mini|hochkant=1.6|Fehmarn; Blick aus Südosten in nordwestliche Richtung. Die Landzunge am linken Bildrand gehört zum Festland; die Fehmarnsundbrücke überbrückt die Meerenge. Rechts oben im Bild ist die dänische Insel Lolland zu erkennen; Luftbild 2007. Fehmarn () ist eine deutsche Ostseeinsel und nach Rügen und Usedom die drittgrößte Insel Deutschlands. Sie gehört zum Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein. Am 1. Januar 2003 wurde die Stadt Fehmarn durch die Fusion der seit dem 1. Januar 1978 verbliebenen vier Gemeinden der Insel Burg, Bannesdorf, Landkirchen und Westfehmarn gebildet. Hauptort und Verwaltungssitz ist Burg auf Fehmarn. Die Insel ist durch Landwirtschaft und Tourismus geprägt.

Geographie Geographische Lage Fehmarn ist 185 km² groß, verfügt über rund 78 km Küstenlinie und liegt zwischen Kieler Bucht im Westen und Mecklenburger Bucht im Osten in der Ostsee. Im Süden ist sie durch den Fehmarnsund von der Halbinsel Wagrien getrennt und durch die Fehmarnsundbrücke verbunden. Im Norden ist Fehmarn durch den Fehmarnbelt von der dänischen Insel Lolland getrennt. Auf Fehmarn befindet sich in Staberhuk der östlichste Punkt Schleswig-Holsteins.

Fehmarn besitzt einige unterschiedliche Küstenlandschaften: Die Nordküste zwischen Markelsdorfer Huk und Puttgarden ist eine Dünenlandschaft mit Nehrungshaken und Strandseen. Die Ostküste ist steinig und besitzt eine Kliffküste.

Der Südstrand bei Burgtiefe und dem Wulfener Hals sind die südlichsten und weißesten Sandstrände der Insel. Hier ist der Küstenstreifen flach, ebenso wie im Westen. Die Insel liegt meist nur wenig über NHN. Die höchste Erhebung ist der Hinrichsberg (27,9 m), diesem folgt der Ochsenberg (24,9 m) und der Wulfener Berg (20,6 m).Digitaler Atlas Nord: Zoom auf Maßstab 1:4000 oder detaillierter.

Der größte Ort der Insel mit rund 6000 Einwohnern ist die ehemalige Stadt Burg, weitere 8000 leben in den anderen 42 Ortschaften der Insel. Nach Burg sind Landkirchen, das einige Jahrzehnte lang selbst Stadtrecht genoss, und Petersdorf die bedeutendsten Orte der Insel.

Auf oder nahe Fehmarn liegen mehrere kleine Inseln: Warder (etwa zehn Hektar) in der Orther Reede Kohlhoffinsel (etwa vier Hektar) im Burger Binnensee mehrere kleinere Binnenseeinseln (bis etwa 1,5 ha) in der nördlichen Seeniederung und bei Wallnau

Fehmarn steht nach Lübeck flächenmäßig an zweiter Stelle unter den Städten Schleswig-Holsteins.

