mini|St. Nikolaus

Kottensdorf (fränkisch: KodnsdoafE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 40. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „khódnsdǫɘf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Rohr im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Kottensdorf liegt in der Gemarkung Gustenfelden.

Geographie Durch das Kirchdorf fließt die Schwabach. Nördlich des Ortes erhebt sich der Teufelsberg (). Im Westen grenzt das Flurgebiet Hössel an und im Süden das Flurgebiet Lust. 0,5 km nordwestlich liegt das Waldgebiet Kohlschlag, 0,5 km südlich das Kastenholz und im Südwesten das Waldgebiet Pflockerlohe.

Die Staatsstraße 2239 führt an Gustenfelden vorbei nach Unterreichenbach (3 km östlich) bzw. nach Leuzdorf (2,2 km westlich). Die Kreisstraße RH 11 führt nach Regelsbach zur Staatsstraße 2409 (3,5 km nördlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Wildenbergen (0,9 km nördlich) und nach Putzenreuth (2 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde 1313 als „Cottensdorf“ erstmals urkundlich erwähnt,F. Eigler: Schwabach, S. 238. eine zugehörige Mühle wurde bereits 800 als Mühle des Dragamuzil urkundlich erwähnt. 1339 wurde der Ort „Kotensdorf“ und 1356 „Codmannsdorf“ genannt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname des Gründers Cot’an. Ursprünglich war das Kloster Ebrach Lehensherr, 1313 erwarb Ramung IV. von Kammerstein ein Gut.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach (1862–1962), S. 318.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 40. Im 13. Jahrhundert bestand der Ort aus 9 Ganzhöfen.F. Eigler: Schwabach, S. 246. 1434 wurden im markgräflichen Salbuch 19 Anwesen verzeichnet, von denen 1 Mühle, 6 Güter und 1 Selde der Markgrafschaft unterstanden und 6 Güter und 5 Seldengüter Fremdherren. 1530 wurden nur noch 13 Anwesen aufgelistet, von denen 1 Mühle, 2 Höfe und 2 Halbhöfe dem Markgrafen unterstanden und 8 Güter der Reichsstadt Nürnberg. 1623 erhöhte sich die Zahl der Haushalte auf 15. Die zwei neuen Anwesen unterstanden dem Kastenamt Schwabach.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Kottensdorf 24 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Schwabach. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (14 Anwesen; Kastenamt Schwabach: 3 Ganzhöfe, 1 Halbhof, 1 Halbhof mit Zapfenwirtschaft, 2 Gütlein, 1 Gütlein mit Schmiede, 3 Leerhäuser, 1 Mahlmühle; Kanzleiamt Ansbach: 2 Köblergüter), die Reichsstadt Nürnberg (St. Klara-Klosteramt: 1 Ganzhof, 1 Dreiviertelhof, 1 Gütlein; St. Katharina-Klosteramt: 1 Ganzhof; Landesalmosenamt: 1 Ganzhof) und Nürnberger Eigenherren (von Behaim: 1 Ganzhof, 1 Köblergut; von Ebner: 1 Viertelhof; von Imhoff: 1 Dreiviertelhof, 1 Gütlein). Neben den Anwesen gab es noch die Filialkirche und kommunale Gebäude (Schule, Hirtenhaus).F. Eigler: Schwabach, S. 402.Nach J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 202, gab es im Ort 22 Anwesen, wovon 11 dem Fürstentum Ansbach unterstanden.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Kottensdorf dem Steuerdistrikt Regelsbach (II. Sektion) und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Gustenfelden zugeordnet. Am 1. Mai 1978 wurde Kottensdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Rohr eingegliedert.F. Eigler: Schwabach, S. 474.

Baudenkmäler Brunnenweg 3: Evang.-luth. Filialkirche St. Nikolaus Mühlweg 1: Dazugehörige Fachwerkscheune

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 176 236 262 251 227 222 232 305 240 247 246HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 30 34 45 46 42 43 45 62Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Einwohner südlich der Schwabach waren ursprünglich in die Stadtkirche St. Johannes und St. Martin (Schwabach) gepfarrt, die Einwohner nördlich der Schwabach nach St. Emmeram (Rohr). Seit dem frühen 19. Jahrhundert ist der ganze Ort nach St. Bartholomäus (Gustenfelden) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Sebald (Schwabach) gepfarrt.

Persönlichkeiten Konrad Lämmermann (1865–1944), Gewerkschafter und Landtagsabgeordneter, Häftling im KZ Dachau

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Rohr (Mittelfranken) Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ersterwähnung 1313 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ort an der Schwabach (Rednitz)