Dieser Teil der Liste lateinischer Phrasen enthält mit dem Buchstaben N beginnende Phrasen.
150px|ohne|rahmenlos|Initiale N
Nam Nam et ipsa scientia potestas est. „Denn auch das Wissen selbst ist Macht.“ – Francis Bacon, De Haeresibus, 1597.
Nam tua res agitur, paries cum proximus ardet. „Denn es geht um dein Eigentum, wenn die nächste Wand brennt.“ – Horaz, Epistulae 1,18,84.
Auch verkürzt zu Tua res agitur.
Siehe auch Iam proximus ardet Ucalegon.
Nanos
Nanos gigantum humeris insidentes „Zwerge, die auf den Schultern von Riesen sitzen“
Englisch 1676 in einem Brief von Isaac Newton:
Bezeugt ist das Gleichnis erstmals bei Bernhard von Chartres um 1120. Johannes von Salisbury zitiert Bernhard 1159 in seinem Werk Metalogicon:Johannes von Salisbury: Metalogicon 3,4,46–50, hrsg. John B. Hall: Ioannis Saresberiensis metalogicon, Turnhout 1991, S. 116.
Nascentes Nascentes morimur finisque ab origine pendet. „[Schon] Wenn wir geboren werden, sterben wir, und das Ende beginnt mit dem Anfang.“ – Manilius, Astronomica 4,16.
Siehe auch Mors omnia solvit. Nascentes morimur …
Nasciturus Nasciturus pro iam nato habetur. „Das Kind im Mutterleib wird behandelt wie ein bereits geborenes.“ – Rechtsgrundsatz.
Variante: Conceptus pro iam nato habetur.
Natura Natura abhorret vacuum. „Die Natur schreckt vor der Leere zurück.“
Diese Hypothese geht auf Aristoteles zurück und wurde noch von Galileo Galilei bekräftigt. Davon abgeleitet ist der Begriff horror vacui.
Natura artis magistra. „Die Natur ist die Meisterin [oder: Lehrerin] der Kunst.“
Natura fundit ingenium, provehit usus. „Die Natur begründet die Begabung, der Gebrauch fördert sie.“
Natura naturans „die schaffende Natur“
Natura naturata „die geschaffene Natur“
Natura nihil frustra facit. „Die Natur tut nichts Überflüssiges.“
Der Satz lautet bei Thomas von Aquin vollständig:Thomas von Aquin, Sentencia libri De anima, liber 3, lectio 14, n. 17; Digitalisat: corpusthomisticum.org. „natura nihil facit frustra neque deficit in necessariis“ („Die Natur tut nichts Überflüssiges und bleibt hinter dem Notwendigen nicht zurück“).
Das ist die Übersetzung eines Satzes von Aristoteles:Aristoteles, De anima 3,432 b. . Dies ergibt sich aus seiner Vorstellung von der Teleologie.
Natura non facit saltus. „Die Natur macht keine Sprünge.“
Das Axiom ist schon antik, diese Formulierung stammt jedoch von dem schwedischen Naturwissenschaftler Carl von Linné, der mit diesem Satz ausdrückte, dass sich Veränderungen in der Natur nicht sprunghaft vollziehen, sondern stetig. Eine andere Version ist:
„Natura in operationibus suis non facit saltum.“ („Die Natur macht in ihren Verrichtungen keinen Sprung.“)
Das Axiom geht auf den griechischen Spruch () zurück.
Natura non nisi parendo vincitur „Die Natur lässt sich nur beherrschen, indem man ihr gehorcht.“ – „Wir können die Natur nur dadurch beherrschen, dass wir uns ihren Gesetzen unterwerfen.“
Leicht verkürztes Zitat aus dem Novum Organum von Francis Bacon. Dort heißt es „Natura enim non nisi parendo vincitur“ („Die Natur kann nämlich nur durch Gehorsam besiegt werden“).Vergleiche Novum Organum 1, III in The Latin Library, Liber Primus, oder in der lateinischen Wikisource: Novum Organum/Liber Primus.
Natura plus trahit quam septem boves. „Die Natur zieht mehr als sieben Ochsen.“
Natura sanat, medicus curat. „Die Natur heilt, der Arzt behandelt.“
Natura semina nobis scientiae dedit, scientiam non dedit. „Die Natur gab uns den Samen des Wissens, das Wissen [selbst] gab sie nicht.“
Naturae/Naturam
Naturae convenienter vive. „Lebe der Natur gemäß!“
Naturam expelles furca, tamen usque recurret. „Auch wenn du die Natur mit der Gabel austreibst, wird sie immer zurückkehren.“ – Zitat aus den Briefen des Dichters Horaz (1, 10, 24).
Naturalia Naturalia non sunt turpia. „Natürliches ist keine Schande.“
Ursprünglich ein Zitat des griechischen Dichters Euripides: ().
