Priestewitz ist eine Gemeinde im Landkreis Meißen in Sachsen.

Geographie und Verkehr Die Gemeinde liegt am Südrand der Großenhainer Pflege. Die Nachbarstädte sind Großenhain (5 km), die Kreisstadt Meißen (10 km) und Riesa (17 km). Die B 101 verläuft durch die Gemeinde. Der Bahnhof Priestewitz verbindet den Ort mit den Bahnstrecken Leipzig–Dresden, Berlin–Dresden und Großenhain–Priestewitz. Die Regionalverkehrslinien RB 31, RE 15, RE 18 und RE 50 verbinden Priestewitz unter anderem mit Leipzig, Großenhain, Elsterwerda, Cottbus und Dresden. Die Buslinien 409, 410 und 463 verbinden Priestewitz unter anderem mit Großenhain und Meißen.Tarifzonenplan mit Liniennetz 2022

Ortsgliederung Die Ortsteile der Gemeinde sind:

Altleis Baselitz Baßlitz Blattersleben Böhla Böhla Bahnhof Dallwitz Dobritzchen Döschütz Gävernitz Geißlitz Kmehlen Kottewitz Laubach Lenz Medessen Nauleis Piskowitz Porschütz Priestewitz Stauda Strießen Wantewitz Wistauda Zottewitz

Geschichte Deutung und Entwicklung des Ortsnamens Priestewitz ist urkundlich erstmals 1350 als Pristanewicz erwähnt. Der Name ist vermutlich von dem altsorbischen Pristańovica, pristań „Anlegestelle“, also „Siedlung bei einer Anlegestelle“ zu deuten. Möglich wäre auch die Ableitung eines Personennamens. Dann wäre die Deutung von der Grundform Pri/Prestanovici als „Siedlung des Pri/Prestan“ zu verstehen. Weitere Formen des Ortsnamens waren 1350 Pristanewicz, 1378 Prystinwicz und Prystenewicz, 1406 Brostelwicz, 1418 Brestenewicz, 1420 Prüstewicz, 1535 Pruschtewitz, 1547/1551 Brostewicz und 1648 Pristewiz und Bristytz. Ab 1791 wurde der Name Priestewitz verwendet.

Ortsgeschichte mini|Priestewitz auf einer Karte von 1841/43 Priestewitz gehörte 1378 zum Verwaltungsbezirk der Burg Großenhain. 1511 wird ein Herrengut genannt. Im nördlichen Teil der Flur befindet sich die Wüstung des Ortes Kunnershain. Eine weitere Wüstung ist Breßnitz. Bis zur Reformation besaß das Kloster Seußlitz Teile des Dorfes. Danach teilten sich das Prokuraturamt Meißen, das Schulamt Meißen und das Amt Hayn Anteile am Dorf Priestewitz. 1547 gehören sieben Hufen der Schule und weitere sieben Hufen dem Rat der Stadt Großenhain. Priestewitz musste jährlich drei Scheffel Wachweizen an das Kreisamt Meißen liefern, zu Weihnachten Amtsgetreide an die Elbe verfrachten, Baudienste leisten und zur Heerfahrt einen Fußknecht stellen. 1821 wird eine Windmühle erwähnt.

Mit dem Bau der ersten Ferneisenbahnline Leipzig–Dresden 1839 erhielt Priestewitz einen eigenen Bahnhof. Seine geografische Nähe zu Meißen und Großenhain brachte eine schnelle wirtschaftliche Entwicklung für den Ort, der als wichtiger Verkehrsknotenpunkt gewisse Bedeutung erlangte.

Im Herbst des Jahres 1843 führte die Königlich Sächsische Armee große Manöver in dem Gebiet um Priestewitz durch, dabei kam der Besetzung und Eroberung des Bahnhofes strategische Bedeutung zu.

Eingemeindungen mini|Die Sankt-Urban-Kirche in Wantewitz, Ortsteil von Priestewitz Ort Datum Anmerkung Altleis 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Nauleis BaselitzFinanzministerialblatt für den Freistaat Sachsen, Nr. 8, 1923 1. April 1923 Eingemeindung nach Kmehlen Baßlitz 1. Januar 1999 Blattersleben 1. Januar 1994 Böhla bei Geißlitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Baßlitz Dallwitz 1. Januar 1960 Eingemeindung nach Lenz Döschütz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Zottewitz Gävernitz 1. Januar 1973 Zusammenschluss mit Kmehlen zu Kmehlen-Gävernitz Geißlitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Baßlitz Kmehlen 1. Januar 1973 Zusammenschluss mit Gävernitz zu Kmehlen-Gävernitz Kmehlen-Gävernitz 1. Januar 1994 Kottewitz 1. Januar 1960 Zusammenschluss mit Stauda zu Kottewitz-Stauda Kottewitz-Stauda 1. Januar 1973 Laubach 1. Januar 1960 Eingemeindung nach Kmehlen Lenz 1. Januar 1999 Medessen 1. Oktober 1973 Eingemeindung nach Strießen Nauleis 1. Januar 1994 Eingemeindung nach Lenz Piskowitz 1873 Eingemeindung nach Wantewitz Porschütz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Blattersleben Stauda 1. Januar 1960 Zusammenschluss mit Kottewitz zu Kottewitz-Stauda Strießen 1. Januar 1999 Wantewitz 1. Januar 1950 Eingemeindung nach Gävernitz Zottewitz 1. Januar 1994

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Politik

Gemeinderat Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 15 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen: Freie Bürgergemeinschaft (FBG): 5 Sitze SV Traktor Priestewitz e. V. (SVT): 4 Sitze Bürgerliste Priestewitz Ost (BLP): 3 Sitze CDU: 2 Sitze AfD: 1 Sitz (ein Sitz bleibt mangels Kandidaten unbesetzt) +letzte GemeinderatswahlenWahlvorschlag202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Freie Bürgergemeinschaft535,0530,5532,5Traktor Priestewitz[Anm.]423,0528,0528,6Bürgerliste Priestewitz Ost316,0317,2214,5CDU213,1216,6424,4AfD113,017,6––Wahlbeteiligung76,7 %73,9 %60,6 %[Anm.] unterschiedliche Bezeichnungen: 2024 Sportfreunde Traktor Priestewitz, 2019 SV Traktor Priestewitz e. V.

Bürgermeister Manuela Gajewi wurde im November 2017 zur Nachfolgerin von Susann Frentzen gewählt. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2024Manuela GajewiGajewi98,8201784,12010Susann FrentzenFrentzen54,12006Ernst-Georg RendkeCDU90,7

Persönlichkeiten Bernard Georg Haase (1910–1968), Kommandant der SD-Aussenstelle Groningen

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Ort im Landkreis Meißen Kategorie:Platzdorf Kategorie:Ersterwähnung 1350