Die Trompete ist ein hohes Blechblasinstrument mit drei, seltener vier Ventilen, das als Aerophon mit einem Kesselmundstück nach dem Prinzip der Polsterpfeife angeblasen wird. Die Mensur ist relativ eng. Ein großer Teil des in Bügelform gewundenen, meist aus Messing hergestellten Rohres ist zylindrisch, bevor es konisch in den ausladenden Schalltrichter ausläuft. Die Rohrlänge der B-Trompete, die am häufigsten vorkommt, beträgt etwa 130 cm.
Varianten mini|hochkant=0.5|Trompete mit Pumpventilen
Je nach der Ausstattung zur Tonhöhenveränderung unterscheidet man zwischen Naturtrompeten (wie die Barocktrompete) Klappentrompeten und Ventiltrompeten. Diese ist heutzutage immer gemeint, wenn von „Trompete“ ohne Zusatz die Rede ist.
Trompeten werden im Normalfall mit der linken Hand festgehalten, Ringfinger, Mittelfinger und Zeigefinger der rechten Hand betätigen die Ventildrücker.
Die Ventile befinden sich im zweiten Zehntel der Gesamtlänge. Als Ventile finden Verwendung: Drehventile (auch Zylinderventil oder Zylinderdrehventil genannt) oder Pumpventile (auch Périnet-Ventil genannt).
Bei Pumpventilen hält man die Ventilgehäuse etwa senkrecht, bei der Bauweise mit Drehventilen liegen die Ventilzüge etwa waagerecht.
Beide Varianten waren zum Ende des 19. Jahrhunderts praktikabel entwickelt. Früher wurden in der Kunstmusik in deutschsprachigen Ländern fast nur Trompeten mit Drehventilen (Deutsche Trompeten, abgebildet im Kasten oben) gespielt, während die Trompete mit Pumpventilen („französische Bauart“) das Instrument in der Unterhaltungsmusik war (daher nannte man sie im deutschsprachigen Raum oft auch „Jazztrompete“). Mittlerweile werden beide Varianten auch im deutsch-österreichischen Sprachraum parallel im Sinfonieorchester eingesetzt. Kriterium für die Wahl des Instruments ist hierbei das zu spielende Werk und der dafür gewünschte Klang. So werden die Werke von Richard Wagner, Richard Strauss, Gustav Mahler und Anton Bruckner bevorzugt auf der Drehventil-Trompete gespielt („Deutsche Trompete“), während die französischen Impressionisten, Werke der italienischen Oper oder Werke des 20. Jahrhunderts eher auf der Périnet-Trompete gespielt werden („Amerikanische Trompete“).
Périnet-Ventile sind mechanisch weniger aufwendig als Drehventile, erfordern aber eine häufigere Pflege. Entscheidend für die Nebengeräusche beim Binden (Legatospiel) zweier Töne ist die Position der Ventile im Rohrverlauf der Trompete. Das erlaubt bei Périnet-Trompeten (Ventilposition: in der Hälfte des Gesamtrohres) die leichtere Generierung verschiedener Effekte durch nur teilweises Drücken des Ventils („schmieren“, „half valve“, „glissando“).
Die kleine Piccolotrompete, auch „Hohe Trompete“ und „Kleine Trompete“ genannt, existiert in verschiedenen Stimmungen (F, G, hoch B/A und hoch H/C), sie ist oft mit einem vierten Ventil (Quartventil) ausgestattet, das das Spielen tieferer Töne ermöglicht. Da sie besonders häufig für die Wiedergabe hoher Trompetenstimmen der Barockmusik verwendet wird, wird sie manchmal auch (fälschlich) Bachtrompete genannt. Wegweisend auf diesem Instrument waren Adolf Scherbaum, Maurice André, Otto Sauter, Guy Touvron, Reinhold Friedrich und Ludwig Güttler.
mini|Basstrompete in C
Die Basstrompete oder Tiefton-Trompete ist eine vergrößerte Form der Trompete im Tonumfang der Posaune und etwas höher. Sie ist historisch in B, C, D und Es-Stimmung, heute hauptsächlich in C üblich, und wird wie jede andere Trompete notiert, also transponierend und erklingt eine große None tiefer als notiert. Spezialisierte Basstrompeter (bzw. Posaunisten) sind im transponierenden Spiel geübt, können also historische Texte mit wechselnden Stimmungen auf einem C-Instrument vom Blatt spielen (ähnlich wie Hornisten).