Gemeindegliederung Ursprünglich, d. h. vor dem 30. September 1928, gliederte sich Fehmarn in 41 Gemeinden und 4 Gutsbezirke. Daher gibt es heute 46 Gemarkungen auf der Insel (nur auf dem ehemaligen Gemeindegebiet von Puttgarden gibt es eine zweite Gemarkung Puttgarden i.d.O., ausgeschrieben Puttgarden in der Ostsee, die im Wesentlichen aus der Wasserfläche des Fährhafens besteht). Als erstes wurden am 30. September 1928 die vier Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Gemeinden zugeschlagen.Amtsbl. Sondernr. v. 10. Oktober 1928 Die größte Gemeindezusammenlegung erfolgte zum Stichtag 1. April 1937, als 36 Gemeinden den verbleibenden Gemeinden Avendorf, Bannesdorf, Dänschendorf, Landkirchen, Meeschendorf und Petersdorf zugeschlagen wurden. Am 1. Januar 1978 kam Meeschendorf zu Bannesdorf, Avendorf zu Landkirchen, und Dänschendorf und Petersdorf zu Westfehmarn.Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein: Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867–1970 (Historisches Gemeindeverzeichnis) S. 106 ff. Am 1. Januar 2003 fusionierten die Stadt Burg auf Fehmarn und die drei Landgemeinden der Insel. Diese drei Gemeinden Bannesdorf auf Fehmarn, Landkirchen auf Fehmarn und Westfehmarn waren bis dahin als Amt Fehmarn miteinander verbunden gewesen. Seitdem bildet die gesamte Insel die Stadt Fehmarn. Dabei reicht das Stadtgebiet etwas über die Insel hinaus, denn es schließt auch den Burger Binnensee und den Fährhafen Puttgarden ein. mini|hochkant=3|links|Gemarkungen auf dem Stadtgebiet (Insel, Burger Binnensee und Fährhafen Puttgarden)

Gmk.-schlüssel Gemarkung/Ehem. Gde. o. Gutsbezirk Ein-gemeindungam Ein-gemeindungnachGemeinde-fläche1928Gemarkungs-flächehttps://geoindex.io/HektarBevölkerungErgebnisse des Zensus 2011 zum Download - erweitert, Bevölkerung im 100 Meter-Gitter (aggregiert nach Gemarkungen). Die Summe der so ermittelten Gemarkungswerte liegt mit 12.520 leicht über der amtlichen Bevölkerungszahl der Stadt Fehmarn von 12.483 zum Zensus-Stichtag 9. Mai 2011.Zensus 2011 Lage 014193 Wallnau (Gutsbez.) 30.09.1928 Bojendorf 392499,1311 014040 Flügge (Gutsbez.) 30.09.1928 Püttsee 103123,380 014080 Katharinenhof (Gutsbez.) 30.09.1928 Vitzdorf 372372,1273 014173 Staberhof (Gutsbez.) 30.09.1928 Vitzdorf 148147,379 014001 Albertsdorf 01.04.1937 Avendorf 330343,81100 014017Blieschendorf01.04.1937Avendorf391324,6553 014177Strukkamp01.04.1937Avendorf307240,96124 014201Wulfen01.04.1937Avendorf203254,37132 014084Klausdorf01.04.1937Bannesdorf491490,2882 014129Niendorf a.F.01.04.1937Bannesdorf471470,74344 014135Ostermarkelsdorf01.04.1937Bannesdorf347346,6344 014139Presen01.04.1937Bannesdorf413410,3947 014142Puttgarden01.04.1937Bannesdorf951957,05492 014205Puttgarden i.d.O.01.04.1937Bannesdorf–20,60 014188Todendorf01.04.1937Bannesdorf482482,2394 014159Schlagsdorf01.04.1937Dänschendorf603617,4162 014198Wenkendorf01.04.1937Dänschendorf371371,6848 014199Westermarkelsdorf01.04.1937Dänschendorf550547,6965 014004Altjellingsdorf01.04.1937Landkirchen228227,8421 014016Bisdorf01.04.1937Landkirchen502502,22232 014045Gammendorf01.04.1937Landkirchen821820,9108 014070Hinrichsdorf01.04.1937Landkirchen337335,5636 014121Mummendorf01.04.1937Landkirchen314313,67126 014123Neujellingsdorf01.04.1937Landkirchen284283,58100 014156Sartjendorf01.04.1937Landkirchen168168,317 014185Teschendorf a.F.01.04.1937Landkirchen233233,1562 014189Vadersdorf01.04.1937Landkirchen721721,96127 014044Gahlendorf01.04.1937Meeschendorf250249,933 014155Sahrensdorf01.04.1937Meeschendorf472475,02342 014172Staberdorf01.04.1937Meeschendorf646496,42136 014191Vitzdorf01.04.1937Meeschendorf743370,8793 014019Bojendorf01.04.1937Petersdorf193196,6431 014050Gollendorf01.04.1937Petersdorf295296,5361 014092Kopendorf01.04.1937Petersdorf529525,3186 014101Lemkendorf01.04.1937Petersdorf561561,2121 014102Lemkenhafen01.04.1937Petersdorf1517,84110 014134Orth01.04.1937Petersdorf7574,8878 014140Püttsee01.04.1937Petersdorf24213719 014182Sulsdorf a.F.01.04.1937Petersdorf314312,6759 014114Meeschendorf a.F.01.01.1978Bannesdorf403403,1377 014008Avendorf01.01.1978Landkirchen284355,83160 014029Dänschendorf01.01.1978Westfehmarn11971180,01388 014136Petersdorf a.F.01.01.1978Westfehmarn392392,16600 014010Bannesdorf01.01.2003Stadt Fehmarn358358,17214 014025Burg01.01.2003Stadt Fehmarn14431446,866357 014099Landkirchen01.01.2003Stadt Fehmarn8685,84946  Insel/Stadt Fehmarn   1903118564,9512520