Navigare mini|hochkant|Navigare necesse est auf einem Exlibris Navigare necesse est. „Seefahren ist notwendig.“
Dieses Diktum geht auf den griechischen Spruch () zurück und lautet vollständig: „Navigare necesse est, vivere non est necesse.“ („Seefahrt tut not, Leben tut nicht not.“)
NAVIGARE NECESSE EST ist die Randinschrift der 3- und 5-RM-Gedenkmünzen von 1927 zur Hundertjahrfeier von Bremerhaven. Traditionell wird auch der Stapellauf eines Schiffes von diesem Spruch begleitet.
Für den Satz existiert auch eine küchenlateinische Umdeutung.
Naviget Naviget Anticyram „Er soll nach Antikyra fahren.“ – Die ehemalige Stadt Antikyra im Golf von Korinth war berühmt für ihre Nieswurz − ein Kraut, mit dem man angeblich Wahnsinn kurieren konnte. Die griechische Redewendung () wurde häufig als Anspielung auf jemandes Geisteszustand benutzt.
Navita Navita de ventis, de tauris narrat arator, / enumerat miles vulnera, pastor oves. „Über die Stürme berichtet der Schiffer, der Pflüger von Stieren, Wunden rühmt der Soldat und seine Schafe der Hirt.“ – Properz, Elegiae 2,1,43–44.Übersetzung aus: Properz, Elegien, lateinisch und deutsch herausgegeben und übersetzt von Wilhelm Willige. Heimeran-Verlag, München 1960. S. 55.
Das Zitat ist Teil der Antwort des Dichters auf die Frage seiner Leser, warum er so oft über seine Amouren schreibt, und fasst in der Mitte des Gedichts (Vers 47) zusammen: „Jeder verbringe mit der Profession, die er am besten beherrscht, seine Zeit!“
Ne Ne bis in idem „Nicht zweimal in derselben Sache“ – römischer Rechtsgrundsatz, dem zufolge nicht zwei Mal in derselben Sache geklagt werden darf.
Ne discere cessa „Höre nicht auf zu lernen.“ – Marcus Porcius Cato dem Älteren zugeschrieben.
Kurz auch als Nedice oder NDC bekannt.
Ne ignem gladio fodias. „nicht mit dem Schwert im Feuer stochern“ – aus den Adagia des Erasmus von Rotterdam
Gemeint ist: „Nicht mit dem Feuer spielen“.
mini|Motto des Campbell-Clans Ne obliviscaris. „Du sollst nicht vergessen.“ – Motto des schottischen Clans Campbell.
Ne quid nimis „Nichts zuviel“ – im Sinne von „Mäßigung in allem“.
Auf Griechisch als () am Apollon-Tempel in Delphi.
Ne sutor ultra crepidam. „Schuster, nicht über den Schuh hinaus!“
„Was über dem Schuh ist, kann der Schuster nicht [beurteilen].“ – „Schuster, bleib bei deinem Leisten!“
Das geflügelte Wort geht auf eine durch Plinius den Älteren überlieferte Anekdote über Apelles zurück, der sich gerne hinter seinen Bildern versteckte, um den Betrachtern zu lauschen. Einst habe ein Schuster bemängelt, die gemalten Schuhe hätten eine Öse zu wenig. Apelles habe das Bild korrigiert. Doch nun habe der Schuster auch etwas an den Schenkeln auszusetzen gehabt. Darauf habe Apelles ihm entgegnet: „Was über dem Schuh ist, kann der Schuster nicht beurteilen.“ („Ne sutor ultra crepidam.“ [wohl die häufigste Variante] oder „Sutor, ne ultra crepidam!“)
Bei Plinius heißt es (Naturalis historia 35,85): „Ne sutor supra crepidam“ („Schuster, nicht oberhalb des Schuhs“).Plinius maior, Naturalis historia, liber XXXV, 85 – vergleiche – oder lateinische Wikisource.
Ne te quaesiveris extra. „Suche dich nicht außerhalb deiner selbst“ – Ralph Waldo Emerson in Anlehnung an Augustinus.
Nec Nec aspera terrent. „Auch Schwierigkeiten schrecken uns nicht.“ – Wahlspruch der Welfen, Minentaucher und der 1. Panzerdivision der Bundeswehr.
Nec concupisces uxorem proximi tui. „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib.“ – Neuntes Gebot.
Nec desiderabis domum proximi tui, non agrum, non servum, non ancillam, non bovem, non asinum et universa, quae illius sunt. „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, seinen Acker, seinen Sklaven, seine Magd, sein Rind, seinen Esel und alles, was ihm gehört.“ – Zehntes Gebot.
mini|Erinnerungstafel in San Bernardo alle Terme mit Graf von Galens Wahlspruch: „Nec laudibus nec timore“ Nec laudibus nec timore „Weder Menschenlob noch Menschenfurcht [soll uns bewegen].“ – Wahlspruch des Bischofs von Münster Clemens August Graf von Galen während der Nazizeit, Versprechen des Weihekandidaten aus der Liturgie der Bischofsweihe.
