Florenz ( ) ist eine italienische Großstadt mit Einwohnern (Stand ). Nach der Einwohnerzahl ist sie die achtgrößte Stadt des Landes. Florenz ist die Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt der Region Toskana sowie der Metropolitanstadt Florenz. In der Metropolregion leben etwa eine Million Menschen. Das Stadtwappen zeigt die Florentiner Lilie.

Als Zentrum des spätmittelalterlichen europäischen Handels- und Finanzwesens zählte Florenz im 15. und 16. Jahrhundert zu den reichsten Metropolen Europas. Die Stadt gilt als Wiege der Renaissance und Entstehungsort des Renaissance-Humanismus. Aufgrund dieser Epoche und der historischen Bedeutung für die Bildende Kunst und Literatur wurde Florenz im 19. Jahrhundert als „italienisches Athen“ bezeichnet.

Dante Alighieri legte hier den Grundstein für die moderne italienische Schriftsprache. Unter dem Einfluss der Familie Medici stieg Florenz zu einem der bedeutendsten Kulturzentren Europas auf. Prägende Persönlichkeiten wirkten in der Stadt: Leonardo da Vinci verbrachte dort seine frühen Schaffensjahre, Michelangelo erhielt Förderung durch die Medici, Filippo Brunelleschi konstruierte die Kuppel der Kathedrale von Florenz und Galileo Galilei lehrte als Hofmathematiker. Von 1865 bis 1871 fungierte Florenz als Hauptstadt des neu gegründeten Königreichs Italien.

Das historische Zentrum verzeichnet ein hohes Tourismusaufkommen. Im Jahr 2024 registrierte die Stadt rund 5,3 Millionen Besucherankünfte. Die UNESCO erklärte die Altstadt 1982 zum Weltkulturerbe.

Geographie Lage mini|hochkant=0.8|Lage von Florenz in der Metropolitanstadt Florenz Florenz liegt im Zentrum des Florenz-Prato-Pistoia-Beckens (italienisch Piana di Firenze-Prato-Pistoia) beidseitig des Arno, der die historische Altstadt von Osten nach Westen durchfließt. Im westlichen Stadtgebiet mündet der von Norden kommende Nebenfluss Mugnone in den Strom. Das hydrografische Netz wird im Süden durch den Fluss Greve und dessen Zufluss Ema ergänzt; beide Gewässer vereinigen sich bei Galluzzo und münden auf Florentiner Territorium ebenfalls in den Arno.

Über Jahrhunderte fungierte der Arno als zentrale Verkehrsader für die Binnenschifffahrt und sicherte die Güterversorgung aus dem Umland. Die topografische Lage am Flusslauf verursachte in der Stadtgeschichte jedoch wiederholt schwere Hochwasserkatastrophen. Die verheerendste Zerstörung der jüngeren Vergangenheit ereignete sich bei der Überschwemmung in Florenz 1966.

Hügel- und Gebirgszüge rahmen das Stadtgebiet ein. Nördlich erhebt sich der toskanisch-emilianische Apennin, während im Süden die Ausläufer des Chianti-Gebiets an die Stadtgrenze stoßen. Die topografische Höhe variiert von am Flussbett des Arno im Westen bis zu in den östlichen Hügellagen bei Montebeni.

Klima Florenz liegt in einer klimatischen Übergangszone zwischen der gemäßigten Klimazone und dem Mittelmeerklima (submediterranes Klima). Das Wettergeschehen ist durch heiße Sommer sowie milde bis mäßig kalte, feuchte Winter geprägt. Bedingt durch die orografische Beckenlage und die daraus resultierende reduzierte Luftzirkulation fallen die Sommermonate spürbar heißer und niederschlagsärmer aus als in den küstennahen Gebieten der Toskana. Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge beläuft sich auf rund 911 Millimeter.

Die offizielle Wetterstation am Flughafen Florenz-Peretola dokumentiert die klimatischen Extreme der Stadt: Den historischen Hitzerekord verzeichnete die Anlage am 26. Juli 1983 mit 42,6 °C. Der absolute Tiefstwert wurde am 12. Januar 1985 mit −23,2 °C gemessen.