Burg mini|Heimatmuseum an der Nikolai-Kirche in Burg mini|St.-Jürgen-Kapelle in Burg Burg auf Fehmarn ist mit 6357 Einwohnern (Stand 2023) der größte Ort und gleichzeitig das Zentrum der Stadt Fehmarn. Den Mittelpunkt von Burg bilden die um 1230 erbaute Kirche St. Nikolai und der zu ihrem Fuße liegende alte Friedhof, der mit alten Linden umpflanzt ist. Die Hauptstraße Burgs ist die Breite Straße. Zahlreiche Geschäfte säumen ihre Seiten, die überwiegend in alten Backsteinhäusern untergebracht sind. Westlich der Breiten Straße liegt der kopfsteingepflasterte Marktplatz, auf dem jeden Mittwoch ein Markt stattfindet. Dort steht das 1901 erbaute Rathaus mit seiner roten Backsteinfassade und seinen trutzigen Türmchen. Ein weiterer sehenswerter Backsteinenbau ist die gotische St.-Jürgen-Kapelle, die ursprünglich zu einem Siechenhaus gehörte. In den Gründerjahren entstanden unter dem damaligen Bürgermeister Lafrentz neue Villen-Straßenzüge, so im Südwesten der damaligen Stadt. 1905 erhielt Burg Anschluss an die Inselbahn. Seit den 1960er Jahren führt Burg das Prädikat eines Heilbades.

Burgstaaken war der stadteigene Hafen der früheren Stadt, der im Laufe der Zeit versandete. Im Jahre 1886 wurde der Hafen wieder instand gesetzt, zusätzlich wurde das Hafenbecken vertieft. Heute ist Burgstaaken Anlegestelle für Yachten und Kutter. Burgstaaken bietet dem Besucher Restaurants, verschiedene Freizeitangebote, den Direktverkauf von frischem Fisch auf den Kuttern sowie den Besuch in der Fischergenossenschaft Fehmarn, häufig falsch als Fischereigenossenschaft bezeichnet.

Burgtiefe ist der Südstrand Fehmarns. Bis in die 1960er Jahre noch eine große Nehrung im Südosten der Insel, wurde der Ausbau zum Heilbad begonnen. Hier hatte die Witwe Reinhard Heydrichs, Lina Heydrich, gelebt und ein Restaurant mit Ochsengrill betrieben. Heute steht hier das Fehmarn Hotel & Ferien-Centrum mit seinen drei von weitem schon sichtbaren Hochhäusern auf der Nehrung. Der Strand ist kurabgabepflichtig und erhielt 2003 eine neue Strandpromenade. Dort finden sich die Bade- & Wellnesswelt FehMare, der Yachthafen Burgtiefe, mehrere Gastronomiebetriebe, einige Läden und verschiedene Freizeitangebote.

