Die Bundesstraße 51 (Abkürzung: B 51) ist eine deutsche Bundesstraße. Sie verläuft in südwestlicher bis südlicher Richtung von Stuhr bei Bremen durch Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland bis zur französischen Grenze bei Saargemünd. Auf der gesamten Länge von 570 km verläuft die Bundesautobahn 1 in etwa parallel.

Geschichte Die 1934 eingeführte Reichsstraße 51 verknüpfte Teilstrecken mit völlig unterschiedlicher Entstehungsgeschichte. Sie verlief ursprünglich von der Saargrenze über Freudenburg, Konz, Trier, Bitburg, Prüm, Stadtkyll, Dahlem, Münstereifel, Euskirchen, Brühl, Köln, Burscheid, Lennep, Bochum, Haltern, Münster, Osnabrück, Bohmte, Diepholz und Bassum nach Bremen.Reichsstraßen 1934 : (zur Verfügung gestellt von Henk Brouwer aus Amsterdam)

Die Straßenabschnitte zwischen Osnabrück und Bad Iburg sowie zwischen Münster und Telgte wurden bereits im 18. Jahrhundert auf Grundlage bestehender Altstraßen ausgebaut. Der nördlichste Streckenabschnitt zwischen Bremen und Münster wurde von 1811 bis 1813 als Heerstraße für die Truppen Napoleons I. geplant, die als Route Impériale Nr. 3 Paris mit Hamburg durch die 1811 annektierten Hanseatischen Departements verbinden und von Münster weiter über Dülmen nach Wesel/Venlo (heutige B 58) führen sollte. Nach dem Abzug der napoleonischen Truppen 1813 blieb die Straße in weiten Strecken unvollendet.

In den Jahren 1838 bis 1842 wurde der mittlere Streckenabschnitt von Haltern über Recklinghausen nach Bochum als erste Chaussee im Vest Recklinghausen gebaut. Im dicht besiedelten Bergischen Land wurde die Straße zwischen Remscheid-Lennep und Köln (Wermelskirchener Chaussee) bereits 1775 fertiggestellt. Diese Straße wurde 1865 als Cöln-Berliner Staatsstraße bezeichnet.

Der südliche Streckenabschnitt zwischen Köln und Trier wurde 1826 begonnen und 1841 vollendet. Im Saarland wurde bereits im 18. Jahrhundert mit dem Straßenbau begonnen. Die Straße zwischen Völklingen und Bous wurde laut Stadtchronik bereits 1734 fertiggestellt.

Ursprünglicher Verlauf Die Bundesstraße 51 führt von der Hansestadt Bremen über das Ruhrgebiet bis ins Saarland und an die französische Grenze nach Lothringen.

In Bremen, südlich der Weser, beginnt die B 51 und führt fünf Kilometer gemeinsam mit der B 6 ins niedersächsische Brinkum, Gemeinde Stuhr.

mini|links|Zwischen Diepholz und dem Dümmer wenige Meter westlich der Bundesstraße: Der Skulpturenpfad „Die Sicht - Diepholz | Dümmer“

Durch den flachen, landwirtschaftlich genutzten niedersächsischen Teil der Norddeutschen Tiefebene gelangt die B 51 über Bassum (23 km) und die Kreisstadt Diepholz (42 km), vorbei an Niedersachsens zweitgrößtem See, dem Dümmer, und über ein kleines durch den nordrhein-westfälischen Kreis Minden-Lübbecke verlaufendes Teilstück,Für dieses Teilstück gilt ein Fahrverbot für Lkws an den nordrhein-westfälischen Feiertagen Fronleichnam und Allerheiligen, die in Niedersachsen keine Feiertage sind. Für Fahrten an diesen Tagen müssen Spediteure entweder eine Sondergenehmigung für eine „Durchfahrt“ einholen (trucker.de) oder die Umleitungsstrecke über Damme (Dümmer) bzw. die Route über die A 1 und die B 214 nach Diepholz wählen. an den Rand von Osnabrück (110 km). Vor und nach Osnabrück durchquert die Straße die Naturparks von Wiehengebirge und Teutoburger Wald – südlich von Osnabrück vierstreifig bis zum Dörenberg und weiter durch Bad Iburg und Glandorf bis zur Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen.

Nach 174 km erreicht die B 51 Münster. Auf dem Innenstadtgebiet wurde beziehungsweise wird sie zur vierstreifigen Stadtautobahn ausgebaut. Weiter verlief sie durch das südliche Münsterland, durch Haltern am See und Recklinghausen nach Herne. Sie führt mitten durch Bochum (240 km), vorbei an Bergbaumuseum und Schauspielhaus, und überquerte bei Hattingen die Ruhr.

