Langenbrettach ist eine Gemeinde im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg, die am 1. Januar 1975 durch den Zusammenschluss von Brettach und Langenbeutingen zur neuen Gemeinde Brettach-Langenbeutingen entstand und am 1. Juli 1976 in Langenbrettach umbenannt wurde. Sie gehört zur Region Heilbronn-Franken (bis 20. Mai 2003 Region Franken).
Geographie Geographische Lage Langenbrettach liegt im Osten des Landkreises Heilbronn auf Höhen zwischen etwas unterhalb von 170 bis fast . Die Gemeinde hat Anteil an den Naturräumen Hohenloher-Haller Ebene und Schwäbisch-Fränkische Waldberge.Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2010 (PDF-Datei 3,18 MB)
Das Gemeindegebiet wird in westnordwestlicher Richtung vom Unterlauf der Brettach durchflossen, eines Kocher-Zuflusses, der auch den größten Teil entwässert. Der im Nordosten entstehende und parallel zu ihr fließende kleine Riedbach ist selbst Kocher-Nebenfluss. Im Südwesten entspringt in einer Waldklinge der (Cleversulzbacher) Sulzbach, der die Brettach erst unterhalb der Gemeinde erreicht.
Auf der Gemarkung der Gemeinde bildet die Brettach, die auf ihr Gebiet erreicht und es etwas unterhalb von wieder verlässt, in einer flachen Talmulde reiche Wiesenmäander aus, am rechten Hangfuß bzw. auf dem rechten Hang liegen nacheinander die einzigen großen Siedlungen Langenbeutingen und Brettach. Zwischen beiden erreichen sie in dichter Folge ihre örtlich größten Nebenflüsse, erst Seebächle und Landgraben von rechts, dann der längere Tabach von links. Der überwiegende Teil der Gemeindefläche liegt in offener Flur, den äußersten Osten bedeckt der etwa 1 km² große Wald Zuckmantel, im Südwesten hat Langenbrettach um das Quellgebiet des Tabachs über 5 km² Anteil an einem sich jenseits der Grenze nach Süden und Westen noch weit fortsetzenden Bergwaldgebiet, hier liegt auch der mit höchste Punkt der Gemeinde.Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg Nord, in Einzelblattschnitt Nr. 6722 und 6822
Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden Langenbrettachs sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten): Stadt Öhringen, Bretzfeld (beide Hohenlohekreis), Eberstadt, Stadt Neuenstadt am Kocher und Hardthausen am Kocher (alle Landkreis Heilbronn). Mit Neuenstadt am Kocher und Hardthausen am Kocher ist Langenbrettach eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen. In Bretzfeld befindet sich ebenfalls ein nach dem Fluss Brettach benannter Teilort und ist mit Langenbrettach-Brettach nicht zu verwechseln.
Gemeindegliederung Langenbrettach besteht aus den Teilorten Brettach und Langenbeutingen. Zu Langenbeutingen gehören noch der Weiler Neudeck und der Hof Wiesenhof. Abgegangene, heute nicht mehr bestehende Orte sind auf Markung Brettach Odeldingen und Schleifmühle, auf Markung Langenbeutingen Betbunt, Hewsterhofen, Rymelauwe, Undernhofen und Waltersfurt.Quelle für den Abschnitt Gemeindegliederung: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 129–131.
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Langenbrettach.
