mini|Das Geschäftshaus der Volksstimme in Magdeburg Die Volksstimme ist eine Tageszeitung für das nördliche und mittlere Sachsen-Anhalt mit Stammsitz in Magdeburg. Sie orientiert sich in ihrem Verbreitungsgebiet an den Grenzen des ehemaligen Bezirkes Magdeburg. Im Süden Sachsen-Anhalts, auf dem Gebiet des ehemaligen Bezirkes Halle, erscheint die Mitteldeutsche Zeitung. In der Mitte Sachsen-Anhalts ist die Volksstimme als regional erscheinende Tageszeitung Monopolist. Lediglich in der Altmark hat sie mit der 1990 gegründeten Altmark Zeitung einen Wettbewerber.

Die Volksstimme wird verlegt von der Mitteldeutsche Verlags- und Druckhaus GmbHEntstanden aus der Magdeburger Verlags- und Druckhaus GmbH durch Umbenennung im Dezember 2020. siehe: Mitteldeutsche Verlags- und Druckhaus GmbH - Name · Satzung. In: northdata.de, abgerufen am 10. März 2021, die zur Bauer Media Group gehört. Der Bauer Media Group gehört seit Januar 2020 mit der Mitteldeutschen Zeitung auch die zweite große Tageszeitung aus Sachsen-Anhalt.Coup im Printmarkt: Was die Bauer Media Group mit der “Mitteldeutsche Zeitung” vorhaben könnte meedia.de, 15. Januar 2020

Die Zeitung erscheint werktäglich sechs Mal wöchentlich im Rheinischen Format. Bundesweit vertrieben und zitiert wird die Lokalausgabe der Landeshauptstadt, die Magdeburger Volksstimme, die im Untertitel einige Jahre den traditionsreichen Namen der ehemaligen bürgerlich-liberalen Magdeburgischen Zeitung weiterführte.

Chefredakteur ist seit 24. Februar 2023 Marc Rath.

Geschichte mini|Geschäftshaus der Volksstimme in den 1920er Jahren Die Volksstimme wurde am 1. Juli 1890 als sozialdemokratisch orientierte Tageszeitung gegründet und wurde Teil der politischen Auseinandersetzungen der Zeit. Alle Redakteure der Anfangszeit erhielten nach und nach Gefängnisstrafen. In der Zeitung erwähnte Personen wurden von der Polizei gebeten, Strafantrag wegen Beleidigung zu stellen. Inserenten wurden von der Polizei vernommen. Das öffentliche Auslegen von Verkaufsexemplaren in Cafés und ähnlichem war verboten. Von Ende November 1897 bis Mitte Januar 1898 wurden die Schaufenster der Buchhandlung der Zeitung von zwei Polizisten bewacht, um Leute vom Betrachten abzuhalten.Ernst Wittmaack, Magdeburgs Parteibewegung in Die rote Stadt im roten Land, Hrsg. Parteitagskomitee der SPD 1929, Magdeburg 1929, S. 45 Häufig wurden Bücher, Bilder oder Zeitschriften beschlagnahmt.Ernst Wittmaack, Magdeburgs Parteibewegung in Die rote Stadt im roten Land, Hrsg. Parteitagskomitee der SPD 1929, Magdeburg 1929, S. 46 Gegen den Redakteur August Müller wurden einmal innerhalb von fünfeinhalb Monaten 26 Anklagen erhoben. Wegen Majestätsbeleidigung wurde Müller einmal zu vier Jahren Haft verurteilt, obwohl er zum fraglichen Zeitpunkt im Urlaub war. Das Urteil wurde dann aufgehoben, nachdem er zweieinhalb Monate verbüßt hatte. Statt ihm wurde Albert Schmidt zu drei Jahren verurteilt, die er auch komplett verbüßte. Er nahm sich später das Leben.Ernst Wittmaack, Magdeburgs Parteibewegung in Die rote Stadt im roten Land, Hrsg. Parteitagskomitee der SPD 1929, Magdeburg 1929, S. 49 1910 zog die Volksstimme Bilanz und gab an, dass in den 20 Jahren des Bestehens der Zeitung insgesamt Haftstrafen von etwa 14 Jahren gegen ihre Redakteure verhängt worden waren. Hinzu kamen Geldstrafen und Kosten in einem fünfstelligen Bereich.Ernst Wittmaack, Magdeburgs Parteibewegung in Die rote Stadt im roten Land, Hrsg. Parteitagskomitee der SPD 1929, Magdeburg 1929, S. 50 Bei der Gründung der Zeitung hatte, mit den Redakteuren Hans Müller und Paul Kampffmeyer, die Strömung der Jungen in der Sozialdemokratie, die dem Parlamentarismus ablehnend gegenüber standen, einen großen Einfluss. August Bebel trat dem mit einem persönlichen Auftritt in Magdeburg entgegen, im Ergebnis legten die beiden im August 1890 die Redaktionsführung nieder.Ernst Wittmaack, Magdeburgs Parteibewegung in Die rote Stadt im roten Land, Hrsg. Parteitagskomitee der SPD 1929, Magdeburg 1929, S. 51 1890 beschäftigte die Volksstimme 14 Personen.Ernst Wittmaack, Magdeburgs Parteibewegung in Die rote Stadt im roten Land, Hrsg. Parteitagskomitee der SPD 1929, Magdeburg 1929, S. 53

