Nauwalde ist ein Ortsteil der Stadt Gröditz im sächsischen Landkreis Meißen. Er war bis zur Eingemeindung am 1. Januar 2013 Teil der Verwaltungsgemeinschaft Gröditz.
Geografie und Verkehrsanbindung mini|Nauwalde auf einer geschichtlichen Karte des Kreises Liebenwerda (1910).
Nauwalde liegt in der Großenhainer Pflege in der Röderaue. Die Nachbarorte sind die Stadt Großenhain (19 km), Gröditz (3 km) und Riesa (17 km). Nauwalde liegt auf der sächsischen Seite der heutigen sächsisch-brandenburgischen und der von 1815 bis 1945 königlich sächsisch-preußischen Grenze.
Südöstlich von Nauwalde führt die Bundesstraße 169 durch Gröditz. In Nauwalde verkehrt mit Stand 2022 eine Regionalbuslinie zwischen Schweinfurth, Gröditz und Riesa, wo Anschluss an das Eisenbahnnetz besteht.Tarifzonenplan mit Liniennetz 2022
Geschichte mini|Straßenbauarbeiten im Frühjahr 2018
Nauwalde wurde 1284 erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1974 wurde der Ortsteil Schweinfurth eingemeindet, am 1. Januar 1994 schlossen sich die selbstständigen Gemeinden Spansberg und Nieska mit Nauwalde zusammen.
Mit Wirkung vom 1. Januar 2013 wurde Nauwalde nach Gröditz eingemeindet.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2013 Zuvor verband beide Gemeinden seit dem 1. Januar 2000 die Verwaltungsgemeinschaft.
Im Jahre 2018 kam es zu umfangreichen Straßenbauarbeiten in der Ortsmitte.
Entwicklung der Einwohnerzahl mini|Dorfgemeinschaftshaus Jahr Einwohnerzahl1551 27 besessene Mann, 18 Inwohner, 24 Hufen1764 30 besessene Mann, 4 Gärtner, 11 Häusler, 24½ Hufen1834 2671871 3731890 393 Jahr Einwohnerzahl1910 4901925 5421939 4311946 7681950 768 Jahr Einwohnerzahl1964 6581990 6262000 11692008 10582009 1031
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche mini|Gefallenendenkmal zu Ehren der im Ersten Weltkrieg gefallenen Einwohner
In der örtlichen Denkmalliste sind einige Kulturdenkmäler verzeichnet. Dabei ist die Dorfkirche von Nauwalde das markanteste Baudenkmal des Ortes. Errichtet wurde dieses Bauwerk im Jahre 1905 nach Plänen des Leipziger Architekten Paul Lange. Der im Jugendstil errichtete Backsteinbau ist mit einem angrenzenden Friedhof im Ortszentrum zu finden. Am Standort befand sich ursprünglich eine Fachwerkkirche aus dem frühen 18. Jahrhundert. Diese fiel im Jahre 1902 einem durch einen Blitzschlag ausgelöstem Brand zum Opfer.
Das Innere der Kirche ist ebenfalls vom Jugendstil geprägt. Hier befindet sich unter anderem ein Altar, welcher einst vom Burschenheim der Mission L. Bolle in Berlin Alt-Moabit gestiftet wurde. Die Orgel der Kirche stammt aus dem Jahre 1905. Das Instrument wurde in der Werkstatt des Olbersdorfer Orgelbaubetriebs A. Schuster & Sohn (Opus 43) geschaffen.
Außerdem steht das historische Gebäude der einstigen Dorfschule im Ort unter Denkmalschutz. Diese wurde im Jahre 1873 errichtet. Weitere Denkmäler sind ein Gefallenendenkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Dorfbewohner von Nauwalde und zwei historische Wegesteine. Ein weiteres aus Kunststein errichtetes Denkmal mit einer darauf befindlichen Metallplatte erinnert mit einer Inschrift daran, dass die an dieser Stelle befindliche Linde am 29. Dezember des Jahres 1898 vom Militärverein Nauwalde zur Erinnerung an das 25-jährige Regierungs-Jubiläum des sächsischen Königs Albert gepflanzt wurde.
Ansässige Vereine SV Saxonia Nauwalde Radfahrer-Verein FAHRWOHL Nieska und Umgebung 1906 e. V. Heimatverein Rödertenne
Literatur
Weblinks
Gröditz und Ortsteile auf einen Blick. In: Webauftritt der Stadt Gröditz.
Anmerkungen und Einzelnachweise Denkmalliste des Landes Sachsen, abgerufen am 22. September 2017. , abgerufen am 22. September 2017. Die Nauwalder Kirche auf der Homepage der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Gröditz, abgerufen am 1. Oktober 2017.
auf der Homepage des Kirchenbezirks Meißen-Großenhain, abgerufen am 1. Oktober 2017.
Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, abgerufen am 1. Oktober 2017
Kategorie:Ort im Landkreis Meißen Kategorie:Gröditz Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Meißen) Kategorie:Straßenangerdorf Kategorie:Ersterwähnung 1284 Kategorie:Gemeindeauflösung 2013