mini|Hauptsitz der Central Intelligence Agency (CIA) in Langley Die Central Intelligence Agency (zu ), offizielle Abkürzung CIA, ist ein Auslandsgeheimdienst der Vereinigten Staaten. Im Gegensatz zu den anderen US-Nachrichtendiensten, insbesondere der National Security Agency (NSA), liegt der Schwerpunkt der CIA eher in der Beschaffung von Informationen von und durch Menschen (Human Intelligence, HUMINT) als durch Technik (Signals Intelligence, SIGINT).

Auftrag Aufgaben Die CIA ist ein Geheimdienst mit Sitz in Langley, Virginia. Im Gegensatz zu einem Nachrichtendienst, dessen Aufgabe die reine Gewinnung von geheimen Informationen ist, gehören zu den Aufgaben der CIA nicht nur Spionage und Analyse von Informationen, um sie der US-amerikanischen Regierung zur Verfügung zu stellen, sondern auch Geheimoperationen im Ausland.

Rechtsgrundlage Die CIA wurde auf Grundlage des National Security Act im Jahre 1947 gegründet. Dieses nach wie vor gültige Gesetz unterstellte die CIA dem Präsidenten der Vereinigten Staaten. Sie darf auf dessen Weisung verdeckte Operationen, politische und militärische Einflussnahme im Ausland betreiben.David Isenberg: The Pitfalls of U.S. Covert Operations. Cato Policy Analysis No. 118, 7. April 1989. Zitat über die rechtlichen Grundlagen von verdeckten Operationen (covert actions): “(…) the National Security Act (1947) said nothing about conducting covert-action programs. But it contained a catch-all clause allowing the CIA to take on „such other functions and duties relating to intelligence affecting the national security as the National Security Council may from time to time direct,“ and that clause was later cited as an authorization for covert actions.” Über die Handlungsmacht des Präsidenten: “(…) under the law passed in the aftermath of the Church committee hearings, the president is required to consult with Congress in advance of a covert operation but is allowed, in special circumstances, to give only „timely notice“ after an operation has begun.” Der National Security Act gab dem Kongress der Vereinigten Staaten keine Kontrollrechte über die CIA und der CIA selbst keine Arbeitsrichtlinien. Mit dem im Jahr 1978 eingeführten Foreign Intelligence Surveillance Act wurde unter anderem verfügt, dass die CIA dem Geheimdienstausschuss des Senats und dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses gegenüber berichtspflichtig ist. Die CIA ist dem Kongress gegenüber jedoch nicht weisungsgebunden. Anders als sonstige Behörden braucht die CIA ihren Haushalt nicht zu veröffentlichen.

Organisation Die CIA ist Teil der United States Intelligence Community (IC). Innerhalb dieser Community berichtet die CIA dem Director of National Intelligence, der die Koordinierung der Intelligence Community übernimmt. Die Intelligence Community ist mit 17 verschiedenen Geheim- und Sicherheitsdiensten die größte Vereinigung dieser Art weltweit.

Struktur Die CIA ist in fünf Direktorate (Abteilungen) unterteilt. Alle Abteilungen werden von einem Abteilungsleiter im Range eines stellv. Leiters (Deputy Director) der CIA geleitet. Die Abteilungsleiter sind Teil der Leitungsebene der CIA.

Directorate of Analysis Das Directorate of Analysis ist verantwortlich für die Auswertung und Bewertung aller gesammelten Informationen der CIA.

Directorate of Operations Die für die verdeckten Operationen der CIA zuständige Abteilung ist das Directorate of Operations, ehemals National Clandestine Service.

Das Directorate of Operations ist verantwortlich für die Beschaffung der Informationen. Ihr untersteht auch das Special Activities Center, eine paramilitärische Spezialeinheit.

Directorate of Science & Technology Das Directorate of Science & Technology ist verantwortlich für die Erforschung und Entwicklung neuer Methoden und Geräte zum Sammeln der Informationen.

Directorate of Support Das Directorate of Support ist für die Unterstützung und Ausstattung der Agenten („Operatives“), beispielsweise durch Sicherheit, Informationen und Finanzen, verantwortlich.

