mini|hochkant=1.1|Fassadendesign des Photonikzentrums mini|hochkant=1.1|WISTA: Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof, 2019
Der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof (kurz: WISTA) liegt im Berliner Ortsteil Adlershof des Bezirks Treptow-Köpenick.
Seit 1991 ist auf einer 4,6 Quadratkilometer großen Fläche eine Technologie-, Medien- und Forschungsstadt mit jeweils rund 1.300 Unternehmen, rund 29.600 Mitarbeitern und 6.200 Studierenden entstanden (Stand: 2025).
Das Gebiet gilt seit etwa 2005 als größter Technologiecluster Deutschlands und ist Standort von vielen Weltmarktführern in den unterschiedlichsten Branchen.Der Spiegel. Hamburg 2008, 02 (7.1.), S. 38.
Geschichte links|mini|Das Erwin-Schrödinger-Zentrum der Humboldt-Universität mit Bibliothek und Vorlesungssälen Aus dem ehemaligen Gelände des Fernsehens der DDR, der Akademie der Wissenschaften der DDR und des Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ wurde mit Hilfe öffentlicher Fördergelder der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof (WISTA) angelegt. Die 1991 vom Land Berlin gegründete Entwicklungsgesellschaft Adlershof mbH (EGA) firmierte 1994 in WISTA Management GmbH um und ist seitdem für den Betrieb und die Weiterentwicklung der Wissenschaftsstadt verantwortlich.
Das Adlergestell und die Bahntrasse trennen praktisch zwei Welten: Auf der einen Seite das hochtechnologisierte WISTA-Entwicklungsgebiet, auf der anderen Seite der historische, vor über 250 Jahren gegründete, alte Ortskern.PDF; 5,4 MB in: Adlershofer Zeitung 1/2009, S. 3PDF; 7,7 MB in: Adlershofer Zeitung 5/2010, S. 16PDF; 10,7 MB in: Adlershofer Zeitung 10/2010, S. 12
Als eigenständiges Projekt der Expo 2000 wurde der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof unter der Projektbezeichnung Berlin Adlershof – Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien großteils angelegt. Seit 2001 wird das Facilitymanagement durch die WISTA.Service (ehemals: Adlershof Facility Management GmbH), ein Tochterunternehmen der WISTA Management GmbH, erbracht.
In den gesamten Jahren seit Entwicklungsbeginn gelang es, auf dem Park zahlreiche Unternehmen aus der Hightech-Branche anzusiedeln. Einen großen Entwicklungsschub erfuhr der WISTA durch den schrittweisen Umzug der naturwissenschaftlichen Bereiche der Humboldt-Universität aus der Berliner Innenstadt nach Adlershof. In der Zeit von 1998 bis 2003 siedelten sich auf dem Campus Adlershof die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät mit den Instituten für Chemie, Informatik, Mathematik, Physik und dem Geografischen Institut, sowie das Institut für Psychologie der Lebenswissenschaftlichen Fakultät an.
mini|hochkant|Kinetische Skulptur Kopfbewegung mini|links|Studentendorf Adlershof, 2015
2007 wurde die WISTA aus dem Entwicklungsrecht entlassen., zur Entlassung der WISTA aus dem Entwicklungsrecht, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin, November 2007 (PDF; 3,9 MB); abgerufen am 7. Mai 2021. Der Ausbau geht entsprechend den bezirklich ausgewiesenen Projekten weiter, darunter die Bauvorleistungen am Nordrand bis zur Hermann-Dorner-Allee. Hier liegen noch einige erschlossene größere Flächen zur Bebauung in Reserve (Stand: 2012).
Spitzenforschung und Nachwuchsförderung betreibt die Humboldt-Universität vor Ort mit den Integrativen Forschungsinstituten IRIS Adlershof und IRI THESys. Seit 2007 setzt sich die Universität mit dem FiNCA-ProjektFiNCA zugleich für Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung ein und fördert auf dem Campus weibliche Nachwuchskräfte in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Disziplinen. Mit dem 2023 gegründeten Center for the Science of Materials Berlin (CSMB) der Humboldt-Universität wird die in Adlershof vorhandene Expertise von universitären und außeruniversitären Einrichtungen sowie Gründern für Innovationsprozesse und in den Materialwissenschaften gebündelt. Der Fokus liegt in der Erforschung von Zukunftsmaterialien für neuartige Batterien, Katalysatoren, Solarzellen und 3D-Drucktechnologie. Im 2026 offiziell eingeweihten Berlin Battery Lab wollen die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und die Humboldt-Universität (HU) gemeinsam rohstoffschonende Batterietechnologien mit einem Fokus auf Natrium-Akkus entwickeln und testen.
