mini|Historische Altstadt (2023) mini|Die Steinerne Brücke (südlicher Teil) und der Dom St. Peter mini|Eine der ältesten bekannten Fotografien Regensburgs: Steinerne Brücke, Salzstadel und Dom von Stadtamhof aus gesehen (letzterer noch ohne Turmhelme) um 1860 mini|hochkant|Barockrathaus mini|Altes Rathaus mit Reichssaal, Tagungsort des Immerwährenden Reichstags (Panorama-Aufnahme) mini|Stadtlogo seit 2009
Regensburg (von ; auch ) liegt in Ostbayern und ist Sitz der Verwaltung des Bezirks Oberpfalz und der Regierung der Oberpfalz. Die kreisfreie Stadt ist auch Sitz des Landrats des gleichnamigen Landkreises. Die Stadt ist eines der drei bayerischen Regionalzentren und hat Einwohner (). Damit steht die Stadt nach München, Nürnberg und Augsburg an vierter Stelle der Großstädte Bayerns. Die Stadt ist Sitz der römisch-katholischen Diözese Regensburg und besitzt mit dem Regensburger Dom eine der bedeutendsten gotischen Kathedralen Deutschlands.
Die Stadt Regensburg hat römische Wurzeln, nach ca. 175 wurde im östlichen Bereich der heutigen Altstadt das Legionslager Castra Regina errichtet, geschützt von einer weit nach Westen ausgreifenden Schutzmauer mit vier Lagertoren, mit Wasser versorgt vom Vitusbach. Bereits im Jahr 739 wurde Regensburg Bischofssitz, im 13. Jahrhundert Reichsstadt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war die Stadt bis 1806 Sitz des Immerwährenden Reichstags des Heiligen Römischen Reichs.
Wirtschaftlich ist Regensburg stark vom verarbeitenden Gewerbe (Automobilbau, Maschinenbau, Elektrotechnik, Mikroelektronik) geprägt. Mit 760 sozialversicherten Beschäftigten je 1000 Einwohner hat Regensburg eine hohe Arbeitsplatzdichte. Die Arbeitslosigkeit liegt etwas unter dem bayerischen Landesdurchschnitt (Januar 2019: 2,9 %; Landesdurchschnitt Januar 2019: 3,3 %). Seit 1962 ist Regensburg Sitz der Universität Regensburg als einer von heute drei Hochschulen in der Stadt. 1978 begann der Bau des zugehörigen Universitätsklinikums. Als erster Bauabschnitt nahm 1984 die Zahnklinik den Betrieb auf, und 1992 begann im Klinikum der allgemeine stationäre Betrieb.
Seit dem 13. Juli 2006 gehört das Ensemble der Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof mit seinen historischen Baudenkmälern zum UNESCO-Welterbe.
Geografie Lage mini|Lage Regensburgs mini|Luftbild aus östlicher Richtung
Regensburg liegt am nördlichsten Punkt der aus Süden anströmenden Donau, die nach der Einmündung des linken Nebenflusses Naab vom West-Ost-Höhenzug der Winzerer Höhen gezwungen wird, ihren Lauf in Richtung Osten zu verändern. Im Stadtgebiet von Regensburg verläuft die Donau – nördlich begleitet vom Europakanal – in zwei Armen mit den dazwischen liegenden zwei großen, besiedelten Donauinseln Oberer Wöhrd (östlicher Zipfel Jahninsel unter der Steinernen Brücke) und Unterer Wöhrd. Danach folgt die Einmündung des von Norden anfließenden Nebenflusses Regen gemeinsam mit dem Europakanal in die Donau.
Der heutige nördliche Stadtteil Stadtamhof war bis 1924 eine eigenständige bayerische Kleinstadt und bildete ursprünglich den nördlichen Uferbereich der Donau. Erst nach 1970 wurde dieser Stadtteil zu der aus heutiger Sicht baulichen Insel, vom Stadtgebiet abgetrennt durch die Fertigstellung des Europakanals. Der Kanal fungiert als Schifffahrtsumgehung für die im Stadtgebiet liegende Steinerne Brücke über die Donau und damit für die Altstadt von Regensburg.
Im Stadtgebiet stoßen vier sehr unterschiedliche Natur-Großräume aneinander: der Fränkische Jura, der Bayerische Wald, die Donauebene bzw. die niederbayerische Lößebene (Gäuboden) und das niederbayerische Tertiär-Hügelland.
