Der Fußballclub Wacker Innsbruck war ein österreichischer Fußballverein aus der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. Er wurde 1915 gegründet, löste sich jedoch bald wegen Uneinigkeit seiner Funktionäre und Spieler als FC Sturm Innsbruck auf. Der 1923 – wieder unter traditionellem Namen – neu gegründete Fußballclub Wacker Innsbruck erlebte schließlich seine Hochzeit in den 1970er Jahren, in denen fünf österreichische Meistertitel gewonnen werden konnten. Damals trat man zeitweilig gemeinsam mit der WSG Swarovski Wattens in einer Spielgemeinschaft auf. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten erfolgte 1986 der Absturz in den Amateurfußball.
Der neu gegründete FC Swarovski Tirol vertrat von nun an den Tiroler Fußball in der Bundesliga. Nachdem dieser 1992 aufgelöst worden war, konnte der FC Wacker Innsbruck wieder für eine Saison in den Profifußball zurückkehren, spielte aber nach der Gründung des FC Tirol Innsbruck wieder mit der eigenen Amateurmannschaft in der viertklassigen Landesliga Tirol. Da der Klub allerdings mittlerweile in der letzten Tiroler Spielstufe angekommen war, wurde in der Hauptversammlung vom 20. Mai 1999 die Vereinsauflösung beschlossen.
Nach dem Konkurs des FC Tirol Innsbruck im Jahr 2002, wurde ein neuer Verein gegründet, welcher seit dem 1. Juli 2007 wieder den Namen FC Wacker Innsbruck führt und sich auf die vielseitige Geschichte sämtlicher Vorgängervereine beruft. mini|Die Mannschaft von FC Wacker Innsbruck im Jahr 1920 Geschichte 1914–1923: Gründung und vorläufiges Ende als FC Sturm 1919–1923SaisonPlatz (Teiln.)SpSUNTorePkt. Qualifikation für Tiroler A-Liga 1920/21 1919/20 Aufstieg des FC Wacker Tiroler A-Klasse 1920/21 2. (5) 8 5 2 1 28:7 12 1921/22 4. (4) 3 0 0 3 0:7 0 1922/23 3. (4) 6 2 2 2 6:13 6 Legende Aufstieg Die Geschichte des Tiroler Fußballs beginnt bereits im Jahre 1905 mit Fußball Innsbruck und ist relativ verbreitet als zehn Jahre später durch die Herren Jakob Hanspeter, Benedikt Hosp, Josef Leitner, Josef Albrecht und weiteren – heute nicht mehr namentlich bekannten Fußball-IdealistenLangisch 1966, S. 22. – der Fußballclub Wacker als dritter Innsbrucker Fußballverein ins Leben gerufen wird: Die Gründung des Vereins erfolgte 1914Allgemeiner Tiroler Anzeiger vom 22. Januar 1919 und dürfte dabei im oder kurz vor Juli erfolgt sein, denn das bislang erste bekannte Spiel fand am 19. Juli 1914 gegen Rapid Innsbruck statt und endete mit einem 4:1-Sieg des FC Wacker.Allgemeiner Tiroler Anzeiger vom 21. Juli 1914 Ende 1914 wurde die Einreichung des Statutes in die Wege geleitet, welche allerdings erst zu Jahresbeginn 1915, am 4. Februar, genehmigt wurden. Die, somit offizielle, Gründung wurde damals auch von mehreren Tageszeitungen und Sportmagazinen festgehalten:
«Sport. (Neuer Verein.) In Innsbruck hat sich ein neuer Verein, der Fußballklub "Wacker" Innsbruck, gegründet. Die Statuten sind bereits von der Statthalterei in Innsbruck bewilligt. Beitrittsanmeldungen werden beim Schriftführer des Vereines Kiebachgasse Nr. 15, 3. Stock rechts, entgegengenommen.» (Innsbrucker Nachrichten, Jahrgang 1915, Nummer 63, 5. Februar 1915, Seite 8.)