Die Basstrompete wird meist von Posaunisten gespielt, da sie in gleicher Tonlage wie die Posaune gebaut wird und ein ähnliches Mundstück wie diese hat. Sie ist ein relativ seltenes Instrument, bleibt aber für die Wagner- und Strauss-Literatur in Gebrauch. Ein berühmtes Konzertwerk, in dem sie vorkommt, ist Le Sacre du printemps von Igor Strawinski (hier allerdings in Es gestimmt, also etwas höher). Aufgrund der Seltenheit hat die Basstrompete keine Solo-Konzerttradition und wird meist als Nebeninstrument bei Posaunisten verlangt.
Die Trompete in Es oder Es-Trompete (mit einem Tonumfang von A bis es2 und als transponierendes Instrument eine große Sexte tiefer klingend als notiert) wird nur in der Blasmusik verwendet.Wieland Ziegenrücker: Allgemeine Musiklehre mit Fragen und Aufgaben zur Selbstkontrolle. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1977; Taschenbuchausgabe: Wilhelm Goldmann Verlag, und Musikverlag B. Schott’s Söhne, Mainz 1979, ISBN 3-442-33003-3, S. 175.
Eine Taschentrompete sieht zwar kleiner aus, ist aber lediglich kompakter gewickelt als eine herkömmliche Trompete und daher von der Rohrlänge (und damit auch der Tonlage) her eine vollwertige Trompete in B. Allerdings ist der Klang durch den kleineren Schallbecher weniger strahlend als bei den üblichen Bauweisen; die Schallstückmensur entspricht mehr einem Kornett. Diese Instrumente eignen sich eher für Anfänger und/oder den Außeneinsatz, da ihr Schwerpunkt näher am Körper liegt und sie somit leichter über einen längeren Zeitraum zu halten sind.
Tonerzeugung und Klang Der Ton entsteht wie bei allen Blechblasinstrumenten nach dem Prinzip der Polsterpfeife, d. h. die Lippenschwingung des Bläsers erzeugt eine stehende Welle im Instrument. Wesentlich ist die oszillierende Luft im Instrument, und nicht die Luft, die durch das Instrument „geblasen“ wird. Die Tonerzeugung ist schwierig, da die der Bläser seine Lippenschwingungen exakt mit der schwingenden Luftsäule im Instrument synchronisieren muss. Beim klingenden c1 müssen sich die Lippen ca. 250-mal pro Sekunde öffnen und schließen, beim klingenden c3 sogar 1000-mal – es ist hauptsächlich die Oberlippe, die diese Schwingung ausführt. Der Tonvorrat der Naturtöne entspricht etwa der Obertonreihe, wobei die tatsächliche Intonation vom genauen Mensurverlauf des Instruments abhängt und durch den Spieler nur bedingt variiert werden kann. Die Variabilität der Klangvielfalt ist zum einen durch die Schwingungsform der Lippen des Bläsers bestimmt, zum anderen insbesondere durch den Mensurverlauf des Instruments und Mundstücks.
Für einen reinen, gleichmäßigen und kontrollierten Klang muss wie bei jedem Blasinstrument die Lunge den optimalen Luftdruck bereitstellen. Die Technik, diesen durch Zwerchfell und Bauchmuskulatur zu dosieren, wird als „Stütze“ bezeichnet.
Die Kontrolle der Mundmuskulatur erfolgt über die mimische Muskulatur und variiert im Detail bei verschiedenen Spielern. Wichtig sind der Mundringmuskel sowie der Unterlippenherabzieher, Mundwinkelherabzieher und Mundwinkelheber, der Jochbeinmuskel (Lachmuskulatur). Weniger relevant ist jedoch der sog. „Trompetermuskel“, welcher die Wangen aufbläst und seinen Namen den historischen trompetenspielenden Engelfiguren verdankt. Nur wenige Spieler, wie u. a. Dizzy Gillespie, nutzen diesen Muskel intensiv.Matthias Bertsch: Zur Tonerzeugung auf der Trompete. Dissertation, Univ. f. Musik Wien, Wien 2002
Der Anblaswiderstand (empfundener Luftwiderstand) fällt je nach verwendeter Bauweise (Mensurverlauf) unterschiedlich hoch aus. Insbesondere der Durchmesser und Verlauf des Mundstückschafts und des Mundrohres mit unterschiedlich großen Bohrungen (ca. 10,6–11,8 mm) beeinflusst den Luftbedarf und den dadurch unterschiedlich empfundenen Luftwiderstand. Diese unterschiedliche Bauweise ermöglicht, bei Jazz-Trompeten Mundstücke mit kleineren Bohrungen und flacheren Kesseln zu verwenden, was einen knackigeren, helleren Ton ergibt. Der typische „Heckel-Klang“ bei Trompeten mit Drehventilen entsteht vorrangig durch die größeren Kesselmundstücke, weitere Mensur und dünnere Wandstärke.