Diese Naturräume prägen den Stadtkörper in Form und Ausdehnung,Stadt Regensburg: Der Regensburg-Plan 2005. 3. Raumstruktur und Städtebau. In: regensburg.de, abgerufen am 11. Juli 2019 (regensburg.de [PDF; 46,1 MB; Gesamt-Plan]) die Stadt befindet sich in einer klassischen „Pfortenlage“ an einer Übergangsstelle zwischen topographischer Enge und Weite. Die Donau verlässt hier das Hügel- und Bergland und fließt in die Gäubodenebene. Daraus ergibt sich für die Stadtteile im Norden und im Westen kein oder nur wenig Erweiterungspotenzial. Alle künftigen Stadterweiterungsgebiete liegen im Osten und Süden der Stadt, also in der großen Donauebene und in den relativ flachen Ausläufern des niederbayerischen Tertiär-Hügellandes.
In Regensburg endet die historische Bayerische Eisenstraße, die zahlreiche Industrie- und Kulturdenkmäler verbindet. Auf dieser Straße wurden Metalle und Halbfertigprodukte aus der Oberpfalz zum Umschlagplatz Regensburg gebracht. Die Eisenstraße verläuft in ihrem letzten Abschnitt ab Amberg über 60 km als Wasserstraße der Flüsse Vils und Naab, bis die Naab bei Regensburg in die Donau mündet.
Nachbargemeinden Folgende Städte und Gemeinden, die zum Landkreis Regensburg gehören, grenzen an die Stadt Regensburg. Sie werden nach dem Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Zeitlarn, Wenzenbach, Tegernheim, Barbing, Neutraubling, Obertraubling, Pentling, Sinzing, Pettendorf und Lappersdorf. Regensburg bildet zusammen mit dem Umland einen Ballungsraum mit rund 235.000 Einwohnern.
Stadtgliederung
Wachten und Vitusbach Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts beschränkte sich das Kerngebiet von Regensburg auf das Gebiet des Römerlagers Castra Regina und der danach erstmals im 10. und dann als Erweiterung im 14. Jahrhundert mit Stadtmauern umfriedeten zusätzlichen Gebiete von Klöstern im Süden und Südwesten und von neuen Siedlungsgebieten im Westen und Osten der Stadt. Seit dem 12. Jahrhundert war das Stadtgebiet von Regensburg, begrenzt durch die Donau und den Verlauf der bereits im 10. Jahrhundert entstandenen Arnulfinischen Stadtmauer, in acht Wachten aufgeteilt, denen jeweils ein Wachtherr vorstand, der polizeiliche und militärische Vollmachten hatte. Bis 1663 waren die Wachten für die Rekrutierung der Bürgersoldaten (siehe Alte Wache) zuständig, danach gab es Berufssoldaten. Die ortstypischen Bezeichnungen der Wachten wurde ab 1803 durch die Großbuchstaben A bis H, die sogenannten Litera, vereinfacht und die Häuser in einer Wacht durchnummeriert. So ergab sich eine bis um 1900 weitergeführte Einteilung der Gebäude mit Kurzbezeichnungen aus Buchstabe und Nummer, die auf einigen alten Hausnummernschildern noch heute ersichtlich ist. 1806 kam eine Wacht hinzu, die sogenannte Feldwacht mit Litera J, für alle Gebiete außerhalb der Stadtmauer. Die Ausweitung der Stadt führte aber bald zu Schwierigkeiten, und ab 1900 ging man über zu Bezeichnungen nach Straßennamen und Hausnummern. Daneben wurde eine alte Einteilung des Stadtgebietes beibehalten, die auf dem früheren Verlauf des Vitusbachs beruhte. Der Hauptarm des Vitusbachs, der weit südlich außerhalb der Altstadt entspringt, dessen Verlauf aber bei der Entwicklung der Altstadt eine wichtige Rolle gespielt hat, verlief in Süd-Nord-Richtung in der Oberen und in der Unteren Bachgasse. Er teilte damit die Stadt in ein westliches Stadtgebiet, genannt die Obere Stadt, und in ein östliches Stadtgebiet, die Untere Stadt. Die auf der Trennlinie des Baches beruhenden Bezeichnungen waren so alt und gebräuchlich, dass sie bei der Einteilung der Wachten berücksichtigt wurden und sogar offiziellen Charakter annahmen zur Bezeichnung der Lage von Schulen, Pfarreien und Friedhöfen.
Siedlungen Im Gegensatz zu vielen anderen Städten erhielt sich in Regensburg bis in die Neuzeit ein relativ kompakter Siedlungskörper, was zu einer „Stadt der kurzen Wege“ führte. Im Bereich der Innenstadt ist der durch den Grüngürtel gebildete, von der Fürst-Anselm-Allee klar begrenzte Bereich der ehemaligen historischen Altstadt, die zunächst von der römischen Mauer, dann von der arnulfinischen Mauer und dann bis zum Ende des 19. Jahrhunderts von der mittelalterlichen Stadtmauer umgeben war, noch heute klar abgrenzbar von den nach Abbruch der Stadtmauern 1860 entstandenen, aber noch altstadtnahen Neubaugebieten im erweiterten Innenstadtbereich.