«Innsbruck. Dort hat sich ein Fußballclub gebildet, der sich den Namen "Wacker" beigelegt. Die Statuten sind bereits von der k. k. Statthalterei bewilligt und will der Verein auch dem Österreichischen Fußballverband beitreten.» (Illustriertes Österreichisches Sportblatt, Jahrgang IX, Nummer 3, 5. Februar 1915, Seite 7.)
Diese schlichten Worte sind das erste offizielle Zeugnis des später erfolgreichsten Tiroler Fußballvereins. Die Vereinsfarben Wackers wurden mit schwarz-grün festgelegt, die Gründungsversammlung mit der Möglichkeit zur Einschreibung für Mitglieder folgte anschließend. Nach nur einer geringen Anzahl an Freundschaftsspielen gegen andere Innsbrucker- und auch Meraner Vereine musste der Spielbetrieb auf Grund des Ersten Weltkriegs bereits nach wenigen Monaten eingestellt werden. An einen geregelten Meisterschaftsbetrieb war auf Grund der Kriegsnachwirkungen vorerst bei keinem Tiroler Verein zu denken. Am 20. Februar 1919 fand die erste Nachkriegsversammlung statt, in welcher der FC Wacker seine Tätigkeiten wieder aufnahm. Angedacht wurde in dieser Versammlung auch ein Beitritt in den Münchner Fußballverband, da vom Wiener Verband aus keinerlei Unterstützung kam. Den Vorstand bildeten neben Obmann Benedikt Hosp und dem Stellvertreter Otto Gadner, die Herren Ferrari (Schriftführer), Legner (Schriftführer-Stv.) sowie die Beisitzer Feuerstein und Sauerwein. Auch der FC Wacker zollte dem Ersten Weltkrieg Tribut, die Spieler Pucher, Schiestl, Irenek, Pallua und Strobl kehren nicht mehr zurück.Allgemeiner Tiroler Anzeiger vom 22. Januar 1919 Im ersten Spiel nach der Reaktivierung des Spielbetriebes setzte es ein 0:9-Debakel gegen den SV Innsbruck.Allgemeiner Tiroler Anzeiger vom 29. März 1919
Am 18. September 1920 trug das Gründungsmitglied des Tiroler Fußballverbandes schließlich sein erstes Tiroler A-Meisterschaftsspiel aus, es endete 1:1 gegen den FC Rapid Innsbruck. Nachdem es für die Schwarz-Grünen jedoch nicht richtig gelaufen war, fand sich der Verein 1922 als Tabellenletzter wieder. Um den Abstieg zu verhindern, fusionierte Wacker mit Rapid Innsbruck und legte sich den neuen Namen FC Sturm Innsbruck bei. Wegen Uneinigkeit der Funktionäre und Spieler kam jedoch 1923, trotz eines dritten Tabellenplatzes, die Auflösung des Vereines.Langisch 1966, S. 27.
Obmann Februar 1915–März 1923: Bendikt Hosp