Nec loqueris contra proximum tuum falsum testimonium. „Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten.“ – Achtes Gebot.
Nec mors humano subiacet arbitrio. „Und der Tod ist dem Willen der Menschen nicht unterworfen.“ – Maximianus, Elegiae 1,114.
Nec omnia apud priores meliora. „Früher war nicht alles besser.“ – Tacitus, Annales 3,55,5.
Der Satz lautet vollständig: „… sondern auch unsere Epoche brachte vielerlei Großartiges und Kunstreiches hervor, an dem sich die Nachwelt orientieren soll.“
Nec pluribus impar „auch einer Überzahl nicht unterlegen“
Wahlspruch Ludwigs XIV. Auch Motto des 1. Kavallerieregiments der Fremdenlegion.
Nec spe nec metu „weder aus Hoffnung noch aus Furcht“ – Wahlspruch von Peter Berling auf dem Titelblatt aller seiner Romane
mini|hochkant|Wappen der Stadt Danzig mit dem Motto „Nec temere nec timide“ Nec temere nec timide „weder unbesonnen noch furchtsam“ – Wahlspruch der Hansestadt Danzig
Nec virtus, nec animi dotes corruptione eximere queant corpus. „Weder Tugend noch die Gaben des Geistes können den Körper vor dem Verfall bewahren.“
Necessitas Necessitas non habet legem. „Not kennt kein Gebot.“
Nego Nego ac pernego! „Ich sage nein und abermals nein!“
Nemine/Neminem Nemine contradicente (nem. con.) „ohne dass jemand widerspricht“ – „ohne Widerspruch“
Wird besonders bei Konferenzen gebraucht, wenn ein Antrag nem. con. angenommen wird.
Neminem time, neminem laede „Fürchte niemanden, verletze niemanden!“
Nemo Nemo dat quod non habet „Niemand gibt, was er nicht hat.“ – Niemand kann Besitzrechte weitergeben, über die er selbst nicht verfügt.
Nemo ante mortem beatus est. „Niemand ist vor seinem Tode glücklich.“ – Sprichwort nach Ovid, Metamorphosen III, 136f.
Nemo contra deum nisi deus ipse. „Niemand darf Gott in Frage stellen außer Gott selbst.“ – Goethe, Motto des 4. Teils seiner Autobiographie Dichtung und Wahrheit.
Nemo inmature moritur, qui moritur miser. „Zu früh stirbt niemand, der im Unglück stirbt.“ – Publilius Syrus, Sententiae N 44.
Nemo ita pauper vivit quam natus est. „Niemand lebt so arm, wie er geboren wird.“
mini|Königliches Wappen des Distelordens: Nemo me impune lacessit. Nemo me impune lacessit. „Niemand fordert mich ungestraft heraus.“ – Motto des schottischen Distelordens.
Nemo mortalium omnibus horis sapit. „Kein Sterblicher ist jederzeit klug.“ – Nach Plinius dem Älteren, Naturalis historia 7.131.
Nemo nascitur sapiens, sed fit. „Niemand wird weise geboren, sondern man wird es erst.“ – Nach Seneca, De ira 2,10,6
Bedeutet so viel wie: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“
Nemo plus iuris ad alium transferre potest quam ipse habet „Niemand kann mehr Recht auf einen anderen übertragen, als er selbst hat“ – Römischer Rechtsgrundsatz nach Ulpian.
Nemo potest personam diu ferre, ficta cito in naturam suam recidunt. „Niemand kann lange [auf Dauer] eine Maske tragen. Vorgespieltes [sc. sich verstellen] sinkt schnell in seine wahre Natur zurück.“ – Seneca, De clementia I,1,6, an Kaiser Nero.
Nemo prudens punit, quia peccatum est, sed ne peccetur. „Kein kluger Mensch erteilt eine Strafe, weil etwas verbrochen worden ist, sondern damit nichts verbrochen wird.“ – Seneca, De ira 1,19.
Zweck der Strafe soll also nicht die Vergeltung sein, sondern die Besserung des Täters und die Abschreckung.
Nemo saltat sobrius. „Niemand tanzt nüchtern.“
Nemo scit praeter me, ubi me soccus premat. „Niemand außer mir weiß, wo mich der Schuh drückt.“ – Jovian.
Nemo simul actor et iudex „Niemand [ist] gleichzeitig Kläger und Richter.“ – Maxime des Römischen Rechts.
Siehe auch Ubi iudicat, qui accusat, vis, non lex valet.
Nemo solus satis sapit. „Niemand ist allein klug genug.“ – Plautus, Miles Gloriosus 885.
Nemo tenetur divinare. „Niemand ist gehalten hellzusehen.“ – Rechtsgrundsatz: Die Sorgfaltspflicht ist eingeschränkt auf erfahrungsgemäß Erwartbares.
Nemo tenetur se ipsum accusare