Geschichte Brettach Die ältesten Siedlungsspuren in Brettach datieren um 360 v. Chr. Eine alamannische Siedlung namens Odoldinga wird für 350 n. Chr. vermutet. Um 500 gründeten die Franken westlich von Odoldinga die Siedlung Brettach (von breit aha, breite Au). Der Ort, der über Heinrich von Brettach erstmals 1261 urkundlich erwähnt wird, gehörte ab 1366 den Herren von Weinsberg, wurde mehrfach verpfändet und war schließlich im Besitz der Kurpfalz, die ihn im Landshuter Erbfolgekrieg 1504 an das Herzogtum Württemberg verlor. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Brettach wiederholt von Landsknechten besetzt, geplündert und gebrandschatzt. 1635 wütete zudem die Pest. Der Ort zählte zum Oberamt Neckarsulm, das 1934 in Kreis Neckarsulm umbenannt wurde und 1938 im Landkreis Heilbronn aufging. 1933 wurden 994 Einwohner gezählt, 1939 waren es 921Mitteilungen des Württ. Stat. Landesamtes Nr. 4/5 vom 10. Dezember 1940: Ergebnisse der Volks- und Berufszählung am 17. Mai 1939. und Ende 1945 waren es 1023Ergebnisse der Einwohnerzählung und Wohnsitzermittlung am 4. Dezember 1945 in Nordwürttemberg..
Langenbeutingen Erste Siedlungsspuren lassen sich für Langenbeutingen um 1000 v. Chr. nachweisen. Der Ort wurde 855 im Lorscher Codex als Butinga erstmals urkundlich erwähnt. Im hohen Mittelalter war der Ort größtenteils im Besitz der Herren von Neudeck, die in Neudeck südöstlich von Beutingen die Burg Neudeck besaßen. Mit dem größten Teil des Neudecker Besitzes kam der Ort im 14. und 15. Jahrhundert an Hohenlohe. Noch im 15. Jahrhundert wurde zwischen Ober-Beutingen und Unter-Beutingen unterschieden, die durch den heute Goppengrundbach genannten Wasserlauf getrennt waren, der dem Wirbelbrunnen nordöstlich von Langenbeutingen entspringt. Unter-Beutingen war das ursprüngliche Beutingen, Ober-Beutingen wurde auch Weyer (Wyer/Weyher)Beschreibung des Oberamts Oehringen, Stuttgart 1865, S. 258, S. 262ff. genannt. Durch das Zusammenwachsen beider Ortsteile bis um 1600 entstand die heutige langgezogene Siedlungsform des Ortes, dessen zwei historische Kirchen noch die historischen Siedlungskerne aufzeigen. Hohenlohe war zwischen 1500 und 1806 ein Teil des Fränkischen Reichskreises. 1806 wurde auch Beutingen württembergisch und erhielt im Königreich Württemberg seinen heutigen Namen Langenbeutingen. Es gehörte ab 1809 zum Oberamt Öhringen. Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Langenbeutingen 1938 zum Landkreis Öhringen. 1933 wurden 797 Einwohner gezählt, 1939 waren es 764 und Ende 1945 waren es 941. 1956 wurde auf Langenbeutinger Gemarkung erstmals der Wohnplatz Wiesenhof erwähnt.
Gemeinsame Nachkriegsentwicklungen Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörten Brettach und Langenbeutingen von 1945 bis 1952 zum Nachkriegsland Württemberg-Baden, das 1945 in der Amerikanischen Besatzungszone gegründet worden war, ab 1952 zum neuen Bundesland Baden-Württemberg. Seit der Kreisreform von 1973 ist auch das einst hohenlohische Langenbeutingen Teil des Landkreises Heilbronn, dem Brettach bereits seit 1938 angehört.
Langenbrettach Am 1. Januar 1975 wurden Brettach und Langenbeutingen zur neuen Gemeinde Brettach-Langenbeutingen zusammengeschlossen. Am 1. Juli 1976 wurde diese in Langenbrettach umbenannt.
