiligen Römischen Reiches und Dänemark einen Feldzug zur Eroberung Bremervördes. Im Frieden von Saint-Germain fiel der Ort 1679 zurück an Schweden. Diese ließen die Burg Vörde 1682 schleifen und die Gebäude des Schlosses abbrechen. Nur die ehemalige Kanzlei der Erzbischöfe von Bremen und Verden aus der Zeit um 1608 blieb erhalten, das heutige Alte Kreishaus. Das gewonnene Baumaterial wurde unter anderem für die Errichtung des Schwedenspeichers in Stade verwendet.

Dänemark eroberte das Herzogtum und mit ihm Bremervörde 1712 erneut und verkaufte es 1715 an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, das seit dem Vorjahr in Personalunion mit Großbritannien verbunden war. Im Zuge der Französischen Revolutionskriege wurde das Gebiet 1803 von Frankreich besetzt und 1810 zunächst dem neu geschaffenen Königreich Westphalen, dann direkt dem Französischen Kaiserreich unter Napoléon I. eingegliedert.Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart, C.H.Beck Verlag, Münche 1999, S. 87

19. und 20. Jahrhundert Nach den Beschlüssen des Wiener Kongresses fiel das gesamte Territorium 1815 an das Königreich Hannover. In die hannoversche Zeit fiel die Erhebung Bremervördes zur Stadt, die sich von 1833 bis 1852 hinzog.

1855 fiel bei Bremervörde ein 7,25 Kilogramm schwerer Meteorit. Er zählt zur Klasse H/L3,9 der Gewöhnlichen Chondriten. Der größte heute noch vorhandene Teil befindet sich in der Universität Göttingen.

Der Hafen von Bremervörde war im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts als Endpunkt der Schifffahrt auf der Oste ein wichtiger Umschlagplatz für Torf aus dem Teufelsmoor sowie für Stackbusch, der von Ewern weitertransportiert wurde. Mit der Verbesserung der landgebundenen Verkehrswege im 20. Jahrhundert verlor die Flussschifffahrt jedoch vollständig ihre Bedeutung.

Infolge des Deutschen Krieges wurde das Königreich Hannover und damit Bremervörde 1866 von Preußen annektiert. Im Jahr darauf wurde die Stadt zum Verwaltungssitz des Landkreises Bremervörde, der bis 1977 bestand. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Auflösung Preußens wurde 1946 das Land Niedersachsen gebildet, zu dem Bremervörde seither gehört.

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Bevern, Elm, Hesedorf bei Bremervörde, Hönau-Lindorf, Iselersheim, Mehedorf, Minstedt, Nieder Ochtenhausen, Ostendorf, Plönjeshausen und Spreckens eingegliedert.

Politik Stadtrat Der Stadtrat ist die kommunale Volksvertretung sowie das Hauptorgan der Stadt Bremervörde und besteht aus 32 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 15.001 und 20.000 Einwohnern. Die 32 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die gegenwärtige Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026. Weiteres ständiges und stimmberechtigtes Mitglied des Stadtrates ist die hauptamtliche Bürgermeisterin bzw. der hauptamtliche Bürgermeister der Stadt.

Während sich die Partei der Vernunft (PDV) und Die Linke bei der Kommunalwahl 2011 erstmals aufstellen ließen und jeweils einen Sitz im Stadtrat erhielten, trat die Christliche Mitte (CM) 2016 nicht erneut an, nachdem 2011 nicht ausreichend Stimmen für einen Platz im Rat erreicht wurden. Die Linke konnte das Ergebnis von 2011 bestätigen, der Vertreter der PDV hingegen stand 2016 als unabhängiger Kandidat zur Wahl, erzielte jedoch nicht genug Stimmen. Auch die Wählergemeinschaft Freier Bürger (WFB), die bereits 2011 nicht mehr angetreten war, stellte keine Kandidaten für die Wahl 2016.