mini|hochkant=1.3|Zschepplin mit der Mulde (von Osten gesehen)
Zschepplin ist eine Gemeinde im Landkreis Nordsachsen, Freistaat Sachsen. Sie gehört dem Verwaltungsverband Eilenburg-West an.
Geographie
Lage Die Gemeinde Zschepplin liegt etwa sechs Kilometer nördlich von Eilenburg und sieben Kilometer südwestlich von Bad Düben. Der Osten der Gemeinde wird durch das Muldetal begrenzt.
Gemeindegliederung Zschepplin besteht aus folgenden Ortsteilen:
Geschichte Zschepplin gehörte bis 1815 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Eilenburg.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 56 f. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam der Ort zu Preußen. Er wurde 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1952 gehörte. Bereits seit dem 19. Jahrhundert galt Noitzsch als Ortsteil von Zschepplin.Noitzsch. In: Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen.
Im Zuge der zweiten Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 wurde Zschepplin dem Kreis Eilenburg im Bezirk Leipzig angeschlossen, der 1994 im Landkreis Delitzsch aufging. Am 1. Januar 1999 erfolgte der Zusammenschluss mit vier weiteren Gemeinden zur Gemeinde Zschepplin.Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands StBA Mit der 2008 erfolgten Kreisreform im Freistaat Sachsen kam Zschepplin zum Landkreis Nordsachsen.
Eingemeindungen
Am 1. Januar 1999 wurden Glaucha, Hohenprießnitz, Krippehna und Naundorf (mit Rödgen und Steubeln) nach Zschepplin eingemeindet.
Bevölkerung Jahr Einwohner 2002 3.368 2005 3.301 2010 3.079 2015 2.881 2020 2.872 Jahr Einwohner 2021 2.866 2022 2.911 2023 2.803 2024 2.821 2025 2.850
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen)
Politik
Gemeinderat Die Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 war die letzte Wahl der Gemeindevertretung von Zschepplin. Eine Übersicht über diese und vergangene Wahlen gibt die Tabelle:
Partei/Liste 2024Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2024 2019Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2019 2014Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014 % Sitze % Sitze % Sitze Gemeinsame Wählervereinigung Zschepplin 50,6 8 62,9 9 – CDU 29,4 4 37,1 5 47,8 8 Unabhängige Wählergemeinschaft Zschepplin (UWG) 20,0 2 – – FWV Hohenprießnitz – – 21,3 3 FWV Naundorf – – 17,6 2 WV Krippehna – – 8,2 1 Sonstige – – 5,1 – Gesamt 100 14 100 14 100 14 Wahlbeteiligung (in %) 69,6 62,3 50,9
Bürgermeister 1994–1999: Dieter Zebrowski (CDU) 1999–2020: Roswitha Berkes (parteilos) seit 2020: Kay Kunath (parteilos)
Kunath wurde in der Bürgermeisterwahl am 8. März 2020 mit 61,7 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von sieben Jahren gewählt. + Letzte Bürgermeisterwahlen Wahl Bürgermeister Vorschlag Wahlergebnis (in %) 2020 Kay Kunath Kunath 61,7 2013 Roswitha Berkes Berkes 92,3 2006 78,9
Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Zschepplin (Lithographie Sammlung Duncker)
Schloss Zschepplin und Park Kirche St. Lucia in Zschepplin Schloss Hohenprießnitz mit Park Dorfkirche Hohenprießnitz Heimatscheune Hohenprießnitz Kirche St. Lukas Krippehna Bockwindmühle in Glaucha, im Jahr 1748 erbaut Bockwindmühle bei Zschepplin Mulderadweg und Lutherweg, führen durch den Ort
Verkehr Die Bundesstraßen B 107 und B 2 (im Nordwesten) führen durch das Gemeindegebiet. Im Ortsteil Hohenprießnitz führt eine Fähre über die Mulde nach Gruna. Der Bahnhof Kämmereiforst im Ortsteil Naundorf liegt an der Bahnstrecke Halle–Cottbus.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde Andreas Mylius (1649–1702), Rechtswissenschaftler, in Zschepplin geboren Bernhard von Leonhardi (1817–1902), königlich-sächsischer Generalleutnant, Kommandant der Festung Königstein, in Zschepplin geboren Charlotte Mahler (1894–1973), Ärztin, in Krippehna geboren
Mit Zschepplin verbundene Persönlichkeiten Christian Becmann (1580–1648), Pfarrer in Zschepplin Carl von Dieskau (1601 oder 1596–1667), Besitzer des Rittergutes Zschepplin Christian von Klengel (1629–1693), Besitzer des Rittergutes Hohenprießnitz Anton Albrecht von Imhoff (1653–1815), Besitzer des Rittergutes Hohenprießnitz Hans von Dieskau (1702–1750), Besitzer des Rittergutes Zschepplin Wilhelm von Mengersen (1777–1836), Besitzer des Rittergutes Zschepplin Hermann Kötzschke (1862–1943), Pfarrer in Niederglaucha Friedemann Steiger (* 1938), Pfarrer in Krippehna Sabine Bastian (* 1948), Sprachwissenschaftlerin, lebt in Krippehna Ilona Ryk (* 1960), Badmintonspielerin, lebt in Zschepplin
Literatur Hans-Joachim Böttcher: Zschepplin – … ein Hauch leiser Trauer weht von den stillen Weihern … In: Still und voll herber Schönheit … Schlösser und ihre Gärten in der Dübener Heide. Bad Düben 2006, ISBN 3-00-020880-1, S. 137–152.
Weblinks
Schloss Zschepplin. (PDF; 94 kB) Deutsche Stiftung Denkmalschutz.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Nordsachsen Kategorie:Ort an der Mulde