Die alte Strecke berührt den Osten Wuppertals, überquert im Ortsteil Langerfeld die B 7 und verläuft heute als L 58 durch das Bergische Land nach Remscheid-Lennep. Von dort aus weiter über Bergisch Born, Wermelskirchen und Burscheid nach Leverkusen. Über die Mülheimer Brücke führt sie am Rheinufer entlang (zwischen Hohenzollern- und Deutzer Brücke als Rheinufertunnel) durch Köln (311 km), wobei sie kurz hintereinander auch auf die Bundesstraßen 8 und 9 trifft. Wenige Kilometer südwestlich von Köln unterquert sie die A 4 und die A 553. Sie durchquert Brühl, überquert dann auf Höhe des Phantasialandes die kurze A 553, um dann im weiteren Verlauf die A 61 bei Weilerswist zu unterqueren. Ab hier verläuft sie fast parallel zur A 1 bis Euskirchen.

mini|links|Hettner Bohrmaschine auf einem Verkehrskreisel der B 51 im Stadtgebiet von Bad Münstereifel. mini|links|Die B 51 am Ortseingang Trier aus Richtung Konz (vierstreifiger Ausbau)

Ab Euskirchen (347 km) führt sie nun wieder als B 51 an Bad Münstereifel vorbei (bis in die 1970er-Jahre verlief sie mitten durch die Stadt) auf fast 100 km quer durch die dünn besiedelte Eifel und hierbei über die rheinland-pfälzische Grenze hinaus nach Prüm (409 km). Die alte, ursprüngliche Strecke verlief ab Prüm durch das Nimstal über Schönecken, Seffern, Bickendorf, Bitburg (jetzt die L 5). Ab Bitburg (441 km) führt sie schließlich in die Römerstadt und Moselmetropole Trier (457 km). Hinter Trier nähert sie sich bis auf wenige Kilometer der Grenze von Luxemburg und stößt bei Konz zum ersten Mal auf den Fluss Saar.

mini|links|Die B 51 zwischen Saarburg und Mettlach

Diesen Fluss begleitet sie nun ab Saarburg als Uferstraße, über die Landesgrenze bei Saarhölzbach ins Saarland. Zwischen Mettlach und Besseringen verlässt sie die Saar, um die Saarschleife bei Orscholz abzukürzen. Früher führte die B 51 zwischen Saarburg und Mettlach jedoch nicht an der Saar entlang, sondern durch den Saargau, einem Hunsrückausläufer, entlang der heutigen L 132/B 407 durch Perdenbach und Trassem, weiter entlang der heutigen L 131 durch Freudenburg und Weiten, ab dort entlang der heutigen L 176. Zwischen Besseringen (498 km) und Saarlouis (518 km) entspricht der alte Verlauf der heutigen L 174. Danach geht es durch das alte Industrierevier bei Völklingen (Weltkulturerbe) bis Saarbrücken (541 km). Hinter dieser Großstadt verläuft die B 51 weiter entlang der Saar bis zu ihrem Ende an der französischen Grenze bei Sarreguemines (Saargemünd), wo sie in die französische N 61 übergeht, die nach wenigen Kilometern an die A 4 nach Paris oder Straßburg anschließt.

Insgesamt legte die B 51 so eine Strecke von 569 km zurück, wobei man die Teilstücke, in denen sie durch eine Autobahn ersetzt wurde, nicht unbedingt mitrechnen kann. Andererseits ist die B 51 im Vergleich zur Reichsstraßenzeit dadurch länger geworden, dass zahlreiche Ortsumgehungen gebaut wurden.

Abgestufte Abschnitte Die autobahnähnlich ausgebaute Ortsumgehung von Belm ist seit Mitte 2019 unter Verkehr und geht in die A 33 über, die Ortsdurchfahrt Belm wurde abgestuft. Die B 51 wird an der Anschlussstelle Osnabrück-Nahne der A 30 fortgesetzt.

mini|links|Querung der ehemaligen B 51 über die A33 bei Osnabrück-Widukindland mini|links|Beginn der B 51 als autobahnähnliche Ortsumgehung Belm am Ende der A33 an der Anschlussstelle Osnabrück-Widukindland

Südlich von Münster wird die B 51 durch die A 43 und die A 1 ersetzt, während der ehemalige Verlauf größtenteils zur L 551 herabgestuft wurde. Der Abschnitt ab der AS Bochum-Riemke bis zur Anschlussstelle Sprockhövel wurde zum 1. Januar 2010 abgestuft, der anschließende Abschnitt bis nach Remscheid-Lennep bereits zum 1. Januar 2008.

Auch zwischen den Anschlussstellen Brühl-Nord und Euskirchen ist die B 51 durch die A 553 und abermals die A 1 ersetzt. Zum 1. Januar 2015 wurde der weiterführende Abschnitt zwischen Euskirchen und der Anschlussstelle Blankenheim zur Landesstraße 194 abgestuft.

