Lampertswalde ist eine Gemeinde in Sachsen. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Schönfeld im Landkreis Meißen.

Geographie Die Gemeinde liegt am Ostrand der Großenhainer Pflege am Übergang zum Westlausitzer Bergland. Die Nachbarstädte sind die Stadt Großenhain (10 km), Königsbrück (20 km) und Radeburg (13 km). Die Gemeinde grenzt nördlich an das Land Brandenburg, östlich bzw. südlich an die Gemeinden Schönfeld respektive Ebersbach und westlich an die Stadt Großenhain.

Ortsgliederung Ortsteile der Gemeinde sind Adelsdorf (Name der Gemeinde vom 30. September 1950 bis zum 30. April 1991 Dorf der Jugend)Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt, Blochwitz, Brockwitz, Brößnitz, Lampertswalde, Mühlbach, Oelsnitz-Niegeroda, Quersa, Schönborn und Weißig am Raschütz.

Die folgende Tabelle zeigt die Ortsteile Lampertswaldes mit ihren Einwohnerzahlen (Stand: 1. Januar 2015). Ortsteil Einwohner Lampertswalde918 Weißig am Raschütz287 Quersa249 Blochwitz223 Oelsnitz204 Adelsdorf193 Schönborn175 Brockwitz138 Brößnitz80 Niegeroda64 Mühlbach50

Geschichte Das Dorf Lampertswalde wurde als Waldhufendorf angelegt. Im Jahr 1219 erfolgte die erste Erwähnung des Ortes nach einem Dokument aus dem Copialbuch (Abschriftensammlung) des Klosters in Meißen mit dem Namen Lamprechtiswalde.

Bereits am 1. Juli 1950 wurde der Ort Mühlbach eingegliedert. Am 1. Juli 1996 wurde die Gemeinde Quersa-Brockwitz eingemeindetStBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996, die am 1. Januar 1973 durch Zusammenschluss der beiden namengebenden Orte entstanden war. Am 1. Januar 1997 folgte der ehemals selbstständige Ort Adelsdorf.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1997 Schließlich wurde am 1. Januar 1999 Schönborn eingemeindet.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999

Zum 1. Januar 2012 wurde die Gemeinde Weißig am Raschütz nach Lampertswalde eingemeindet.

Ortsnamenformen 1205: Lamprehtswalt, : Lamprechtiswalde, 1398: Lampirczwalde, 1540: Lamperßwalde, 1849: Lampertswalda, 1875: Lampertswalde b. Großenhain

Verwaltungszugehörigkeit 1406: Pflege Großenhain, 1547: Amt Großenhain, 1764: Amt Großenhain, 1816: Amt Großenhain, 1843: Amt Großenhain, 1856: Gerichtsamt Großenhain, 1875: Amtshauptmannschaft Großenhain, 1952: Kreis bzw. Landkreis Großenhain, 1994: Landkreis Riesa-Großenhain, 2008: Landkreis Meißen

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1547/51 27 besessene Mann,23 Inwohner, 31 3/4 Hufen 1764 30 besessene Mann, 3 Häusler,31 Hufen je 5–6 Scheffel 1834 214 1871 276 1890 308 1910 440 1925 477 1939 544 1946 806 1950 976 1964 860 1990 1.089 2000 2.051

Sehenswürdigkeiten mini|Windmühle in Schönborn siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Lampertswalde Turmwindmühle und historische Windturbine sowie Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs in Schönborn Originalreststück und Nachbildung des Kursächsischen Viertelmeilensteines Nr. 51 von 1722 vor dem Dorfgemeinschaftshaus Quersa, der an der Poststraße im Zuge der Via Regia bei Quersa stand Martinskirche, seit 1883 unter diesem Namen (Martin Luther soll in Lampertswalde gepredigt haben), die älteste Erwähnung einer Kirche im Ort ist aus dem Jahr 1206 überliefert. Der Altarraum wurde 1973 durch den sächsischen Künstler Werner Juza gestaltet.

Gedenkstätten Gedenkstein an der Straße nach Skaup für sieben KZ-Häftlinge, die am Ende des Zweiten Weltkrieges von SS-Männern ermordet wurden

Politik Gemeinderat

Nach der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 ist die Sitzverteilung im Gemeinderat wie folgt: +Wahlvorschlag202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Sportverein Lampertswalde e. V. (SVL)534,4634,0534,6Gemeinderatsliste Am Raschütz (GRL)529,5422,2––Männergesangsverein Lampertswalde (MGV)116,5113,91113CDU212,5110,9423,6Freie Wähler Lampertswalde (FWL)17,016,715,6Blochwitzer Gesellschaftsverein 94 e. V. (BGV)––16,316,9Wählervereinigung Gemeinsame Zukunft (WGZ)––16,1––Heimatverein Oelsnitz e. V.–––––4,6SPD––––17,1IG Dorffest Weißig a.R. (IGD)––––16,7Wahlbeteiligung77,5 %75,6 %71,6 %

Der Stimmenanteil des Männergesangsvereins Lampertswalde entspricht zwei Sitzen, von denen einer mangels Kandidaten unbesetzt bleibt.

Bürgermeister 1994–2019: Wolfgang Hoffmann (CDU) 2019–2026: René Venus (Sportverein Lampertswalde) ab 2026: Sebastian Schumann (Gemeinderatsliste Am Raschütz)

Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 30. August 2026 wurde Sebastian Schumann ohne Gegenkandidaten mit 85,3 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von sieben Jahren zum neuen Bürgermeister gewählt. Sein Amtsantritt steht noch aus.

+letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2026Sebastian SchumannGemeinderatsliste Am Raschütz85,32019René VenusSportverein Lampertswalde e. V.69,52012Wolfgang HoffmannCDU77,0200798,11994Hoffmann97,7

Wirtschaft mini|Luftbildpanorama von Lampertswalde mit Industriegebiet Größter Arbeitgeber in der Region ist die Firma Kronospan; das Werk wurde 1993–94 von der Union-Bau AG errichtet.

Verkehr Lampertswalde liegt an der Bahnstrecke Großenhain–Cottbus. Dort besteht stündlicher Anschluss in Richtung Ruhland und Dresden, die Züge verkehren als RE 15 und RE 18 der DB Regio Nordost. Außerdem verläuft die B 98 durch die Gemeinde. Die östlich der Gemeinde verlaufende A 13 ist über die Anschlüsse Schönborn und Thiendorf zu erreichen.

Persönlichkeiten Horst-Joachim Christoph (1922–1976), Tierarzt und Hochschullehrer

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1219 Kategorie:Waldhufendorf