Stadtgliederung Im Mittelalter war Florenz zunächst in vier Viertel (Quartieri) eingeteilt, die nach markanten Bauwerken oder Stadttoren benannt waren: San Piero, Duomo (oder Vescovo), San Pancrazio und Santa Maria. Im Zuge des Stadtwachstums folgte eine administrative Erweiterung auf sechs sogenannte Sestieri. Im Jahr 1343 kehrte die Stadt zu einer Vierteilung zurück. Aus dieser Neuordnung gingen die historischen Quartieri San Giovanni, Santa Maria Novella, Santa Croce und Santo Spirito hervor, die bis in die Gegenwart eine hohe kulturelle Bedeutung besitzen. Die moderne Verwaltungsgliederung in fünf Stadtbezirke wurde 1990 eingeführt und orientiert sich in den Außenbereichen an den traditionellen Grenzen.

250px|Florenz Gliederung in fünf Stadtbezirke (Quartieri)+ Stadtbezirke (Quartieri) von Florenz Quartiere Zugehörige Stadtteile Einwohner Fläche (km²) Quartiere 1 Centro Storico, Fortezza da Basso, Il Prato, Oltrarno, San Gaggio, San Jacopino, Viali 62.463 11,40 Quartiere 2 Bellariva, Campo di Marte, Coverciano, La Rondinella, Le Cure, Settignano, Viali 85.024 23,41 Quartiere 3 Bandino, Galluzzo, Gavinana, Ponte a Ema, San Gaggio, Sorgane 38.643 22,31 Quartiere 4 Argingrosso, Cintoia, I Bassi, Il Casone, Isolotto, La Casella, Legnaia, Mantignano, Monticelli, Pignone, San Lorenzo a Greve, Soffiano, Torcicoda, Ugnano 64.922 17,00 Quartiere 5 Brozzi, Careggi, Castello, Firenze Nova, Lippi, Novoli, Peretola, Piana di Castello, Quaracchi, Rifredi, Vittoria 102.831 28,17 Stand: 31.12.2023

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung

Von der römischen Gründung bis zum Spätmittelalter wuchs die Bevölkerung von Florenz nur langsam. Vor dem Ausbruch des Schwarzen Todes im Jahr 1348 zählte die Stadt schätzungsweise 100.000 Einwohner und gehörte damit zu den größten Metropolen Europas. Die Pestepidemie forderte rund 60.000 Todesopfer. Dies entsprach einem Bevölkerungsverlust von etwa 60 Prozent.

In den Epochen der Renaissance und des Barocks erholte sich die Demografie der Stadt nur zögerlich. Unter der Herrschaft der Medici stabilisierte sich die Einwohnerzahl im 15. und 16. Jahrhundert auf einem Niveau von 50.000 bis 70.000 Personen. Wiederkehrende Epidemien, wie die Pest von 1630, verursachten tiefe demografische Einschnitte. Dennoch stieg die Bevölkerungszahl während der Ära des Großherzogtums Toskana wieder moderat an. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts zählte Florenz rund 80.000 Einwohner.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts verzeichnete die Stadt ein kontinuierliches Wachstum. Um das Jahr 1860 lebten etwa 150.000 Menschen in Florenz. Bis zu Beginn der 1930er-Jahre verdoppelte sich dieser Wert auf über 300.000. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs setzte sich der Anstieg fort. Im Jahr 1971 erreichte die Einwohnerzahl mit 457.803 Personen ihren historischen Höchststand. Seit den 1980er-Jahren bewirken Suburbanisierungsprozesse und ein allgemeiner Geburtenrückgang einen Bevölkerungsverlust im Kernstadtgebiet. Im 21. Jahrhundert gleicht ein stetiger Zuzug diese Entwicklung teilweise wieder aus.

Religion mini|Die Kathedrale Santa Maria del Fiore ist die Metropolitankirche des Erzbistums Florenz. Florenz ist traditionell stark römisch-katholisch geprägt. Die Stadt fungiert als Sitz des Erzbistums Florenz. Dieses entstand im 4. Jahrhundert als Bistum und erfuhr im Jahr 1420 die Erhebung zur Erzdiözese. Der amtierende Erzbischof steht der zugehörigen Kirchenprovinz als Metropolit vor. Zahlreiche Klöster und Bettelorden formten die Religionsgeschichte und das historische Stadtbild. Architektonisch und kulturell herausragend wirkten in diesem Zusammenhang insbesondere die Niederlassungen der Dominikaner in Santa Maria Novella und der Franziskaner in Santa Croce.

Darüber hinaus existieren Gemeinden weiterer christlicher Konfessionen, darunter die der Waldenser und der russisch-orthodoxen Kirche. Ebenso sind jüdische und islamische Glaubensgemeinschaften in der Stadt vertreten. Die im Jahr 1882 eingeweihte Große Synagoge von Florenz im maurischen Stil gehört zu den monumentalsten Synagogenbauten in Europa.