Directorate of Digital Innovation Das Directorate of Digital Innovation ist die neueste Abteilung der CIA und verantwortlich für die Innovation und Einführung neuer digitaler Technologien und IT-Infrastruktur innerhalb der CIA.

Leitung Die CIA wird durch den Director of the Central Intelligence Agency (DCIA) geleitet. Sie untersteht dem Director of National Intelligence (DNI). Neben den Abteilungen der CIA stehen der Direktorin auch weitere Personen zur Seite, die sie bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen: +Director of the Central Intelligence Agency (DCIA)John RatcliffeDeputy Director of the Central Intelligence Agency (DDCIA)Michael EllisExecutive Director of the Central Intelligence AgencyDas Amt des Executive Director of the Central Intelligence Agency ersetzt seit Juli 2025 das Amt des Chief Operating Officer der Central Intelligence Agency, sieheDustin J. Gard-WeissDirector of Public AffairsLiz LyonsGeneral CounselvakantInspector GeneralPeter M. Thompson

Dienstsitze Der Dienstsitz der CIA befindet sich seit den 1950er Jahren in Langley, Virginia, einem Vorort nordwestlich von Washington, D.C., dort im sogenannten George Bush Center for Intelligence. Der Campus hat keine offizielle Adresse, die dorthin führenden Straßen keinen Namen. Die CIA wird nach ihrem Dienstsitz häufig als Langley bezeichnet, manchmal auch salopp als Firma. Agenten werden gelegentlich spöttisch als Virginia Farm Boys bezeichnet, da die Grundausbildung in Camp Peary, einem militärischen Sperrgebiet des US-Verteidigungsministeriums stattfindet, was aber von der CIA genutzt wird. Es befindet sich in York County, Virginia. Das Gelände umfasst 37,53 km², von denen knapp 32,37 km² nicht bebaut sind. Der 400.000 m² große Bigler’s Millpond grenzt an den York-Fluss.

Die amerikanische Botschaft in Bern wurde zu einer Europa-Zentrale des US-Geheimdienstes CIA ausgebaut. In Bern befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Europazentrale der CIA-Vorgängerorganisation OSS. In der Zwischenzeit wurde die CIA-Tätigkeit in Europa von Stuttgart aus koordiniert. Und im sogenannten Berner Club treffen sich seit Jahren Spione aus aller Welt zum Informationsaustausch.

Partner

Das Open Source Center war eine Behörde des Director of National Intelligence, die auf das nachrichtendienstliche Sammeln und Auswerten von öffentlich zugänglichen Quellen spezialisiert ist. Sie wurde kommissarisch vom CIA-Direktor geleitet, bis sie 2015 umbenannt und in die CIA eingegliedert wurde.

Obwohl es in den vergangenen Jahren so aussah, als ob sich die CIA von der Zusammenarbeit mit der ehemaligen Firma Blackwater (jetzt Academi) distanziert hat, gibt es jetzt wieder gehäufte Berichte, dass immer noch eine sehr enge Zusammenarbeit existiert.

Deutschland

In Wiesbaden befindet sich eine Außenstelle der CIA.

Der Spiegel berichtete 1986 unter Bezug auf das Magazin GEHEIM über den damaligen Stützpunkt in Frankfurt: Dabei benannte er das I.G.-Farben-Haus (heute Teil der Goethe-Universität) am Grüneburg-Platz als Sitz in Frankfurt am Main, getarnt als :

Geschichte mini|Im Boden eingearbeitetes CIA-Emblem in der Lobby des ursprünglichen Hauptquartiers Vorläufer der CIA war im Zweiten Weltkrieg das Office of Strategic Services (OSS), aus dem von 1945 bis 1947 die von Luftwaffengeneral Hoyt S. Vandenberg geleitete Central Intelligence Group, CIG im Außenministerium hervorging. Man erkannte jedoch schnell, dass mit dem beginnenden Kalten Krieg ein Rumpf-Spionageapparat für die Weltmacht USA nicht ausreichte. Der Nachrichtendienst wurde am 18. September 1947 durch Verabschiedung des National Security Act gegründet.

Erster CIA-Direktor war Vizeadmiral Roscoe H. Hillenkoetter. Auf Hillenkoetter folgte 1950 Walter Bedell Smith, der jedoch den OSS-Veteran Allen Welsh Dulles zum Direktor einer Abteilung für spezielle verdeckte Aufgaben machte, die den Charakter der CIA entscheidend prägten. Dulles, der zwischen 1953 und 1961 als Direktor der CIA fungierte, war neben George Tenet am längsten an der Spitze der amerikanischen Auslandsspionage.