Spieler Tor Verteidigung Mittelfeld Angriff1919/20: Erich Fritz 1919–1921: Adolf Ferrari 1914–1921: Benedikt Hosp1914/15: Franz Oberhöller 1920–1926: Willi Ortler 1919–1921: Weber 1919–1921: Demetz 1914–1921: Josef Leitner 1919–1921: Max Mair1919–1926: Oskar Ortler sen. 1914–1922: Leopold Schöpf 1919/20: Weber 1923–1929: Fritz Haberfellner 1919–1922: Fritz Schwab sen. 1919–1922: Franz Oberhöller1914–1922: Josef Lauter 1920–1921: Adolf Franzelin 1919–1922: Karl Habtmann 1919–1921: Otto Gadner 1919–1921: Franz Zedrosser 1919–1922: Leopold Wolchowe 1914–1919: Rudolf Bucher 1919–1921: Fritz Ertl
1923–1945: Neubeginn, Landescupsieger und Zweiter Weltkrieg 1923–1945SaisonPlatz (Teiln.)SpSUNTorePkt. 1923/24 Nicht spielberechtigt. Tiroler B-Klasse 1924/25 3. (4) 6 2 0 4 20:12 4 1925/26 1. (4) 6 6 0 0 24:5 12 Tiroler A-Klasse 1926/27 2. (4) 6 2 1 3 15:15 5 1927/28 4. (6) 10 5 0 5 32:36 10 1928/29 3. (5) 8 5 0 3 27:25 10 1929/30 3. (4) 1 1 4 3 6:17 3 1930/31 3. (7) 12 6 1 4 33:31 13 1931/32 3. (4) 6 3 1 2 20:15 7 1932/33 4. (7) 12 5 0 7 12:24 10 1933/34 5. (7) 12 3 4 5 23:30 10 1934/35 4. (7) 12 5 2 5 28:26 12 1935/36 7. (7) 12 1 3 8 17:38 5 Tiroler B-Klasse 1936/37 1. (6) 10 9 0 1 41:12 18 Tiroler A-Klasse 1937/38 1. (4) 12 8 1 3 39:24 17 Tiroler Kreisliga 1938/39 4. (6) 5 2 1 2 10:16 5 1939/40 Abbruch der Meisterschaft 1940/41 1. (6) 8 7 1 0 41:16 15 1941/42 5. (5) 6 0 1 5 12:27 1 1942/43 4. (4) 3 0 0 0 6:22 0 1944 nicht teilgenommen 1945 nicht ausgetragen Legende Tiroler Meister bzw. Aufstieg Abstieg 100px|links|mini|Vereinswappen der 1920er Jahre Doch noch im selben Jahr 1923 wurde der Klub, wieder unter dem traditionellen Namen Fußballclub Wacker Innsbruck und den Vereinsfarben schwarz-grün neu ins Leben gerufen. In der Saison 1924/25 wurde der neu gegründete Fußballverein zur Tiroler B-Liga zugelassen – in dieser Saison wurde auch erstmals am Tivoliplatz gespielt. 1926 konnten die Schwarz-Grünen schließlich den Aufstieg in die A-Klasse erringen. In der höchsten Tiroler Liga konnte Wacker zwar vorerst keinen bestimmenden Platz einnehmen, mit dem geteilten Sieg im Tiroler Landescup mit dem Innsbrucker AC aber einen schönen Erfolg feiern. Die Endspiele endeten jeweils 1:1, sodass beide Teams als Sieger deklariert wurden.Langisch 1966, S. 28 Nach dem zwischenzeitlichen Abstieg in die B-Klasse 1936 kehrten die Grün-Schwarzen 1938 zurück ins Tiroler Oberhaus. Mittlerweile hatte das Fachamt Fußball im Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen den Tiroler Fußballverband übernommen und Kreisliga als landeshöchste Spielstufe eingeführt. Wacker war bis zu seinem Abstieg 1943 Mitglied dieser Kreisliga und bekam 1941 als Führender der Tabelle bei Abbruch der Meisterschaft den Titel zugesprochen. Die Kreisliga wird heute jedoch nicht als Tiroler Meisterschaft anerkannt, weshalb auch der Landesmeistertitel aus dieser Zeit in keiner offiziellen Statistik mehr auftaucht.Kastler 1972, S. 345.
