Krostitz ist eine Gemeinde im Landkreis Nordsachsen im Freistaat Sachsen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Krostitz-Schönwölkau an.
Geographie Lage Die Gemeinde Krostitz liegt in der Leipziger Tieflandsbucht etwa 15 Kilometer nordöstlich von Leipzig, zehn Kilometer südöstlich von Delitzsch und zehn Kilometer westlich von Eilenburg.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus folgenden Ortsteilen:
Geschichte Krostitz wird als Rittergut Krost(e)wicz 1349/50 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich aus dem altsorbischen Chrostowicia ab und bedeutet Ort am Gehölz, Gesträuch. Im Jahr 1534 verlieh Herzog Georg von Sachsen seinem Getreuen Hans Wahl das Braurecht auf dem Rittergut zu Crostitz. Während des Dreißigjährigen Krieges weilte im Jahr 1631 König Gustav II. Adolf von Schweden als Gast im Rittergut zu Krostitz und war der Legende nach von dem hier gebrauten Bier begeistert.
Die Orte Groß- und Klein-Krostitz gehörten bis 1815 zum kursächsischen Amt Delitzsch.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 56 f. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen beide Orte zu Preußen und wurden 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem sie bis 1952 gehörten.
Die heutige Gemeinde Krostitz entstand am 30. September 1928 durch die Zusammenlegung des Gutsbezirks Kleinkrostitz mit den Landgemeinden Kleinkrostitz und Großkrostitz zur neuen Landgemeinde Krostitz.
Am 1. April 1939 wurde Hohenleina in die Gemeinde Krostitz eingegliedert. Lehelitz, Nieder Ossig und Pröttitz kamen am 20. Juli 1950 hinzu.
Im Zuge der Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 wurde Krostitz dem neu zugeschnittenen Kreis Delitzsch im Bezirk Leipzig zugeteilt, der 1994 im Landkreis Delitzsch aufging. Seit 2008 gehört die Gemeinde zum Landkreis Nordsachsen.
Krensitz und Mutschlena wurden am 1. März 1994 Ortsteile von Krostitz. Die ehemalige Gemeinde Priester mit dem am 20. Juli 1950 aufgenommenen Ort Kupsal wurde am 1. Januar 1997 eingegliedert.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Das am 1. Januar 1994 zusammengefügte Kletzen-Zschölkau mit Kletzen, Zschölkau, Hohenossig und Beuden folgte am 1. Januar 1999.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands
Eingemeindungen
Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Beuden 20.07.1950 Eingemeindung nach Kletzen Hohenossig 20.07.1950 Eingemeindung nach Zschölkau Großkrostitz 30.09.1928 Zusammenschluss zu Krostitz Hohenleina 01.04.1939 Eingemeindung nach Krostitz Kleinkrostitz 30.09.1928 Zusammenschluss zu Krostitz Kletzen 01.01.1994 Zusammenschluss zu Kletzen-Zschölkau Kletzen-Zschölkau 01.01.1999 Eingemeindung nach Krostitz Krensitz 01.03.1994 Eingemeindung nach Krostitz Kupsal 20.07.1950 Eingemeindung nach Priester Lehelitz 20.07.1950 Eingemeindung nach Krostitz Mutschlena 01.03.1994 Eingemeindung nach Krostitz Niederossig 20.07.1950 Eingemeindung nach Krensitz Priester 01.01.1997 Eingemeindung nach Krostitz Pröttitz 20.07.1950 Eingemeindung nach Krostitz Zschölkau 01.01.1994 Zusammenschluss zu Kletzen-Zschölkau
Bevölkerung Jahr Einwohner 2002 4.084 2005 4.044 2010 3.840 2015 3.763 2020 4.096 Jahr Einwohner 2021 4.121 2022 4.142 2023 4.179 2024 4.151 2025 4.160
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik
Gemeinderat Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 war die jüngste Wahl der Gemeindevertretung von Krostitz. Eine Übersicht über diese und vergangene Wahlen gibt die Tabelle:
Partei/Liste2024Ergebnisse der Gemeinderatswahl 20242019Ergebnisse der Gemeinderatswahl 20192014Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014%Sitze%Sitze%Sitze CDU47,9 961,3 1262,3 12 FDP12,9 210,4 2– SPD12,2 210,1 117,9 3 Freie Wählervereinigung10,6 25,1 17,8 1 Bürgergemeinschaft Krostitz8,1 1–– Freie Wählergemeinschaft Krostitz4,5 16,2 1– Die Linke3,8 16,9 112,1 2Gesamt100181001810018Wahlbeteiligung (in %)74,968,753,9
Bürgermeister 1990–2019: Wolfgang Frauendorf (CDU) seit 2019: Oliver Kläring (CDU)
Kläring kandidierte bei der Bürgermeisterwahl am 15. September 2019 als Einzelbewerber und wurde mit 51,2 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von sieben Jahren gewählt.
WahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2026Wahl am 6. September (Stichwahl am 27. September)2019Oliver KläringKläring51,22015Wolfgang FrauendorfCDU87,6200893,8200185,7199485,8
Sehenswürdigkeiten Kirche St. Laurentius, im 13. Jahrhundert im spätromanischen Stil erbaut
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft mini|hochkant=0.7|Brauerei Der bedeutendste Betrieb in der Gemeinde ist die Krostitzer Brauerei, die auf ein Braurecht von 1334 zurückgeht und seit 1878 die Bezeichnung Krostitz im Namen führt. Verkehr mini|hochkant=0.7|Bahnhof Krensitz Die Bundesstraße B 2 führt durch die Ortsteile Krensitz und Krostitz. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Leipzig-Mitte an der Autobahn A 14.
Der Bahnhof Krensitz liegt an der Bahnstrecke Halle (Saale)–Eilenburg und wird durch die S-Bahn-Linie S 9 bedient.
PlusBus- sowie weitere Regionalbuslinien der Nordsachsen Mobil GmbH verbinden Krostitz mit dem Umland.
Bildung In Krostitz bestehen eine kommunale Kindertagesstätte mit einer Zweigstelle im Ortsteil Hohenossig, eine Grundschule sowie eine Oberschule.
Sport Der Fußballverein FSV Krostitz ist in der Gemeinde beheimatet. In Krostitz gibt es einen Sportplatz, ein vom DFB gesponsertes Mini-Spielfeld und eine Turnhalle, die von der Ober- und Grundschule genutzt wird.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Gottfried Knöffler (1715–1779), Bildhauer, in Zschölkau geboren Christian Gottlob Kayser (1782–1857), Verleger, in Priester geboren Lutz Voigtmann (1941–1997), Maler Bernd Beyer (* 1942), Politiker (DBD), in Beuden geboren Fritz Bohla (* 1948), Fußballspieler und -trainer
Mit Krostitz verbundene Persönlichkeiten Jürgen Hainz (1950–1972), Todesopfer an der innerdeutschen Grenze, lebte in Krostitz
Weblinks
Website der Gemeinde
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Nordsachsen Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft