mini|Die kreisrund gefasste Donauquelle ist der Beginn des Donauradweges, wenn man diesen Radfernweg in der Flussrichtung befährt. Der Donauradweg ist ein Radfernweg, der auf einer Strecke von etwa 2850 km von der Quelle der Donau bis zu deren Mündung ins Schwarze Meer führt. Er führt dabei durch die Länder Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien und Rumänien. Allgemein gilt der Teil von Donaueschingen bis Budapest als gut ausgebaut. Die Länge der Abschnitte ist rund 607 km in Deutschland, 403 km in Österreich und 290 km in Ungarn bis Budapest.

Allgemeine Beschreibung des Gesamtverlaufs Der Donauradweg verläuft größtenteils beiderseits der Donau, teilweise jedoch nur auf einer Seite. Er folgt dabei einer antiken Römerstraße entlang des Donaulimes, der die Stationen, Kastelle und Festungen bis zum Donaudelta verband. Diese war als Donauweg bzw. als Via Istrum – nach Ister, der in der Antike verbreiteten Bezeichnung für den Unterlauf der Donau – bekannt.

Laut der ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse 2018 zählt der Donauradweg zu den zehn beliebtesten Radrouten in Deutschland. Der deutsche Teil des Donauradwegs ist die ADFC-Qualitätsradroute mit 4 Sternen.

Die Donau durchfließt Landschaften von großer Vielfalt und mehrere Gebirge. Zusätzlichen Reiz erhält der Radweg durch viele Burgen, Klöster, kunstvolle Bauwerke, geologische Besonderheiten und bekannte Städte. Letztere unterscheiden sich charakterlich sehr voneinander: die einstigen Kaiserstädte Wien und Budapest sowie die Bischofsstadt Passau beispielsweise, die hinsichtlich ihrer historischen Bedeutung im Gegensatz zur modernen Kulturstadt Linz stehen. Auch einige Naturschutzgebiete sind Bestandteil der Route. Wo der Strom die großen Ebenen durchquert, verläuft der Radweg oft auf Hochwasserdämmen mit guter Aussicht – beginnend in Niederbayern, in Oberösterreich, im Marchfeld und schließlich in Ungarn.

Teile des Donauradwegs decken sich mit der EuroVelo-Route Atlantik - Schwarzes Meer (EV6) und der D-Route D6 (Donauroute, von Basel bis Passau). Der oberösterreichische Teil des Donauradwegs ist mit R1 Donauweg, der niederösterreichische mit R6 Donauradweg ausgeschildert. Während der Abschnitt im Oberlauf von der Quelle bis Budapest sowie im serbischen Abschnitt durchgängig beschildert ist, fehlen entsprechende Markierungen besonders im bulgarischen und rumänischen Abschnitt. Hier verläuft der Radweg zumeist auf mehr oder weniger ruhigen Landstraßen und der Radwanderer ist auf entsprechendes Kartenmaterial angewiesen.

Deutschland mini|Etappe Null mit Knotenpunkt-Wegweiser in Donaueschingen Der Donauradweg beginnt ab der Donauquelle in Donaueschingen. Ab Tuttlingen entspricht der Verlauf der Donauroute D6 und der EuroVelo-Route EV6.

In Baden-Württemberg: In Bayern:

Abschnitt Baden-Württemberg Von der Donauquelle in Donaueschingen führt der circa 600 Kilometer lange deutsche Donauradweg durch die Baar nach Tuttlingen und weiter durch den Naturpark Obere Donau. Der Radweg folgt dabei über weite Strecken der Schwarzwaldbahn, der Bahnstrecke Tuttlingen–Inzigkofen (ausgenommen im Bereich der vier Bahntunnel) und der Bahnstrecke Ulm–Sigmaringen. Dies bietet die Möglichkeit zu kombinierten Touren mit Bahn und Fahrrad.

Der Abschnitt im Oberen Donautal (zwischen den Donaustädtchen Mühlheim an der Donau und Scheer), der eigentliche Kern des Naturparks Obere Donau, wird gesäumt von einer großen Zahl von mächtigen Kalksteinfelsen sowie zahlreichen Burgen, Höhlen, Schlössern, Ruinen, Klöstern und Barockkirchen, wie zum Beispiel:

mini|Donaudurchbruchstal durch die Schwäbische Alb im Naturpark Obere Donau mini|Radweg zwischen Mühlheim und Fridingen im Oberen Donautal. Aus ökologischen Gründen ist der Abschnitt des Weges hier nicht asphaltiert. mini|Der Donauradweg zwischen Flussufer und historischer Stadtmauer entlang der Ulmer Donaupromenade. mini|Der letzte der drei Kernreaktoren im Kernkraftwerk Gundremmingen wurde Ende 2021 stillgelegt. Die Kühltürme wurden im Oktober 2025 gesprengt. Zuvor waren sie auch vom Donauradweg aus weithin sichtbar. mini|Bei der Benediktinerabtei Kloster Weltenburg wird erneut der Donaudurchbruch bei Weltenburg (Weltenburger Enge) erreicht. Der Donauradweg wird steiler und entfernt sich vom Fluss, weil das Ufer hier beidseitig von mächtigen Felsformationen gesäumt ist. Manche auf dem Donauradweg bevorzugen für die nächsten Kilometer den dort regelmäßig verkehrenden Schiffsbetrieb und fahren per Schiff bis Kelheim. mini|Die Steinerne Brücke in Regensburg wird auf dem Donauradweg ebenfalls passiert, der nördlichste Abschnitt des gesamten Wegs zum Schwarzen Meer. Anschließend schwenkt der Radweg – wie die Donau selbst – in eine südöstliche Hauptrichtung. mini|Die Dreiflüssestadt Passau – die letzte Etappe des Radweges in Deutschland

Schloss der Herren von Enzberg in Mühlheim Burgruine Kallenberg Schloss Bronnen Knopfmacherfelsen Benediktinerkloster Beuron Petershöhle Benediktushöhle Burg Wildenstein Schloss Werenwag Burgruine Falkenstein Ruine Dietfurt Burgruine Neugutenstein Amalienfelsen Hohenzollernschloss Sigmaringen Schloss Scheer Schloss Bartelstein Barockkirche des Residenzstädtchens Scheer

Hinter Scheer verlässt die Donau die Schwäbische Alb und der Donauradweg verläuft durch die breiten Ebenen des oberschwäbischen Donautals. Über Riedlingen, Obermarchtal, Munderkingen und Ehingen erreicht der Radwanderer Ulm (km 194,5) und verlässt dann das Bundesland Baden-Württemberg in Richtung Bayern.

Eine beliebte und auch ausgeschilderte Variante ab Ehingen ist die Wegstrecke durch das Blautal zum Blautopf mit den Orten Schelklingen, Blaubeuren und Blaustein, die in Ulm wieder auf den normalen Donauradweg zurückführt. Das Tal der Blau wurde von der Urdonau geformt. Als sich die Schwäbische Alb im Zuge der Auffaltung der Alpen hob, grub sich die Urdonau zunächst immer tiefer ins Gestein und fand dann ein Bett weiter südlich.

Die landschaftlich ansprechendere Variante durch das Blautal berührt das Biosphärengebiet Schwäbische Alb, das 2009 von der UNESCO eingerichtet wurde. Die Wegführung folgt einer Schleife nach Norden, was 43,5 Streckenkilometer zwischen Ehingen und Ulm ergibt; der direktere Normalweg über Erbach ist zehn Kilometer kürzer.

Abschnitt durch Bayern Der Donauradweg führt in Bayern zunächst durch Bayerisch-Schwaben. Das große Naturschutzgebiet Schwäbisches Donaumoos flankiert über eine weite Strecke den Weg. Über Elchingen, Günzburg, Dillingen und Höchstädt führt der Weg nach Donauwörth. Die Region Oberbayern ist in Ingolstadt erreicht (km 352). Mit dem Kloster Weltenburg, Kelheim und Regensburg (km 443) kommt der Radfahrer in Niederbayern und der Oberpfalz an. Nach Wörth an der Donau, Straubing, Plattling und Vilshofen an der Donau geht es nach Passau (km 595,5). Unterhalb von Passau überqueren Donau und Radweg die Grenze zu Österreich. Unterhalb von Obernzell bietet die begehbare Staustufe des Kraftwerks Jochenstein die Möglichkeit, den Grenzübertritt mit der Donauquerung zu verbinden.

Weitere Anschlüsse ans Landes- und Fernradwegenetz Es bestehen beim Donauradweg einige Anschluss- und Abzweigmöglichkeiten zum weiteren süddeutschen Radwegenetz:

Bereits in Donaueschingen führt der Heidelberg-Schwarzwald-Bodensee-Radweg sowohl vom Bodensee, als auch vom Schwarzwald zum Donauradweg heran. In Tuttlingen erreicht der Hohenzollern-Radweg den Donauradweg und führt nördlich an den Neckar, südlich an den Überlinger See weiter. In Sigmaringen kreuzt der Schwäbische-Alb-Radweg und führt entweder südlich ebenfalls zum Bodensee oder nordwestlich über die Schwäbische Alb nach Nördlingen.

