mini|Tau

„Das Weltall aber steuert der Blitz.“

Zitat des Philosophen Heraklit.Heraklit, Fragment DK 22, B 64, Übersetzung von Hermann Diels; vergleiche . Er versteht unter Blitz das ewige Urfeuer, aus dem nach ewigem Gesetz „nach Maßen“ die Welt mit ihren Gegensätzen hervortritt und in das sie wieder zurückfällt. Er sagt auch, das Feuer sei vernunftbegabt und es regiere alle Dinge.

„die sieben Sehenswürdigkeiten der bewohnten Erde“

Die erste vollständige Liste der „Sieben Weltwunder“ findet sich in einem Epigramm des phönizischen Schriftstellers Antipatros von Sidon, der im 2. Jahrhundert v. Chr. einen Reiseführer des großgriechischen Raumes im Altertum schrieb.

In der Schrift (, lateinisch , „Die Sieben Weltwunder“), die später irrtümlich Philon von Byzanz zugeschrieben wurde, aber von einem spätantiken Autoren gleichen Namens stammt, sind sie ausführlicher beschrieben (der Schluss, der das Mausoleum von Halikarnassos behandelte, ist jedoch nicht erhalten):

Bild Ort alt-/neugriechisch deutsch 80px|alt=künstlerische Darstellung des Leuchtturms von Pharos Alexandria / Leuchtturm auf der Insel Pharos 80px|alt=seitlicher Blick auf die Cheops-Pyramide Gizeh (Singular, „die Große Pyramide [des Cheops]“)/ Pyramiden von Gizeh 80px|alt=künstlerische Darstellung der Zeusstatue des Phidias Olympia / Zeusstatue des Phidias in Olympia 80px|alt=künstlerische Darstellung der Hängenden Gärten der Semiramis Babylon / Hängende Gärten der Semiramis 80px|alt=künstlerische Darstellung des Mausoleums von Halikarnassos Halikarnassos / Grabmal des Mausolos (Mausoleum) von Halikarnassos 80px|alt=künstlerische Darstellung des Kolosses von Rhodos Rhodos / Koloss von Rhodos 80px|alt=künstlerische Darstellung des Artemis-Tempels in Ephesos Ephesos / Tempel der Artemis in Ephesos

Da die Liste in Vorderasien entstand, befanden sich auch vier der sieben Weltwunder dort. Diese Liste wurde im Lauf der Jahre oft geändert und den Reisegewohnheiten der jeweiligen Gesellschaften angepasst. Heute existieren von diesen Weltwundern nur noch die Pyramiden von Gizeh. Die anderen wurden durch Erdbeben und Kriege zerstört oder zerfielen. Die ursprünglich aufgelisteten Stadtmauern von Babylon wurden durch den Geschichtsschreiber Gregor von Tours im 6. Jahrhundert aus der Liste entfernt, da sie zerstört waren, und durch den Leuchtturm von Alexandria ersetzt.

„Die Tiere laufen.“

Dieser altgriechische Satz veranschaulicht die grammatikalische Regel, dass neutrale Nomina im Plural mit Verbformen im Singular verbunden sind ( ist die 3. Person Singular Präsens Aktiv, vergleiche Konjugationstabelle). Dies ist vermutlich der Rest einer urindogermanischen Kollektivform, die bereits im klassischen Griechischen verschwand.

Diese Verbindung von Neutra im Plural mit Verben im Singular gibt es im modernen Griechischen nicht mehr. Der obige Satz lautet jetzt: „“ (Hier ist die 3. Person Plural Präsens Aktiv, vergleiche Konjugationstabelle)

„Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist.“

Nach dem Evangelium nach Markus Antwort Jesu auf die Fangfrage, ob es Juden erlaubt sei, dem römischen Kaiser Steuern zu zahlen:

Die Frage nach der Steuer an die römischen Besatzer wurde unter den Juden heftig diskutiert. Ein Ja zu dieser Steuer hätte Jesus in Konflikt mit den Juden, ein Nein in Konflikt mit den Römern gebracht. Die Steuermünze war ein silberner Denar mit einem Bild des römischen Kaisers, was die Juden wegen der Tendenz zur Vergöttlichung ablehnten.

mini|Berechnung der relativen Größe von Erde, Sonne und Mond durch Aristarchos von Samos (Kopie aus dem 10. Jahrhundert)

„Die Fixsterne und die Sonne bleiben unbewegt, während sich die Erde um die Sonne dreht.“

Beschreibung des heliozentrischen Sonnensystems durch Archimedes.