Sprache und Dialekt In Florenz wird der florentinische Dialekt (fiorentino) gesprochen, eine Varietät des Toskanischen. Das Florentinische nimmt linguistisch eine historische Sonderstellung ein, da es die maßgebliche Grundlage der modernen standarditalienischen Sprache bildet.

Im 14. Jahrhundert etablierte sich das Florentinische durch die literarischen Werke der „Drei Kronen“ (Tre Corone) – Dante Alighieri, Francesco Petrarca und Giovanni Boccaccio – als führende Schriftsprache der Apenninenhalbinsel. Im Zuge des Risorgimento im 19. Jahrhundert avancierte diese Varietät zur offiziellen Staatssprache. Der Schriftsteller Alessandro Manzoni förderte diese Entwicklung maßgeblich, indem er die Endfassung seines Nationalromans I Promessi Sposi systematisch am Florentinischen ausrichtete.

Während das geschriebene Standarditalienisch auf der historischen florentinischen Schriftsprache basiert, weist die lokale gesprochene Umgangssprache spezifische phonetische und grammatikalische Merkmale auf. Die bekannteste lautliche Erscheinung ist die Gorgia toscana („toskanische Kehle“). Hierbei werden die stimmlosen Verschlusslaute /k/, /t/ und /p/ in intervokalischer Position spirantisiert, also als Reibelaute artikuliert. Im Redefluss wird dadurch beispielsweise die Wortfolge la casa (das Haus) annähernd wie la hasa ausgesprochen. Grammatikalisch ersetzt die Umgangssprache zudem häufig die erste Person Plural (noi) durch eine unpersönliche Konstruktion mit dem Pronomen si (beispielsweise noi si va anstelle von noi andiamo). Darüber hinaus prägen spezifische Florentinismen (fiorentinismi) den lokalen Wortschatz, die im Standarditalienischen keine Verwendung finden.

Politik Stadtregierung und Verwaltung mini|Der Palazzo Vecchio ist seit dem 13. Jahrhundert Sitz der Stadtverwaltung.

Seit dem 26. Juni 2024 amtiert Sara Funaro (Partito Democratico, PD) als Bürgermeisterin (Sindaco) von Florenz. Sie bekleidet dieses Amt als erste Frau in der Stadtgeschichte. Sie löste Dario Nardella (PD) ab, der der Stadt von 2014 bis 2024 vorstand. Zu ihren Amtsvorgängern zählt auch der spätere italienische Ministerpräsident Matteo Renzi (Amtszeit 2009–2014).

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bildet Florenz ein politisches Zentrum des Mitte-links-Spektrums. Parteien dieser Ausrichtung stellten seither mit wenigen Ausnahmen die Stadtregierung.

Das oberste Organ der kommunalen Selbstverwaltung ist der Stadtrat (Consiglio Comunale). Dieser setzt sich aus 36 gewählten Mitgliedern sowie der Bürgermeisterin zusammen. Die Exekutive bildet der Stadtausschuss (Giunta Comunale), dessen Mitglieder (Assessori) der direkten Ernennung durch die Bürgermeisterin unterliegen. Administrativ gliedert sich das Stadtgebiet in fünf Verwaltungsbezirke (Quartieri). Jeder Bezirk verfügt über einen eigenen Bezirksrat und einen Bezirkspräsidenten.

Als Sitz der Hauptverwaltung (Comune) fungiert der historische Palazzo Vecchio an der Piazza della Signoria. Darüber hinaus beheimatet Florenz die Präfektur der Metropolitanstadt Florenz sowie den Regionalrat und die Regierung der Region Toskana.

Wappen und Symbole mini|hochkant|Das Original des Marzocco von Donatello (1419–1420) im Museo nazionale del Bargello.

Das Wappen der Stadt Florenz zeigt eine rote, stilisierte Lilie (italienisch giglio bottonato oder giglio fiorentino) auf silbernem Grund. Im deutschen Sprachraum ist diese Figur als Florentiner Lilie bekannt. Botanisch basiert das Symbol auf der Schwertlilie, die im Arnotal seit der Antike wild wächst. Die florentinische Variante unterscheidet sich von der klassischen heraldischen Lilie durch zwei markante, mit Knospen besetzte Staubfäden zwischen den drei Hauptblütenblättern. In der Heraldik trägt sie daher die offizielle Bezeichnung „ornamentierte Lilie“.