mini|hochkant|DTM-Pokal seit 2017 Die DTM ist eine Rennsportserie für GT3-Rennwagen.
Die seit dem Jahr 2000 ausgetragene Serie wurde als Deutsche Tourenwagen-Masters gestartet und ist der Nachfolger der Ende 1996 eingestellten Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft bzw. der internationalen Version ITC. Seit 2005 wird sowohl im DMSB-Reglement als auch in offiziellen Mitteilungen des Rechteinhabers und Vermarkters nur noch die „Marke“ DTM verwendet.
Überblick mini|Vorstellung der DTM-Autos für 2012 Die DTM wird in ihrer aktuellen Form seit 2023 vom ADAC veranstaltet. Zum Einsatz kommen Fahrzeuge der Gruppe GT3. In der Saison 2025 waren neun verschiedene Marken vertreten. Es wurden acht Rennen in drei Ländern ausgetragen.
Amtierender Meister ist der Türke Ayhancan Güven, der sich auf einem Porsche 911 GT3 R knapp vor dem Österreicher Lucas Auer (Mercedes-AMG GT3) den Titel sicherte.
Vorgeschichte Die ursprüngliche DTM/ITC 1984–1996 mini|Mercedes 190E DTM von 1992
Von 1972 bis 1985 gab es in Deutschland die Deutsche Rennsport-Meisterschaft (DRM). An dieser Rennserie nahmen ursprünglich seriennahe Ford, BMW und Porsche teil. Nach Einführung eines neuen Reglements gingen die Starterzahlen zurück, da auch die Kosten immer höher stiegen. Die damalige Oberste Nationale Sportkommission für den Automobilsport in Deutschland (ONS) reagierte und entwickelte wieder ein Reglement für seriennahe kostengünstigere Tourenwagen: Die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM). Doch mit den Jahren stiegen auch dort die Kosten aufgrund eines neuen Reglements und der internationalen Ausdehnung der Rennserie zur International Touring Car Championship. Nach dem Ende von DRM und DTM ging nun auch die ITC in die Kostenfalle, die Geschichte wiederholte sich.
Die DTM-lose Zeit Nach dem Ende der ITC suchten die drei Hersteller ein neues Betätigungsfeld. Opel und Alfa Romeo machten mit Klasse-2-Tourenwagen weiter. Dort trafen sie auf alte DTM-Bekannte wie Ford, BMW und Audi. Mercedes beteiligte sich an den Sportwagenrennen in der FIA-GT-Meisterschaft. In Deutschland fuhren auch die Klasse-2-Tourenwagen im Super-Tourenwagen-Cup (STW). Diese Serie hatte die Aufgabe, die DTM zu ersetzen, doch diese Tourenwagen waren zu unspektakulär, um von den Fans angenommen zu werden. 1999 war man mit dem STW auch in Deutschland am Ende angelangt, weil selbst hier die Kosten bei aufwändiger Ausnutzung des viel kleineren Reglement-Spielraums zu hoch wurden.
Die Ideen für ein Comeback der DTM mini|Mercedes-AMG DTM-Fahrzeug (2003)
Auf dem Opel-Messestand der Essen Motor Show 1998 sorgte ein DTM-Tourenwagen auf Basis des Opel Astra Coupé für Furore. Mit dieser Konzeptstudie zeigte Opel, wohin der Weg der deutschen Tourenwagensports gehen sollte. Der Grundstein zur Wiederbelebung der DTM war gesetzt. Hinter den Kulissen wurde um eine Wiederaufnahme der DTM mit neuen Regeln verhandelt, die nicht direkt dem bisherigen FIA-Regelwerk entnommen werden sollten. Dabei war die Kostenbegrenzung insbesondere für Opel wichtig, während Mercedes auf leistungsstarke Hinterradtriebler Wert legte. Audi wiederum pochte auf den Allradantrieb, auf den beim Le-Mans-Sportwagen Audi R8 verzichtet wurde, während BMW und Alfa Romeo keinen nationalen deutschen Alleingang mitmachen wollten. 1999 nahm der Opel-Sportchef Volker Strycek anlässlich der 100-Jahr-Feier von Opel mit einem ehemaligen ITC-Calibra in der Anfangs- und Endphase am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teil. Im Festzelt wurde eine Studie auf Basis eines Astra Coupé gezeigt, für eine „DTM 2000“ mit V8-Motor.