„das nach der Physik“

Die Metaphysik ist ein zusammengefasstes Werk des Philosophen Aristoteles, das einem Teilgebiet der Philosophie seinen Namen gegeben hat. Unter der Sammelbezeichnung Metaphysik haben Aristoteles’ Schüler – vermutlich der Peripatetiker Andronikos von Rhodos im 1. Jahrhundert v. Chr. – unterschiedliche, zum Teil unabhängige Schriften in 14 Büchern zusammengefasst. Der Name rührt vermutlich von der Einordnung im Gesamtkontext der Werke des Philosophen. Der Titel bezeichne die Bücher, die der Physik nachgeordnet sind.

Aristoteles selbst nannte den Gegenstand seiner Wissenschaft „Erste Philosophie“ () oder auch „Theologische Wissenschaft“ (). In einer Dissertation von 2004 an der Humboldt-Universität über die Metaphysik bei Martin Heidegger heißt es:

„Dein Hirn oder [wörtlich: und] ein Pfund!“

Während der ottomanischen Besatzung gab es in Athen einen riesigen Albaner (), der alle sechs Monate in den Häusern der christlichen Griechen die Kopfsteuer (dschizya) einsammelte. Er trug eine große Keule in der Hand und drohte damit, den Leuten das Gehirn zu zertrümmern, wenn sie ihm nicht ein goldenes Pfund-Stück gäben. Er war aber geistig so weit zurückgeblieben, dass er die verschiedenen Münzen nicht unterscheiden konnte und die Athener gaben ihm glänzende Kupfermünzen, die sie ihm als Goldmünzen schmackhaft machten.

mini|Wasser ist die einzige chemische Verbindung, die von Natur aus in allen drei Aggregatzuständen vorkommt.

„Alles ist aus dem Wasser und in Wasser löst sich alles auf.“ Freiere Übersetzung: „Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser, denn Wasser ist alles und ins Wasser kehrt alles zurück.“

Zitat des Naturphilosophen, Staatsmannes, Mathematikers, Astronomen und Ingenieurs Thales von Milet. Seine Philosophie basiert zum Teil auf der Behauptung, dass alles aus Wasser entstanden sei. Thales glaubte einen Kreislauf des Werdens zu erkennen. Dabei musste der gesuchte Urstoff nicht nur allgemein verbreitet, sondern auch wandlungsfähig sein. All diese Kriterien erfüllte das Wasser, denn Wasser benötigen alle Lebewesen und Wasser tritt in verschiedenen Aggregatzuständen auf: als Eis, als Flüssigkeit oder als Dampf.

Diese Hypothese wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts wieder aufgegriffen, als man annahm, dass sich alles aus Wasserstoff entwickelt hat.

Der Philosoph Wilhelm Weischedel zitiert in seinem Buch Die philosophische Hintertreppe Aristoteles, der annahm, Thales habe mit dem „Wasser“ den „Okeanos“ gemeint, jenen Urstrom, der die Erdkuppel umfließe.

Der Vers „Wasser zwar ist das Beste“ () stammt von Pindar (Anfang der ersten Olympischen Ode),Vergleiche . wird aber fälschlicherweise häufig – ein offensichtlich unausrottbarer Irrtum – Thales zugeschrieben.

„die Sandalen des Empedokles“ Neugriechisch:

Zum Tod des Philosophen Empedokles erzählt der Philosophiehistoriker Diogenes Laertios, dass sich Empedokles entschied, den verbreiteten Glauben, er sei zum Gott geworden, zu bestärken, indem er sich in den Ätna stürzte, um keine Spuren auf der Erde zu hinterlassen. Doch der Krater spuckte seine Sandalen wieder aus.

Der Dichter Friedrich Hölderlin untersucht diese Figur zwischen „Übermuth“ und „Grosmuth“ in seinem Drama Der Tod des Empedokles, von dem er drei Fassungen ausarbeitete. Von ihm stammt auch das folgende Gedicht:Friedrich Hölderlin: Gedichte, Das Leben suchst du, suchst, und es quillt und glänzt Ein göttlich Feuer tief aus der Erde dir, Und du in schauderndem Verlangen Wirfst dich hinab, in des Aetna Flammen.

Bertolt Brecht verwendet diese Legende als Fabel, um in seinem Lehrgedicht Der Schuh des Empedokles den Führerkult zu kritisieren.Vergleiche Text: Bertolt Brecht, Der Schuh des Empedokles (PDF, 3,27 MB)

Die Sandalen des Empedokles ist auch der Titel eines Buchs von Norbert Wokart, mit dem Untertitel Eine kleine Philosophie des Alltags.