Zum 1. Januar 2014 wurde der Abschnitt vom Beginn der Berliner Straße im Kölner Stadtteil Mülheim bis zur Autobahnauffahrt Burscheid der A 1 zu Gemeinde- bzw. Landesstraßen (zumeist L 188) herabgestuft.

Weitere abgestufte Abschnitte verlaufen zwischen Prüm und Bitburg (A 60) sowie seit Anfang 2007 zwischen Besseringen und Saarlouis (A 8).

Überregionale Bedeutung mini|links|Wichtiger Knotenpunkt im westlichen Niedersachsen: die Abzweigung der B 69 von der B 51 und B 214 im Norden von Diepholz Eine Bedeutung der B 51 als überregionale Straße war (außer bei drohenden erheblichen Zeitverlusten auf der Autobahn 1 zwischen Bremen und Münster durch Staus und Streckensperrungen) im nördlichen Verlauf vor der Schließung der letzten Lücke in der A 33 kaum gegeben. Seit dem Lückenschluss im Jahr 2019 und der Fertigstellung der Ortsumgehung Belm hat sich jedoch die Fahrzeit von Bremen nach Bielefeld so stark verkürzt, dass sich eine Fahrt über die B 61 aus dem Raum Bremen ins Ravensberger Land zeitlich kaum noch lohnt.

Zwischen Blankenheim und Trier (mit Ausnahme des durch die A 60 ersetzten Abschnitts zwischen Prüm und Bitburg) kommt der B 51 eine überregionale Bedeutung zu, weil sie hier die in Planung bzw. in Bau befindliche A 1 ersetzen muss. Da in diesem Bereich erhebliche Fernverkehrszahlen erreicht werden, ist sie dort fast durchgehend dreistreifig, teilweise sogar vierstreifig (Autobahnähnliche Straße) ausgebaut. Die Kombination A 1 – B 51 – A 60 stellt die kürzeste Verbindung des Kölner Raums mit dem Westen Rheinland-Pfalz’, Luxemburg und Lothringen dar, welche jedoch im Gegensatz zur Autobahnroute nicht kreuzungsfrei ist. Auch der Verkehr zwischen Südfrankreich oder Spanien und Skandinavien nutzt oftmals diese Verbindung. Dieser Abschnitt ist Teil der E 29.

Planungen Diskussionen um Einbeziehung einzelner Abschnitte der B 51 in die LKW-Maut blieben bis zur Einführung der Lkw-Maut für alle Bundesstraßen zum 1. Januar 2018 erfolglos. Auch die zeitweise Sperrung für den Schwerlastverkehr im Abschnitt A 64 (bei Trier) bis A 60 (bei Bitburg), wie dies beispielsweise bei der B 3 in Nordhessen erfolgreich gehandhabt wird, ist bislang ohne Ergebnis geblieben. Als wichtigstes Hindernis für die Sperrung werden zwei nur zweistreifige und sanierungsbedürftige Brücken der B 52 am derzeitigen Autobahnende der A 64 in Richtung A 1/A 602 genannt, die den zusätzlichen Schwerlastverkehr nicht aufnehmen könnten.

Saarland Die seit den 1960er Jahren geforderte Umgehung des Merziger Ortsteils Besseringen war seit Juni 2011 im Bau und wurde am 13. Dezember 2013 fertiggestellt.Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Die Kosten für den 3,6 km Abschnitt beliefen sich auf ca. 27,2 Millionen Euro, es wurden zwei über 200 m lange Talbrücken errichtet. Pro Tag durchquerten rund 16.000 Fahrzeuge den Ort.

Rheinland-Pfalz Ab Sommer 2004 befand sich die Westumfahrung Trier, auch „Moselaufstieg“ genannt, im Planfeststellungsverfahren. Geplant ist, von Konz die Bundesstraße 51 westlich des Trierer Bergs auf einer neuen Trasse auf die Moselhöhen zu führen und dort an die A 64 anzuschließen. Am 12. Mai 2005 hob das Oberverwaltungsgericht Koblenz den dazu gefassten Planfeststellungsbeschluss jedoch auf. Ein Bau in den nächsten Jahren erscheint daher unwahrscheinlich.

Aus diesem Grund wurde die B 51 auf dem Trierer Stadtgebiet weiter ausgebaut. Zwischen der Fachhochschule und der Ampel an der Kaiser-Wilhelm-Brücke wurde die Straße durchgehend dreistreifig ausgebaut, indem der Felsen unterhalb der Fachhochschule abgetragen und die Napoleonsbrücke für drei Fahrstreifen ertüchtigt wurde. In diesem Zuge wurden auch marode Stützmauern der derzeitigen Trasse im unteren Gillenbachtal instand gesetzt.