Nicht zu verwechseln mit Mar del Plata
La Plata ist die Hauptstadt der Provinz Buenos Aires, Argentinien. Sie liegt noch innerhalb des Ballungsraums der Landeshauptstadt Buenos Aires, dessen Zentrum etwa 60 Kilometer nordwestlich der Stadt liegt. La Plata ist mit 768.470 Einwohnern (Stand: 2022) eine der größeren Städte des Landes.Centros Urbanos argentina.gob.ar, abgerufen am 24. Dezember 2023 (spanisch) Sie hat ein modernes Stadtbild und wurde streng symmetrisch angelegt, das Schachbrettmuster der Straßen wird durch Diagonalen ergänzt.
Geschichte La Plata wurde zwischen 1873 und 1884 von dem Architekten Pedro Benoit auf dem Reißbrett entworfen, um Provinzhauptstadt und Landeshauptstadt zu trennen. Im Jahr 1882 erhielt La Plata ihren Status als Provinzhauptstadt. Buenos Aires wurde gleichzeitig in den Bundesdistrikt Distrito Federal umgewandelt und damit aus der Provinz ausgegliedert. 1882 hatte die Stadt 7.000 Einwohner, darunter zahlreiche Italiener.
1952, nach dem Tode von Eva Perón, wurde die Stadt in „Ciudad Eva Perón“ umbenannt. Nach dem Staatsstreich gegen Präsident Juan Perón 1955 erhielt sie ihren alten Namen zurück.
Am 2. April 2013 kam es nach starkem Regen zu einer Überschwemmung mit mindestens 89 Todesopfern.
Wirtschaft und Bildung La Plata ist vor allem ein Sitz der Schwerindustrie. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist der Verwaltungsapparat der bei weitem bevölkerungsreichsten Provinz Argentiniens. La Plata besitzt eine angesehene staatliche Universität (Universidad Nacional de La Plata).
Sehenswürdigkeiten mini|Pasaje Dardo Rocha im Zentrum von La Plata mini|Kathedrale von La Plata mini|Casa Curutchet Das Zentrum der Stadt bildet die Plaza Moreno mit dem Gründungsstein der Stadt sowie der von 1884 bis 1999 erbauten neogotischen Kathedrale von La Plata, die zu den größten Kirchen ganz Amerikas und den höchsten Kathedralen der Welt zählt. Die neobyzantinische Herz-Jesu-Basilika entstand Anfang des 20. Jahrhunderts.
Sehenswert sind des Weiteren das Rathaus (Palacio Municipal), die Casa Curutchet von Le Corbusier und das Naturkundemuseum (Museo de La Plata), das hauptsächlich Sammlungen der argentinischen Forscher Perito Moreno und Florentino Ameghino präsentiert.
Der Paseo del Bosque René Favaloro ist der Stadtpark von La Plata. Auf seinen 60 Hektar befinden sich unter anderem ein botanischer Garten, die Sternwarte Observatorio Astronómico de La Plata sowie Sportanlagen des Clubs Gimnasia y Esgrima La Plata. Der sich in dem Stadtpark befindliche zoologische Garten ist seit 2017 geschlossen und soll 2023 als BioPark wieder eröffnet werden.
Sport Wichtigste Fußballvereine der Stadt sind Estudiantes de La Plata und Gimnasia y Esgrima La Plata. Die Estudiantes tragen ihre Heimspiele im Estadio Jorge Luis Hirschi aus. Heimspielstätte von Gimnasia y Esgrima La Plata ist das direkt benachbarte Estadio Juan Carmelo Zerillo. Im Westen der Stadt befindet sich außerdem das Estadio Ciudad de La Plata.
Verkehr Die Straße Ruta Nacional 1 verbindet La Plata mit Buenos Aires. Der öffentliche Transport wird vor allem mit Bussen durchgeführt. Ferner gibt es Züge vom Bahnhof La Plata innerhalb der Stadt, in die angrenzende Hauptstadt Buenos Aires sowie in die Provinz (Ferrocarril General Roca).
Von 1884 bis 1966 verkehrte eine Straßenbahn. Im innerstädtischen Schienenpersonennahverkehr gibt es seit 2013 mit den Tren Universitario de La Plata eine aktuell rein innerstädtische Vorortbahn, welche den Bahnhof La Plata mit mehreren Einrichtungen der Universidad National de La Plata sowie dem Krankenhaus San Juan de Dios verbindet.
La Plata ist die einzige argentinische Provinzhauptstadt, die über keinen regulären Flughafen verfügt. Der Aeropuerto de La Plata wird nur von der Polizei sowie als Flugschule und für private Charterflüge genutzt. Die Flughäfen von Buenos Aires liegen rund 60 km entfernt.
