mini|Frankfurt-Fechenheim und seine anliegenden Nachbargemeinden mini|Rathaus Fechenheim ist seit dem 1. April 1928 ein Stadtteil von Frankfurt am Main.

Ursprünglich war der Ort ein kleines Fischerdorf im Mainbogen, das 1928 nach Frankfurt eingemeindet wurde. Neben dem dörflichen Ortskern im Süden sind große Teile von Industrieanlagen und Gewerbegebieten im Nordwesten geprägt.

Die Einwohnerzahl beträgt .

Geografische Lage Fechenheim liegt 105 m über NN in der Untermainebene, rund 5 km östlich der Hauptwache und nördlich des Mains. Der Stadtteil erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 708 Hektar (entspricht 7,08 Quadratkilometern) am rechten, nördlichen Ufer des Mains.

Der Fechenheimer Mainbogen Die südliche Grenze Fechenheims bildet der Main, der in diesem Abschnitt eine markante S‑förmige Flussschleife, den Fechenheimer Mainbogen (auch Offenbacher Mainbogen genannt), beschreibt. Diese erstreckt sich zwischen dem Offenbacher Hafen und der Mainkur. Der Mainbogen ist Teil des Frankfurter Grüngürtels und als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Im Rahmen eines Renaturierungsprojekts wurde 2019 ein 625 Meter langer Altarm mit einer 400 Meter langen, für Menschen unzugänglichen Insel angelegt; ein zweiter, 1,7 Kilometer langer Altarm ist in Planung.

Fläche und Flächennutzung Die historische Gemarkung Fechenheim umfasst 7,110 km² (711 Hektar). Die Fläche des heutigen administrativen Stadtteils weicht davon leicht ab und beträgt 7,08 km² (708 Hektar). Der nordwestliche und nördliche Teil des Stadtteils ist stark durch Industrie- und Gewerbegebiete geprägt. Das Ende 2016 initiierte Pilotprojekt „Nachhaltiges Gewerbegebiet Fechenheim‑Nord/Seckbach“ erstreckt sich auf rund 185 Hektar nördlich der Hanauer Landstraße bis zum Seckbacher Ried. Zusammen mit angrenzenden Arealen, wie dem rund 42,8 Hektar (428.000 m²) großen Industriepark Fechenheim (ehemaliges Cassella‑Gelände) südlich der Bahntrasse, bildet es eines der größten zusammenhängenden Gewerbe- und Industriegebiete Frankfurts.

Angrenzende Stadtteile und Nachbargemeinden Fechenheim grenzt im Norden an Bergen-Enkheim, im Westen an den Riederwald und das Ostend. Im Osten liegt jenseits der Frankfurter Stadtgrenze Maintal‑Bischofsheim. Am südlichen Mainufer befinden sich die Offenbacher Stadtteile: die Offenbacher Innenstadt gegenüber dem westlichen Abschnitt des Mainbogens sowie Offenbach-Bürgel im Südosten, verbunden durch den Arthur-von-Weinberg-Steg (Fuß‑ und Radverkehr) und die Carl-Ulrich-Brücke (Straßenverkehr).

Geschichte Mittelalter Die älteste erhaltene, sichere Erwähnung stammt aus einer von zwei erhaltenen Urkunden Otto II. aus dem Jahr 977. Eine Erwähnung des Dorfes als „Vechenheim“ aus einer von 4 Urkunden von Karl III. aus dem Jahr 881 ist wegen der Unklarheit ihres tatsächlichen Entstehungsdatums – jedenfalls nicht vor 977 – zweifelhaft.

Nach verschiedenen Vorbesitzern befand sich das Dorf 1412 in den Händen der Familien von Speyer und Weiß. 1473 und 1484 erwarb Graf Philipp I. von Hanau-Münzenberg das Dorf von ihnen und wurde 1484 vom König zudem mit dem dortigen Gericht belehnt. In der Grafschaft Hanau gehörte Fechenheim zum Amt Bornheimerberg.

Das Kirchenpatronat der örtlichen Kirche stand dem Bartholomäusstift in Frankfurt zu.

Historische Namensformen mini|Gartenbad an der Konstanzer Straße Vechenheim (881, s. Einzelnachweis Seite 5–7) Vvechenheim (977, s. Einzelnachweis Seite 8–9) Vechenheim (1177–1189) Vechenheim (1236) Vechenheim (1242) Vechinheim (1257)

Bedeutung des Ortsnamens Der Wortursprung ist germanisch und später althochdeutsch. Aus grammatikalischer Herleitung rund um das Substantiv (germ.) „Feh“ sowie (ahd.) „Veh“ bedeutet der Name „Ort des bunt–gefleckten (Hermelin)-Pelzwerks“. Gelegentlich findbare Herleitungen rund um das Fisch„fach“ basieren auf der fehlerhaften Herleitung aus dem (ahd.) „Vah“ und sind unzutreffend.

