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Die Technische Universität Berlin (kurz TU Berlin) in Berlin-Charlottenburg ist mit ihren knapp 34.000 Studierenden und über 100 Studiengängen eine der 20 größten Hochschulen in Deutschland. Sie steht in der Tradition der 1879 gegründeten Königlich Technischen Hochschule zu Berlin.
Die am Großen Tiergarten gelegene TU Berlin gehört zu den führenden deutschen Technischen Hochschulen (TU9). Zentrale Forschungsbereiche der Universität liegen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften. Als eine der aktivsten Gründeruniversitäten in Deutschland bringt sie jährlich eine hohe Anzahl an Jungfirmen im Bereich der Spitzentechnologie hervor.Diese Grafiken zeigen, welche Unis die meisten Gründer hervorbringen, Wirtschaftswoche, abgerufen am 28. September 2023. Insbesondere in den Fachbereichen Mathematik und Informatik zählt sie zu den forschungsstärksten Institutionen in Europa.Das sind die besten Unis für Informatik, Wirtschaftswoche, abgerufen am 28. Oktober 2025.
2019 wurde die Technische Universität Berlin als Einrichtung der Berlin University Alliance (zusammen mit der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität Berlin und der Charité) erfolgreich in die Reihe der Exzellenzuniversitäten aufgenommen. Laut DAAD-Studie zählt die TU Berlin bei internationalen Studenten zu den bevorzugten Studienorten in Deutschland.Berliner Unis sind international attraktiv, Der Tagesspiegel, abgerufen am 21. Mai 2021.
Geschichte Anfänge: 1799 bis 1933 links|mini|Berliner Bauakademie um 1838
In der selbstständigen Stadt Charlottenburg entstand am 1. April 1879 durch die Zusammenlegung der 1799 begründeten Berliner Bauakademie und der Königlichen Gewerbeakademie die Königlich Technische Hochschule zu Berlin. Am 2. November 1884 wurden die an der damaligen Berliner Straße (heute Straße des 17. Juni) in Charlottenburg errichteten Neubauten der Hochschule feierlich eingeweiht.H. Koch: Die Technische Hochschule Berlin. In: Zeitschrift für Bauwesen, 36. Jahrgang 1886, Sp. 157–162, Sp. 331–338, Tafeln 19–23, Tafeln 49–50. (Digitalisat im Bestand der Zentral- und Landesbibliothek Berlin).
Auf Betreiben von Adolf Slaby erhielt die Hochschule anlässlich der Hundertjahrfeier der Berliner Bauakademie am 19. Oktober 1899 auf „Allerhöchste[n] Erlaß“ (Kabinettsorder) von Wilhelm II., des Königs von Preußen, das Promotionsrecht zugesprochen. Neben dem zeitgleich eingeführten akademischen Grad Diplom-Ingenieur als Abschluss für Studierende der Ingenieurwissenschaften an den Technischen Hochschulen Preußens durfte sie damit wie die anderen Technischen Hochschulen in Preußen als erste Technische Hochschulen Deutschlands den Grad eines Doktor-Ingenieurs (Dr.-Ing.) verleihen.
Die Bergakademie Berlin wurde am 1. Oktober 1916 als Abteilung für Bergbau der Technischen Hochschule angegliedert. Nach der Eingemeindung der Stadt Charlottenburg durch das Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin (Groß-Berlin-Gesetz) erhielt die Hochschule 1920 den Namen Technische Hochschule zu Berlin. Im Herbst 1927 wurde die Geodätische Abteilung der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin an die Technische Hochschule verlegt.Friedrich Schucht: Landwirtschaftliche Hochschule Berlin. In: Michael Doeberl: Das akademische Deutschland. Band 1, Berlin 1930, S. 645–646.
mini|links|hochkant=1.2|Die Königlich Technische Hochschule zu Berlin, um 1885
Nationalsozialismus: 1933 bis 1945 Im Rahmen der Planungen zur Reichshauptstadt Germania war während der Zeit des Nationalsozialismus in der TH Berlin der Ausbau einer neuen sogenannten Wehrtechnischen Fakultät V zu einer der größten im Deutschen Reich geplant. Dieser kam aber nach dem Suizid des designierten Leiters General Karl Becker nur ansatzweise zustande.
Während der Jahre von 1933 bis 1945 wurden zahlreiche Wissenschaftler aus ihren Instituten vertrieben. Darunter waren Persönlichkeiten wie Georg Schlesinger, Hans Jacob Reissner, Herbert Max Finlay Freundlich, Bruno Taut, Edwin Schwerin, Hans Stammreich, Gustav Hertz, Dennis Gábor und Eugene Paul Wigner.