„Was über uns (hinausgeht), (bedeutet) nichts für uns.“ Lateinisch:

Zitat aus der Sprichwörtersammlung Adagia des Erasmus von Rotterdam. Gemeint ist damit: Was über unser menschliches Erkenntnisvermögen hinausgeht, hat keine Bedeutung für unsere Lebensführung. Diese Maxime wird mehrfach als Ausspruch des Sokrates angeführt, der damit, wie Cicero es formulierte, die Philosophie vom Himmel auf die Erde brachte, das heißt, er betrieb Ethik statt Physik.

mini|hochkant|Isthmus von Korinth (Satellitenaufnahme)

„Das hier ist die Peloponnes, nicht Ionien.“

Inschrift auf einer Säule am Isthmus von Korinth, Richtung Südwesten.

„Das hier ist nicht die Peloponnes, sondern Ionien.“

Inschrift auf einer Säule am Isthmus, Richtung Nordosten.

Die Säulen auf dem Isthmos ließ laut der Legende Theseus errichten, nachdem er das megarische Gebiet für Attika hinzuerworben hatte und ließ auf ihr zur Grenzmarkierung diese Inschriften einmeißeln.

mini|hochkant|Tantalusqualen

„Tantalusqualen“ Lateinisch

Tantalos frevelte gegen die Götter und zog damit einen Fluch auf sein Haus. Als die Götter zu einem Gastmahl bei Tantalos kamen, versuchte er, ihre Allwissenheit auf die Probe zu stellen: Er tötete seinen jüngsten Sohn Pelops und ließ ihn den Göttern als Mahl zurichten, jedoch so, dass sie sein Tun nicht erkennen sollten. Die Götter verstießen Tantalos in den Tartaros und peinigten ihn dort mit ewigen Qualen.

Der Humanist Erasmus von Rotterdam schreibt in seiner Sprichwörtersammlung Adagia:Erasmus von Rotterdam: Ausgewählte Schriften. Band 7. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. 1972

Der römische Dichter Horaz schreibt in seinen Satiren:

Tantalus hascht voller Durst nach der Flut, die ihm vor den Lippen Immer entschwindet. Du lachst? Vertausch' nur die Namen: die Sage Gilt ja von dir. Du schläfst, stets lauernd voll Gier, auf den Säcken, Die du ringsum dir verschaut, und fühlst den Zwang, sie zu schonen, Grade als ob sie geweiht oder Bilder wären zum Anschaun.

mini|hochkant|Phantasieportrait des Philosophen Epiktet

„Nicht die Tatsachen beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinungen über die Tatsachen.“

Feststellung aus dem Handbüchlein der Moral des stoischen Philosophen Epiktet, eines Sklaven des Epaphroditos in Rom, der von diesem nach dem Tod des Kaisers Nero freigelassen wurde.

Dieser Satz kann als Quintessenz seiner Lehre betrachtet werden, und auf diesen Leitsatz bezog sich auch Albert Ellis bei der Entwicklung seiner Rational-Emotiven Therapie, die davon ausgeht, dass entscheidende Ursachen psychischer Störungen in irrationalen Denkmustern zu suchen sind.

Auch die Maxime vieler Sucht-Selbsthilfegruppen wie zum Beispiel der Anonymen Alkoholiker lässt sich auf Epiktet zurückführen: „Nimm hin, was du nicht ändern kannst, habe den Mut zu ändern, was du ändern kannst, und entwickle die Fähigkeit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Auf die Politik bezogen lässt sich feststellen: „In der Politik entscheiden nicht die Tatsachen, sondern die Meinung über Tatsachen.“

Dies ist ein Thema, mit dem sich auch Hannah Arendt in ihrem Essay Wahrheit und Politik beschäftigte.

Laurence Sterne stellte das Zitat seinem Werk Tristram Shandy als Motto voran, allerdings in der äolisch-dorischen Schreibweise .

„Denn das Sterben ist schön, wenn einer in vorderster Reihe fällt, während er als tapferer Krieger für sein Vaterland kämpft;“

Dieses Tyrtaios-ZitatTyrtaios: Fragment 6; vergleiche bei Egon Gottwein (Navicula Bacchi, gottwein.de): Tyrtaios, frg. 6D (griechisch), deutsche Übersetzung von Joseph Maria Stowasser gleichfalls bei E. Gottwein unter Tyrtaios, Frg. 6D (deutsch) wurde in der lateinischen Form des Dichters Horaz bekannt. Tyrtaios gilt als Archetyp eines Kriegsdichters. Thema seiner Gedichte war vor allem der Kampf der Spartaner gegen die von ihnen unterworfenen Messenier im Zweiten Messenischen Krieg. Tyrtaios forderte dabei die spartanischen Soldaten zum Durchhalten und zur Unterordnung auf.

Dieses berühmte Horaz-Zitat stammt aus dessen Liedern und lautet:Horaz: Oden 3, 2, 13

Bertolt Brecht kritisierte im Kriegsjahr 1917 als Unterprimaner in einem Aufsatz diesen Spruch mit folgenden Worten:ziziert nach Planet Wissen, 2004: Abitur: Berühmte Abiturienten