mini|Stand auf der Deutschen Theaterausstellung 1927 Am 1. Januar 1902 wurde die in Halberstadt erscheinende, ebenfalls 1890 gegründete Volkszeitung mit der Volksstimme verschmolzen. Die Volksstimme erreichte vor dem Ersten Weltkrieg eine Auflage von 34.000 Exemplaren. Chefredakteur war Paul Bader.Ernst Wittmaack, Magdeburgs Parteibewegung in Die rote Stadt im roten Land, Hrsg. Parteitagskomitee der SPD 1929, Magdeburg 1929, S. 52 In den 1920er Jahren stieg die Auflage auf 40.000. Zur Zeitung gehörte eine eigene Druckerei sowie eine Buchhandlung und ein Verlag. Es wurden 250 Personen beschäftigt.

1933 wurde die Volksstimme von den Nationalsozialisten verboten. Ab August 1947 wurde sie als Zeitung der SED für Magdeburg herausgegeben und war seit 1952 Organ der SED-Bezirksleitung Magdeburg. Nachdem sich die Redaktion am 15. Januar 1990 von ihrem Herausgeber losgesagt hatte, wird sie in Eigenregie geschrieben. Eine Übereignung an die Belegschaft erfolgte nicht. Die SPD als frühere Eigentümerin gab ihren Eigentumsanspruch auf, stattdessen nahm sie eine Beteiligung an der Dresdner Sächsischen Zeitung an.

mini|Verkaufsstelle in Stendal, 1991 Der Treuhandanstalt lagen im Jahr 1991 13 Gebote zur Privatisierung und Übernahme für die im früheren Magdeburger Pressehaus von Fritz Faber residierende Volksstimme vor, wo bis 1944 die Magdeburgische Zeitung, die im 17. Jahrhundert gegründete älteste fortlaufend erschienene Zeitung Deutschlands, produziert worden war. Die Volksstimme erschien seitdem bei der Magdeburger Verlags- und Druckhaus GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der für ihre Programm- und Yellowpress-Blätter bekannten Bauer Verlagsgruppe Hamburg, der heutigen Bauer Media Group. Die Druckerei befindet sich seit Mitte der 1990er Jahre und die Mantelredaktion seit 1998 wenige Kilometer nördlich von Magdeburg in Barleben im Landkreis Börde. Mit dem Kauf der Mitteldeutschen Zeitung im Januar 2020 ging eine Umbenennung des Verlages in Mitteldeutsche Verlags- und Druckhaus GmbH einher.

Auflage Die Volksstimme hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Sie beträgt gegenwärtig Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei Prozent.

Lokalausgaben (als Kopfblätter) mini|Das Druckzentrum der Volksstimme in Barleben Salzwedeler Volksstimme Klötzer Volksstimme Gardelegener Volksstimme Havelberger Volksstimme Osterburger Volksstimme Stendaler Volksstimme Burger Volksstimme Genthiner Volksstimme Magdeburger Volksstimme Haldensleber Volksstimme Wolmirstedter Volksstimme Oschersleber Volksstimme Wanzleber Volksstimme Staßfurter Volksstimme Schönebecker Volksstimme Zerbster Volksstimme Halberstädter Volksstimme Harzer Volksstimme, Wernigerode

Chefredakteure Chefredakteure der Volksstimme (seit 1947): Zeitraum Name 1947–1950 Robert Büchner 1950–1953 Arno Gropp 1953–1958 Karl Jakobi 1958–1969 Herbert Kopietz 1969–1990 Heinz Wiese 1990–1992 Karl-Heinz Schwarzkopf 1992–1994 Reinhold Stimpert 1994–1999 Heinzgeorg Oette 1999–2001 Paul-Josef Raue 2001–2010 Franz Kadell 2010–2011 Peter Wendt und Günther Tyllack; kommissarisch 2011–2023 Alois Kösters seit 2023 Marc Rath

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Website der Zeitung Archiv der Ausgaben von 1895–1932 bei der Friedrich-Ebert-Stiftung

Einzelnachweise

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