Um einen Transfer der Quantentechnologien in die vielfältigen Anwendungsfelder voranzutreiben, wurde im Zuge der Berlin Quantum Alliance (BQA) ein neuer Innovationshub und Coworking-Space für Quantentechnologien das "Leap" im Innovations- und Gründungszentrum Berlin Adlershof eingerichtet.
Ein großer privater Investor auf dem WISTA-Gelände ist seit den 2010er Jahren die kommerzielle Berliner Entwicklungsgesellschaft immobilien-experten-ag. Sie errichtet den Campus für Gewerbe und Technologie „Am Oktogon“. Dominantes Bauwerk wird der Tower B5, der eine torartige Situation in diesem Parkbereich darstellen wird und nach Entwurf des Architekten Gunter P. J. Bürg entsteht. Der siebengeschossige Turm bietet eine Nutzfläche von 3600 m² und soll als Wahrzeichen des Campus, der dann 17 Neubauten umfasst, dienen.
Einrichtungen
Überblick alt=Orientierungsplan WISTA Gelände in Berlin-Adlershof|mini|hochkant=1.3|WISTA-Gelände in Berlin-Adlershof(Stand: 2019) Universitäts-Campus Wissenschafts- und Technologiepark Wohngebiet Medienstadt Gewerbegebiet Business-Zentrum
2025 beherbergte der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof rund 1.300 Unternehmen, elf außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und sieben Hochschulinstitute mit rund 29.600 Beschäftigten, darunter sieben naturwissenschaftliche Institute der Humboldt-Universität zu Berlin (Chemie, Informatik, Mathematik, Physik, Psychologie, Geografie, sowie IRIS Adlershof) mit rund 6.200 Studierenden und 1.100 Mitarbeitenden, elf außeruniversitäre wissenschaftliche Einrichtungen mit 3.100 Mitarbeitenden, 600 Unternehmen mit 9.500 Mitarbeitenden im Wissenschafts- und Technologiepark, 230 Unternehmen mit 3.600 Mitarbeitenden in der Medienstadt, 460 Gewerbe und Dienstleistungs-Unternehmen mit 12.300 Mitarbeitenden.
Branchen Der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof ist einer der Berliner Zukunftsorte mit überregionaler Strahlkraft. In folgenden Branchen wird am Standort geforscht, entwickelt und gearbeitet (Stand: 2025): Photonik und Optik Photovoltaik und Erneuerbare Energien Mikrosysteme und Materialien Informationstechnik (IT) und Medien Biotechnologie und Umwelt
Firmen In den von der WISTA Management GmbH betriebenen Technologie- und Gründungszentren finden junge Firmen und Gründende professionelle Unterstützung, um in Adlershof sesshaft zu werden. Auf dem WISTA-Areal waren 2025 insgesamt rund 1.300 Unternehmen angesiedelt.
Forschung mini|Luftbild: Der Teilchenbeschleuniger BESSY II sowie weitere Forschungsgebäude Mehrere außeruniversitäre Forschungsinstitute sind auf dem Gelände angesiedelt, unter anderem das Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (MBI), die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften e. V. (ISAS), das Leibniz-Institut für Kristallzüchtung (IKZ), das Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB), das Ferdinand-Braun-Institut – Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH), die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Entwicklungsgesellschaft Die Entwicklungsgesellschaft WISTA.Plan GmbH (ehemals: Adlershof Projekt GmbH) als städtebaulicher Entwicklungsträger und Treuhänder des Landes Berlin ist verantwortlich für die Entwicklung, Bauleitplanung, Projektsteuerung der Beräumungs- und Infrastrukturmaßnahmen, Verwaltung des Treuhandvermögens sowie die Ansiedlung von Unternehmen im Entwicklungsbereich der WISTA (Johannisthal/Adlershof).
mini|links|Das Ferdinand-Braun-Institut mit seinem Solarzellendach
Mit dem Wohnbauprojekt Wohnen am Campus sind im Entwicklungsgebiet Adlershof auf 17 Hektar nördlich der Rudower Chaussee über 1.600 Miet- und Eigentumswohnungen, Townhouses und knapp 400 Studentenapartments entstanden. Zwei der Bauprojekte aus dem Quartier wurden 2017 ausgezeichnet. Tetris Adlershof erhielt den German Design Award und den Deutschen Ziegelpreis. Das Newtonprojekt gewann den Ideenwettbewerb EnEff.Gebäude.2050 in der Kategorie „Konzepte zukunftsweisender Gebäude und Quartiere“. Laufende Wohnbauprojekte sind neben Wohnen am Campus II, das Mietwohnprojekt „Straße am Flugplatz“ und am Eisenhutweg auf einem 16.000 m² großem Areal die „Viva City Adlershof“.
