Doberschütz ist eine Gemeinde im Landkreis Nordsachsen in Sachsen. mini|Ortsmitte Doberschütz mit Kirche

Geographie Die Gemeinde Doberschütz liegt ca. 10 km östlich von Eilenburg. Die Gemeinde befindet sich an der Südseite der Dübener Heide am Schwarzbach. Im Westen an der Grenze zur Stadt Eilenburg befindet sich im Ortsteil Sprotta-Siedlung ein großer Kiessee, der als Naherholungsgebiet genutzt wird. Im Nordwesten beim Ortsteil Mörtitz grenzt die Gemeinde an das Muldetal.

Gemeindegliederung Ortschaft Ortsteile Battaune Battaune Doberschütz Doberschütz Mörtitz Mensdorf, Mörtitz und Rote Jahne Paschwitz Bunitz, Mölbitz und Paschwitz Sprotta Sprotta, Sprotta-Siedlung Wöllnau Wöllnau, Winkelmühle

Geschichte Doberschütz wird erstmals im Jahr 1314 urkundlich erwähnt, der Ortsteil Battaune schon um das Jahr 1000. Die Orte sind, wie aus den Namen ersichtlich, allesamt sorbischen Ursprungs. Doberschütz gehörte bis 1815 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Eilenburg.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 56 f. Der Forst Doberschütz war geteilt. Während der westliche Teil ebenfalls zum Amt Eilenburg gehörte, lag der östliche Teil im Amt Torgau.Doberschütz im Historischen Ortsverzeichnis Sachsen Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam Doberschütz im Jahr 1815 zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem der Ort bis 1952 gehörte. Dabei wurde der westliche Teil des Doberschützer Forsts ebenfalls dem preußischen Kreis Delitzsch angeschlossen, der östliche Teil kam zum preußischen Kreis Torgau.

Im Zuge der zweiten Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 wurde Doberschütz dem Kreis Eilenburg im Bezirk Leipzig angeschlossen, welcher 1994 im Landkreis Delitzsch aufging. Die Gemeinden Battaune, Doberschütz, Mörtitz, Paschwitz, Sprotta und Wöllnau schlossen sich am 1. Januar 1996 zur Gemeinde Doberschütz zusammen.

Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Battaune 1. Januar 1996 Zusammenschluss zu Doberschütz Bunitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Paschwitz Doberschütz 1. Januar 1996 Zusammenschluss zu Doberschütz Mensdorf 1. April 1936 Eingemeindung nach Mörtitz Mölbitz 1. Januar 1973 Eingemeindung nach Paschwitz Mörtitz 1. Januar 1996 Zusammenschluss zu Doberschütz Paschwitz 1. Januar 1996 Zusammenschluss zu Doberschütz Rote Jahne 1. April 1936 Eingemeindung mit Mensdorf nach Mörtitz, seit dem 8. November 2002 als neuer Ortsteil ausgewiesen Sprotta 1. Januar 1996 Zusammenschluss zu Doberschütz Wöllnau 1. Januar 1996 Zusammenschluss zu Doberschütz

Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 3.900* 2005 4.499 2010 4.300 2015 4.100 2020 4.082 Jahr Einwohner 2021 4.078 2022 4.090 2023 4.032 2024 4.057 2025 3.985

* 3. Oktober

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeinderat Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 war die letzte Wahl der Gemeindevertretung von Doberschütz. Eine Übersicht über diese und vergangene Wahlen gibt die Tabelle:

Partei/Liste2024Ergebnisse der Gemeinderatswahl 20242019Ergebnisse der Gemeinderatswahl 20192014Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014%Sitze%Sitze%Sitze AfD24,5 313,4 1– CDU18,0 324,6 534,2 6 Unabhängige Wählervereinigung der Ortschaft Mörtitz (UWOM)11,1 210,6 25,0 – Freie Stimme! (FS!)10,9 211,7 210,1 2 Bürgerinitiative der Ortschaft Doberschütz (BD)10,6 211,2 213,7 2 SPD8,8 14,2 –5,1 1 Öffentliche Ordnung und Sicherheit (OuS)7,8 18,2 16,5 1 Sprottaer Heimatverein (SHV)6,7 111,3 210,1 2 Linke1,7–––8,5 1 BfB–4,9 –6,7 1Gesamt100151001510016Wahlbeteiligung (in %)74,969,758,3

Bürgermeister Zwischen März 2024 und Dezember 2024 war Holger Schmidt (SPD) neuer Bürgermeister und löste somit Roland Märtz (CDU) ab. Nach Schmidts Rücktritt war das Amt bis zur Wahl von Andreas Mählmann im Jahr 2025 unbesetzt.

+letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2025Andreas MählmannCDU59,62024Holger SchmidtSPD45,92017Roland MärtzCDU53,7201583,2200381,21994Rudolf TschierschBI D52,4

Wappen Blasonierung: „In Silber schwebend über einem oben gedornten blauen Wellenschildfuß, worin sechs 3:2:1 gestellte goldene Sterne, ein grüner Laubbaum.“Das Wappen der Gemeinde Doberschütz mini|Wappen der Gemeinde Doberschütz

Sehenswürdigkeiten → siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Doberschütz Witrowberg in Paschwitz Turmwindmühle Friedemann in Paschwitz aus dem Jahr 1883, bis 1998 aktiv Dorfkirche Battaune mit spätgotischen Schnitzaltar und wertvoller Wandmalerei Ortsteil Winkelmühle (Wöllnau) mit dem kleinsten öffentlichen Waldfriedhof Europas

Naturschutz Naturpark Dübener Heide

Sport Fußballverein für Jugendliche, mit dem Namen „SV Frisch auf Doberschütz 1892“ Herrenfußballmannschaft Frauenfußballmannschaft Einradverein (für Jugendliche) Kegelmannschaft Jugend und Herren Tanzsportgruppen

Persönlichkeiten Manfred Grieser (* 1938 in Bunitz), DDR-Meister im Diskuswurf

Verkehr Die B 87 und die Bahnstrecke Halle–Cottbus führen durch die Gemeinde. Der Haltepunkt Doberschütz wird von der Linie S4 der S-Bahn Mitteldeutschland bedient.

Im Ortsteil Rote Jahne befand sich ein Militärflugplatz, auf dem früher die sehr erfolgreichen Fallschirmspringer des FSC Dynamo Eilenburg trainierten. Allerdings gab es dort nicht nur diese sportliche Aktivität. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges wurde dieser Flugplatz militärisch genutzt und war gegen Kriegsende öfters Ziel der gegnerischen Luftwaffe.

Weblinks

Gemeinde Doberschütz

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Nordsachsen