Neuzeit Die Reformation setzte sich in der Grafschaft Hanau-Münzenberg in der Mitte des 16. Jahrhunderts zunächst in ihrer lutherischen Ausprägung durch. In einer „zweiten Reformation“ wurde die Konfession der Grafschaft Hanau-Münzenberg erneut gewechselt: Graf Philipp Ludwig II. verfolgte ab 1597 eine entschieden reformierte Kirchenpolitik. Er machte vom Jus reformandi Gebrauch, seinem Recht als Landesherr, die Konfession seiner Untertanen zu bestimmen, und setzte dies für die Grafschaft weitgehend als verbindlich durch. Da das römisch-katholische Bartholomäusstift sich weigerte, einen evangelischen Pfarrer einzusetzen, okkupierte die für den minderjährigen Grafen Philipp Ludwig I. von Hanau-Münzenberg regierende Vormundschaft das Besetzungsrecht für die Pfarrstelle und vereinigte Fechenheim kirchlich mit dem ebenfalls hanauischen Rumpenheim.Aschkewitz, S. 127.

Nach dem Wechsel zum lutherischen Grafenhaus Hanau-Lichtenberg 1642 bildeten sich in vielen Orten der Grafschaft Hanau-Münzenberg auch wieder lutherische Gemeinden. Die in Fechenheim erhielt 1672 einen eigenen Pfarrer, der zugleich die lutherische Gemeinde in Bergen betreute. Daraufhin wurde 1719 auch die reformierte Gemeinde von Rumpenheim losgelöst und eine eigene Kirchengemeinde eingerichtet.Aschkewitz, S. 127.

Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., 1736 erbte Landgraf Friedrich I. von Hessen-Kassel aufgrund eines Erbvertrages aus dem Jahr 1643 die Grafschaft Hanau-Münzenberg und damit auch Fechenheim. Seitdem gehörte der Ort zur Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Bergen (früheres Amt Bornheimerberg).

1765 wurde die Hanauer Landstraße als wichtiger Verkehrsweg zwischen Frankfurt und Hanau ausgebaut, Ende des 18. Jahrhunderts öffneten hier die ersten Gasthäuser „Zur Mainkur“.

Auf das Dorf und Gebiet von Fechenheim hatte das benachbarte südlich des Mains liegende Offenbach bzw. der dort residierende Fürst Wolfgang Ernst II. von Isenburg-Birstein ein Auge geworfen und wollte es in sein Fürstentum einverleiben. 1801 reiste deshalb der spätere Isenburger Chef-Minister Wolfgang Christian von Goldner mit Erbprinz Carl Friedrich nach Paris zu Verhandlungen über einen beabsichtigten Gebietstausch: Isenburg wollte seinen Anteil, die linke Bachseite des Dorfes Gelnhaar (gehört heute zur Gemeinde Ortenberg im Wetteraukreis), gegen das auf der rechten Mainseite – Offenbach direkt gegenüberliegende – Fechenheim tauschen. Die diplomatische Mission hatte jedoch keinen Erfolg.

Hessen-Kassel wurde 1803 zum Kurfürstentum Hessen erhoben und schloss sich der napoleonischen Konföderation Rheinbund nicht an. Deshalb wurde das kurhessische Fürstentum Hanau mit Fechenheim ab 1806 unter französische Militärverwaltung gestellt und gehörte dann von 1810 bis 1813 zum Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau. Anschließend fiel es an das 1815 auf dem Wiener Kongress wiederhergestellte Kurhessen zurück. Hier kam es 1821 zu einer grundlegenden Verwaltungsreform: Das Amt Bergen wurde dabei dem neugebildeten Landkreis Hanau zugeschlagen. Nach dem Krieg von 1866 stand Kurhessen auf der Verliererseite und wurde von Preußen zusammen mit Frankfurt, annektiert. Hier gehörte es nun zum Regierungsbezirk Wiesbaden der Provinz Hessen-Nassau. mini|hochkant|Zylindrischer Wasserturm von 1899 im Fechenheimer Wald Schon 1848 erfolgte der Anschluss an die Frankfurt-Hanauer Eisenbahn. Der Bahnhof erhielt den Ortsnamen nicht in seiner Bezeichnung, sondern wurde „Mainkur“ genannt, da er aufgrund der damaligen Siedlungsstruktur etwa in der Mitte zwischen Enkheim und Fechenheim lag. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts siedelten sich links und rechts der Hanauer Landstraße Industriebetriebe an, darunter die Cassella Farbwerke, die hier 1870 von Leo Gans gegründet wurden und mit 15 Arbeitern ihren Betrieb aufnahmen. Das Unternehmen wurde in den darauffolgenden Jahrzehnten der größte Arbeitgeber des Ortes und – nach der Eingemeindung – auch der Stadt Frankfurt.