Einen zweiten Ring von Siedlungen bilden mehrere altstadtferne Neubaugebiete in älteren entfernten Siedlungen, wie zum Beispiel in den Vororten Ganghofersiedlung im Süden oder Konradsiedlung im Norden. Dieser zweite Siedlungsring wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Osten und Westen durch neue, damals moderne Bauten oder Hochhaussiedlungen ergänzt. Mit diesen Siedlungen, die im Verlauf des 20. Jahrhunderts entstanden, wurden der Stadwesten und der Stadtosten und auch große Teile der Höhenzüge im Süden und im Norden der Stadt besiedelt.
Besondere Siedlungsgebiete liegen südlich entfernt der Altstadt, waren ehemals vollständig begrünt und wurden für den Getreideanbau genutzt. Heute ist das Gebiet bebaut mit Gebäuden von Universität und Klinikum. Ähnliches gilt für das sehr große ehemalige Kasernengelände östlich der Universität, das nach dem Jahr 2000 zu einem Gebiet für viele neue Wohnsiedlungen umgestaltet wurde.
Sehr besondere Siedlungsgebiete sind die beiden Donauinseln, Oberer Wöhrd im Westen und Unterer Wöhrd im Osten, die beide neben Siedlungsgebieten auch naturbelassene Erholungsgebiete bieten.
Zu den äußeren Gliederungselementen der Stadt gehören zwei Ost-West-Höhenzüge: im Norden die Winzerer Höhen mit dem Keilberg und im Süden die Ziegetsdorfer Höhen, gekennzeichnet durch den Sender Regensburg-Ziegetsberg. Zu den inneren Gliederungselementen gehören die vielen großen Grünanlagen und Wasserflächen, besonders aber der innere Altstadtkern, erkennbar am teilweise durch neue Straßen gestörten Grüngürtel der Fürst-Anselm-Allee, die den Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer kennzeichnet, im Innenbereich teilweise gestört von benötigten Infrastrukturbauten wie Haltestellen für Busse und für die geplante Straßenbahn im Außenbereich durch Hauptbahnhof, Bahnlinien, Autobahnen und Bundesstraßen.
Eingemeindungen Mit der Eingemeindung von Kumpfmühl erfolgte 1810/1818 ein Sprung in Richtung Süden über die Ost-West-Bahntrasse. Nach Beginn des 20. Jahrhunderts vergrößerte sich Regensburg mit einer Serie von Eingemeindungen, besonders in den Jahren 1924, 1938 und 1977. Für die genaue Auflistung der Stadtbezirke, ihrer Fläche und der Folge der Eingemeindungen einschließlich der hinzugewonnenen Fläche siehe Einwohnerzahl und Fläche von Regensburg.
Klima Die Stadt befindet sich in einem Übergangsklima, das sowohl ozeanischen als auch kontinentalen Einflüssen ausgesetzt ist. Mit einer mittleren Tagesminimaltemperatur von −3,6 Grad Celsius im kältesten Monat Januar (Betrachtungszeitraum 1971–2000) hat Regensburg gemäß Köppen-Geiger ein warm-feuchtes Kontinentalklima (Dfb). Die Winter in jüngerer Zeit sind allerdings so mild ausgefallen, dass das Klima der Stadt inzwischen mehr dem ozeanischen Klima (Cfb) zuzuordnen ist. Das Regensburger Klima zeichnet sich insbesondere durch stabile und trockene Sommer aus und unterscheidet sich damit vom im Sommer regenreichen Klima des Voralpenlandes. In einem Vergleich von 80 ausgewählten deutschen Großstädten wies Regensburg beim Vergleich der Zeiträume 1951–1970 und 2006–2025 die stärkste Erwärmung der Sommer auf. Die mittlere tägliche Höchsttemperatur von Juni bis August lag im jüngeren Zeitraum um 3,5 °C höher. Gleichzeitig nahm die durchschnittliche Zahl der Sommertage um 36,6 und die der heißen Tage um 16,1 Tage im Jahr zu. Regensburg belegte damit in allen drei Veränderungskategorien den ersten Rang. Für den im Voralpenland üblichen Föhn ist Regensburg die nördliche Grenze. Er gibt vom Keilberg aus den Blick auf die Alpen frei, sein Auftreten ist außerordentlich selten. Im Gegensatz dazu halten sich im Herbst und Winter sehr lange beständige Nebel und Hochnebel, wobei längere Perioden mit einer geschlossenen Schneedecke selten sind. Bedingt durch seine Talkessellage litt Regensburg in früheren Zeiten häufig unter Smog. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,0 Grad Celsius, die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 646 Millimeter. Damit liegt Regensburg am unteren Rand der Städte Bayerns.