Dörfer Slawengründungen Bannesdorf (Bauerndorf und Kirchort), Dänschendorf, Gahlendorf, Gammendorf-Siedendorf, Gollendorf, Hinrichsdorf, Klausdorf, Kopendorf, Lemkendorf, Meeschendorf, Puttgarden, Püttsee, Sahrensdorf, Schlagsdorf, Sulsdorf, Vitzdorf Wüstungen (Lage unbekannt) Todaenthorp, Dargenthorp, Taessenmaersthorp, Villa Christiani, Rataemaersthorp, Utaesthorp Kolonistendörfer Im Zuge der Ostkolonisation vor 1230 (Waldemarsches Erdbuch) entstandene Bauerndörfer mit zweiseitiger, parallel gegenüberliegender Dorfplatzbebauung mit giebelseitiger, eng aneinander liegender Gebäudereihung. Kolonisten waren Holländer, Friesen, Westfalen und Holsteiner. Albertsdorf, Altjellingsdorf, Avendorf, Blieschendorf, Bojendorf, Gammendorf-Hohendorf, Mummendorf, Niendorf, Ostermarkelsdorf, Petersdorf (Bauerndorf und Kirchort), Sartjendorf, Teschendorf, Todendorf, Vadersdorf, Wenkendorf, Westermarkelsdorf, Wulfen Neugründungen des 14. Jahrhunderts Neujellingsdorf (Flugplatz bzw. Sonderlandeplatz), Strukkamp Hafensiedlungen Nach 1329 entstandene Orte in unmittelbarer Lage am Meeresraum, mit richtungsloser Dorfanlage, Vorherrschaft nicht bäuerlicher Berufe und ohne Flur. Lemkenhafen, Orth Sonstige Bisdorf, Presen und Staberdorf sind entweder Slawengründungen oder Kolonistendörfer. Landkirchen ist ein Kirchort ohne eigene Flur und entstand um die 1234 erstmals erwähnte Kirche herum. Altenteil, Fehmarnsund, Flügge (siehe unten Sonstiges), Gold, Katharinenhof, Marienleuchte, Neue Tiefe, Westerbergen

(spezielle Beschreibungen von Dörfern auf Fehmarn bei Horst RohdeHorst Rohde: Das Fehmarnhaus und sein Dorf, Karl-Wachholtz-Verlag, Neumünster 1984.)

Klima Die durchschnittliche Temperatur beträgt 8,3 °C, der durchschnittliche Niederschlag 571 mm. Nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war Fehmarn im Jahr 2008 die sonnenreichste Gegend Deutschlands.

Natur mini|Küstenstrand im Süden Fehmarns mini|Schwäne auf Fehmarn Die Fauna entspricht weitestgehend der Norddeutschlands. Häufig sind Kaninchen, Hasen, Rehe, Füchse und Marder. Allerdings sind einige Säugetiere auf Fehmarn nicht anzutreffen: Hirsch, Wildschwein, Dachs, Eichhörnchen und bis vor wenigen Jahren der Maulwurf. Auf Fehmarn liegt das Wasservogelreservat Wallnau. Das rund 300 Hektar große Areal an der Westküste der Ostseeinsel wurde ab 1975 als Brut- und Schutzstätte für Zugvögel eingerichtet. Ein Kanalsystem ermöglicht durch regelbare Wasserstände in Wiesen, Gräben und Teichen die Schaffung optimaler Brutbedingungen für über 80 Vogelarten.

Hier mündet auch die Kopendorfer Au, einziges Fließgewässer der Insel. Die Kopendorfer Au entspringt in Ostermarkelsdorf, umfließt Bisdorf nördlich und westlich und durchfließt Lemkendorf. Das namensgebenden Kopendorf liegt hingegen 200 Meter von der Au entfernt.

Naturschutzgebiete auf Fehmarn Fehmarn hat folgende Naturschutzgebiete: Grüner Brink Krummsteert-Sulsdorfer Wiek/Fehmarn Nördliche Seeniederung Fehmarn Wallnau/Fehmarn