20. Jahrhundert Als nach dem Ersten Weltkrieg der Frankfurter Osthafen erweitert wurde und an die östliche Frankfurter Stadtgrenze stieß, nahm die Stadt Gespräche über eine Eingemeindung auf. Der Fechenheimer Bürgermeister Adolf Miersch (* 1887; † 1955) sowie der Frankfurter Oberbürgermeister Ludwig Landmann unterzeichneten am 17. Dezember 1926 den Eingemeindungsvertrag. Fechenheim, 10.000 Einwohner zählend und 711 Hektar groß, wurde danach am 1. April 1928 der damals östlichste Stadtteil Frankfurts. Dies war ein schwerer Verlust für den Landkreis Hanau, da Fechenheim einen erheblichen Anteil der Gewerbesteuer des Kreises erbrachte.

Das Gartenhallenbad Fechenheim wurde 1927 durch den Architekten und Hochschullehrer Martin Elsaesser konzipiert. Es war eine Gabe, um dem damals noch selbstständigen Ort den Entschluss zur Eingemeindung nach Frankfurt interessanter zu machen. Für die damalige Zeit war das Hallenbad eine revolutionäre Neuerung. Der Betrieb des ehemaligen städtischen Gartenhallenbades Fechenheim mit der dazugehörigen Sauna wurde 2003 von der Turngemeinde Bornheim übernommen. Der Saunabereich wurde von der TG Bornheim 2009 durch eine Blockhaus-Sauna ergänzt.

Bevölkerungsentwicklung Die Zahl der Einwohner von Fechenheim wuchs mit der Ansiedlung von Industriebetrieben zwischen 1850 und 1950 am stärksten; zur Zeit der Eingemeindung 1928 überschritt sie die 10.000-Einwohner-Marke. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlangsamte sich das Bevölkerungswachstum, war zeitweise auch rückläufig. mini|Fechenheim-Nord 1632: 46 Haushalte 1753: 105 Haushalte (zusammen 527 Personen)

Die Grenzsteine von Fechenheim

Im Zeitraum von 1746 bis 1856 wurden entlang der Gemeindegrenze von Fechenheim insgesamt 109 Grenzsteine gesetzt,„Fechenheimer Grenzsteine“, Lotte Junghans, Herausgegeben vom Heimat- und Geschichtsverein Fechenheim e. V., Band 8, Seite 28 Während die Mehrzahl dieser Steine der intensiven Stadt-Bebauung zum Opfer fiel, sind einige Steine besonders an der nördlichen Grenze Fechenheims gut erhalten. Insgesamt lassen sich 11 Grenzsteine entlang der ehemaligen Gemeindegrenze zu Seckbach und Bergen (Heute Bergen-Enkheim) auffinden. Die Steine weisen nach Süden den Buchstaben F (für Fechenheim) und nach Norden den Buchstaben B (für Bergen) auf. Die Jahreszahlen der Aufstellung sind mit „1766“ bzw. „1855“ ebenfalls noch gut leserlich. Im Flurstück „Teufelsgraben/Holzwiese“ befindet sich ein sog. Dreimärker-Stein, der die Grenze zwischen Fechenheim, Seckbach und Bergen kennzeichnet. Nach Auskunft des Denkmal-Amtes Frankfurt (Januar 2023) sind insbesondere die Steine A-B-C, obwohl sehr nahe am Trassenverlauf der Ausbaumaßnahme „Riederwaldtunnel“ liegend, nicht betroffen und sollen erhalten bleiben. Eine Besonderheit dieser noch erhaltenen Grenzsteine ist deren Lage. Einige Steine sind in dichtem Unterholz/Gestrüpp nahezu unzugänglich und lediglich durch Verfolgung des ursprünglichen Grenzgrabens auffindbar.

Kirchen und Religion Spätestens 977 bestand eine Kirche, die dem Stift St. Bartholomäus in Frankfurt gehörte, 1257 eine Kapelle mit dem Patrozinium der Apostel Philippus und Jakobus. Um 1395 bestand eine eigene Pfarrei. Das Kirchenpatronat gehörte ursprünglich dem Stift St. Bartholomäus. Kirchliche Mittelbehörden war das Archidiakonat des Propstes von St. Bartholomäus in Frankfurt.

Die Reformation setzte sich in der Grafschaft Hanau-Münzenberg in der Mitte des 16. Jahrhunderts zunächst in ihrer lutherischen Ausprägung durch. In einer „zweiten Reformation“ wurde die Konfession der Grafschaft Hanau-Münzenberg erneut gewechselt: Graf Philipp Ludwig II. verfolgte ab 1597 eine entschieden reformierte Kirchenpolitik. Er machte von seinem Jus reformandi, seinem Recht als Landesherr Gebrauch, die Konfession seiner Untertanen zu bestimmen, und setzte dies für die Grafschaft weitgehend als verbindlich durch.