Leuzdorf (fränkisch: LaidsdoafE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 43. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „láidsdǫɘf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Rohr im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Leuzdorf liegt in der Gemarkung Prünst.
Geografie Durch das Dorf fließt die Schwabach. Im Südosten grenzt das Flurgebiet Birk an, 0,5 km nordwestlich erhebt sich der Wolfsbuck, dahinter liegt das Flurgebiet Am See. 0,5 km nördlich liegt das Waldgebiet Eichenlohe, 0,75 km östlich das Waldgebiet Kohlschlag, 0,5 km südwestlich das Waldgebiet Im abgebrannten Holz. Die Staatsstraße 2239 führt nach Kottensdorf (2,2 km östlich) bzw. nach Rohr (2,5 km westlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Prünst (2,2 km südlich).
Geschichte Im 13. Jahrhundert bestand der Ort aus fünf Ganzhöfen.F. Eigler: Schwabach, S. 246. Die Burggrafschaft Nürnberg war im Ort begütert. Sie gab den Reichsministerialen von Kammerstein zwei Huben und eine Hofstätte zu Lehen. 1266 schenkte Ramungus II. dem Kloster Heilsbronn mit Zustimmung der Burggrafen einen Fischweiher in „Lvtsdorf“. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Liuti, der Personenname des Siedlungsgründers.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 43 f.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 232.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach (1862–1962), S. 432.F. Eigler: Schwabach, S. 237. Im Ort gab es auch einen Niederadel; 1303 wurde ein „Heinrich de Luetsdorf“ erwähnt.F. Eigler: Schwabach, S. 237. 1359 und 1375 kamen noch zwei weitere Güter und eine Wiese an das Kloster, 1395 wurden von diesem noch vier Tagewerk Wiese erworben.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 232. Im Salbuch des Spalter Chorherrenstifts St. Nikolaus von 1380 wurde für Leuzdorf eine abgabenpflichtige Untertansfamilie angegeben. In späteren Salbüchern waren diese nicht mehr verzeichnet.F. Eigler: Schwabach, S. 113.
1434 wurden im Salbuch der Markgrafschaft Ansbach, den Rechtsnachfolgern der Nürnberger Burggrafen, für „Leuetstorff“ lediglich ein Seldengütlein als Besitz aufgeführt. Der Hauptmannschaft Rohr der Reichsstadt Nürnberg unterstanden 1529 vier Untertansfamilien.F. Eigler: Schwabach, S. 345. 1732 gab es laut den Oberamtsbeschreibungen von Johann Georg Vetter in Leuzdorf 11 Anwesen und ein Hirtenhaus. Grundherren waren das Kanzleiamt Ansbach (2), das Kastenamt Schwabach (2), das Spital Schwabach (2), das Reiche Almosen der Reichsstadt Nürnberg (1), Nürnberger Eigenherren (von Grundherr: 1, von Rieter: 1, von Scheurl: 1) und der Ansbacher Eigenherr Hübner (1).
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Leuzdorf 14 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Schwabach. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Kanzleiamt Ansbach: 1 Halbhof, 1 Köblergut, 1 Leerhaus; Kastenamt Schwabach: 2 Köblergüter, 1 Leerhaus, 1 Eisenhammer; Spital Schwabach: 2 Halbhöfe, 1 Gütlein), die Reichsstadt Nürnberg (Landesalmosenamt: 1 Ganzhof, Rieter’sche Stiftungsverwaltung Kornburg: 1 Halbhof) und die Nürnberger Eigenherren (von Grundherr: 1 Ganzhof; von Scheurl: 1 Ganzhof).F. Eigler: Schwabach, S. 404. 1801 gab es im Ort zwölf Anwesen, von denen acht ansbachisch und vier fremdherrisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 341.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Leuzdorf dem Steuerdistrikt Rohr (II. Sektion) und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Prünst zugeordnet. Am 1. Mai 1978 wurde Leuzdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Rohr eingegliedert.F. Eigler: Schwabach, S. 479 f.
Baudenkmal Sonnenleite 12: Ehemaliger Bauernhof
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 91 102 144 140 119 129 128 154 117 116 131HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 16 16 23 22 23 22 23 30Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Emmeram (Rohr) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Sebald (Schwabach) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Rohr (Mittelfranken) Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ersterwähnung 1266 Kategorie:Ort an der Schwabach (Rednitz)