In unmittelbarer Nachbarschaft (Wachstumsgebiet) ist neben der Medienstadt mit ihren 230 Unternehmen ein Ensemble von mittlerweile rund 460 gewerblichen Unternehmen, Geschäften, Hotels und Restaurants entstanden. Hier, wie auch auf dem rund 45 ha großen Areal des ehemaligen Rangierbahnhofs Schöneweide („Gleislinse“), stehen dem Wissenschafts- und Technologiepark ideale Flächen für weiteres Wachstum zur Verfügung.
Die WISTA Management GmbH, eine landeseigene Gesellschaft in Berlin, ist ein erfahrener Wirtschaftsförderer, Standortentwickler und Dienstleister. Als Initiator und Katalysator stärkt sie an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft das wirtschaftliche Fundament der Hauptstadt. Als Berliner Landesgesellschaft ist sie für Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsförderung am Standort Adlershof zuständig. Mit den WISTA-Gründerzentren,Gründerzentren Business und Gründungsprogramme unterstützt sie die Ansiedlung von Unternehmen und Start-ups im Technologiepark. Zudem ist sie an der Entwicklung weiterer Zukunftsorte in Berlin beteiligt: in Charlottenburg mit dem Charlottenburger Innovations-Centrum (CHIC),Charlottenburger Innovations-Centrum (CHIC) in Lichterfelde mit dem Aufbau des Technologie- und Gründungszentrums FUBIC und in Marzahn für die Vermarktung der Flächen des CleanTech Business Park Marzahn (CBP).
Aus GRW-Mitteln flossen bisher über rund 540 Millionen Euro Fördermittel in die Infrastruktur der Wissenschaftsstadt Adlershof.
Infrastruktur mini|Der Terminal 1 des BER
Verkehrsanbindung Südwestlich des Geländes verläuft die A 113 und östlich davon die B 96a.
Am östlichen Rand des WISTA befindet sich der S-Bahnhof Adlershof, der von den S-Bahn-Linien S45, S46, S8, S85 und S9 bedient wird. Er wurde zu Beginn der 2000er Jahre neu gebaut und so verlegt, dass eine bessere Umsteigemöglichkeit zu den anderen Nahverkehrsmitteln entstand.
Zudem ist der Standort durch folgende Linien der Straßenbahn Berlin erschlossen: M17: Falkenberg – S Schöneweide – S Adlershof 61: S Schöneweide – S Adlershof – S Friedrichshagen – Rahnsdorf/Waldschänke 63: Landschaftspark Johannisthal – S Adlershof – S Köpenick (– Mahlsdorf, Rahnsdorfer Straße)
Der Flughafen Berlin Brandenburg liegt rund sieben Kilometer vom Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort entfernt. Das Gelände wird südlich vom Teltowkanal begrenzt. Der nächstgelegene Hafen ist Rudow-Ost.
Kommunikation 2019 ging im Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof eine der deutschlandweit ersten Antennen der 5G-Technik in Betrieb., Berlin.de, abgerufen am 18. Januar 2020. Die Anlage ermöglicht entsprechend ausgerüsteten Mobiltelefonen eine Download-Geschwindigkeit von rund 500 Megabit pro Sekunde. Seit 2021 baut die WISTA Management GmbH im Technologiepark Adlershof ein exklusives 5G-Campusnetz auf.
Das bestehende Glasfasernetz wurde 2021 auf 100 Gbit/s (redundant) aufgerüstet und bildet die Plattform für neue Technologien und Anwendungen. Zudem verfügt der Standort über ein flächendeckendes LoRaWAN Netz, das für die Übermittlung von kleinen Datenmengen über eine Distanz von mehreren Kilometern geeignet ist und ein FreeWLAN-Angebot, das an 70 Übertragungsstationen zur kostenfreien Nutzung bereitsteht.
Siehe auch Wirtschaft Berlins Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Berlin Aerodynamischer Park
Weblinks