Neugründung: 1945 bis 1968 mini|Die Studentische Darlehnskasse, gegründet 1950, im Studentenhaus der TU Berlin (2017)
Während der Schlacht um Berlin wurde die Technische Hochschule am 20. April 1945 geschlossen. In einem provisorischen, 15-köpfigen Arbeitsausschuss, der sich schon im Mai 1945 mit Gustav Hertz, Max Volmer, Werner Hahmann,Werner Hahmann: Wie die Technische Universität Berlin entstand : Chronik der Zeit vom 2. Mai 1945 bis zum 9. April 1946, aufgezeichnet nach eigenem Erleben, Berlin : Technische Universität 1963. Walter Kucharski und anderen gebildet hatte, wurden Georg Schnadel zum kommissarischen Rektor und Walter Kucharski zum kommissarischen Prorektor gewählt.vgl. Oskar Blumentritt: Max Volmer (1885–1965). Eine Biographie, Technische Universität Berlin, Berlin 1985, ISBN 3-7983-1053-X, 1985, S. 50 ff. Am 9. April 1946 wurde die zerstörte, nun im britischen Sektor des geteilten Berlins liegende Bildungseinrichtung als Technische Universität Berlin mit humanistischer Neuausrichtung neu gegründet. Die Humanistische Fakultät wurde 1950 gegründet.
Die Professoren Vockel und Gobrecht gründeten 1950 den Verein Studentische Darlehnskasse Berlin-Charlottenburg, der 1951 in Studentische Darlehnskasse e. V. umbenannt worden ist.
Über ein Drittel der Studierenden der TU stammte aus der DDR und Ost-Berlin, woher ein Teil täglich einpendelte, und erhielt eine öffentliche Beihilfe zum Lebensunterhalt. Häufiges Motiv der Studienortwahl war ein aus sozialen oder politischen Gründen verwehrter Hochschulzugang in der Heimat. Dies prägte die überwiegend ablehnende Haltung der Studentenschaft gegenüber der DDR und der auch in West-Berlin aktiven SED. Eine dauerhafte Änderung bewirkte ab 1961 der Bau der Berliner Mauer, der Studierende mit Ost-Erfahrungen bis 1990 von West-Berliner Hochschulen fernhielt.Christian Gizewski: Zur Geschichte der Studentenschaft der Technischen Universität Berlin seit 1879. In: Reinhard Rürup (Hrsg.): Wissenschaft und Gesellschaft. Beiträge zur Geschichte der Technischen Universität Berlin 1879–1979, Band 1. Springer, Berlin, Heidelberg 1979, ISBN 978-3-642-67450-1, S. 115–155, hier 145; siehe auch: Chronik der Anfangszeit, Fortsetzung. „Was passierte zwischen 1952 und 1965 an der TU Berlin?“ In: TU-Intern, Heft 5/1996.
Neuausrichtung: 1968 bis 2005 1969 führte das Berliner Universitätsgesetz zur Ablösung der Ordinarien- durch die Gruppenuniversität. Im Zuge dessen wurden 1970 die bisherigen neun Fakultäten durch 21 Fachbereiche ersetzt, die – mit Ausnahme des Fachbereichs Mathematik – in Institute gegliedert waren. Der Fachbereich Mathematik organisierte sich in Arbeitsgruppen selbst. 2001 wurden die Fachbereiche wieder zugunsten von Fakultäten abgeschafft, die seitdem teilweise ihr Budget selbst verwalten.
mini|links|Proteste an der TU Berlin gegen die Notstandsgesetze, 1968
Neben Veranstaltungsorten an der Freien Universität Berlin war das Auditorium maximum der TU ein Hauptveranstaltungsort während der Auseinandersetzungen der Studentenbewegung: Nur wenige hundert Meter vom ehemaligen Telefunken-Hochhaus entfernt liegt der Ort, an dem 1967 der Student Benno Ohnesorg erschossen wurde.
Im Berufsverbotestreik der Studenten der Berliner Universitäten, Hoch- und Fachhochschulen 1976/77 spielten die Studenten der TU eine entscheidende Rolle, als sie sich in unerwartet großer Zahl dem von der FU ausgehenden Ausstand anschlossen. Der TU-Präsident unterstützte die wesentlichen Forderungen der Studenten.
1978 waren Foyer und Audimax Mittelpunkt bei einer mehrtägigen Versammlung bundesweit aktiver, „alternativer“ Gruppen zum „Treffen in Tunix“ mit 15.000 Teilnehmern. Die bei Tunix initiierte Organisation Netzwerk Selbsthilfe wurde gegründet. 1980 wurden Teile der Pädagogischen Hochschule Berlin in die TU integriert.