Mit Mercedes-Benz fand schnell ein zweiter Hersteller Interesse an dieser Idee. Zusammen mit BMW entstand ein Reglement, in dem man die Erfahrungen der alten DTM und STW einfließen ließ. Die Autos sollten so spektakulär wie die alten DTM-Autos aussehen, aber die Kosten der STW nicht übersteigen. Probleme gab es bei der Festlegung der Antriebsart. Es stellte sich die Frage, wie viel Serientechnik in der DTM erhalten bleiben sollte. Beim Motor fiel die Wahl zwischen V6 und V8 schnell auf den größeren V8. Beim Antrieb gab es mehr Diskussionsbedarf. Favorisiert wurde der Hinterradantrieb, doch die meisten Hersteller hatten in dieser Fahrzeugklasse nur Autos mit Frontantrieb. Da aber frontangetriebene Fahrzeuge konstruktionsbedingte Nachteile besitzen (Traktion), forderten andere Hersteller die Zulassung von Allradantrieb, doch dieser führte in der DTM und STW mit zum Aus. Somit entschied man sich einheitlich für Hinterradantrieb. Das hielt eventuell den einen oder anderen Hersteller von einem Engagement ab, hatte aber einheitliche Kräfteverhältnisse zur Folge.
Anfänglich waren ausschließlich Fahrzeuge auf Basis eines Coupé reglementkonform, viertürige Limousinen waren nicht zugelassen. Erst drei Jahre später bemerkte man, dass diese Einschränkung eine Fehlentscheidung war. 2004 einigten sich die Hersteller darauf, von Coupés auf Limousinen zu wechseln. Dem entstandenen Reglement zufolge mussten die Tourenwagen nur noch äußere Merkmale mit den Autos der Serienproduktion gemeinsam haben. Technisch sind DTM-Autos somit Sportwagen-Prototypen mit aufgesetzter Tourenwagen-Karosserie, sogenannte Silhouettefahrzeuge. Dadurch wurde es aber möglich, Einheitsteile für alle Hersteller vorzuschreiben, um die Kosten niedrig zu halten. So sind Teile wie Getriebe, Bremsen oder Reifen für alle gleich und sparen somit Entwicklungskosten für den einzelnen Hersteller.
Das neue Masters Seit dem Comeback im Jahr 2000 bis zum Jahr 2005 standen die drei Buchstaben DTM nicht mehr für Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft, sondern für Deutsche Tourenwagen Masters. Im Rahmen einer sogenannten Meisterschaft ist laut Automobil-Weltverband FIA nur ein Auslandsrennen erlaubt. Da die DTM aber auch öfter auf Rennstrecken im nahen Ausland wie in Österreich oder Belgien fahren wollte, nannte man die DTM von einer Meisterschaft in ein Masters um. Seit 2005 wird nur noch die Bezeichnung DTM verwendet, es ist nun eine Marke und keine Abkürzung mehr.
Die neuen DTM-Autos mini|Konzeptstudie des Mondeo ’01
Wie die Konzeptstudien der beiden Hersteller Opel und Mercedes, so wurden auch die endgültigen DTM-Autos auf Basis des Opel Astra Coupé sowie des Mercedes CLK entwickelt. Mit zwei Herstellern wäre es aber schwierig geworden, eine neue Meisterschaft zu starten. Auch zwei Privatteams arbeiteten an DTM-Fahrzeugen. Das schon in DRM und DTM aktive Zakspeed-Team entwickelte auf Basis des Volvo C70 einen Tourenwagen, mit dem sie auch schon erste Testfahrten unternahmen. Doch die ITR verweigerte Zakspeed die Startberechtigung, weil die Unternehmensleitung von Volvo keine Freigabe für ein Produkt ihrer Marke in der DTM gab. Das zweite Privatteam war Abt Sportsline, das den letzten Meistertitel der STW für Audi geholt hatte und nach dem Aus dieser Serie vor einer neuen Herausforderung stand. Im Gegensatz zu Volvo gab Audi das Plazet für das Privatengagement der Abt-Truppe in der DTM. Aber für Abt stellte sich ein ganz anderes Problem: Audi hatte kein geeignetes Basisfahrzeug. Da man Limousinen verboten hatte, musste auf den Audi TT ausgewichen werden, der allerdings von den Abmessungen her nicht ins Reglement passte. Eine Sondergenehmigung der ITR machte jedoch den Einsatz möglich. BMW hatte 1999 zwar am Reglement mitgewirkt, verzichtete aber wie 1993 auf eine Teilnahme. Das Formel-1-Projekt stand im Vordergrund.