Fast sternförmig zweigen gleich vier lange Radwege auf der Höhe von Ulm und Neu-Ulm ab:

der Alb-Neckar-Radweg über die Schwäbische Alb der Hohenlohe-Ostalb-Weg über die Ostalb nach Bayern der Iller-Radweg ins Allgäu der Radwanderweg Donau-Bodensee durch Oberschwaben

Bei Offingen zweigt der Kammeltal-Radweg entlang der Kammel durch den Schwäbischen Barockwinkel nach Süden ab; in Gundremmingen startet der Mindeltal-Radweg als Flussroute ebenfalls nach Süden entlang der Mindel.

Der Abschnitt des Radfernweges zwischen Bad Gögging und Passau (216 km) in Bayern erinnert an die römische Zeit, stößt vor Regensburg auf den Obergermanisch-Raetischen Limes und nennt sich lateinisch Via Danubia. Er ist als solcher ausgeschildert.

in Donauwörth ergibt sich ein Anschluss an die Via Claudia Augusta (Radweg als auch antike Römerstraße) an der Mündung des Lech bei Marxheim zweigt der Lechradweg Richtung Süden ab in Neustadt an der Donau ist ein Abzweig zur Hallertauer Hopfentour. In Kelheim verbindet sich der Donauradweg mit dem Altmühltal-Radweg. Auch dort kann man, ähnlich wie ab Ehingen, einen Abschnitt der Urdonau erkunden. In Kelheim stoßen auch der Deutsche Limes-Radweg und der Fünf-Flüsse-Radweg zur Donau. In Deggendorf mündet der Isar-Radweg in den Donauradweg. In Vilshofen an der Donau führt der Vilstalradweg zum Donauradweg. In Passau führen der Tauernradweg und der Inn-Radweg zum Donauradweg.

Österreich mini|Beim Kraftwerk Jochenstein bildet die Donau die deutsch-österreichische Grenze. Geschichte Die Entstehung des Radtourismus entlang der Donau kann in der ersten Hälfte der 1980er Jahre festgemacht werden. Ende der 1970er Jahre gingen klassische Erholungsurlaube zurück, Touristen reisten vermehrt motorisiert an und das oberösterreichische Donautal kann beispielhaft für diese touristische Wendezeit herangezogen werden.

In den 1980er Jahren wurde der Urlaub mit dem Fahrrad immer beliebter. Wege, sogenannte Treppel- und Treidelpfade, die einst für Fracht-Schiffszüge genutzt wurden, wurden ausgebaut, beschildert und erweitert. Die Ära des Radtourismus an der Donau begann.

Als 'Vater des Donauradweges' gilt der Journalist Paul Pollack (1961–2025Traueranzeige). Er publizierte in den frühen 1980er Jahren in der Tageszeitung Kurier eine Artikelserie, in der er den Radfernwanderweg Passau–Wien bereits unter dem Begriff „Donauradweg“ propagierte. Gegen den Widerstand der Behörde (damals Bundesstrombauamt) setzte er durch, dass das bis dahin geltende Fahrverbot auf den Treppelwegen durch eine Novelle zum Wasserstraßengesetz aufgehoben wurde. Pollack veröffentlichte später mehrere Reiseführer über den Donauradweg.

Im Jahre 1984 publizierte der damalige Geschäftsführer der Tourismusregion Mühlviertel, Manfred Traunmüller, den ersten Radwege-Führer zum Donauradweg. Zu dieser Zeit wurden auch die ersten buchbaren Radtouren organisiert.

1991 wurde die Werbegemeinschaft Donau Oberösterreichwww.donauregion.at gegründet, um die regionale Entwicklung voranzutreiben und gemeinsame Marketingmaßnahmen zu entwickeln. Rund 40 Gemeinden sind Vereinsmitglieder, darunter auch Linz, Passau und St. Nikola an der Donau.

2010 wurden an 17 Stellen des Donauradweges Radzählungen und Gästebefragungen durchgeführt. Demnach nutzten 437.000 Radfahrer den österreichischen Donauradweg, je zu einem Drittel Urlauber, Tagesausflügler und Alltagsradler. Sie gaben 2010 rund 72 Millionen Euro aus.

Verlauf

mini|hochkant|Burg Krempelstein mini|Schlögener Schlinge mini|hochkant|Stiftskirche Wilhering mini|Linzer Donaulände mini|Historische Ansicht von Stift Melk aus dem 19. Jahrhunderts