Die TU Berlin wurde die zweitgrößte technische Universität Deutschlands. Der staatliche Zuschuss lag 2003 bei 285 Mio. €.FAQ TU Berlin , auf der offiziellen Seite der TU Berlin. Eingesehen am: 21. Januar 2020 (offline).
Mit dem Erwerb des Telefunken-Hochhauses 1975 und den Neubauten des Mathematikgebäudes 1983 (Straße des 17. Juni 136), des neuen Instituts der Physik 1984 (Hardenbergstr. 36) und des Produktionstechnischen Zentrums 1986 (Pascalstr. 8–9) wurde die TUB zur größten Technischen Universität der damaligen Bundesrepublik.
Internationalisierung und Exzellenzinitiative ab 2005 mini|TU-Studenten bei einem DLR-Wettbewerb, 2013
Die Technische Universität Berlin forcierte seit 2004 ihre Zusammenarbeit mit Unternehmen wie der Deutschen Telekom AG mit den Telekom Innovation Laboratories oder der Siemens AG.
Im Rahmen der Exzellenzinitiative wurden der Technischen Universität im Jahr 2006 eine Graduiertenschule (Berlin Mathematical School) sowie 2007 ein Exzellenzcluster (Unifying Concepts in Catalysis) bewilligt.Vergleiche zur Geschichte der Technischen Universität Berlin folgenden Link: Geschichte, auf der offiziellen Seite der TU Berlin. Zuletzt aktualisiert: 26. Januar 2009.
Das Europäische Institut für Innovation und Technologie wählte 2009 zwei Wissens- und Innovationsgemeinschaften mit Beteiligung der TU Berlin aus, die über einen Zeitraum von fünf Jahren jeweils 100 Millionen Euro Fördergelder erhielten.TU Berlin: 30 Millionen Euro aus europäischem Fördertopf, Informationsdienst Wissenschaft, abgerufen am 25. Oktober 2021. 2010 hatte die TU mit rund 6000 ausländischen Studierenden eine sehr internationale Studentengemeinschaft; die meisten Studierenden kamen aus China, der Türkei, Russland, Vietnam und Kamerun.Ernst M. Schmachtenberg (Hrsg.): Glückwunsch, Dipl.-Ing.! Ein Gütesiegel made in Germany wird 111 Jahre alt, Reihe der TU9. Allianz der führenden Technischen Universitäten in Deutschland.
Von 2012 bis 2022 wurde im ägyptischen El Gouna ein Auslandcampus betrieben.Gegenseitige Anerkennung. In: TU intern, Die Hochschulzeitschrift der Technischen Universität Berlin, Nr. 12 / Dezember 2015, S. 12.
Seit 2019 gehört die Technische Universität Berlin im Verbund mit Freier Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin sowie Charité – Universitätsmedizin Berlin zu den Exzellenzuniversitäten in Deutschland.
Fakultäten Am 1. April 2001 erfolgte die Gliederung in sieben Fakultäten, zu der die 14 Fachbereiche verschmolzen wurden.Martin Winter: Fachbereiche und Fakultäten, Bestehende Organisationsstrukturen und aktuelle Reformprojekte an Universitäten (PDF; 224 kB) Abgerufen am 10. August 2010.Clemens Knobloch: Wir sind doch nicht blöd! Die unternehmerische Hochschule. Verlag Westfälisches Dampfboot, 2010, ISBN 978-3-89691-790-4. Die Fakultäten gliedern sich in weitere Institute:
I Geistes- und Bildungswissenschaften mini|hochkant=1.3|Atrium der Technischen Universität Berlin (2007) Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik Institut für Erziehungswissenschaft Institut für Sprache und Kommunikation Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre Fakultätsunmittelbare Zentren Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung Center for Metropolitan Studies Center for Cultural Studies on Science and Technology in China Zentrum für Antisemitismusforschung
II Mathematik und Naturwissenschaften mini|Institut für Chemie (2013) mini|Institut für Mathematik (2016) Institut für Physik und Astronomie Institut für Mathematik Institut für Chemie
III Prozesswissenschaften Institut für Energietechnik Institut für Prozess- und Verfahrenstechnik Institut für Technischen Umweltschutz Institut für Werkstoffwissenschaften und -technologien Institut für Biotechnologie Institut für Lebensmitteltechnologie und LebensmittelchemieInstitut für Lebensmittelchemie und Lebensmitteltechnologie.
IV Elektrotechnik und Informatik mini|Hauptprozessor, gebaut im Institut für Energie- und Automatisierungstechnik (2015)