Obmann März 1923–März 1934: August Flöckinger März 1934–1945: Hans Hautz
Spieler Tor Verteidigung Mittelfeld Angriff1926–1928: Eduard Neubarth 1925–1928: Josef Sailer 1928–30er Jahre: Josef Platzer1914–1929: Karl Grün
1923–1937: Walter Pervulesko 1924–30er Jahre: Hermann Margreiter 1925–30er Jahre: Walter Linser 1923–1926: Willy Linser 1925–1927: Max Mair1924–1930: Erwin Haidacher 1923–30er Jahre: Fritz Schwab sen. 1924–30er Jahre: Ferdinand Busarello 1923–1929: Erich Linser 1924–30er Jahre: Franz Oberhöller1926–1932: Karl Buemberger 1923–1926: Willi Ortler 1924–30er Jahre: Karl Habtmann 1924–30er Jahre: Oskar Ortler sen. 1926: Leopold Wolchowe 1926–1935: Anton Mölk 1926–30er Jahre: Eduard Sterzinger
1945–1964: Die ersten Nachkriegserfolge und der Aufstieg in die Staatsliga 1945–1964SaisonPlatz (Teiln.)SpSUNTorePkt. Klasse Innsbruck 1946 nicht teilgenommen B-Klasse-Oberinntal 1946/47 1. (8) 14 9 3 2 46:19 21 A-Klasse Tirol 1947/48 10. (10) 18 4 3 11 29:56 11 B-Klasse – Innsbruck-Stadt 1948/49 1. (9) 14 12 1 1 64:20 25 1. Klasse Tirol 1949/50 3. (8) 14 8 2 4 43:24 18 1. Klasse Innsbruck 1950/51 3. (7) 12 5 3 4 39:33 13 1951/52 2. (6) 10 7 0 3 32:15 14 1. Klasse Innsbruck bzw.Tiroler Landesliga Qualifikation 1952/53 1. (9) 16 12 1 3 53:21 25 2. (3) 4 2 1 1 10:4 5 Tiroler Landesliga 1953/54 2. (8) 14 10 1 3 51:18 21 1954/55 6. (9) 16 7 1 8 39:40 15 1955/56 3. (10) 18 9 1 8 44:42 19 1956/57 7. (10) 18 5 4 9 27:36 14 1957/58 1. (10) 18 14 3 1 65:21 31 Arlbergliga 1958/59 7. (12) 22 10 1 11 34:43 21 1959/60 3. (12) 22 15 1 6 60:31 31 Regionalliga West 1960/61 2. (12) 22 16 3 3 65:31 35 1961/62 3. (12) 22 14 4 4 56:28 32 1962/63 3. (12) 22 11 5 6 44:22 27 1963/64 1. (12) 22 16 6 0 73:20 38 Legende Aufstieg Abstieg 100px|links|mini|Vereinswappen ca. 1958 bis 1964 Nach der Wiedererstehung Österreichs wurde 1946 eine verkürzte Tiroler Meisterschaft eingeführt an der Wacker Innsbruck jedoch nicht teilnehmen konnte, da der Verein noch zu wenige Spieler zur Verfügung hatte. In der Saison 1946/47 stieg der FC Wacker in der B-Klasse-Oberinntal in das Meisterschaftsgeschehen ein und errang auf Anhieb den Meistertitel und, damit verbunden, den Aufstieg in die A-Klasse Tirol. Der Verein beendete die Saison auf dem 10. und letzten Platz und stieg in die B-Klasse-Innsbruck Stadt ab. In der Folgesaison 1948/49 erreichte Wacker den ersten Platz und stieg in die 1. Klasse Innsbruck auf. Dort verweilte der Klub bis zur Meistersaison 1952/53. Nach dem Aufstieg in die Tiroler Landesliga errang FC Wacker Innsbruck 1958 den Meistertitel und qualifizierte sich damit für die 1950 neu eingerichtete, zweitklassige Arlbergliga. Mit dem dritten Rang in der Spielsaison 1959/60 eroberte Wacker Innsbruck erstmals in seiner Vereinsgeschichte den Titel des Tiroler Landesmeisters. Dies gelang den Innsbruckern auch in den nachfolgenden Spieljahren 1960/61 und 1961/62. Den letzten Landesmeistertitel feierte Wacker mit dem Titelgewinn in der Regionalliga West 1963/64 der zugleich den erstmaligen Aufstieg in die höchste österreichische Spielklasse, der Staatsliga A bedeutete.
provisorischer Vorstann, Obmann bzw. Präsident 1945: Wilhelm Didl 1947 – 1948: Rudolf Ottlyk 1948 – 1953: Herbert Steiner 1953 – 1957: Rudolf Ottlyk 1957: Fritz Schwab sen. bis 1964: Hugo Linser
Trainer 1959–1960: Theodor Brinek sen. 1962: Wilhelm Hahnemann 1962/62: Theodor „Turl“ Wagner 1963–1965: Theodor Brinek sen.
Spieler Tor Verteidigung Mittelfeld Angriff1946–1948: Kurt Jara sen. 1952–1948: Kurt Jara sen. 1947–1950: Josef Weidlich