Während des Koreakrieges war die CIA für sämtliche nachrichtendienstlichen und auch militärischen Operationen hinter den feindlichen Linien zuständig. Die desaströsen Ergebnisse dieser Unternehmungen führten nach dem Krieg im Verteidigungsministerium zu der Erkenntnis, dass das Militär wieder für militärische Kommandooperationen zuständig sein sollte und zur Aufstellung der Special Forces, einer Truppe für asymmetrische Kriegführung. Diese Einheit bildete fortan die militärische Schnittstelle zur CIA. mini|Lockheed U-2 „Dragon Lady“ Ende der 1950er Jahre begann die CIA mit Spionageflügen in fremdem Luftraum, hauptsächlich über der Sowjetunion und der Volksrepublik China. Aus nachrichtendienstlicher und technischer Sicht waren die Programme mit Spionageflugzeugen, wie zum Beispiel U-2 und A-12, sehr erfolgreich.

CIA-Analytiker warnten vor einer militärischen Intervention in Nord- und Südvietnam; Sie begriffen die vietnamesischen Probleme als inneren Konflikt. Sie fanden jedoch kein Gehör bei der US-amerikanischen Regierung von Lyndon B. Johnson. Während des Vietnamkrieges leitete die CIA zahlreiche verdeckte Operationen in Laos, Kambodscha und Nordvietnam, war aber auch auf südvietnamesischem Gebiet sowohl in Pazifizierungs- als auch in Liquidierungsprogramme (Operation Phoenix) eingebunden und kontrollierte die Fluggesellschaft Air America. Bis in die 1970er Jahre operierte die CIA zudem verdeckt in Lateinamerika und unterstützte unter anderem rechtsgerichtete Militärputsche gegen die demokratisch gewählten Regierungen Guatemalas (1954) , Brasiliens (1964) und Chiles (1973).

Innerhalb der Vereinigten Staaten war die CIA in den 1970er Jahren gegen Bürgerrechts- und Friedensbewegungen aktiv, siehe Operation CHAOS. Dies führte ab 1975 zu Ermittlungen des Church Committee, das schließlich auch zu weiteren Operationen der CIA ermittelte. In der Folge erging ein im Februar 1976 von US-Präsident Gerald Ford erlassenes Verbot an alle US-Regierungsstellen, ausländische Staatschefs gezielt zu töten oder völkerrechtswidrige Umsturzoperationen zu planen. Die Ermittlungen des Church Committee führten außerdem zur Verabschiedung des Foreign Intelligence Surveillance Act im Jahr 1978, die zu einer Neuregelung der Zuständigkeiten führte und die US-Geheimdienste unter Aufsicht der beiden Geheimdienstausschüsse des Senats und des Repräsentantenhauses setzte.

Im Jahr 1988 wurde George Bush als erster ehemaliger CIA-Chef (1976 bis 1977) zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt.

Im Jahr 1995 war das Hauptquartier der CIA das Ziel eines geplanten Attentats. Im Rahmen der Operation Bojinka sollte eine kleine mit Sprengstoff beladene Passagiermaschine gezielt in das Hauptquartier in Langley geflogen werden. Der Attentäter Abdul Hakim Murad nahm im Vorfeld Flugunterricht in North Carolina, um diesen Anschlag durchführen zu können. Der Plan wurde jedoch durch einen Brand im Apartment, in dem die Attentäter wohnten, vereitelt. Als Folge davon änderte al-Qaida ihre Pläne, was dann zu den Terroranschlägen am 11. September 2001 führte.

mini|Haupteingang der CIA-Zentrale Seit dem 11. Juli 1997 war George Tenet Direktor der CIA. Er trat am 3. Juni 2004 nach Kritik an der Arbeit des Dienstes im Zusammenhang mit dem Dritten Golfkrieg aus „persönlichen Gründen zurück“. Bis zur Ernennung eines neuen Direktors übernahm sein bisheriger Stellvertreter John E. McLaughlin kommissarisch die Leitung der CIA.