Den größten Klangeinfluss hat der Mensurverlauf. Sekundär sind Materialdicke (Wandstärke) und -härte. Dünnes (0,3–0,45 mm) Schallstück-Blech erfordert eine höhere Härte und mitunter einen am Schalltrichter zur Stabilisierung aufgesetzten 10–40 mm breiten Kranz, der mit ca. 35 mm Breite nach der Dresdner Trompetenwerkstatt „Heckel-Kranz“ benannt ist. Industriell gefertigte Schallstücke sind bis zu 0,8 mm dick (somit relativ schwer), müssen deswegen nicht so hart sein und haben zur Stabilisierung einen umgebördelten mit Draht eingelegten französischen Rand.
Transposition und Tonumfang mini|Tonumfang C-Trompete (fis—c3)und Piccolo-Trompete (d1—g3) Die Trompete ist (abgesehen von der C-Trompete) ein transponierendes Musikinstrument und wird in verschiedenen Stimmungen gebaut. Am weitesten verbreitet ist das Instrument in B, gefolgt von C-, D- und Es-Trompeten, selten auch in A, E, H, F und in G. Das bedeutet, dass der Ton, der in den Noten steht und gegriffen wird, durch größere oder kleinere Bauweise des Instruments real um den Abstand höher oder tiefer erklingt, den der Ton C vom Ton der Stimmung hat. Wenn man also auf einer Trompete in A ein notiertes c2 spielt, klingt dieses drei Halbtöne tiefer (a1); wenn man auf einer Trompete in D ein notiertes c2 spielt, klingt dieses zwei Halbtöne höher (d2). Die Trompete in B klingt eine große Sekunde tiefer als notiert.
Der Tonumfang reicht bei allen Trompeten vom notierten und gegriffenen kleinen fis bis zum c3 bei fortgeschrittenen Spielern und bis zum g3 bei Profis. Äußerst begabte, geübte und auf hohe Töne spezialisierte Trompeter schaffen es sogar, Töne der fünfgestrichenen Lage zu spielen. Ebenso ist der Tonumfang nach unten erweiterbar. Mit sogenannten Pedaltönen können die Töne fis bis c1 mit einem für Trompeten recht untypischen Klang noch um eine Oktave tiefer gespielt werden.
Alle vorstehenden Angaben zum Tonumfang beziehen sich auf Griffweise und Notation. Die genannten Töne klingen dann auf der B-Trompete einen Ganzton tiefer, bei der A-Trompete eine kleine Terz tiefer, bei der C-Trompete wie notiert und bei der D-Trompete einen Ganzton höher etc.
In Orchesterstimmen wird normalerweise die Transposition in B verwendet. In älteren Werken, vor allem in Sinfonien und Opern, finden sich oft auch noch andere Stimmungen (meist C, D, E, Es, und F). Alle diese Stimmungen werden aber heute meistens mit demselben Instrument gespielt, wobei der Musiker die Stimme im Kopf transponiert. In den USA und vielen anderen Ländern sind dabei im Orchester C-Trompeten die Standardinstrumente, im deutschen Sprachraum wird die B-Trompete häufiger verwendet.
Im Posaunenchor werden üblicherweise B-Trompeten gespielt, die Notation erfolgt aber klingend, siehe Kuhlo-Notation.
Material Die verwendeten Grundmaterialien beim Trompetenbau sind:
Messing (Legierung aus 70/85 % Kupfer und 30/15 % Zink), hell bis gelblich goldfarben Goldmessing: (Legierung aus 85/90 % Kupfer und 15/10 % Zink), rötlich kupferfarben Neusilber: (Legierung aus Kupfer, Zink und ca. 10–15 % Nickel) silberfarben (Problematisch bei Nickel-Allergie) Bronze: Für die Wechselkörper des Drehventils bei besseren Instrumenten
Als Beschichtungen werden verwendet: Klarlack, Goldlack, Farblack, Silber, Gold, Nickel.
Das Ventilgehäuse von Périnet-Ventilen wird aus Messing gefertigt, die Ventil-Wechseln aus:
vernickeltem Messing, erkennbar an der einheitlichen silbrigen Beschichtung, auch in den Luftdurchgängen Edelstahl, nichtrostend, Luftdurchgänge und Federgehäuse aus Messing Monel, eine sehr nickelhaltige Speziallegierung, matt-grau, etwas selbstschmierend, angesetzte Teile aus Messing.