Religionen 1534 wurde in Württemberg und damit auch in Brettach die Reformation eingeführt. Heute sind die Einwohner Langenbrettachs überwiegend evangelisch. Seit Anfang 2024 besteht in Brettach und Langenbeutingen, ebenso wie im Ortsteil Cleversulzbach der Nachbarstadt Neuenstadt am Kocher, die evangelische Gesamtkirchengemeinde Brettach-Cleversulzbach-LangenbeutingenWebsite der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Brettach-Cleversulzbach-LangenbeutingenEv. Gesamtkirchengemeinde Brettach-Cleversulzbach-Langenbeutingen: "Gesamtkirchengemeinde: 3-Klang-Gottesdienst am 04.02.2024", in: Bürgerportal meine.stimme, 13. Februar 2024 (abgerufen am 8. August 2025), die zum Kirchenbezirk Weinsberg-NeuenstadtWebsite des Evangelischen Kirchenbezirks Weinsberg-Neuenstadt der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gehört. Zuvor bestanden in den beiden Teilorten jeweils eigene Kirchengemeinden, wobei die evangelische Kirchengemeinde Brettach bis Ende 2019 zum Kirchenbezirk Neuenstadt am Kocher und die evangelische Kirchengemeinde Langenbeutingen bis Ende 2019 zum Kirchenbezirk Öhringen gehörte, beide aber bereits seit Anfang 2020 dem durch Fusion neu entstandenen Kirchenbezirk Weinsberg-Neuenstadt zugeordnet warenKatharina Müller: "Fusion der evangelischen Kirchenbezirke Neuenstadt und Weinsberg", in: Heilbronner Stimme vom 15. Januar 2020 (auf www.stimme.de abgerufen am 8. August 2025). Die Martinskirche in Langenbeutingen ist die Urkirche des Brettachgaues. In der Gemeinde besteht eine Altpietistische Gemeinschaft.
Die neuapostolische Kirchengemeinde in Neuenstadt am Kocher, die auch für Langenbrettach zuständig ist, hat ihre Ursprünge in Brettach.
Politik Gemeinderat In Langenbrettach wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Langenbrettach hat nach der letzten Wahl 15 Mitglieder (2019: 15). Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis, die Wahlbeteiligung lag bei 67,03 %wahlergebnisse bei komm.one. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.
Partei/Liste Stimmenanteil Sitze 2019 Freie Wählervereinigung 79,86 % 12 Sitze (2019: 12 Sitze, 79,9 %) Unabhängige Frauenliste 20,1 % 3 Sitze (2019: 3 Sitze, 20,1 %)
In der Ortschaft Langenbeutingen gibt es einen bei jeder Kommunalwahl von der wahlberechtigten Bevölkerung zu wählenden Ortschaftsrat mit acht Mitgliedern (7 Langenbeutingen, 1 Neudeck). Auf seinen Vorschlag hin wählt der Gemeinderat für den ehrenamtlichen Ortsvorsteher Langenbeutingens. Ortschaftsrat und Ortsvorsteher sind zu wichtigen die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören.
Bürgermeister Bürgermeister der Gemeinde ist seit August 2011 Timo Natter. Am 30. Juni 2019 wurde er mit 58,69 % der Stimmen wiedergewählt (2011: 95 %).
Wappen und Flagge mini|Brettacher
Die Flagge der Gemeinde ist Gelb-Blau. Wappen und Flagge wurden der Gemeinde am 26. April 1976 vom Landratsamt des Landkreises Heilbronn verliehen.
Die Wappenfarben wurden 1918 von der württembergischen Archivdirektion festgelegt. Das baden-württembergische Innenministerium hat am 20. April 1964 das Wappen bestätigt und der Gemeinde Brettach die Flagge Gelb-Blau verliehen.
Das Wappen wurde 1914 angenommen.
Der Ort Neudeck selbst besitzt kein eigenes Wappen; jedoch wurde er im Mittelalter mehrere Jahrhunderte lang von den Herren von Neudeck beherrscht, deren Wappen einen roten Querbalken auf silbernem Grund zeigt.Weitere Quellen für den Abschnitt Wappen und Flagge:Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1), S. 90.Eberhard Gönner: Wappenbuch des Stadt- und des Landkreises Heilbronn mit einer Territorialgeschichte dieses Raumes. Archivdirektion Stuttgart, Stuttgart 1965 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, 9), S. 64.Der Landkreis Öhringen. Amtliche Kreisbeschreibung. Band II. Staatliche Archivverwaltung Baden-Württemberg, [Stuttgart] 1968, S. 296.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Sehenswertes in Brettach mini|hochkant|Ägidiuskirche