Ford entwickelte auf Basis der dritten Baureihe des Mondeo eine Konzeptstudie, die weitgehend an das DTM-Reglement angepasst war. Wie die anderen DTM-Fahrzeuge war der Prototyp aus Köln ebenfalls ein Silhouettefahrzeug, das mit einem V8-Motor mit 4 Liter Hubraum und Hinterradantrieb wenig mit dem Serienfahrzeug gemeinsam hatte. Da die Karosseriebauform als Limousine nicht dem Reglement entsprach und die anderen Hersteller der neuen DTM einer Sonderregelung für den Mondeo nicht zustimmten, kam der Mondeo DTM V8 nie zum Einsatz. Das Fahrzeug befindet sich heute im Ford-eigenen Museum in Köln.
Geschichte 2000 Beim Comeback der DTM kehrten viele ehemalige Fahrer aus der „alten“ DTM zurück in die Neue oder gaben sogar wie Klaus Ludwig ihr motorsportliches Comeback. Mercedes verpflichtete neben Ludwig auch mit Bernd Schneider den letzten Meister der alten DTM. Opel setzte mit Manuel Reuter auf den Meister der ITC und mit Uwe Alzen auf den letzten Vize-Meister der STW. Auch Joachim Winkelhock kehrte in die DTM zurück und verließ somit nach jahrelanger Treue seinen alten Arbeitgeber BMW. Der letzte Meister der STW, Christian Abt, fuhr im Team seines Bruders im privat aufgebauten Audi TT. Auch weitere bekannte Fahrer des internationalen Tourenwagensports fuhren in der Premierensaison in der DTM mit. Beide Hersteller (Mercedes und Opel) brachten je acht Fahrzeuge an den Start; bei Abt trat man zu Beginn mit drei Fahrzeugen an, stockte aber während der Saison um ein weiteres auf.
Da sich die Planungen für die Rückkehr der DTM lange hinausgezögert hatten, fand der Saisonstart relativ spät am 28. Mai 2000 statt. Der Rennkalender umfasste neun Rennen, die komplett in Deutschland ausgetragen wurden. Gefahren wurde auf dem Hockenheimring, in Oschersleben und auf dem Nürburgring je zweimal sowie je einmal auf dem Norisring, dem Sachsenring und dem EuroSpeedway Lausitz. Beim EuroSpeedway handelte es sich um das Premierenrennen für den Kurs. Wegen starken Regens wurde das Rennen dort von der Rennleitung auch nach mehreren Runden hinter dem Safety Car nicht freigegeben. Das Rennen wurde abgebrochen und es wurden keine Punkte vergeben.
Das sportliche Reglement wurde weitestgehend aus der „Vorgänger-DTM“ übernommen. So gab es pro Rennen zwei Läufe über 100 km, fliegende Starts und Punkte für die ersten zehn Fahrer. Pflichtboxenstopps gab es nicht. Beim Rennen auf dem Norisring kam es dazu, dass man wegen Regens die Reifen während des zweiten Laufs wechseln musste. Die Übertragung im Fernsehen wurde in Deutschland von den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF abwechselnd übernommen. Zum Unmut der Fans wurden die Rennen meist nur verkürzt und zeitversetzt übertragen. Die Gründe hierfür lagen im Zeitablauf des Renntages. Die DTM hatte keine einheitlichen Startzeiten und durch die zwei Läufe mit der dazwischen liegenden Reparaturpause musste zu viel Zeit veranschlagt werden, die den TV-Sendern zur Übertragung weiterer Sportarten fehlten.
Die erste Saison der Deutschen Tourenwagen Masters stand ganz im Zeichen des Duells zwischen Mercedes-Benz und Opel. Während Opel dank eines starken Motors auf den schnelleren Strecken meist siegreich war, hatten Mercedes Vorteile auf den kurvigeren Strecken. Die privaten Abt-Audi waren meist chancenlos. Da der Audi TT viel kürzer als Astra und CLK war und deswegen aerodynamisch im Nachteil, erhielt man wegen Erfolglosigkeit schon während der Saison einige Zugeständnisse. So durfte zum Beispiel immer wieder der Heckflügel verändert werden. Bei den Fahrern gab es ein Duell zwischen Bernd Schneider, Manuel Reuter und Klaus Ludwig, um die Meisterschaft. Letztendlich wurde mit Bernd Schneider der letzte Meister der „alten“ DTM auch der erste der „neuen“. Beim letzten Rennen des Jahres auf dem Hockheimring ging es für Manuel Reuter und Klaus Ludwig noch um die Vizemeisterschaft. Beim Duell um Platz eins kollidierte Uwe Alzen mit seinem in Führung liegenden Teamkollegen Manuel Reuter, der dadurch ausfiel. Da auch Ludwig das Rennen nach Kollision abgeschlagen freiwillig aufgab, ging der Vize-Titel an Reuter.
2001