Söhne und Töchter der Stadt Ferrucio Calusio (1889–1983), Dirigent Mathilde Dolgopol de Sáez (1901–1957), Paläontologin Alejandro Scopelli (1908–1987), argentinisch-italienischer Fußballspieler und -trainer Emilio Antonio Dublanc (1911–1990), Komponist Francisco Varallo (1910–2010), Fußballspieler Raúl A. Ringuelet (1914–1982), Zoologe und Limnologe Jorge W. Ábalos (1915–1979), Lehrer, Entomologe, Arachnologe und Schriftsteller Saúl Ongaro (1916–2004), Fußballspieler und -trainer Ana Emilia Lahitte (1921–2013), Schriftstellerin René Favaloro (1923–2000), Kardiologe, Entwickler des Herz-Bypasses Rubén Elosegui (1925–1991), Bildhauer und Maler Martha Mercader (1926–2010), Schriftstellerin, Journalistin, Politikerin Hebe de Bonafini (1928–2022), Mitgründerin und ab 1979 Präsidentin der Menschenrechtsorganisation Madres de Plaza de Mayo Walter Behrends (1929–2005), Fußballspieler Arturo Rodenak (1931–2012), Fußballspieler Jorge Sobral (1931–2005), Tangosänger und Schauspieler Facundo Cabral (1937–2011), Sänger und Musiker Jorge López Ruiz (1935–2018), Jazzmusiker und Komponist Oscar López Ruiz (1938–2021), Jazzmusiker und Komponist Carlos Miguel Álvarez (* 1943), Radrennfahrer Zulma Brandoni de Gasparini (* 1944), Wirbeltier-Paläontologin Oscar Malbernat (1944–2019), Fußballspieler und -trainer Juan Ramón Verón (1944–2025), Fußballspieler Cristina Fernández de Kirchner (* 1953), Politikerin Claudia Tambussi (* 1959), Paläornithologin Adriana Albino (* 1960), Wirbeltier-Paläontologin Marta S. Fernández (* 1960), Wirbeltier-Paläontologin Leopoldo Brizuela (1963–2019), Schriftsteller Fabián Salvioli (* 1963), Rechtswissenschaftler, Hochschullehrer und Menschenrechtsexperte María Cecilia Villanueva (* 1964), Komponistin und Pianistin Dolores Albarracín (* 1965), Psychologin Guillermo Angaut (* 1965), Rugbyspieler Jorge Esteban González (* 1966), Weihbischof in La Plata Soledad Villamil (* 1969), Schauspielerin, Sängerin Christian Mazzuca (* 1970), Komponist und Maler Julia Desojo (* 1973), Wirbeltier-Paläontologin Martín Palermo (* 1973), Fußballspieler Gastón Mazzacane (* 1975), Automobilrennfahrer Carolina Acosta Hospitaleche (* 1975), Paläornithologin Juan Sebastián Verón (* 1975), Fußballspieler Agustín Alayes (* 1978), Fußballspieler Leandro Damián Cufré (* 1978), Fußballspieler Joaquín Drut (* 1978), theoretischer Physiker Luciano Martín Galletti (* 1980), Fußballspieler Facundo Bazzi (* 1982), Radrennfahrer Marcelo Adrián Carrusca (* 1983), Fußballspieler Sergio Parisse (* 1983), argentinisch-italienischer Rugbyspieler Germán Alecha (* 1985), Fußballspieler und -trainer Agustín Creevy (* 1985), Rugbyspieler Benjamín Rojas (* 1985), Schauspieler und Sänger Matías Formica (* 1986), Jazzmusiker Gaspar Páez (* 1986), Fußballspieler Luciano Aued (* 1987), Fußballspieler Nicolás Isasi (* 1987), Filmemacher, Opernregisseur und Autor Alejandro Kolevich (* 1988), Volleyballtrainer Sebastián Jaime (* 1989), Fußballspieler Marcos Rojo (* 1990), Fußballspieler Mercedes Lambre (* 1992), Schauspielerin, Sängerin Gerónimo Rulli (* 1992), Fußballtorhüter Julián Cerati (* 1998), Schauspieler Juan Foyth (* 1998), Fußballspieler Tomás Martín Etcheverry (* 1999), Tennisspieler Brenda Churin (* 2000), Volleyballspielerin Thiago Agustín Tirante (* 2001), Tennisspieler
Städtepartnerschaften
La Plata unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
Anghiari, Italien, seit dem 18. November 1998 Asunción, Paraguay, seit dem 20. Februar 1993 Bologna, Italien, seit dem 23. November 1988 Beʾer Scheva, Israel, seit dem 18. April 1989 Boulogne-sur-Mer, Frankreich, seit dem 6. Juli 2000 Concepción, Chile, seit 1993 Louisville, Kentucky, USA, seit 1994 Maldonado, Uruguay, seit 1994 Montevideo, Uruguay, seit 1994 Porto Alegre, Brasilien, seit 1982 Santa Ana de Coro, Venezuela Santa Cruz de la Sierra, Bolivien, seit 1994 Curitiba, Brasilien Sucre, Bolivien, seit 2005 Saragossa, Spanien, seit dem 12. Oktober 1990 Chengdu, China Jiujiang, China Shenyang, China Tabarre, Haiti Zacatecas, Mexiko Weblinks
Municipalidad La Plata
Einzelnachweise
Kategorie:Argentinische Provinzhauptstadt Kategorie:Hochschul- oder Universitätsstadt Kategorie:Planstadt